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Armut in deutschen Großstädten

Title: Armut in deutschen Großstädten

Term Paper , 2001 , 21 Pages , Grade: gut

Autor:in: Fabian Schürmann (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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In Deutschland existieren große Mengen an privaten Vermögen und das Land gilt als eine der führenden Wirtschaftsnationen. Die Börse boomt - Aktienkauf ist schon fast zum Volkssport geworden und alle Aktiengesellschaften versprechen riesige Wachstumsmärkte und damit auch hohe Kurssteigerungen. Selbst mit Aktien von Gesellschaften, die noch keinen Gewinn erwirtschaftet haben, lassen sich große Gewinne erzielen. Einige Medien wollen einem fast schon suggerieren, dass man selber Schuld ist, wenn man noch nicht reich ist, da man an der Börse doch ganz schnell sein Kapital vermehren kann.

Wie sich die Wissenschaft, speziell die Soziologie mit diesem Thema seit dem Ende des zweiten Weltkrieges auseinander gesetzt hat, soll im ersten Abschnitt dieser Arbeit behandelt werden. Dabei wird sich zeigen, dass die Euphorie des Wirtschaftswunders den Blick auf die Armutsproblematik behindert hat. Lange Zeit ging man davon aus, dass alle Schichten relativ gleichmäßig vom steigenden gesellschaftlichen Wohlstand profitieren. Als sich anbahnte, dass diese Hoffnung nicht erfüllt werden würde, begann man neue Konzepte für die Messung von Armut zu entwickeln; teilweise besann man sich dabei auch auf ältere, schon existierende Konzepte, die weiterentwickelt wurden. Dieser Vorgang wird im Kapitel "Definitionen von Armut" näher beleuchtet.

Daran anschließend sollen diese Ergebnisse auf das Thema Stadt übertragen werden. Als erstes werde ich dabei eine mehr deskriptiv gehaltene Erläuterung geben, wie Armut in Städten und Armut von Städten festgestellt werden kann. Dabei spielen die Faktoren Arbeitslosigkeit, Sozialhilfe und Verschuldung die wesentlichen Rollen.

Der Frage, ob man die dadurch festgestellte "Armut im Wohlstand" auch durch die von Jens Dangschat formulierte These "Armut durch Wohlstand" ersetzen, bzw. erweitern kann, werde ich im Anschluss nachgehen.

Als Letztes soll dann noch mal den Folgen der zunehmenden Armut für die Stadtplanung und Gestaltung nachgegangen werden. Befinden wir uns in einer Entwicklung, in der sich Stadtviertel immer mehr voneinander abgrenzen? In der sich die Wohnviertel der "Reichen" durch private Sicherheitsdienste und Videoüberwachung immer mehr abschotten, während auf der anderen Seite ghettoähnliche Viertel entstehen, in denen sich Armut, Kriminalität und Drogen ausbreiten? Überlegungen dazu sind im Kapitel ,,Die räumliche Konzentration von Armut" zusammengefasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1 Die deutsche Armutsforschung

2 Definitionen von Armut

2.1 Absolute und relative Armut

2.2 Der Ressourcenansatz

2.3 Der Lebenslagenansatz

3. Armut in Städten

3.1 Arbeitslosigkeit

3.2 Sozialhilfedichte

3.3 Ausgaben für Sozialhilfe

3.4 Kommunale Verschuldung

4 Ursachen der Armut in Städten

5 Die räumliche Konzentration von Armut

6 Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Armut in deutschen Großstädten und hinterfragt, inwiefern die zunehmende ökonomische Polarisierung und städtische Standortpolitik zur Verfestigung von Armut beitragen. Ziel ist es, die soziologische Einordnung von Armutskonzepten mit empirischen Indikatoren der Stadtentwicklung zu verknüpfen und die Folgen der räumlichen Segregation zu beleuchten.

  • Historische Entwicklung der deutschen Armutsforschung seit 1945
  • Vergleich und Anwendung soziologischer Armutsdefinitionen (Ressourcen- vs. Lebenslagenansatz)
  • Analyse städtischer Indikatoren wie Arbeitslosigkeit, Sozialhilfedichte und Verschuldung
  • Zusammenhang zwischen Globalisierung, ökonomischem Strukturwandel und lokaler Armutsbildung
  • Mechanismen räumlicher Segregation und deren Auswirkung auf soziale Ausgrenzung

Auszug aus dem Buch

Die räumliche Konzentration von Armut

Die oben erwähnten Polarisierungstendenzen in der Sozialstruktur (hochqualifizierte Großverdiener versus Geringverdiener und auf staatliche Transfer angewiesene Menschen) führen auch zu unterschiedlichen Möglichkeiten der Raumaneignung. Es kommt ebenfalls zu einer wachsenden Polarisierung von Stadtgebieten. Die Bewohner wohlhabender Wohngebiete werden noch reicher, während sich die Gebiete mit Bewohnern mit geringen Einkommen ausweiten und noch weiter verarmen. Für die Stadt Hamburg zeigt dies z. B. Alisch sehr anschaulich (1998, S. 125-140).

