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Public Choice Theorie

Titel: Public Choice Theorie

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 19 Seiten , Note: 1.3

Autor:in: Christian Heinen (Autor:in)

VWL - Mikroökonomie, allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ökonomische Theorien der Politik sind Theorien, die das entscheidungslogische Instrumentarium der modernen Wirtschaftstheorie zur Erklärung politischer Strukturen und Prozesse sowie der wechselseitigen Abhängigkeit von Wirtschaft und Politik anwenden. Die Public Choice Theory (Neue politische Ökonomie) basiert auf dem Prinzip des methodologischen Individualismus, demzufolge Aussagen über soziale, ökonomische oder politische Strukturen und Prozesse aus Aussagen über individuelles Verhalten ableitbar sind (vgl. Esser 1984, S. 667ff.). Die grundlegenden Annahmen der ökonomischen Theorien der Politik sind deshalb, ebenso wie die der ökonomischen Theorie im allgemeinen, Annahmen über individuelles Verhalten. Zentrales Axiom ist das Rationalitätsprinzip, welches postuliert, dass Individuen in einer gegebenen Situation immer diejenige Verhaltensalternative wählen, von der sie den größten Nutzen erwarten, oder die bei nicht unterscheidbarem Nutzen mit den geringsten Kosten verbunden ist. Zusätzlich werden Annahmen über die Strukturen individueller Präferenzen postuliert, die davon ausgehen, dass Individuen in der Lage seien ihre Wünsche und Ansprüche konsistent zu ordnen und Verhaltensalternativen entsprechend dieser Präferenzordnung zu bewerten. Das Rationalitätsprinzip und die ergänzenden Annahmen über individuelle Präferenzstrukturen beschreiben eine einfache abstrakte Theorie individuellen Verhaltens. Diese Theorie wird im Rahmen einer Konzeption sozialen Tausches zur Erklärung sozialer Strukturen und Prozesse angewandt. Gemäß dieser Konzeption können soziale Beziehungen als ein Austausch von materiellen und immateriellen Gütern und Dienstleistungen interpretiert werden (Becker 1992, S. 5ff.).

Die ökonomische Analyse politischer Entscheidungen hat zwei gleichermaßen wichtige Zielsetzungen. Die normative Analyse der ökonomischen Theorie der Politik ist eng mit der Wohlfahrtstheorie verknüpft. Diese beschäftigt sich mit der Thematik, was für eine Gesellschaft insgesamt gut wäre. In vielen Bereichen der Ökonomik wird dazu eine „soziale Wohlfahrtsfunktion“ mit „gesellschaftlichen Indifferenzkurven“ verwendet (vgl. Frey 1995, S. 343ff.). Dies wirft das Problem auf, wie man derartige soziale Präferenzen aus den individuellen Präferenzfunktionen der Gesellschaftsmitglieder gewinnen kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundansätze der ökonomischen Theorie der Politik

2.1 Das Unmöglichkeitstheorem

2.2 Logik des kollektiven Handelns

2.3 Die budgetmaximierende Demokratie

3. Wählerverhalten

3.1 Das Modell des rationalen Wählers

3.2 Das Medianwählermodell

3.3 Einflussfaktoren für das Wählerverhalten

4. Der staatliche Entscheidungsprozess

4.1 Direkte Demokratie

4.2 Die Konjunkturpolitik im Spannungsfeld der Demokratie

5. Kritische Würdigung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Grundlagen der ökonomischen Theorie der Politik (Public Choice Theorie) darzustellen und deren Anwendung auf politische Prozesse kritisch zu beleuchten. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich individuelle Interessen und Präferenzen unter den Bedingungen demokratischer Systeme in kollektive Entscheidungen aggregieren und welche Auswirkungen dies auf staatliches Handeln hat.

  • Methodologische Grundlagen des Rationalitätsprinzips und des methodologischen Individualismus.
  • Analyse der Logik kollektiven Handelns und der Bedeutung von Interessengruppen.
  • Untersuchung des Wählerverhaltens durch rationale Entscheidungsmodelle.
  • Evaluation staatlicher Entscheidungsprozesse im Kontext direkter Demokratie.
  • Kritische Diskussion der politischen Konjunkturzyklen und der Rolle von Bürokratien.

