Bettler, Arme und Armut in der deutschen Stadt des späten Mittelalters


Examensarbeit, 2004

131 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen von Armut
2.1 Definition von Armut heute
2.2 Definition von Armut im Mittelalter

3. Armutsstufen
3.1 Primäre und sekundäre Armut
3.2 Tertiäre Armut und Almosen

4. Gruppen von Armutsbedrohten und Armutsgruppen
4.1 Tagelöhner, Lohnarbeiter und kleine Handwerker
4.2 Gesellen
4.3 Hausgesinde
4.4 Alte, Kranke und Arbeitsunfähige
4.5 Hausarme
4.6 Bettler

5. Ursachen von Armut und Bedürftigkeit im späten Mittelalter
5.1 Hungersnöte, ihre Ursachen und Folgen
5.2 Krankheit als Ursache von Armut und Bedürftigkeit

6. Armenfürsorge und Bekämpfung der Armut
6.1 Armenhospitäler
6.2 Brotpreis- und Getreidevorratspolitik durch die städtische Obrigkeit
6.3 Städtische Armenpolitik
6.3.1 Ursachen für den Beginn städtisch- obrigkeitlicher Eingriffe in das Bettelwesen
6.3.2 Bettelordnungen
6.3.3 Bettelgericht und Bettlerpolizei
6.3.4 Bettlerzeichen am Beispiel Nürnberg
6.3.5 Arbeitsbeschaffung durch städtische Obrigkeit

7. Zusammenfassung

8. Unterrichtsentwurf:
8.1 Situation der Klasse
8.1.1 Vorbildung
8.1.3 Entwicklung der Allgemeinen Lernziele
8.1.4 Allgemeine Lernziele
8.2 Didaktische Analyse
8.2.1 Frage nach der Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung des Inhaltes
8.2.2 Frage nach der exemplarischen Bedeutung des Inhaltes
8.2.3 Frage nach Situationen, Beispielen, Fällen und Anlässen mit deren Hilfe der Inhalt besonders gut veranschaulicht werden kann
8.2.4 Stundenziel
8.2.5 Entwicklung der konkreten Lernziele
8.3 Methodische Analyse
8.3.1 Angaben zur Art, der in Frage kommenden Methoden
8.3.2 Motivationswirkung der Methoden allgemein
8.3.3 Motivationswirkung der Methoden bezogen auf die Lehr- und Lerngruppen
8.4 Medienanalyse
8.4.1 Analyse der Medien allgemein
8.4.2 Begründung der Medienwahl bezüglich der konkreten Lehr- und Lerngruppe
8.5 Angaben zur Gestaltung des Tafelbildes und zur Foliengestaltung

9. Verlaufsplan

10. Anhang
Älteste Nürnberger Bettelordnung (ca. um 1370)
Nürnberger Bettelordnung von
Folie
Tafelanschrieb
Lehrervortrag: „Armenfürsorge im Mittelalter“
Fragen zum Lehrervortrag:
Folie/ Arbeitsblatt „Armenfürsorge im Mittelalter“
Arbeitsblatt: Nürnberger Bettelordnung von
Arbeitsblatt: Nürnberger Bettelordnung von
Folie: Bettler heute

11. Literaturverzeichnis

12. Erklärung

1. Einleitung

Armut ist ein Phänomen, das in allen Epochen und Ländern zu finden ist, auch wenn sie im Laufe der Geschichte unterschiedliche Formen angenommen hat. Von der Antike bis zum Mittelalter definieren sich Armut und Arbeit gegenseitig. Wer arm war, musste arbeiten, wer arbeiten musste, war arm. Zu einer Veränderung dieser Definition kam es ab Mitte des 14. Jahrhunderts. Durch eine organisierte Armenfürsorge sowie durch verschiedene Bettelordnungen, die das Betteln einschränkten, sollte jeder Arbeitsfähige zum Arbeiten angehalten werden. So wurden Arbeit und Armut zu Gegensätzen.[1] „Wer arbeitet, braucht nicht arm zu sein; wer aber arm ist, zeigt damit nur, dass er nicht arbeiten will.“[2] Diese neue Einstellung gegenüber Armut und Arbeit ist auch noch heute weit verbreitet.

Ich habe mich für das Thema „Bettler, Arme und Armut in deutschen Städten des späten Mittelalters“ entschieden, da Armut auch ein gegenwärtiges Problem ist, das viele Kinder und Jugendlichen betrifft. In den letzten Jahren hat die Zahl der Arbeits- und Sozialhilfeempfänger drastisch zugenommen, wodurch Armut nicht mehr ein Phänomen der Dritten Welt ist. Reformen der Bundesregierung, wie zum Beispiel Hartz IV, sind mit den mittelalterlichen Bettelordnungen vergleichbar. Beiden ist gemein, dass sie die finanzielle Unterstützung zu verringern versuchen und Arbeitslose zur Arbeit anregen wollen. Da viele Schüler, besonders in den Hauptschulen, von Sozialhilfe leben, ist das Thema aktuell wie nie. Durch das Behandeln des Themas „Arme und städtische Armenfürsorge im Mittelalter“ soll den Schülerinnen und Schülern gezeigt werden, wie sich die Einstellung gegenüber Armut sowie die Armenfürsorge durch die Obrigkeit im Laufe des Mittelalters verändert hat. Durch einen Ausblick auf heute sollen sie erkennen, dass Ursachen und Folgen von Armut schon im Mittelalter die selben wie heute sein konnten. Ebenso sollen sie verstehen, warum Arbeit wichtig war und immer noch ist.

