Die globale Verfügbarkeit von energetischen und nicht-energetischen Rohstoffen

Fallbeispiele Erdöl und Seltene Erden


Hausarbeit, 2015

17 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Bedeutung der erschöpflichen Rohstoffe für das alltägliche Leben

2 Globale Verfügbarkeit von energetischen und nicht-energetischen Rohstoffen am Beispiel von Erdöl und Seltenen Erden
2.1 Grundlegende Definitionen und Klassifikationen
2.1.1 Begrifflichkeit der Rohstoffe und ihre Systematik
2.1.2 Vorratsdefinitionen für erschöpfliche Rohstoffe
2.2 Gesamtüberblick der globalen Verfügbarkeit von Rohstoffen
2.3 Globale Verfügbarkeit von energetischen Rohstoffen am Beispiel Erdöl
2.4 Globale Verfügbarkeit von nicht-energetischen Rohstoffen am Beispiel der Seltenen Erden
2.5 Ressourcenknappheit und Ressourcenfluch: Rohstoffe als Ursache für Kriege und Konflikte

3 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Systematik der Rohstoffe

Abbildung 2: Gesamtpotenzial der Energierohstoffe 2013 - Regionale Verteilung (ohne Kohleressourcen der Antarktis sowie ohne Ressourcen von Ölschiefern, Aquifergas und Erdgas aus Gashydrat und Thorium).

Abbildung 3: Anteil an der Bergwerksproduktion und den Reserven aller Länder mit einem Anteil von > 0,1 % der jeweiligen Kategorie, 2010.

Abbildung 4: Regionale Verteilung des Gesamtpotentials von Erdöl, 2013.

Abbildung 5: Historische Entwicklung der Erdölproduktion und projizierter Produktions-verlauf; Stand: 2009

Abbildung 6: Länder mit den größten SEE-Reserven sowie größte Förderländer, 2011.

Abbildung 7: Übersicht über Länder mit Konfliktrohstoffen sowie derjenigen Länder mit Konfliktrohstoffen die sich 2013 in einem Konflikt befanden.

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Die wichtigsten Länder (Top 5) nach Erdölressourcen, -reserven und -förderung 2013; Angabe in [Mio. t]

Tabelle 2: Die wichtigsten Länder (Top 3) nach Anteilen an weltweiten SEE-Ressourcen, -Reserven und –Förderung; 2011.

1 Bedeutung der erschöpflichen Rohstoffe für das alltägliche Leben

Rohstoffe sind von essentieller Bedeutung für eine funktionierende Wirtschaft und erforderliche Voraussetzung für den modernen Lebensstandard. Während das Problem der Knappheit erschöpflicher Ressourcen in der Öffentlichkeit breit diskutiert wird, sollten die Überlegungen aber nicht damit enden, dass in Zukunft Alternativen zu Benzin und Diesel von Nöten sind. Insbesondere der fossile Brennstoff Erdöl begegnet dem Menschen in weit vielfältigerer Weise in der persönlichen Umgebung. Von Fußbodenbelägen und Fensterrahmen über einen Großteil der Kleidungsstücke bis hin zu Kosmetika, Kerzen und sogar Lebensmitteln enthalten beinahe alle Produkte, die fester Bestandteil des alltäglichen Lebens sind, Erdöl (Dombrowski 2015, S. 52). Allerdings sind nicht nur fossile Rohstoffe nicht mehr aus dem Leben im 21. Jahrhundert wegzudenken. Auch mineralischen Rohstoffe wie die sogenannten Seltenen Erden sind für viele Menschen dieser Generation unentbehrlich; sind sie doch entscheidende Bestandteile von Produkten der Hochtechnologie wie z.B. MP3-Playern und Plasmabildschirmen. Da sie auch in Hybrid-Fahrzeugen, Windturbinen und Brennstoffzellen Verwendung finden, spielen sie darüber hinaus für umweltschonende Zukunftstechnologien eine erhebliche Rolle (Fraedrich 2013b, S. 45).

