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Die Auseinandersetzung mit Kants Schönheitsbegriff in Schillers "Kallias oder über die Schönheit"

Title: Die Auseinandersetzung mit Kants Schönheitsbegriff in  Schillers "Kallias oder über die Schönheit"

Term Paper , 2011 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Danielle Ackermann (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
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Die Briefe, die Schiller seit dem Jahre 1791 an Körner verfasste, bringen zum Ausdruck, wie sehr Schiller die Kantische Schönheitslehre zu beschäftigen schien. Er fühlte sich in Kants Kritik der Urteilskraft ein und setzte sich intensiv mit seiner Philosophie auseinander. In Kants Schrift, ebenso wie in seinen beiden Kritiken der praktischen und reinen Vernunft, geht es um die Voraussetzungen menschlicher Erkenntnis. Dabei stellt sich Kant die Frage, ob ein allgemeingültiges Geschmacksurteil möglich sein kann und unter welchen Bedingungen das Schöne überhaupt zu erkennen ist, wobei er zu der Erkenntnis gelangt, dass das Schöne als solches nur subjektiv wahrgenommen werden kann. Schiller hingegen geht es weniger um das „Wie“, als viel mehr um das, wodurch sich das Schöne definiert. Er ist daran interessiert, ein objektives Prinzip zu finden, welches dem Geschmacksurteil zu Grunde liegt und sich auf bestimmte Merkmale der schönen Gegenstände zurückführen lässt. Er geht im Gegensatz zu Kant von einem objektiven Prinzip aus, das er in enger Verbindung von Schönheit und Freiheit sucht.

Diese Auseinandersetzung Schillers mit Kants Schönheitsbegriff spiegeln sich im Briefwechsel mit Körner wieder, der unter dem Namen Kallias bekannt ist. So werde ich auf diese Briefe im Folgenden näher eingehen. Zunächst möchte ich mich der Frage nach der Lokalisierung des Urteilsvermögens widmen: Ist das Urteilsvermögen Teil der theoretischen oder Teil der praktischen Vernunft? Daraufhin werde ich Schillers ästhetisches Modell genauer beleuchten, indem ich die Freiheit als Form der praktischen Vernunft, den Prozess des ästhetischen Urteils und die Autonomie in der Erscheinung thematisiere. Des Weiteren möchte ich im Anschluss auf den Zusammenhang zwischen Zweckmäßigkeit und Schönheit hinweisen, bevor ich abschließend noch einmal auf wichtige Aspekte eingehen und diese zusammenfassen werde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Urteilsvermögen und dessen Lokalisierung

3 Schillers ästhetisches Modell

4 Schlusswort

5 Quellenangabe

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auseinandersetzung Friedrich Schillers mit der Kantischen Ästhetik, insbesondere im Hinblick auf die Lokalisierung des Urteilsvermögens und die Begründung eines objektiven Prinzips des Schönen. Die zentrale Forschungsfrage widmet sich der Überführung des Schönen von der theoretischen in die praktische Vernunft und der damit einhergehenden Verknüpfung von Schönheit und Freiheit als Ausdruck einer Autonomieästhetik.

  • Kritische Analyse der Kantischen Trennung von theoretischer und praktischer Vernunft
  • Schillers Neubewertung des Urteilsvermögens
  • Die Theorie der Schönheit als "Freiheit in der Erscheinung"
  • Das Verhältnis von Zweckmäßigkeit, Vollkommenheit und Schönheit
  • Gegenüberstellung von Kants Pflichtethik und Schillers Ideal der "schönen Seele"

Auszug aus dem Buch

3 Schillers ästhetisches Modell

Schiller stellt nun eine Untersuchung über die Struktur des ästhetischen Gegenstandes an. Sein Ziel ist es, die Analogie dieser Struktur zu der Idee der Freiheit zu beweisen. Das objektive Merkmal des schönen Gegenstandes liegt ihm zufolge nicht in seiner Materie, sondern in seiner Form. Diese Form aber wird von der praktischen Vernunft, dem Sitz der Urteilskraft also, deshalb als schön empfunden, weil sie ihre eigene Form widerspiegelt.

Was ist also die Form der praktischen Vernunft? Um Schillers Argumentationslinie zu verstehen, wollen wir uns zuerst verdeutlichen, wie er die Schönheit auf die praktische Vernunft zurückführt, indem er versucht, deren Funktionsweise zu analysieren. Er erkennt zwei Hauptfunktionen, die jeweils der theoretischen bzw. der praktischen Vernunft zugeordnet werden können: „Die Vernunft verbindet entweder Vorstellung mit Vorstellung zur Erkenntnis (theoretische Vernunft), oder sie verbindet Vorstellungen mit dem Willen zur Handlung (praktische Vernunft).“ Dabei erkennt er für die theoretische Vernunft wiederum zwei Unterfunktionen: eine konstitutive, die gesetzgebend wirkt, und eine regulative, die lediglich eine „als ob“ - Beziehung herstellt. Aufgrund einer Symmetrievorstellung kommt Schiller zu dem Schluss, dass wohl auch in der praktischen Vernunft eine regulative Funktion vorhanden sein muss. Nun definiert er das Erkennen als eine Übereinstimmung mit der Form der theoretischen Vernunft. Was ist nun das Ergebnis von einem Handeln im Einklang mit der Form der praktischen Vernunft? Das freie Handeln.