In meiner Arbeit, die als Grundlage für den Geschichtsunterricht in der siebten Klasse dienen soll, möchte ich die Entwicklung der Einstellung gegenüber Armen und Bedürftigen im Spätmittelalter veranschaulichen. Dabei soll der Wandel der Bedürftigen vom integriertem Gesellschaftsmitglied zum Randständigen sichtbargemacht werden.

Ebenso möchte ich die verschiedenen Personengruppen aufzeigen, die häufiger von Armut betroffen waren und darstellen, welche Gründe es für Armut im Mittelalter gab. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass ich nur eine exemplarische Auswahl an Gruppen bearbeitet habe. Ganz weggelassen habe ich die Randgruppe der „Unehrlichen“, zu denen u. a. Henker oder Prostituierte gehörten. Diese Auslassung begründe ich mit der Tatsache, dass Henker wie auch Prostituierte oder auch andere Randständige nicht obligatorisch zu den Bedürftigen des Mittelalters gehörten, auch wenn sie in wissenschaftlichen Büchern immer wieder dazu gezählt werden. Durch meine Darstellung der Armutsursachen wird darüber hinaus auch deutlich, dass Armut jeden treffen konnte, was eine ausführliche Beschreibung aller von Armut bedrohten Gruppen überflüssig machte. Die genaue Betrachtung der von Armut bedrohten Gruppen sowie der verschiedenen Armutsursachen ist für das Verständnis dieser Arbeit unbedingt nötig, auch wenn es durch die Komplexität dieses Themas zu unumgänglichen Wiederholungen in der Ausführung kommen kann.

Da Armut im Mittelalter ein sehr umfassendes Thema ist, möchte ich meine Arbeit zugleich zeitlich und räumlich eingrenzen. Zeitlich insofern, dass ich nur das Spätmittelalter behandeln werde, wobei Rück- und Ausblicke immer wieder zum besseren Verständnis nötig waren. Räumlich möchte ich mich auf die deutschen Städte begrenzen, wobei auch hier ein Vergleich mit der ländlichen Gesellschaft notwendig war.

Eine genaue Definition von Armut aus heutiger Zeit und aus dem Mittelalter am Anfang meiner Arbeit soll zeigen, welche Veränderungen es im Bezug auf Armut gegeben hat. Auf diese Definitionen folgt eine genaue Erläuterung zum Almosen, welches die wichtigste Armenunterstützung im Mittelalter war.

Die verschiedenen Armutsgruppen sollen exemplarisch zeigen, aus welchem Grund man im Mittelalter arm war oder wurde. Die Gründe für Armut werden in diesem Kapitel teilweise nur sehr kurz aufgezeigt, da das nachfolgende Kapitel sich ausgiebig mit den Ursachen und Folgen von Armut auseinandersetzt.

Nachdem Gründe und Folgen von Armut dargestellt wurden, soll im letzten Kapitel die städtische Armenfürsorge und Armutsbekämpfung im Vordergrund stehen. Hierbei berufe ich mich vor allem auf die Nürnberger Bettelordnungen von 1370 und 1478. Durch sie soll gezeigt werden, aus welchen Gründen die städtische Obrigkeit in das Bettelwesen eingriff, zu welchen Veränderungen es dadurch kam und in welchem Maße gegen Verstöße vorgegangen wurde. Im Rahmen der spätmittelalterlichen Armenfürsorge muss auch erwähnt werden, welche Versuche von Seiten der Städte unternommen wurde, die Armut zu bekämpfen. Hierbei sind die Brotpreis- und Getreidepolitik sowie die Arbeitsbeschaffungen durch die städtische Obrigkeit zu erwähnen.

Als Grundlage für meine Arbeit habe ich verschiedene wissenschaftliche Bücher, Lexika, Zeitschriftenartikel und das Internet benutzt. Die ständige Präsenz von Armut in allen Epochen und Ländern sowie die wechselnde Einstellung ihr gegenüber, haben dazu beigetragen, dass eine spezielle „Armutsforschung“ in der Geschichtswissenschaft entstanden ist. Hauptautoren auf diesem Gebiet sind Mollat, Fischer, Jütte und Geremek, welche mir mit ihren Büchern auch als Literaturgrundlage dienten. Darüber hinaus benutzte ich als Primärliteratur die Nürnberger Bettelordnungen, die als Quelle in Mollats „Die Armen im Mittelalter“ abgedruckt wurden.[3]

„Armut“ als geschichtswissenschaftlicher Forschungsbereich ist außerordentlich umfangreich und systematisch erarbeitet worden. Vor allem das Hoch- und Spätmittelalter wurde in den 1970er in Bezug auf dieses Thema ausgiebig erforscht. Leider war es mir trotz umfangreicher Recherche auch in Zeitschriftensammlungen nicht möglich, aktuelle Beiträge zum Thema Armut im Spätmittelalter zu finden, weshalb der Hauptteil meiner Literatur auch aus den 1970er Jahren ist.

Diese Arbeit habe ich im Rahmen meines Geschichtsstudiums verfasst.

Hiermit möchte ich mich ganz herzlich bei Herrn Prof. Dr. E. Westermann bedanken sowie bei Frau Dr. M. Schmölz- Häberlein, die mich während dieser Zeit sehr unterstützt haben.

Mein Dank gilt auch all denjenigen, die mir bei der Ausarbeitung des Themas, bei Fragen und technischen Problemen weiter geholfen haben.

2. Definitionen von Armut

2.1 Definition von Armut heute

„Armut nimmt zu in Deutschland[4] war die Headline eines Artikels vom 19. November 2003 in der Süddeutschen Zeitung. In diesem Artikel war zu lesen, dass sich „der Anteil der Sozialhilfeempfänger an der Bevölkerung in den letzten 40 Jahren mehr als verdreifacht hat[5]. Im Jahre 2002 lebten in Deutschland demnach 2,757 Millionen (3,3%) Bürger von der Sozialhilfe.[6] Der Bericht der Süddeutschen Zeitung stützte sich auf Daten des Statistischen Bundesamtes.

