Die Entstehung von Darknets und der Zugang zu den anonymen Netzwerken


Hausarbeit, 2016

26 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Internet, Deep Web und Darknet - die Unterschiede
2.1 Das Internet
2.2 Das Deep Web
2.3 Das Darknet
2.3.1 Definition und Begriffbildung
2.3.2 Nutzen

3. Der Weg ins Hidden Web
3.1 Die verschiedenen Darknets
3.1.1 Tor
3.1.2 Freenet
3.1.3 I2P
3.2 Zugang
3.2.1 Einrichtung des Tor-Browsers
3.2.1.1 Tails
3.2.1.2 Installation
3.2.2 Risiken und Schwachstellen

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Abbildung 1: Visible Web vs. Deep Web

Abbildung 2: Logo des Tor-Browsers

Abbildung 3: Logo Freenet

Abbildung 4: Logo I2P

Abbildung 5: Abgrenzung Internet, Deep web und Dark web

Abbildung 6: Logo Tails

Abbildung 7: Screenshot des Universal USB Installers

Abbildung 8: Screenshot der Dropdown-Liste

Abbildung 9: Screenshot der Formatierungsoption

Abbildung 10: Screenshot des Menüs "Boot Tails“

Abbildung 11: Screenshot des Menüs "Tails Greeter"

Abbildung 12: Screenshot des Tail Desktops

Abbildung 13: Screenshot des Tails Installers

Abbildung 14: "Man-in-the-Middle"-Angriff

Tabelle 1: Surface- , Deep- und Dark Web

1. Einleitung

In einer Zeit, in der rund 80%1 der Deutschen das Internet nutzen und alltägliche Dinge wie das Kaufen von Produkten, Lesen von Zeitungen und Kommunikation mit Freunden online erledigen, wird die Anonymität im „world wide Web“ oftmals in Frage gestellt. Foren und Websites beschäftigen sich tagtäglich mit der Frage, wie man im Internet spurenlos surfen kann. Anonymität gibt dem Nutzer Sicherheit und das Thema „Vorratsdatenspeicherung“ ist sehr umstritten. Doch was die meisten der Internetnutzer nicht wissen, ist, dass das Internet, so wie wir es kennen, nur einen Bruchteil der vernetzten und globalisierten Welt ausmacht.

In dieser Seminararbeit sollen die Begriffe Deep Web und vor allem das Darknet näher gebracht werden. Die Komplexität des zu Deutsch „Schattennetztes“ soll veranschaulicht werden und dem Leser somit Vor- und Nachteile nachvollziehbar dargelegt werden. Diese Arbeit stützt sich in erster Linie auf die Differenzierung der schon genannten Begriffe, auf deren Entstehung sowie im Hauptteil auf den Zugang in ein Darknet. Hierfür wird eine Schritt-für-Schritt Anleitung vorgelegt, welche der Leser gegebenenfalls auch befolgen kann und sich so seinen eigenen Zugang in die Parallelwelt des Internets erstellen kann. Es soll gezeigt werden, wie einfach es ist, in diese komplett anonymisierte Welt einzutauchen.

Über die verschiedensten Möglichkeiten, die sich durch Darknets ergeben, soll nur am Rande informiert werden, da vor allem die vielseitigen, oftmals illegalen, Geschäftsmöglichkeiten zu komplex für diese Arbeit wären.

2. Internet, Deep Web und Darknet - die Unterschiede

2.1 Das Internet

Das Internet dürfte im 21. Jahrhundert zwar schon jedem ein Begriff sein, jedoch ist wohl nicht allen geläufig, wie dieses außerordentliche „Menschenabenteuer“2 überhaupt entstanden ist und wo die Ursprünge dieses technologischen Fortschritts liegen. Die Geschichte des Internets beleuchtet die Fähigkeit der Menschen, über institutionelle vorgegebene Ziele hinaus zu gehen, bürokratische Hindernisse zu überwinden, etablierte Werte in einem Prozess zu hinterfragen, durch den eine neue Welt im Entstehen ist. Sie stützt auch die Annahme, dass Kooperation und Informationsfreiheit der Innovation zuträglicher sind als Konkurrenz und Eigentumsrechte.3 Diese Art Geschichte soll hier aber gar nicht weiter erzählt werden, vielmehr geht es um die technologischen Meilensteine, die dieses Netzwerk geschaffen haben. Angefangen bei der Vernetzung von mehreren US-amerikanischen Forschungseinrichtungen durch das US-Verteidigungsministerium wurde das sogenannte ARPA-NET 1969 ins Leben gerufen. Vier Jahre später dehnte sich das Netzwerk schon international aus; Knotenpunkte entstehen in Norwegen und England. Durch die Entwicklung des Übertragungssteuerungsprotokolls TCP 1974 nahm das Internet allmählich Gestalt an, denn nun konnten User aus unterschiedlichen Netzen miteinander kommunizieren. Nach dem Markteintritt des ersten Personal Computer 5150 stellt IBM die Weichen für ein Internet, so wie wir es heute kennen und zwei Jahre später, 1983, wird in Deutschland schon die erste E- Mail empfangen. Erst 1990 wird ARPA-NET kommerziell freigegeben und machte damit den Weg für weitere Entwicklungsschritte frei. So wurden in den folgenden 15 Jahren Unternehmen wie Google, Facebook, Amazon und viele weitere Giganten gegründet, Apple brachte das Iphone auf den Markt, um somit das Zeitalter des mobilen Internets einzuleiten.4

