In der Hausarbeit wird die Frage geklärt, inwieweit die Utopien die asozialen Gefühle und Emotionen bekämpfen wollen, um somit die tugendhaften Gefühle und Emotionen zu fördern. Zu Beginn werden die Hauptthesen aus der Lektüre „Utopia“ von Thomas Morus argumentativ und strukturiert dargelegt.
Anlehnend daran werden die wesentlichen Thesen des Werkes „Sonnenstaat“ von Tommaso Campanella ausführlich erläutert. Nachfolgend findet eine Gegenüberstellung der Romane statt, indem die Inhalte und Standpunkte miteinander verglichen und mögliche Unterschiede erörtert werden. Darüber hinaus werden ebenso auch die Annahmen aus den Romanen „Neu- Atlantis“, „Aus der neuen Liebeswelt“, und „Anarchie, Staat, Utopie“ summarisch dargestellt und mit „Utopia“ und „Sonnenstadt“ zum Vergleich herangezogen.
Auch ein Einblick in die Sekundärliteratur wird gegeben um noch einmal zu vertiefen, wodurch die Utopien ihre Ziele zum Ausdruck bringen wollen. Zum Ende der Hausarbeit werden die diskutierten Positionen noch einmal aufgegriffen und mit einem schlüssigen Fazit abgeschlossen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Analyse der Hauptthesen
2.1 Thomas Morus – Utopia
2.2 Tommaso Campanella – Sonnenstadt
3. Analyse der Argumentationsstruktur – „Utopia“ und „Sonnenstadt“
4. Diskussion der Argumente und verschiedenen Positionen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht die philosophische Fragestellung, inwieweit klassische Utopien Strategien entwickeln, um asoziale Emotionen und Gefühle systematisch zu bekämpfen und gleichzeitig ein tugendhaftes gesellschaftliches Miteinander zu fördern.
- Analyse utopischer Gesellschaftsentwürfe als geschlossene Systeme
- Vergleich von Regulierungsmechanismen bei Thomas Morus und Tommaso Campanella
- Rolle von Arbeit, Eigentumsverzicht und Bildung bei der Charakterbildung
- Diskussion moderner Gegenentwürfe und utopiekritischer Ansätze
Auszug aus dem Buch
2.1 Thomas Morus – Utopia
Das „Zweite Buch“ des Romans „Utopia“ von Thomas Morus, das im Folgenden untersucht wird, handelt von einer Rede des Raphaels Hythlodeus über die beste Staatsverfassung. Er beschreibt das Leben der Utopier auf einer Insel. Dieses Buch soll also zum Ausdruck bringen, welche Gesichtspunkte zu einem geordneten und gerechten Staat und somit auch zu einem rechtmäßigeren Leben in der Gesellschaft beitragen. „Utopia“ soll demnach die Abwendung von einem unkultivierten und rohen Volksstamm und die Hinwendung zur Gesittung verdeutlichen. Morus stellt in seinem Werk dar, dass es sich um eine geschützte Gesellschaft, also um ein geschlossenes System handelt. Besonders der Umgang und die Regeln dieser Gesellschaft in Bezug auf Natur, Arbeit, Krieg, Sklaven, politischen und wirtschaftlichen Strukturen, Emotionen, Eheschließungen, Bildung, Krankheiten, Moral und Religion(en) werden veranschaulicht. Die strengen Regeln dienen der stabilen Erreichung des Zwecks zum höchsten Glück. Um die Hauptthesen von Thomas Morus zum Ausdruck zu bringen, sollte speziell auf die Frage eingegangen werden, wie die Utopier in „Utopia“ die asozialen Gefühle und Emotionen zu bekämpfen versuchen, um die tugendhaften Gefühle und Emotionen zu fördern und durch welche Aspekte sie dies demonstrieren.