Die wachsende Armut in Deutschland wirft die Frage auf, was genau unter dem Begriff „Armut“ zu verstehen ist. In einem Ratsbeschluss von 1984 hat sich die Kommission der Europäischen Gemeinschaft auf folgende Definition geeinigt:

„Verarmte Personen, sind Einzelpersonen, Familien oder Personengruppen, die über so geringe (materielle, kulturelle und soziale) Mittel verfügen, dass sie von der Lebensweise ausgeschlossen sind, die in einem Mitgliedsstaat, in dem sie leben, als Minimum annehmbar ist.“[7]

Armut ist somit „relativ“, da sie von räumlichen, zeitlichen und gesellschaftlichen Komponenten abhängig ist.[8] In einem Staat wie Deutschland wird Armut demnach anders interpretiert als in einem sogenannten Entwicklungsland. Im Vergleich zu diesen Entwicklungsländern herrscht in der Bundesrepublik so gut wie keine „absolute Armut“[9], was bedeutet, dass „die physische Existenz von Menschen nicht unmittelbar durch Verhungern oder Erfrieren bedroht ist“.[10] Der Begriff „Armut“ muss also in sich differenziert werden.

Im Allgemeinen wird unter Armut eine „wirtschaftlichte Situation verstanden, in der es einzelnen Gruppen oder ganzen Bevölkerungsschichten nicht möglich ist, sich ihren Lebensbedarf (Existenzminimum) aus eigenen Kräften zu beschaffen (objektive Armut)“.[11] Innerhalb dieser „objektiven Armut“ wird weiter zwischen „subjektiver“ und „absoluten“ Armut unterschieden. Ist durch die wirtschaftliche Situation, die physische Existenz bedroht, spricht man von „absoluter Armut“. Unter „subjektiver Armut“ versteht man hingegen „ein Gefühl des Mangels an Mitteln zur Bedürfnisbefriedigung“[12]. Die „subjektive Armut“ ist demnach stark von allgemein gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebensgewohnheiten und Wertvorstellungen abhängig und differiert somit von Land zu Land, Epoche zu Epoche und Gesellschaft zu Gesellschaft.

2.2 Definition von Armut im Mittelalter

Im mittelalterlichen Deutschland lebte ein großer Teil der Bevölkerung in Armut. Während in der heutigen Zeit das Wort „arm“ allgemein mit Besitzlosigkeit gleichgesetzt wird, gab es im Mittelalter verschiedene Interpretationsweisen.

Das mittelalterliche Wort „arm“ (lat. pauper) orientierte sich zunächst an den feudalen Herrschaftsverhältnissen einzelner Personen oder Personengruppen. Der hörige Bauer wurde demnach als „armer man“ bezeichnet, da er Untertan mit minderem Rechtsstatus und somit schutzbedürftig war.[13] Im Gegenzug dazu war „potens“ (lat. mächtig) derjenige, der Macht ausübte, über Grund, Boden, Kapital und Menschen verfügte.[14] Ebenso galt eine Person als „arm“, wenn sie sich in „einem Zustand der Verlassenheit und Not, des Unglücks und des Elends (lat. miser)“[15] befand.

Im hohen Mittelalter bekommt der Begriff „arm“ eine Bedeutungserweiterung: Armut als Besitzlosigkeit. Diese neue Definition der Armut hängt stark mit dem Wachstum der mittelalterlichen Städte, ihrer Bevölkerung und des Handwerks wie auch mit der Ausweitung des Handels zusammen.[16] Mit Aufblühen des Handels und des Handwerks stiegen auch die Gewinnmöglichkeiten für Selbstständige in diesen Berufeszweigen. Erwirtschaftetes und nichtverbrauchtes Einkommen wurde in Vermögen umgewandelt, das wiederum die Möglichkeit für weitere Einnahmequellen, wie zum Beispiel Mietshäuser, bot. Während selbstständige Kaufleute und Handwerker durch gute Geschäfte ihr Vermögen stetig vermehren konnten und so zu einem gewissen materiellen Reichtum gelangten, ließen die Löhne von Angestellten und Arbeitern kaum Vermögensbildung zu. Die Schere zwischen reich und arm wurde stetig größer. Wer über kein Vermögen verfügte oder wem es an materiellem Reichtum fehlte, war arm.

3. Armutsstufen

3.1 Primäre und sekundäre Armut

Die neuen Formen der Vermögensbildung in Handel und Handwerk führten auch zu neuen sozialen Wertmaßstäben. Vermögen bedeutete von nun ab nicht mehr nur materieller Reichtum, sondern wurde auch Grundlage für soziales Ansehen und politischer Macht.

Arm hingegen war nun nicht mehr nur der Rechtlose und Schutzbedürftige, sondern vor allem auch, jeder, der keine materiellen Güter, soziales Ansehen oder politische Macht besaß.[17] Da durch diese sehr grobe Definition ein Großteil der städtischen Bevölkerung zu den „Armen“ zählte, ist eine genaue Differenzierung dieser Gruppe notwendig. Es muss beachtet werden, dass es drei Stufen von Armut gab und immer noch gibt, die primäre und sekundäre Armut, sowie die Bedürftigkeit, auch tertiäre Armut genannt.

Bei der primären Armut handelt es sich um ein Leben am Existenzminimum. Der zum Leben notwendige Mindestbedarf an Essen, Kleidung und Unterkunft ist hierbei trotz Arbeit nicht gewährleistet. Der gesamte Tagesablauf ist auf die Sicherung des Mindestbedarfes ausgerichtet. Es bleibt keine Zeit für die Befriedigung gesellschaftlicher Bedürfnisse, wie zum Beispiel politische Aktivitäten oder privatem Vergnügen.