Um die Masse der rund eine Milliarde5bestehenden Internetseiten zu überblicken, unterstützen Suchmaschinenbetreiber wie google, yahoo, oder bing den Nutzer bei der gezielten Suche nach Themen via Schlagwörter. Die Suchmaschinen überblicken dabei jedoch lediglich die sogenannten „indizierten Websites“. Dies bezeichnet Seiten, die von einer Suchmaschine in den Datenbestand (Index) aufgenommen wurden. Die Indexierung (oft auch "Indizierung") einer Webseite ist die Grundvoraussetzung, dass diese Seite überhaupt in einer Suchmaschine gefunden werden kann.6 Die Summe dieser indexierten Seiten wird demzufolge als das Internet oder auch „Surface“-, „Clear“-, oder „Visible“-Web verstanden.

2.2 Das Deep Web

Im Gegensatz zum Internet, oder besser Surface Web, sind Seiten des Deep Web nicht indiziert und können somit nicht vom Nutzer gefunden werden. Das zu Deutsch „unsichtbare Internet“ wird auf mindestens 500mal größer als das zugängliche, sichtbare, indizierte Internet geschätzt.7Die Erfassung von Inhalten durch Suchmaschinen kann aus verschiedenen Gründen scheitern: Inhalte sind für Suchmaschinen explizit gesperrt, sind nicht verlinkt, befinden sich in Datenbanken oder bestehen aus nicht erfassbaren Dateitypen.8

Das Deep Web, oder auch Hidden Web genannt, kann nach Sherman & Price (2001) in fünf Teilen unterschieden werden: „Opaque Web“ (undurchsichtiges Web), „Private Web“ (privates Web), „Proprietary Web“ (Eigentümer-Web), „Invisible Web“ (unsichtbares Web) und „Truly invisible Web“ (tatsächlich unsichtbares Web).9

Das Opaque Web (engl. opaque zu dt.: undurchsichtig) sind Webseiten, die indexiert werden könnten, zurzeit aber aus Gründen der technischen Leistungsfähigkeit oder Aufwand-Nutzen-Relation nicht indexiert werden (Suchtiefe, Besuchsfrequenz). Suchmaschinen berücksichtigen nicht alle Verzeichnisebenen und Unterseiten einer Website. Beim Erfassen von Webseiten steuern Webcrawler über Links zu den folgenden Webseiten. Webcrawler selbst können nicht navigieren, sich sogar in tiefen Verzeichnisstrukturen verlaufen, Seiten nicht erfassen und nicht zurück zur Startseite finden. Aus diesem Grund berücksichtigen Suchmaschinen oft höchstens fünf oder sechs Verzeichnisebenen. Umfangreiche und somit relevante Dokumente können in tieferen Hierarchieebenen liegen und wegen der beschränkten Erschließungstiefe von Suchmaschinen nicht gefunden werden. Dazu kommen Dateiformate, die nur teilweise erfasst werden können (zum Beispiel PDF-Dateien, Google indexiert nur einen Teil einer PDF-Datei und stellt den Inhalt als HTML zur Verfügung). Es besteht eine Abhängigkeit von der Häufigkeit der Indexierung einer Webseite (täglich, monatlich). Außerdem sind ständig aktualisierte Datenbestände, wie Online-Messdaten, betroffen. Webseiten ohne Hyperlinks oder Navigationssystem, unverlinkte Webseiten, Einsiedler-URLs oder Orphan-Seiten (orphan engl. für Waise) fallen ebenfalls darunter.

Das Private Web beschreibt Webseiten, die indexiert werden könnten, aber auf Grund von Zugangsbeschränkungen des Webmasters nicht indexiert werden. Dies können Webseiten im Intranet (interne Webseiten) sein, aber auch passwortgeschützte Daten (Registrierung und evtl. Passwort und Login), Zugang nur für bestimmte IP-Adressen, Schutz vor einer Indexierung durch den Robots Exclusion Standard oder Schutz vor einer Indexierung durch die Meta-Tag-Werte noindex, nofollow und noimageindex im Quelltext der Webseite.