Damit glaubt Schiller also das Prinzip, oder die Form, der praktischen Vernunft erkannt zu haben, nämlich das Prinzip der Freiheit. Die Selbstbestimmung gilt ihm als oberstes Prinzip. Die „neu-entdeckte“ Funktion der praktischen Vernunft gibt jetzt der Urteilskraft Raum, die dann als eine regulative Funktion eine als-ob-Relation fordert. Das Geschmacksurteil wird etwas als schön empfinden, wenn es der Form der praktischen Vernunft entspricht. Die Form der praktischen Vernunft aber ist laut Schiller die Idee des freien Handelns, also der Autonomie. Daraus schließt er, dass folglich jeder Gegenstand schön ist, der so scheint, als ob (regulativ) er frei wäre.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Auseinandersetzung Schillers mit der Kantischen Ästhetik ein und formuliert das Ziel, die Neupositionierung der Schönheit innerhalb der praktischen Vernunft zu untersuchen.

2 Das Urteilsvermögen und dessen Lokalisierung: Dieses Kapitel analysiert Kants Unterteilung der Erkenntnisvermögen und zeigt auf, an welchen Stellen Schiller von Kant abweicht, um die Schönheit aus dem theoretischen Bereich in den Bereich der Freiheit zu überführen.

3 Schillers ästhetisches Modell: Das Kapitel erläutert Schillers Versuch, das Schöne als objektives Prinzip durch die Analogie zur Freiheit zu begründen und die Rolle der Zweckmäßigkeit innerhalb seiner Autonomieästhetik zu definieren.

4 Schlusswort: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, wie Schiller durch die Verknüpfung von ästhetischem Urteil und Freiheit weit über die Kantischen Ansätze hinausgeht.

5 Quellenangabe: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur Arbeit.

Schlüsselwörter

Friedrich Schiller, Immanuel Kant, Ästhetik, Urteilskraft, praktische Vernunft, Freiheit, Autonomie, Schöne, Zweckmäßigkeit, Kallias-Briefe, Vollkommenheit, Erscheinung, Selbstbestimmung, Subjektivität, Moralphilosophie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das ästhetische Denken von Friedrich Schiller und dessen kritische Auseinandersetzung mit der Philosophie Immanuel Kants, insbesondere in den sogenannten Kallias-Briefen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Schönheit und Freiheit, die Lokalisierung des Urteilsvermögens in der Philosophie und der Übergang von Kants strenger Pflichtethik zu Schillers Ideal der Harmonie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Schiller durch die Umdeutung der Urteilskraft ein objektives Prinzip der Schönheit in der praktischen Vernunft zu etablieren versucht.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse, die auf dem Vergleich zentraler Schriften von Kant und Schiller basiert, um Argumentationslinien und theoretische Diskrepanzen offenzulegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Lokalisierung der Urteilskraft, die Differenzierung zwischen Schönheit und Vollkommenheit sowie die Ausarbeitung eines ästhetischen Modells, das Schönheit als "Freiheit in der Erscheinung" definiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Schönheit, Freiheit, Autonomie, Urteilskraft, praktische Vernunft, Kallias-Briefe und das Verhältnis von Natur und Moral.

Warum ist für Schiller die "praktische Vernunft" der richtige Ort für die Schönheit?

Weil die Freiheit für Schiller nur in der praktischen Vernunft, dem Sitz des Willens und Handelns, existieren kann. Da Schönheit für ihn untrennbar mit der Idee der Freiheit verbunden ist, muss sie dort angesiedelt sein.

Wie unterscheidet sich Schillers Begriff der "schönen Seele" von Kants Pflichtethik?

Während Kant auf einer rigiden Pflichtethik beharrt, die Neigungen unterdrückt, entwirft Schiller mit der "schönen Seele" ein Ideal, bei dem Pflicht und Neigung in einer harmonischen Einheit zusammenfallen.

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Details

Title
Die Auseinandersetzung mit Kants Schönheitsbegriff in Schillers "Kallias oder über die Schönheit"
College
University of Frankfurt (Main)
Grade
1,3
Author
Danielle Ackermann (Author)
Publication Year
2011
Pages
15
Catalog Number
V336616
ISBN (eBook)
9783668262911
ISBN (Book)
9783668262928
Language
German
Tags
auseinandersetzung kants schönheitsbegriff schillers kallias schönheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Danielle Ackermann (Author), 2011, Die Auseinandersetzung mit Kants Schönheitsbegriff in Schillers "Kallias oder über die Schönheit", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336616
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