Die Schwelle zwischen primärer Armut und Bedürftigkeit ist fließend. Die Menschen sind, da ihr Arbeitseinkommen nicht für das Lebensnotwendigste und Rücklagen ausreicht, in Krisenzeiten (Hungersnöte, Kriege, etc.) auf Almosen angewiesen.[18]

Ein Leben in sekundärer Armut heißt, dass die menschlichen Grundbedürfnisse wie Essen, Kleidung und Unterkunft zwar gesichert sind, aber dennoch kein standesgemäßes Leben geführt werden kann.[19] Was unter „standesgemäß“ zu verstehen ist, hängt von der sich stets wandelnden Weltanschauung der Einzelnen ab, was eine allgemeingültige Definition von „sekundärer Armut“ erschwert. Verallgemeinernd kann man sagen, dass im Sinne von sekundärer Armut auch derjenige als arm bezeichnet wurde, der zwar über eine handwerkliche Qualifikation verfügte und das Zunft- und Bürgerrecht besaß, aber dennoch aufgrund seines geringen Einkommens nur begrenzt am politischen und gesellschaftlichen Leben der Zünfte teilnehmen konnte.[20]

Sekundäre Armut ist somit vor allem ein „subjektiv- sozialpsychologisches Phänomen[21], welches in allen Epochen, Gesellschaftsschichten und Kulturen zu finden ist.

Bei der Frage, wie viele Menschen im Spätmittelalter in Armut lebten und wo die Grenze zwischen sekundärer und primärer Armut zu ziehen ist, nahmen Historiker mittelalterliche Steuerbücher zur Hilfe. Die Untersuchung dieser Steuerlisten konnte zwar einerseits einen Einblick in die Vermögensverteilung der spätmittelalterlichen Stadtbevölkerung geben, waren andererseits jedoch auch unvollständig, da die Mehrzahl der Armen überhaupt nicht in ihnen aufgeführt war. Die in den Steuerlisten aufgelisteten Armen gehörten den unteren und untersten Steuerklassen an und verfügt somit über ein, wenn auch sehr geringes, Vermögen, welches versteuert werden musste. Diejenigen, die keinerlei Vermögen besaßen, waren in der Regel von den Steuern befreit und wurden somit nicht auf den Listen erfasst.

Die Vermögensgrenze, die für die Steuerhöhe maßgebend war, wurde von den einzelnen Städten durch ihre verschiedenen Steuergesetze selbst festgelegt.[22] Als einen ersten, sehr allgemeinen Anhaltspunkt, können die Vermögenswerte von Eberhard Isenmann genommen werden. Nach Isenmann begann die sekundäre Armut bei einem Vermögen zwischen 50 und 100 Gulden (fl.) und die primäre Armut bei einer Obergrenze von etwa 40- 50 fl..[23] Bei diesen Vermögensgrenzen ist es wichtig, dass sie lediglich als erster Hinweis zur Ermittlung der Armutsgrenze dienen können, nicht aber als fester Richtwert gesehen werden dürfen.

Weitere Probleme bei dem Versuch, die Armenanzahl anhand von Steuerlisten festzumachen sind, dass neben denen, die nichts zu versteuern hatten, auch diejenigen nicht berücksichtigt wurden, die ohne Bürgerrecht oder nur übergangsweise in einer Stadt lebten[24] sowie, dass die Selbsteinschätzung der Steuerzahler, die Grundlage für die Steuerhöhe war, oft sehr von der Realität abwich. Laut Kirchgässner hatte sich im Jahre 1500 fast 60 Prozent der Münchner Bevölkerung selbst als besitzlos eingestuft und dadurch nur eine Mindeststeuer zahlen müssen.[25]

Lückenhafte Steuerlisten, verschiedene Gesetze und falsche Selbsteinschätzung der Steuerzahler lassen nicht zu, einen genauen prozentualen Anteil von Armen an der Gesamtstadtbevölkerung zu erstellen, auch wenn dies von Historikern immer wieder versucht wurde. Dennoch kann man davon ausgehen, dass ein Großteil der spätmittelalterlichen Bevölkerung in Armut, wenn nicht sogar am Existenzminimum lebte und auf die Unterstützung anderer angewiesen war.

3.2 Tertiäre Armut und Almosen

„[...] Nichts macht so leicht den Menschen gesund, als das Spenden von Almosen. Wer seine Hände nicht nach Möglichkeit den Armen entgegenstreckt, der breitet umsonst nach Gott im Gebete aus. Es sind also Thoren, und sie quälen sich umsonst ab, die da meinen, sie würden Barmherzigkeit von Gott erlangen, wenn sie selbst nicht die Barmherzigkeit ausüben. [...]“[26]

Die Tertiäre Armut (Bedürftigkeit)[27] war im Mittelalter Grundvoraussetzung für die materielle Unterstützung der Armen durch die Gesellschaft. Diese Unterstützung bedeutete, dass die Armut und das daraus resultierende Betteln gesellschaftlich anerkannt wurden.[28] Hauptgrund für diese Unterstützung war der christliche Glaube der Bürger, die durch die Vergabe von Almosen das biblische Gebot der Nächstenliebe ausübten.[29] Almosengebende Bürger erhofften sich durch ihre Gaben, ihr eigenes Seelenheil zu retten, da die Bedürftigen, Fürbitten für die erhaltene Hilfe sprachen.[30] Die Armen gehörten demnach notwendigerweise zur christlichen Gesellschaft, da die wohlhabenden und reichen Bürger auf die Fürbitten durch die Armen angewiesen waren.[31]