Mit Proprietary Web sind Webseiten gemeint, die ebenfalls indexiert werden könnten, allerdings nur nach Anerkennung einer Nutzungsbedingung oder durch die Eingabe eines Passwortes zugänglich sind (kostenlos oder kostenpflichtig). Derartige Webseiten sind üblicherweise erst nach einer Identifizierung (Webbasierte Fachdatenbanken) abrufbar.

Unter das Invisible Web fallen Webseiten, die rein technisch gesehen indexiert werden könnten, jedoch aus kaufmännischen oder strategischen Gründen nicht indexiert werden - wie zum Beispiel Datenbanken mit einem Webformular.

Mit Truly Invisible Web werden Webseiten bezeichnet, die aus technischen Gründen (noch) nicht indexiert werden können. Das können Datenbankformate sein, die vor dem WWW entstanden sind (einige Hosts), Dokumente, die nicht direkt im Browser angezeigt werden können, Nicht-Standardformate (zum Beispiel Flash), genauso wie Dateiformate, die aufgrund ihrer Komplexität nicht erfasst werden können (Grafikformate). Dazu kommen komprimierte Daten oder Webseiten, die nur über eine Benutzernavigation, die Grafiken (Image Maps) oder Skripte (Frames) benutzt, zu bedienen sind. 10

Oftmals wird in Artikeln, auf Internetseiten oder manchmal sogar in der Literatur „Deep Web“ als Synonym für „Darknet“ benutzt. Weshalb diese Gleichstellung nicht korrekt ist, sollte dem Leser im Anschluss des Kapitels 2 klar ersichtlich sein.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Visible Web indiziert und das Deep Web nicht indiziert ist, woraus folgt, dass alles, was der Nutzer im Netz mit Suchmaschinen finden kann, nur einen Bruchteil an Datenmengen darstellt. Ähnlich wie bei einem Eisberg sieht man also nur die Spitze und kann die Größe, welche noch in der Tiefe verborgen liegt, nur erahnen (siehe Abbildung 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Visible Web vs. Deep Web

2.3 Das Darknet

2.3.1 Definition und Begriffbildung

Das Darknet oder auch auch Dark-, bzw. Hidden Web ist nicht nur nicht indiziert, sondern ist einem potenziellen Nutzer versperrt und nicht ohne spezielle Software zugänglich (vgl. Tabelle 1).11Das Darknet entspricht also einem kleinen Teil des Deep Webs, auch wenn beide Begriffe oftmals fälschlicherweise synonym gebraucht werden.12

Der Begriff Darknet wird also sowohl für ein einzelnes privates Netzwerk verwendet, als auch für einen Sammelabschnitt des Internet-Adressraums, der in dieser Art konfiguriert wurde. Technisch ist das Darknet eine Variante eines Virtual Private Networks (VPN), das um zusätzliche Maßnahmen erweitert wird, um sicherzustellen, dass das Netzwerk und die IP-Adressen der Mitglieder nicht entdeckt werden. Das Ziel ist nicht nur, die Kommunikation als solche zu verbergen, sondern generell die Tatsache, dass Informationen ausgetauscht werden. Die Mitglieder nutzen es mit der Erwartung, dass sie Informationen und/oder Dateien teilen können und dabei nur ein geringes Risiko besteht, entdeckt zu werden. Beispiele für populäre Darknets sind Tor (The Onion Router), Freenet und I2P. Solche Netzwerke arbeiten typischerweise dezentral und leiten den Datenverkehr durch ein weit verteiltes System von Servern, die oftmals von Freiwilligen zur Verfügung gestellt werden. Dieses komplexe System der Datenverteilung macht es schwer, die Kommunikation zu überwachen.13

[...]


1(Statista, 2016)

2(Castells, 2005, S. 19)

3(Castells, 2005, S. 20)

4(Tele2, 2016)

5(Statista, 2016)

6(Lexikon-Suchpotimierung, 2016)

7(Weilenmann, 2012)

8(Lexikon-Suchoptimierung, 2016)

9(Sherman & Price, 2001)

10(Sherman & Price, 2001)

11(Egan, 2015)

12(Greenberg, 2014)

13(Rouse, 2014)

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Die Entstehung von Darknets und der Zugang zu den anonymen Netzwerken
Autor
Jahr
2016
Seiten
26
Katalognummer
V335166
ISBN (eBook)
9783668299689
ISBN (Buch)
9783668299696
Dateigröße
1261 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
entstehung, darknets, zugang, netzwerken
Arbeit zitieren
Alexander Weikert (Autor), 2016, Die Entstehung von Darknets und der Zugang zu den anonymen Netzwerken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335166

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