Die räumliche Ausgrenzung armer Bevölkerungsteile in ,,Problemgebiete", die sich leicht zu ,,sozialen Brennpunkten" entwickeln können, kann mit Hilfe der Segregationsforschung näher beleuchtet werden.

,,Segregation bezeichnet allgemein die ungleiche Verteilung von Einheiten (z. B. soziale Gruppen...) im Raum" (Friedrich 1999, S. 271) und ist ,,das Ergebnis sozialer Ungleichheit, d. h. ungleicher Chancen und Präferenzen einzelner Bevölkerungsgruppen" (Friedrichs 1995, S. 79).

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Einführung in die Problemstellung, die Diskrepanz zwischen wirtschaftlichem Wohlstand und sichtbarer Armut in Großstädten sowie Darlegung des geplanten Vorgehens.

1 Die deutsche Armutsforschung: Analyse der soziologischen Auseinandersetzung mit Armut seit dem Zweiten Weltkrieg, insbesondere der Wandel von der "Volksarmut" zur "neuen Armut".

2 Definitionen von Armut: Theoretische Abgrenzung der Konzepte von absoluter und relativer Armut sowie Differenzierung zwischen Ressourcen- und Lebenslagenansatz.

3. Armut in Städten: Untersuchung der Messbarkeit von Armut in Städten durch Indikatoren wie Arbeitslosenquoten, Sozialhilfedichte und kommunale Haushaltssituation.

4 Ursachen der Armut in Städten: Darstellung des Einflusses globaler ökonomischer Umstrukturierungen und des Strukturwandels auf die lokale Beschäftigungssituation.

5 Die räumliche Konzentration von Armut: Erörterung der Mechanismen von Segregation und deren Auswirkungen auf die soziale Ausgrenzung in urbanen Räumen.

6 Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse, Bestätigung der These der Armut im Wohlstand und Plädoyer für einen stärkeren Diskurs über soziale Folgen der Stadtpolitik.

Schlüsselwörter

Armut, Großstädte, Sozialhilfe, Ressourcenansatz, Lebenslagenansatz, Segregation, soziale Ausgrenzung, Arbeitslosigkeit, ökonomische Polarisierung, Stadtplanung, Wohlstand, Globalisierung, soziale Ungleichheit, Armutsforschung, Strukturwandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Armut in deutschen Großstädten und wie sich diese in einem ansonsten als wohlhabend geltenden Land manifestiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die wissenschaftliche Definition von Armut, die Rolle der Arbeitslosigkeit, städtische Sozialausgaben sowie Prozesse der sozialen und räumlichen Segregation.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich durch den ökonomischen Strukturwandel und die Globalisierung Armut in städtischen Gebieten konzentriert und verfestigt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine deskriptive Auswertung bestehender Statistiken und eine theoretische Aufarbeitung soziologischer Konzepte der Armuts- und Stadtforschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Indikatoren wie Arbeitslosenquoten und Sozialhilfedichten sowie die Ursachen hinter der räumlichen Konzentration von einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie soziale Segregation, Armut im Wohlstand, Strukturwandel, Ressourcenansatz und Großstadtentwicklung charakterisieren.

Wie bewertet der Autor den Einfluss der städtischen Wirtschaftspolitik?

Der Autor kritisiert, dass eine rein auf marktwirtschaftliche Standortpolitik fokussierte Strategie der Städte den sozialen Ausgleich vernachlässigt und so zur Verschärfung sozialer Konflikte beiträgt.

Was versteht man in diesem Kontext unter "Bumerang-Effekt"?

Damit ist gemeint, dass Kürzungen im sozialen Bereich, die zur Haushaltssanierung gedacht sind, die soziale Lage der Betroffenen verschlechtern und langfristig durch Folgekosten zu noch höheren Belastungen für die Kommunen führen können.

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Details

Title
Armut in deutschen Großstädten
College
University of Lüneburg  (Institut für Soziologie)
Course
Allg. Soziologie: Stadt und Sozialstruktur
Grade
gut
Author
Fabian Schürmann (Author)
Publication Year
2001
Pages
21
Catalog Number
V3355
ISBN (eBook)
9783638120562
ISBN (Book)
9783638756280
Language
German
Tags
Armut Großstädten Allg Soziologie Stadt Sozialstruktur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fabian Schürmann (Author), 2001, Armut in deutschen Großstädten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3355
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