Das Geben von Almosen, also die materielle oder finanzielle Unterstützung von sozial schwachen Personen, wurde und wird noch heute in vielen Religionen als Pflicht verstanden.[32] Das Almosengeben ist ein Resultat der Barmherzigkeit, des Mitgefühls für das Leid anderer. Nach dem Neuen Testament ist die Barmherzigkeit eine der Grundeigenschaften eines jeden guten Christen.[33] Die barmherzige Geste des Almosengebens ist eine Möglichkeit neben Fasten und Beten, begangene Sünden wieder gut zu machen.[34]

In der spätmittelalterlichen Gesellschaft war das Geben von Almosen ein fester Bestandteil des christlichen Lebens. Obwohl keiner zu dieser mildtätigen Hilfe gezwungen werden durfte, waren es doch die Aufforderungen und Ermahnungen der Geistlichen, die dazu beitrugen, dass das Almosengeben nicht in Vergessenheit geriet.[35] Dennoch war die Unterstützung der Armen durch das Almosen nicht völlig ohne Regeln. So musste nicht jeder Almosen geben, sondern nur diejenigen, die auch über einen gewissen Überfluss verfügten. Überfluss bedeutete in erster Linie, dass mehr vorhanden war, als zum Leben gebraucht wurde. Das Lebensnotwendige war jedoch standesabhängig. Dies führte dazu, dass der Überfluss, je nach sozialem Stand, kleiner oder größer sein konnte, auch wenn er in seiner Summe gleich hoch war.[36] Neben dem Überfluss war ein weiteres Kriterium, dass der Almosengeber aus reiner Nächstenliebe handelte und nicht etwa, um seinen eigenen Ruf durch großzügige Spenden zu verbessern oder auszuweiten. Obwohl die wahre Gesinnung des Almosengebers nicht nachweisbar war, kann man davon ausgehen, dass in den meisten Fällen nicht aus reiner Nächstenliebe, sondern vielmehr aus egoistischen Gründen, also zum Beispiel des Rufes wegen, gespendet wurde.[37]

Gewisse Regeln galten auch für die Almosenempfänger. Um Almosen empfangen zu dürfen, musste eine reelle Not vorherrschen. In diesem Fall bedeutete dies, dass mit oder auch ohne Arbeit, auf jeden Fall aber unverschuldet, nicht genügend Mittel zum täglichen Leben vorhanden sein durften.[38] Da die Bedürftigkeit der einzelnen Personen nicht überprüft wurde, sondern vielmehr nach dem äußeren Erscheinungsbild gegangen wurde,[39] kam es auf Seiten der Almosenempfänger immer wieder zu regelwidriger vorgetäuschter Armut.[40]

Das Almosen war die wichtigste Armenunterstützung des Mittelalters. Sie war keineswegs eine einseitige Hilfe, sondern beruhte vielmehr auf dem Prinzip „Geben und Nehmen“. Die Almosenempfänger beteten als Gegenleistung für die empfangene Hilfe für das Seelenheil der Spender. Dieser hatte durch das Almosen und den damit verbundenen Gebeten erreicht, dass seine Sünden vergeben wurden und sein Seelenheil gesichert war. Oftmals hatten die wohlhabenden Spender aus diesem Grunde ihre „eigenen Armen“, was bedeutete, dass eine bestimmte Person oder Familie regelmäßig von ihnen unterstützt wurde.[41]

Das Geben von Almosen auf offener Straße oder in den Häusern der Armen, wurde als „offene Armenpflege“ bezeichnet. Dem gegenüber stand die „geschlossene Armenpflege“.[42] Hierbei wurden die Bedürftigen in Anstalten, die für verschiedene Personengruppen, wie zum Beispiel Alte und Kranke, errichtet worden waren, gepflegt und versorgt.[43]

Bei der „offenen Armenpflege“ handelte es sich in der Regel um kleinere Almosen, welche direkt an die Bedürftigen auf der Straße verteilt wurden.[44] Zu ihnen zählte auch die Pfennigspende. Hierbei handelte es sich um eine Spende in Höhe eines Pfennigs oder einem Brot mit diesem Wert. In der Regel wurde diese Form von Almosen zuvor bekannt gegeben, was den Zustrom der Armen erhöhte, da aus diesem Grunde auch Arme von der näheren Umgebung in die Stadt kamen.[45] Wurde die Pfennigspende zunächst nur von Privatleuten praktiziert, verbreitete sich diese Almosenform später auch unter den städtischen Obrigkeiten. Während der großen Teuerung 1491 in Augsburg, verteilte die Stadtobrigkeit zusammen mit privaten Spendern mehrmals wöchentlich einen Pfennig oder Brot in diesem Wert an die arme Stadtbevölkerung.[46]

Auch in Göttingen war die Pfennigspende weit verbreitet und ein fester Bestandteil der Armenunterstützung. Mit Hilfe von verschiedenen privaten Stiftungen wurde an drei festen Tagen der Pfennig an die Armen verteilt. Da auch hier die Verteilungstage öffentlich bekannt gemacht wurden, war die Zahl der Armen an diesen Tagen besonders hoch. Aus diesem Grunde sah sich der Göttinger Rat 1459 da zu gezwungen, die Vergabe des Pfennigalmosens auf die Armen zu beschränken, deren Vermögen weniger als 10 Mark betrug.

