Im Mittelpunkt aller Überlegungen und Theorien Marx´ steht sein Verständnis der menschlichen Arbeit und die Bedeutung, die Veränderungen in der Produktionsweise auf den Menschen haben. Diese zentrale Stellung der menschlichen Arbeit lässt sich schwer nachvollziehen, wenn man das Menschenbild Marx nicht kennt, und ein Verständnis ist nahezu unmöglich, wenn man das Menschenbild Marx mit dem der Realkommunisten verwechselt.
In der vorliegenden Arbeit befasse ich mich also mit der Frage, ob sich anhand des Menschenbildes von Marx erkennen lässt, warum er die menschliche Arbeit als zentrale Kategorie in allen seinen Werken behandelt. Dabei werde ich zuerst das Menschenbild selbst erläutern und dabei speziell auf die konstanten und relativen Triebe des Menschen und die menschlichen Bedürfnisse und Fähigkeiten eingehen. Danach werde ich mich Marx´ Konzept der Arbeit widmen und hierbei nach einer einführenden Begriffserläuterung das durch die Arbeit bestimmte Verhältnis des Menschen zur Natur und die Arbeit im kapitalistischen System darstellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Menschenbild Marx´
2.1 Konstante und relative Triebe
2.2 Menschliche Bedürfnisse und Fähigkeiten
2.3 Zusammenfassung
3. Das Konzept der menschlichen Arbeit
3.1 Menschliche Produktivität
3.2 Mensch, Natur und Arbeit
3.3 Kapitalismus und Arbeit
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung der Arbeit in der Theorie von Karl Marx unter Berücksichtigung seines spezifischen Menschenbildes. Ziel ist es aufzuzeigen, wie Marx' anthropologische Annahmen über konstante und relative Triebe sowie menschliche Bedürfnisse das Verständnis von Arbeit als notwendigen Akt der Selbstverwirklichung und Weltaneignung begründen und warum er den Kapitalismus als entfremdenden Prozess kritisiert.
- Das Menschenbild bei Marx (konstante vs. relative Triebe)
- Menschliche Bedürfnisse und Fähigkeiten als Grundlage für Selbstbestimmung
- Die Rolle der menschlichen Arbeit als Akt der Selbsterschaffung
- Die Kritik an der Entfremdung im kapitalistischen Produktionsprozess
- Zusammenhang zwischen Produktionsweise und menschlicher Natur
Auszug aus dem Buch
3.3 Kapitalismus und Arbeit
Im Kapitalismus ist die Arbeit nicht mehr Teil des Menschen, weil der Mensch nicht mehr über das von ihm angefertigte Produkt bestimmen kann (vgl. Kunz 1997: 29). Er arbeitet, um Geld zu verdienen, und nicht, um seine eigene Erfüllung in der Arbeit zu finden. Dies führt dazu, dass er sich „in seiner Arbeit nicht mehr bejaht, sondern verneint, nicht wohl, sondern unglücklich fühlt, keine freie physische und geistige Energie entwickelt, sondern seine Physis abkasteit und seinen Geist ruiniert“ (Karl Marx, zitiert nach Fromm 1988: 52). Sowohl die Arbeit als auch ihr Produkt werden so als fremd und übermächtig empfunden, der Mensch wird sich selbst und dass ihm seine Umgebung fremd und ist weder ein Teil von ihr noch seiner selbst. Das Prinzip der Arbeit wird soweit pervertiert, bis „der Arbeiter für den Produktionsprozeß, nicht der Produktionsprozeß für den Arbeiter da ist“ (Karl Marx, zitiert nach Fromm 1988: 52), bis also der Selbstzweck der Arbeit verloren gegangen ist und nur der volkswirtschaftliche Nutzen bestehen bleibt. Die Kritik Marx´ am kapitalistischen System und der Ausbeutung der Arbeiter bezieht sich so nicht primär auf deren schlechte Entlohnung, sondern vielmehr darauf, dass die Arbeit an sich erzwungen und unfrei ist (vgl. Sauermann 1993: 120). Somit bleibt dem Arbeiter versagt, sich selbst im eigentlichen Sinne des Wortes produktiv zu betätigen, in seiner Arbeit also einen Selbstzweck auf dem Weg zur Selbstverwirklichung zu finden und somit glücklich zu werden (vgl. Fromm 1988: 48 und Osterkamp 1993: 9).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die zentrale Stellung der Arbeit in Marx' Werken und stellt die Forschungsfrage nach dem Zusammenhang zwischen seinem Menschenbild und dem Konzept der produktiven Arbeit.
2. Das Menschenbild Marx´: Dieses Kapitel analysiert Marx' Differenzierung zwischen konstanten und relativen Trieben sowie menschlichen Bedürfnissen, die den Charakter des Menschen in Abhängigkeit von sozialen Strukturen formen.
3. Das Konzept der menschlichen Arbeit: Das Kapitel erläutert die Bedeutung der Produktivität für die Selbstverwirklichung, das Verhältnis von Mensch und Natur durch Arbeit sowie die Entfremdung im kapitalistischen System.
4. Zusammenfassung: Das Fazit resümiert, dass Marx den Menschen als arbeitendes Wesen begreift und seine Kapitalismuskritik maßgeblich auf der Befreiung des Individuums aus fremdbestimmten Verhältnissen aufbaut.
Schlüsselwörter
Karl Marx, Menschenbild, menschliche Arbeit, Produktivität, Entfremdung, Selbstverwirklichung, Kapitalismus, konstante Triebe, relative Triebe, Bedürfnisstruktur, Selbstbestimmung, politische Ökonomie, Anthropologie, Produktionsweise, Selbsterschaffung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das marxsche Verständnis der menschlichen Arbeit und dessen enge Verknüpfung mit dem Menschenbild des Autors.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die anthropologischen Grundlagen (Triebe und Bedürfnisse) bei Marx, das Konzept der Produktivität und die Kritik an der Arbeitsentfremdung im Kapitalismus.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es soll ergründet werden, warum Marx die Arbeit als zentrale Kategorie in seinem gesamten Werk betrachtet und wie dies aus seinem Menschenbild ableitbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse und Interpretation marxistischer Texte sowie den Vergleich mit einschlägiger Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Triebstruktur, der menschlichen Bedürfnisse sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der produktiven Arbeit und der kapitalistischen Entfremdung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Menschenbild, Entfremdung, Produktivität, Selbstverwirklichung und das marxsche Konzept der Arbeit.
Wie unterscheidet Marx zwischen konstanten und relativen Trieben?
Konstante Triebe sind dem Menschen unter allen Umständen eigen (z.B. Bedürfnis nach Gemeinschaft), während relative Triebe durch die spezifische soziale und historische Ordnung geprägt werden.
Warum sieht Marx den Kapitalismus als pervertiertes System an?
Da der Arbeiter keinen Einfluss auf das Produkt hat, wird die Arbeit vom Selbstzweck zur erzwungenen Tätigkeit, was den Menschen in seiner Entfaltung hindert und entfremdet.
- Arbeit zitieren
- Marion Klotz (Autor:in), 2004, Das Menschenbild Marx´ und seine Relevanz für das Konzept der menschlichen Arbeit in Marx´ ökonomischer Theorie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33542