Es ist folglich unerlässlich, sich mit der derzeitigen Verfügbarkeit und gegebenenfalls Endlichkeit von Rohstoffen auseinander zu setzen, was Thema dieser Arbeit ist. Schließlich macht fundiertes Wissen über das Gesamtpotential eines Rohstoffs und seine Verteilung es erst möglich - aber auch notwendig -, Konsequenzen für eine nachhaltige Rohstoffpolitik und sinnvolles Ressourcenmanagement zu ziehen. Zudem stellt es eine notwendige Grundlage für das Verständnis zahlreicher wirtschaftlicher und politischer Entwicklungen in der Gegenwart und Zukunft dar.

2 Globale Verfügbarkeit von energetischen und nicht-energetischen Rohstoffen am Beispiel von Erdöl und Seltenen Erden

Der Kompaktheit halber werden Erdöl und Seltene Erden exemplarisch und stellvertretend für energetische und nicht-energetische Rohstoffe betrachtet. Zugrunde gelegt werden diesen Untersuchungen notwendige Definitionen und Klassifikationen im Bereich der Rohstoff- und Vorratsthematik sowie ein allgemeiner Überblick der globalen Verfügbarkeit von Rohstoffen. Zuletzt soll noch ein Zusammenhang zwischen Rohstoffknappheit bzw. -Reichtum und politischen Konflikten hergestellt werden.

2.1 Grundlegende Definitionen und Klassifikationen

Bei der Diskussion über Rohstoffe begegnen einem zahlreiche Begriffe, die im Volksmund zum Teil äquivalent gebraucht werden. Für eine exakte Betrachtung der Verfügbarkeit ist es aber absolut notwendig, die einzelnen fachwissenschaftlichen Bezeichnungen wie Reserven, Ressourcen und Vorkommen zu differenzieren und Klassifizierungsmöglichkeiten von Rohstoffen vorzustellen.

2.1.1 Begrifflichkeit der Rohstoffe und ihre Systematik

Unter einem Rohstoff versteht man eine „ in den Produktionsprozess eingehende Grundsubstanz, die bis dahin weder aufbereitet noch verarbeitet ist.“ (Leser 2011, S. 781). Diese Grundsubstanzen können sowohl tierischen, pflanzlichen, als auch mineralischen oder chemischen Ursprungs sein und machen damit den wesentlichen Teil der Georessourcen aus. Georessourcen, auch natürliche Ressourcen genannt, meinen dabei alle Naturgüter, die der Mensch für sich nutzbar machen kann und die für seine Existenz eine wichtige Rolle spielen. Neben Rohstoffen zählen hierzu beispielsweise auch saubere Luft und Fläche (Gebhardt et al. 2011, S. 1280).

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Rohstoffe zu klassifizieren. Die gängigste Variante ist dabei die Unterteilung in nicht-regenerierbare (erschöpfliche) und regenerierbare (nachwachsende) Rohstoffe, wie sie in Abb. 1 zu sehen ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Systematik der Rohstoffe

Quelle: Fraedrich 2013a, S. 4 .

Besonders in der Debatte um Rohstoffknappheit werden diese zwei Kategorien gegenüber gestellt. Zu den nicht-regenerierbaren Rohstoffen zählen unter anderem die fossilen Brennstoffe (Erdöl, Erdgas, Kohle) und Kernbrennstoffe (Uran, Thorium), die zusammenfassend als Energierohstoffe bzw. energetische Rohstoffe bezeichnet werden, da sie im Wesentlichen zur Energiegewinnung genutzt werden (Leser 2011, S. 202). Zwar kann auch aus nachwachsenden Rohstoffen Energie gewonnen werden (z.B. Holz, Pflanzenöle), jedoch nehmen diese zusammen mit weiteren Formen regenerativer Energie mit nur ca. 9% (2013) einen verschwindend geringen Anteil am globalen Gesamtenergieverbrauch ein (BGR 2014a, S. 16). Bei den nicht-energetischen Rohstoffen stehen Mineralien, Metalle sowie Steine und Erden im Fokus der Betrachtung. Die Seltenen Erden (SEE für Seltenerdelemente; engl. REE für Rare Earth Elements), auf die später detaillierter eingegangen wird, sind dabei der Gruppe der Metalle zuzuordnen und nicht – wie der Name vermuten lässt -, den Steinen und Erden (Kausch et al. 2014, S. 97).

2.1.2 Vorratsdefinitionen für erschöpfliche Rohstoffe

Beschäftigt man sich nun mit der Verfügbarkeit von nicht-regenerierbaren Rohstoffen, sind folgende Begriffe voneinander zu differenzieren.