Wie auch in Augsburg konnte der Göttinger Pfennigalmosen aus einem Pfennig oder aus einem Brot im gleichen Wert bestehen. Während der Sommermonate wurde an zwei von drei Tagen der Pfennig und am dritten Tag ein Brot ausgegeben. Anders verhielt es sich im Winter, wo an allen drei Tagen Brot an die Armen ausgegeben wurde.[47]

Die Verteilung von Almosen auf offener Straße war in der Regel nur für kleinere Beträge üblich. Anders verhielt es sich mit größeren Spenden, wie zum Beispiel Erbschaften. Diese wurden zunächst immer an die Kirche übergeben, die es dann unter den Armen verteilte.[48] Die privaten Spenden wurden durch die Kirche in vielen Fällen in sogenannten „Almosenfonds“ zusammengefasst, in welche auch die Kirche selbst Gelder einzahlte. Aus den Fondgeldern wurden Kleidung und Nahrung gekauft und an die Armen verteilt. Abgesehen von den Pfennigspenden wurden in der Regel keine Geldbeträge an die Bedürftigen weitergegeben. Dies hatte den einfachen Grund, dass man die Armen in ihrer wahren Bedürftigkeit mit Nahrung und Kleidung unterstützen wollte und gleichzeitig Betrugsbettler fernhalten wollte. Betrugsbettler waren in den meisten Fällen auf Geldspenden aus und somit nur wenig an Naturalien interessiert.[49]

Der „Almosenfond“ der Kirchen vereinigte den Großteil aller Geldspenden. Daneben gab es auch zahlreiche Privatstiftungen, die von wohlhabenden Bürgern gegründet worden waren. Diese Stiftungen waren zum Teil testamentarisch festgelegt, aber auch von noch lebenden Bürgern gegründet worden. In der Regel wurden auch sie von den Kirchen verwaltet. Da die Verteilung der Almosen nur in wenigen Fällen durch den Stifter festgelegt war, kam es hierbei oftmals zu Problemen. Aufgrund fehlender Anordnungen wurde die Almosenvergabe nur sehr unregelmäßig durchgeführt. Um diesem Problem entgegenzuwirken, fasste die Stadt Stuttgart alle Stiftungen zu einem „großen Almosen“ zusammen. Verwaltet wurde dieses „große Almosen“ von einem städtischen Armenpfleger, der dafür zu sorgen hatte, dass die immer steigenden Stiftungsgelder gerecht unter den Bedürftigen verteilt wurden. Einen solchen Stiftungszusammenschluss gab es auch 1449 in Heilbronn. Dort wurden die Stiftungsgelder für den Kauf von Nahrungsmitteln verwendet, welche die Pfleger nach der Sonntagsmesse an die Armen verteilten.[50]

Die Vergabe von Almosen war zwar einerseits die wichtigste Armenunterstützung des Mittelalters, andererseits jedoch auch sehr uneffektiv. Das Almosen bot keine Verbesserung der sozialen Lage, da die Armutsgründe durch sie nicht beseitigt wurden. Durch die Almosenvergabe konnte nur kurzzeitig eine Notlage überbrückt werden. Ein weiteres Problem stellte die immer höhere werdende Zahl an Betrugsbettlern dar. Obwohl das Almosen nur jenen helfen sollte, die sich in wirklicher Not befanden, wurde die finanzielle Situation der Einzelnen nicht überprüft. Dies lag zum einen am Grundgedanken der christlichen Nächstenliebe und Barmherzigkeit und zum anderen an der Tatsache, dass das Almosen nicht um der Armen, sondern vielmehr um Jesus Willen gegeben wurde.[51] Da sich die Höhe des Almosen nicht an der individuellen Notlage der Empfänger orientierte, sondern vielmehr an alle, die darum baten, verteilt wurde, konnte es passieren, dass Bedürftige am Verteilungstag kein Almosen mehr erhielten, da das vorhandene Geld schon verteilt worden war.[52]

Die immer größere werdende Zahl an Armen führte im Spätmittelalter zu einer Reform der Armenunterstützung. Durch Verordnungen und deren Überwachung sollte sicher gestellt werden, dass von nun an nur noch wahre Bedürftige unterstützt wurden. Auch versuchte man durch verschiedene Reglementierungen die Armutsursache zu bekämpfen.[53]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bettler empfangen Almosen. Holzschnitt aus einem 1485 in Köln gedruckten Legendenbuch[54]

4. Gruppen von Armutsbedrohten und Armutsgruppen

4.1 Tagelöhner, Lohnarbeiter und kleine Handwerker

Die Bedürftigen einer Stadt bildeten keine homogene Gruppe und doch gab es verschiedene Berufsgruppen oder Personenkreise, die stärker von Armut betroffen waren als andere. Während durch konjunkturelle Schwankungen, Kriege, Fehden und Hungersnöten jeder in Armut geraten konnte, lebten viele Menschen von Geburt an am Existenzminimum.

Das folgende Kapitel soll zeigen, welche Gruppen und Personenkreise durch ihre soziale Stellung innerhalb der Gesellschaft als arm bezeichnet wurden und welche durch äußere Faktoren besonders von Armut bedroht waren.

Große Gewinne, welche eine Vermögensrücklage ermöglichten, waren in der mittelalterlichen Stadt nur im Handel, bei Finanzgeschäften sowie in der großgewerblichen Metall- und Textilbranche zu erzielen. Die Gewinnspanne der in Eigenproduktion arbeitenden Handwerkern war im Gegensatz zum Gewinn der Kaufleute eher gering und ließ nur in den seltensten Fällen eine größere Kapital- und Vermögensbildung zu. Die ungleiche Gewinnverteilung zwischen Produktion und Handel führte dazu, dass verschiedene herstellende Berufsgruppen in den Handel einstiegen. So konnte es vorkommen, dass der Müller am Getreidehandel, der Schmied am Eisenhandel oder die Rebleute am Weinhandel beteiligt waren. Handwerker, die auf den Zwischenhandel mit Kaufleuten verzichteten und selber ihre, für die Produktion notwendigen Rohstoffe, von auswärts bezogen, konnten auf diese Weise eine große Summe einsparen und es in Vermögensrücklagen umwandeln.[55] Trotz der verschiedenen Möglichkeiten Gewinne zu erzielen, verteilte sich das Vermögen nur auf einen kleinen Teil der Stadtbevölkerung. Armut hingegen war ein weitverbreitetes Phänomen und in allen Berufsgruppen zu finden, wenn auch hier einige von ihnen besonders viele Arme aufweisen.