Im Hinblick auf die beruflichen Tätigkeiten wird festgestellt, dass Morus die Gleichheit aber parallel auch die Freiheit der Utopier in Bezug auf die Arbeitsverhältnisse aufzeigt. Er stützt die These indem er darlegt, dass jeder, sowohl Männer als auch Frauen zeitweilig in der Landwirtschaft arbeiten, da die Landwirtschaft allen dient. Die ausgeführten Arbeiten zielen oftmals zu überschüssigen Erzeugnissen hin. Diese werden an Nachbarn weitergegeben. Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit sind also signifikante Eigenschaften für eine friedliche Gesellschaft. Frauen und Männer tragen jeweils die gleiche Kleidung, damit kein Neid aufkommt. Der Zweck besteht darin, dass jeder genügend für ein bescheidendes Leben hat und Ungerechtigkeiten völlig verbannt werden. Der Vorsteher, genannt Syphogrant sorgt dafür, dass jeder seiner Arbeit nachgeht und die arbeiten rechtmäßig und fleißig ausgeführt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die zentrale Forschungsfrage ein, die untersucht, wie Utopien durch die Bekämpfung asozialer Emotionen tugendhaftes Handeln fördern wollen.
2. Analyse der Hauptthesen: Hier werden die zentralen gesellschaftlichen Entwürfe von Thomas Morus („Utopia“) und Tommaso Campanella („Sonnenstadt“) detailliert vorgestellt und hinsichtlich ihrer ordnungspolitischen Maßnahmen erläutert.
3. Analyse der Argumentationsstruktur – „Utopia“ und „Sonnenstadt“: Dieses Kapitel vergleicht die Gemeinsamkeiten und Widersprüche beider Werke, insbesondere in Bezug auf Arbeitsethik, Bildung und den Stellenwert von Privateigentum.
4. Diskussion der Argumente und verschiedenen Positionen: Eine kritische Auseinandersetzung mit weiteren utopischen bzw. staatstheoretischen Ansätzen wie denen von Francis Bacon, Robert Nozik und Charles Fourier.
5. Fazit: Das Fazit resümiert die wesentlichen Erkenntnisse über die Förderung tugendhafter Gefühle und reflektiert die Stärken sowie kritischen Schwachstellen der betrachteten utopischen Gesellschaftskonzepte.
Schlüsselwörter
Utopie, Dystopie, Thomas Morus, Tommaso Campanella, Tugend, Emotionen, Staatsverfassung, Privateigentum, Gleichheit, Gesellschaftsordnung, Gemeinschaft, Arbeitsverhältnisse, Moral, Gerechtigkeit, Staatsführung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die philosophischen Ansätze klassischer Utopien, mit denen diese gesellschaftliche Instabilität durch die Regulierung von Emotionen und die Förderung tugendhafter Verhaltensweisen zu verhindern suchen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Rolle von Eigentum, Arbeit, Bildung und sozialen Konventionen in utopischen Staatsmodellen sowie deren Einfluss auf die menschliche Psyche.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu analysieren, durch welche Mechanismen Utopien „asoziale“ Gefühle wie Eifersucht oder Habgier neutralisieren und stattdessen ein stabiles, glückliches Zusammenleben ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine textanalytische Gegenüberstellung und vergleichende Untersuchung primärer utopischer Schriften in Verbindung mit sekundärliterarischen Ansätzen angewandt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Werke von Morus und Campanella, deren systematischen Vergleich sowie die kritische Diskussion weiterer utopischer Entwürfe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Utopie, Tugend, Emotionen, Gesellschaftsordnung, Gleichheit und Moral bilden den inhaltlichen Kern der Arbeit.
Wie bewerten die Utopien den Einfluss von Privateigentum?
Sowohl „Utopia“ als auch „Sonnenstadt“ sehen im Privateigentum einen Ursprung für Missgunst und Habgier und fordern dessen Abschaffung, um Gleichheit und soziale Harmonie zu erreichen.
Welche Rolle spielt die Religion in den untersuchten Gesellschaften?
Religion wird meist als ordnungsstiftendes Element genutzt, um durch die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod und die Furcht vor göttlicher Strafe tugendhaftes Handeln im Diesseits zu stärken.
Warum wird im „Sonnenstadt“-Modell Kritik an der jährlichen Beichte geübt?
Die Autorin weist darauf hin, dass die Beichtpraxis Asymmetrien aufweist, da beispielsweise nur von der Ehefrau eine Beichte beim Ehemann verlangt wird, was der propagierten Gleichberechtigung widerspricht.
- Arbeit zitieren
- Iris Gutsche (Autor:in), 2015, Utopien und Dystopien. Wie wollen die Utopien die asozialen Gefühle bekämpfen und die tugendhaften Emotionen fördern?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336361