Natürliche Anreicherungen von Rohstoffen werden allgemein Rohstoffvorkommen genannt, im Kontext von Bodenschätzen Lagerstätten. Man unterscheidet sie in Ressourcen und Reserven (Leser 2011, S. 782). Ressourcen im engeren Sinne bezeichnen „diejenigen Mengen eines Rohstoffs, die real vorhanden sind (weil sie bereits nachgewiesen wurden), deren Gewinnung jedoch gegenwärtig wirtschaftlich oder technologisch noch nicht erfolgt.“ (Fraedrich 2013a, S. 2). Rohstoffreserven sind im Gegensatz dazu der Anteil an Rohstoffressourcen, der derzeit schon ökonomisch abbaubar ist (Leser 2011, S. 770). Diese Unterscheidung ist insofern wichtig, da Rohstoffe zwar häufig große Ressourcen aufweisen, aber der Teil der tatsächlich nutzbaren Reserven wesentlich geringer ist. Für die Gegenwart spielt jedoch eben diese kleinste Kategorie die größte Rolle (Haggett et al. 2004, S. 315).

2.2 Gesamtüberblick der globalen Verfügbarkeit von Rohstoffen

Was die Rohstoffverteilung und –verfügbarkeit angeht, muss an erster Stelle festgehalten werden, dass es rohstoffreiche und rohstoffarme Regionen gibt. Der Großteil der Rohstoffe bildet sich über einen sehr langen Zeitraum hinweg in der Erdkruste. Ihre Verteilung ist somit an geologische Rahmenbedingungen und erdgeschichtliche Entwicklungen geknüpft (Fraedrich 2013a, S. 2f). Um einen groben Überblick zu gewinnen, sollen zunächst Energierohstoffe und anschließend metallische Rohstoffe und Industriemineralien betrachtet werden.

Abbildung 2 zeigt das Gesamtpotenzial, also die Summe aus bisher geförderter Menge (kumulierte Förderung), Reserven und Ressourcen, aller Energierohstoffe weltweit mit Stand 2013. Es ist erkennbar, dass die Ressourcen dabei den weitaus größten Teil ausmachen, etwa das 15-fache der Reserven (BGR 2014a, S. 9). Während die größten Ressourcen in Australien und Nordamerika zu finden sind, kann der Nahe Osten mit Abstand den größten prozentualen Anteil an Reserven im Vergleich zu den Ressourcen verzeichnen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Gesamtpotenzial der Energierohstoffe 2013 - Regionale Verteilung (ohne Kohleressourcen der Antarktis sowie ohne Ressourcen von Ölschiefern, Aquifergas und Erdgas aus Gashydrat und Thorium.

Quelle: BGR 2014a, S. 10.

Bei der Verteilung der metallischen und mineralischen Rohstoffe lässt sich eine andere Akzentuierung beobachten (vgl. Abb. 3). Mit einer großen Menge an Reserven stechen vor allem China, Australien und Brasilien hervor, während der Nahe Osten dagegen kaum Reserven aufzuweisen vermag.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Anteil an der Bergwerksproduktion und den Reserven aller Länder mit einem Anteil von > 0,1 % der jeweiligen Kategorie, 2010.

Quelle: Drobe, Killiches 2014, S. 15.

Insgesamt bewertet die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, kurz BGR, die Versorgung sowohl mit mineralischen als auch fossilen Rohstoffen für die nächste Zeit als größtenteils gesichert. Die einzige Ausnahme bildet hierbei Erdöl, auf dessen Bedeutung und seine Verfügbarkeit deshalb im Folgenden eingegangen werden soll (BGR 2014a, S. 9; Drobe, Killiches 2014).

2.3 Globale Verfügbarkeit von energetischen Rohstoffen am Beispiel Erdöl

Global betrachtet ist Erdöl noch immer der bedeutendste Energieträger, zumal er einen Anteil von ca. einem Drittel am Primärenergieverbrauch verzeichnen kann. 2013 betrug die weltweite Erdölförderung 4.202 Mio. Tonnen, was zu diesem Zeitpunkt eine neue Rekordhöhe darstellte (BGR 2014a, S. 32). Grundsätzlich wird die Förderung von konventionellen sowie nicht-konventionellen Vorkommen unterschieden. Bei konventionellem Erdöl ist eine klassische Förderung mit direkter Lieferung an die Raffinerie aufgrund seiner geringeren Viskosität möglich. Im Gegensatz dazu benötigt die Förderung von nicht-konventionellem Erdöl (Schwerstöl; gebundenes Öl in Ölschiefern und Ölsand), welche in den letzten Jahren insbesondere durch die Methode des Fracking vorangetrieben wurde, aufwändige technische Verfahren (Brücher 2009, S. 102).