Fischer konnte anhand der Steuerlisten und der Zunftquellen drei Berufszweige herausarbeiten, die am stärksten von der Armut betroffen waren:

1. der textile Bereich,
2. der Bausektor und
3. der städtisch- agrarischer Sektor[56]

Die große Anzahl an Armen in diesen Berufszweigen lässt sich durch den hohen Anteil an ungelernten oder handwerklich weniger qualifizierten Arbeitern erklären, die hier eine Beschäftigung fanden.[57] Das Fehlen von handwerklichen Qualifikationen war im 15. Jahrhundert eines der Hauptgründe für Armut. Die in der spätmittelalterlichen Stadt immer weiter verbreitete Arbeitsteilung und Spezialisierung im Bereich des Handwerks, setzte bestimmte Qualifikationen voraus. Wurden diese nicht erfüllt, geriet ein Arbeiter immer weiter in die Abhängigkeit, da ihm nur noch untergeordnete und schlechter bezahlte Arbeit zur Verfügung gestellt wurde.[58]

Viele un- oder weniger qualifizierte Arbeiter fanden eine Erwerbsmöglichkeit im textilen Bereich, hier vor allem im Weberhandwerk. In den großen Zentren der Wollindustrie, wie zum Beispiel in Augsburg und Ulm, um nur zwei zu nennen, fanden viele Arme bei guter wirtschaftlicher Lage eine Arbeit als Heim- und Lohnarbeiter. Im Stücklohn arbeiteten sie meist Zuhause für große Handelsunternehmen oder einzelne Kaufleute, den sogenannten „Verlegern“[59], die wiederum die Ware mit hohen Profiten weiterverkauften. Die Schere zwischen Verleger und Arbeiter war besonders im textilen Bereich sehr groß. Während der Verleger große Gewinne durch den Weiterverkauf erzielen konnte, wurden die Produzenten nur sehr gering entlohnt. Sank die Nachfrage durch wachsende Konkurrenz oder war der Verleger mit der Qualität der Ware nicht einverstanden, sank der Lohn des Arbeiters. Geringerer oder gar fehlender Lohn, zum Beispiel durch Krankheit, führten dazu, dass der zum Leben notwendige Mindestbedarf an Essen nicht mehr gedeckt werden konnte.[60] Die Arbeiter und ihre Familie waren nun, falls sie keine neue Einkommensquelle fanden, auf die Hilfe anderer angewiesen. Das sich immer weiter verbreitende Verlagswesen führte dazu, dass schon bald nicht mehr nur Lohnarbeiter in wirtschaftliche Abhängigkeit gerieten, sondern auch viele ehemals selbstständigen Webermeister. Diese konnten dem Konkurrenzdruck der großen Verleger nicht mehr standhalten und gerieten ebenfalls in die Lohnabhängigkeit, indem sie begannen, für die Verleger im Stücklohn zu arbeiten.[61]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Hans Weber, um 1425, Trittwebstuhl, eine Abbildung aus dem Hausbuch der Zwölfbruderstiftung zu Nürnberg, Stadtbibliothek Nürnberg[62]

Der immer stärker werdende Konkurrenzkampf führte auch in anderen Bereichen des Handwerks zu Abhängigkeitsverhältnissen. Handwerksmeister, die aufgrund fehlenden Kapitals keinen eigenen Betrieb führen konnten, begannen für andere Meister im Stücklohn zu arbeiten und konnten somit, bei geringer Auftragslage, zu Bedürftigen werden. Dasselbe galt für die kleinen Handwerksbetriebe, die aufgrund fehlender Absätze über ein sehr geringes Einkommen verfügten.[63] Die sekundäre Armut findet sich vor allem bei diesen Handwerksmeistern. Obwohl sie über eine qualifizierte Ausbildung verfügten, Mitglied in einer Zunft waren und auch das Klein- oder Großbürgerrecht besaßen, galten sie als arm. Ihre Einkünfte erlaubten es ihnen nicht, ein standesgemäßes Leben zu führen, was sich zum Beispiel in ihrer Kleidung wiederspiegelte. Diese konnte im Vergleich zu reichen Zunftmitgliedern eher armselig sein. Auch waren sie in den meisten Fällen nicht im gleichen Maße am politischen Geschehen innerhalb und außerhalb der Zünfte beteiligt. Dennoch sind die armen Handwerksmeister nicht mit den Tagelöhnern zu vergleichen. Im Gegensatz zu ihnen lebten die Handwerksmeister in normal wirtschaftlichen Zeiten nicht am Existenzminimum, da sie durch die Zunft immer wieder Aufträge erhielten und ihr Einkommen somit weitgehend gesichert war. Außerdem besaßen die meisten Handwerksmeister ein Haus und eigenes Werkzeug, was sie wiederum in Krisenzeiten kreditfähig machte. Im Vergleich zu anderen Armutsgruppen konnten Zunfthandwerksmeister in Notzeiten auch auf die Hilfe der Zunft bauen. Diese gab Kredite oder kam im Krankheitsfall für den Lebensunterhalt des Meisters auf.[64] Ebenso sorgten sie für eine würdige Bestattung im Todesfall. Die durch die Zunft gesicherte Versorgung bei Krankheit oder Tod, bildete somit den Beginn einer Art Kranken- und Begräbnisversicherung.[65]