Auszug aus dem Buch

2. Grundansätze der ökonomischen Theorie der Politik

Gegenstand der Theorie der Neuen Politischen Ökonomie ist die Aggregation individueller Präferenzen zu kollektiven Entscheidungen im Rahmen demokratischer Verfahren. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage nach den Möglichkeiten, individuelle Präferenzen verfälschungsfrei in kollektive Entscheidungen umzusetzen, d.h. politische Entscheidungen so zu treffen, dass sie die Interessen der Bürger möglichst genau repräsentieren.

Das bedeutet, dass es kein Entscheidungsverfahren gibt, das individuelle Präferenzen verfälschungsfrei und konsistent in kollektive Entscheidungen umsetzt. Dieses Theorem, das sich gegen die Vorstellung rationaler gesellschaftlicher Wohlfahrtsfunktionen richtet, ist in der Neuen Politischen Ökonomie umstritten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Public Choice Theorie, den methodologischen Individualismus und die Zielsetzungen der ökonomischen Analyse politischer Entscheidungen.

2. Grundansätze der ökonomischen Theorie der Politik: Analyse grundlegender Theoreme zur Aggregation von Präferenzen, der Logik kollektiven Handelns und des Verhaltens von Bürokratien.

3. Wählerverhalten: Untersuchung der ökonomischen Theorie der Demokratie, insbesondere basierend auf dem Modell des rationalen Wählers und dem Medianwählermodell.

4. Der staatliche Entscheidungsprozess: Darstellung der Mechanismen in der direkten Demokratie sowie der politisch-ökonomischen Interdependenzen bei der Konjunkturpolitik.

5. Kritische Würdigung: Reflexion über den Stellenwert der Public Choice Theorie in der modernen Wirtschaftswissenschaft und ihr Potenzial für die interdisziplinäre Forschung.

Schlüsselwörter

Public Choice Theorie, Neue Politische Ökonomie, methodologischer Individualismus, Rationalitätsprinzip, Wählerverhalten, Medianwählermodell, kollektives Handeln, Interessengruppen, direkte Demokratie, politische Konjunkturzyklen, Bürokratietheorie, Wohlfahrtsfunktion, Stimmenmaximierung, institutionelle Ökonomik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Public Choice Theorie, die das Instrumentarium der modernen Wirtschaftswissenschaft nutzt, um politische Strukturen, Prozesse und das Verhalten von Akteuren in der Politik zu erklären.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die ökonomische Modellierung von Wählerentscheidungen, das Handeln von Parteien im Wettbewerb, die Rolle der Bürokratie sowie die Auswirkungen von Entscheidungsregeln in der direkten Demokratie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen des politischen Handelns aus ökonomischer Sicht zu erläutern und aufzuzeigen, wie eigennutzorientierte Akteure innerhalb demokratischer Institutionen agieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird die Methode der positiven ökonomischen Theorie angewandt, die auf dem methodologischen Individualismus und dem Rationalitätsaxiom basiert, um politisches Handeln als Resultat individueller Nutzenmaximierung zu analysieren.

Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Aggregation individueller Präferenzen, die Dynamik von Interessengruppen, das Verhalten von Wählern unter Unsicherheit sowie die Steuerung der Wirtschaft durch Regierungen zur Machterhaltung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern gehören Public Choice, Rationalitätsprinzip, Wählerverhalten, Medianwählermodell und Konjunkturzyklus.

Warum ist das Unmöglichkeitstheorem von Arrow für die Arbeit relevant?

Das Theorem verdeutlicht die theoretischen Schwierigkeiten, individuelle Präferenzen konsistent zu einer widerspruchsfreien kollektiven Entscheidung zusammenzufassen, was die Grundlage für die Diskussion verschiedener Entscheidungsregeln bildet.

Wie wird das politische Handeln in Bezug auf den Konjunkturzyklus bewertet?

Die Arbeit zeigt auf, dass Regierungen Anreize haben, konjunkturpolitische Maßnahmen strategisch einzusetzen, um ihre Wiederwahlchancen zu maximieren, was häufig zu einer suboptimalen, zeitlich verzögerten Wirtschaftspolitik führen kann.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Public Choice Theorie
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Institut für Mikroökonomie)
Veranstaltung
Hauptseminar Methodologische Grundlagen der Volkswirtschaftslehre
Note
1.3
Autor
Christian Heinen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
19
Katalognummer
V33659
ISBN (eBook)
9783638340823
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Public Choice Theorie Hauptseminar Methodologische Grundlagen Volkswirtschaftslehre
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Heinen (Autor:in), 2005, Public Choice Theorie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33659
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Leseprobe aus  19  Seiten
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