Auch wenn Erdöl der einzige Energierohstoff ist, bei dem eine Verendung der Reserven in näherer Zukunft prognostiziert wird (Andruleit 2014, S. 7), behält die Gesamtmenge der Welterdölreserven wie auch der –Ressourcen momentan noch eine steigende Tendenz, wenn auch geringfügig. So konnte 2013 global eine Ressourcenhöhe von 334 Mrd. Tonnen Erdöl und eine Reservenhöhe von 218,6 Mrd. Tonnen festgehalten werden. Dabei nehmen nicht-konventionelle Lagerstätten, auf die die Steigerung maßgeblich zurückzuführen ist, rund 22% der Gesamtreserven ein (BGR 2014a, S. 32f). Die Verteilung dieses Gesamtpotentials, insbesondere der Erdölreserven, ist dabei weltweit betrachtet sehr ungleich, wie Abbildung 4 zeigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Regionale Verteilung des Gesamtpotentials von Erdöl, 2013.

Quelle: BGR 2014a, S. 32.

Werden die nicht-konventionellen Ressourcen miteinbezogen, lagern in Venezuela, gefolgt von Kanada und Russland die meisten Erdölressourcen (Stand 2013; vgl. Tab. 1). Doch die Menge an Ressourcen in einer Nation entscheidet noch nicht automatisch über die tatsächliche Menge der Reserven oder gar Förderung, was ebenfalls in Tabelle 1 deutlich wird. So findet man 54 % der weltweiten Reserven im Nahen Osten und Nordafrika, wobei Saudi-Arabien weiterhin Spitzenreiter ist, sowohl was Reservenreichtum als auch Förderungsmenge angeht (BGR 2014a, S. 33). Während sich die Reserven von konventionellem Erdöl vor allem auf die sogenannte Strategische Ellipse (Gebiet vom Nahen Osten über den Kaspischen Raum bis hoch nach Russland) konzentrieren (BGR 2009, S. 15), können Kanada und Venezuela von großen nicht-konventionelle Vorkommen in ihren Staatsgrenzen profitieren. Die fünf in Tabelle 1 dargestellten wichtigsten Länder in Bezug auf ihre Erdölreserven verfügen über 60 %, das Bündnis der OPEC-Staaten über fast 70 % der weltweiten Reserven. Die Verteilung auf wenige Staaten und wirtschaftspolitische Gruppen birgt dabei großes Konfliktpotential, zumal 80 % der gesamten Erdölreserven von staatlichen Firmen beherrscht werden (BGR 2014a, S. 33).

Tabelle 1: Die wichtigsten Länder (Top 5) nach Erdölressourcen, -reserven und -förderung 2013; Angabe in [Mio. t]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigener Entwurf; nach BGR 2014a, S. 74ff.

Als wichtigste Regionen für die noch immer steigende Förderung sind der Nahe Osten, die GUS-Staaten sowie Nordamerika zu nennen. Insbesondere die USA kann durch vermehrtes Einsetzen der Fracking-Methode ein hohes Förderungswachstum (2013: 12 %) verzeichnen, was in der Zukunft dazu führen könnte, dass sie den neuen Platz der Hauptfördernation einnimmt (BGR 2014a, S. 33).

Die BGR (2014a, S. 33) schätzt, dass inzwischen 44,5 % der ursprünglich vorhandenen Reserven an Erdöl verbraucht sind (Stand 2013) und rechnet mit einem weiteren Anstieg der Produktion bis ca. 2035 unter Einkalkulierung von Reservenzuwachs und der Förderung von nicht-konventionellem Erdöl (vgl. Abb. 5). Lässt man diese außen vor, könnte ein solcher Zeitpunkt des Peak Oils, an dem global die maximale Erdölfördermenge erreicht ist, bereits um 2020 eintreffen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Historische Entwicklung der Erdölproduktion und projizierter Produktionsverlauf; Stand: 2009

Quelle: BGR 2009, S. 15.

Es sollte aber bedacht werden, dass Prognosen zur Reichweite von Erdöl vor allem aufgrund des ständigen technischen Fortschritts bezüglich neuen Förderungstechniken kein sicheres Bild der Zukunft liefern.

2.4 Globale Verfügbarkeit von nicht-energetischen Rohstoffen am Beispiel der Seltenen Erden

Im Bereich der nicht-energetischen Rohstoffe zählen die SEE zu den meist begehrtesten natürlichen Ressourcen der Zukunft, da sie insbesondere für die Hochtechnologie eine bedeutende Rolle spielen. Sie werden zu den 14 kritischen Mineralien und Metallen gerechnet, bei denen eine etwaige Verknappung zur Hemmung des technischen Fortschritts und damit des Wirtschaftswachstums der EU führen könnte (Fraedrich 2013a, S. 5f.). Wie eingangs erwähnt, handelt es sich bei den SEE um eine Gruppe von 17 Metallen, die sehr ähnliche chemische Eigenschaften besitzen und nur zusammen in Erzlagerstätten vorkommen, was Grund dafür ist, dass sie stets gemeinsam abgebaut werden (Fraedrich 2013b, S. 42). Unterteilt werden können sie in schwere, mittlere und leichte SEE, wobei den schweren SEE ein größerer wirtschaftlicher Wert zugemessen wird als mittleren bzw. leichten SEE (Kausch et al. 2014, S. 97;102).

Das größte Problem bei der Verfügbarkeit der SEE ist nicht in erster Linie ein Mangel an Reserven selbst, sondern die Fokussierung der weltweiten Produktion auf einige wenige Länder, was durch Abbildung 6 und Tabelle 2 verdeutlicht werden soll. So konzentrierte sich 2011 die gesamte Förderung mit einem Anteil von 95,11 % auf die Volksrepublik China, was zwangsläufig eine große Abhängigkeit der anderen Konsumenten von diesem Exporteur hervorruft.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Länder mit den größten SEE-Reserven sowie größte Förderländer, 2011.

Quelle: BGR 2014b, S. 3.

Das Risiko für den Weltmarkt der SEE wird durch einen negativen Wert (-0,59 im Jahr 2011) des Länderrisikos der Volksrepublik China zusätzlich verstärkt. Dabei handelt es sich um einen von der Weltbank ermittelten Index, der der Bewertung der Regierungsführung zahlreicher Staaten dient, wobei – 2,5 der theoretisch schlechtesten Regierungsführung und + 2,5 der theoretisch besten Regierungsführung entspricht (BGR 2014b, S. 7). Hinzukommt, dass China einen Großteil der abgebauten Reserven inzwischen für die inländische Produktion beansprucht und nicht zum Export zur Verfügung stellt. Im Jahr 2012 konsumierte die Volksrepublik etwa 69 % des weltweiten Bedarfs und stand damit weit vor Japan/Süd-Ost-Asien sowie den USA mit einem Marktanteil von insgesamt 16 % (SO-Asien) bzw. 10 % (USA) (Kausch et al. 2014, S. 100f). Es ist also unumgänglich für die restliche Welt, in diesem Punkt eine Unabhängigkeit von China anzustreben, weshalb der Abbau von SEE in großen Bergwerken außerhalb Chinas, z.B. in Australien (Mount Welt) und den USA (Mountain Pass), stark vorangetrieben wird. Dadurch soll schon in naher Zukunft 90 % des weltweiten Bedarfs an leichten SEE durch Förderung von Reserven außerhalb Chinas gedeckt werden (Kausch et al. 2014, S. 98).

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Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die globale Verfügbarkeit von energetischen und nicht-energetischen Rohstoffen
Untertitel
Fallbeispiele Erdöl und Seltene Erden
Hochschule
Universität Augsburg  (Institut für Geographie)
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
17
Katalognummer
V335120
ISBN (eBook)
9783668249585
ISBN (Buch)
9783668249592
Dateigröße
1458 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rohstoffe, energetisch, nicht-energetisch, Erdöl, Seltene Erden
Arbeit zitieren
Marina Hauth (Autor), 2015, Die globale Verfügbarkeit von energetischen und nicht-energetischen Rohstoffen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335120

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