Neben dem Textilbereich finden sich auch im Bausektor eine erhebliche Anzahl an armen Arbeitern. Auch dieser Bereich bot vielen ungelernten männlichen Arbeitern, aber auch Frauen und Kindern, eine Erwerbsmöglichkeit, die jedoch wiederum stark von der konjunkturellen Lage und Jahreszeit abhängig war. Hierbei ist zu erwähnen, dass Frauen und Kinder nur für niedrigere Arbeiten, wie zum Beispiel Ziegel reichen, zugelassen waren und erheblich schlechter bezahlt wurden, als männliche Erwachsene.[66]

Während qualifizierte Arbeiter durch ihren festen Lohn und verschiedenen Nebenverdiensten zu einer recht erheblichen Geldsumme gelangen konnten, mussten unqualifizierte Arbeiter geringere Löhne akzeptieren und Lohneinbußen aufgrund saisonaler Arbeitslosigkeit hinnehmen. Je weniger Qualifikationen ein Arbeiter aufweisen konnte, desto schneller war er für einen Arbeitgeber entbehrlich und musste sich im Falle einer Entlassung anderweitig eine Einstellung suchen. Wurde keine neue Beschäftigung gefunden, waren sie aufgrund fehlender Ersparnisse auf das Betteln angewiesen.

Dasselbe gilt auch für die Tagelöhner. Sie hatten im Vergleich zu Lohnarbeitern keine feste Arbeitsstelle und mussten sich täglich um neue Arbeit bemühen. Diese fanden sie vor allem im Bausektor, wobei ihr Lohn dem eines niedrigsten Handwerksgesellen glich. Obwohl durch diese geringe Entlohnung kaum die Möglichkeit zur Vermögensbildung bestand und sie deshalb in hohem Maße von Armut bedroht waren, war es nicht ausgeschlossen, dass einzelne von ihnen durch harte Arbeit zu einem, wenn auch kleinen, Vermögen kommen konnten.[67] Dennoch waren die Tagelöhner in der Regel die ärmsten Arbeiter, die stets am Rande des Existenzminimums lebten. Dies zeigt auch eine Verordnung der Stadt Nürnberg am Ende des 15. Jahrhunderts, die besagt, dass die Tagelöhne schon vormittags ausgezahlt werden sollten, damit diese das Geld für das Mittagessen nach Hause bringen können.[68] Der größte Teil des Lohnes wurde, wie es die Verordnung zeigt, für den Lebensunterhalt der Familie, um genau zu sagen, für Lebensmittel ausgegeben.

Wie auch noch heute, gehörte der Bausektor schon damals einer konjunkturanfälligen Branche an. Kam es durch Missernten zu Preissteigerungen und Teuerungen von Lebensmitteln und anderen Produkten, wurden zuerst Bauvorhaben zurück- oder eingestellt. Dies wiederum zog nach sich, dass die Bauarbeiter entlassen wurden und kaum Aussichten auf neue Arbeit hatten. Auch hier führte das fehlende Einkommen bald dazu, den Lebensunterhalt durch Almosen zu finanzieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kirchenbau. Gesellen, Lohnarbeiter und Tagelöhner. 2. Hälfte 15. Jh.[69]

Der dritte Bereich, welcher einen hohen Anteil an armen Arbeitern aufwies, war nach Fischer der städtisch- agrarische Sektor. Wie auch schon für die beiden vorherigen Bereiche, fanden ungelernte Arbeiter in diesem Sektor eine Beschäftigung. Als Tagelöhner arbeiteten sie im Reb-, Garten- oder Ackerbau. Die saisonal bedingte hohe Nachfrage im Agrarbereich, zog auch Arme aus ländlichen Gebieten immer wieder in die Städte. In den meisten Fälle blieben diese Saisonarbeiter auch während der Wintermonate, also in einer Zeit, in der sie meist ohne Arbeit waren, in den Städten was dazu führte, dass die Zahl der Bettler in dieser Jahreszeit besonders hoch war.[70]

Armut und Bedürftigkeit im späten Mittelalter hing eng mit dem Berufsstand zusammen. Lohnarbeiter im Bauhandwerk, bei der Handarbeit und in der Landwirtschaft waren stets der Gefahr ausgesetzt durch saisonale Bedingungen, Krankheit oder schlechter wirtschaftlicher Lage ihre Arbeit zu verlieren. Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit, Unfall oder Alter führte zu Lohnverlust und somit, durch die fehlende soziale Absicherung, zur Armut, die meist nicht wieder überwunden werden konnte. Auch Preissteigerungen konnten zur Erwerbslosigkeit führen. Durch die hohen Ausgaben für Grundnahrungsmittel sank die Nachfrage nach anderen Gütern und es wurde weniger gebaut, was zur Folge hatte, dass die Löhne der Arbeiter nicht mehr gezahlt werden konnten und sie deshalb entlassen wurden. Ihre Situation verbesserte sich wieder, sobald sich die wirtschaftliche Situation normalisiert hatte und erneut Arbeiter gebraucht wurden. Dies war vor allem der Fall, wenn sich die Nachfrage nach Arbeitern in Zeiten des Aufschwungs und nach Seuchenwellen erhöhte. Die starke Nachfrage bot den Arbeitern die Möglichkeit, höhere Löhne zu fordern, was sie auch in der Regel durchsetzen konnten. In vielen Fällen lockten die Arbeitgeber sogar mit überhöhten Löhnen und warben die Arbeiter dadurch anderen Arbeitgebern ab. War dies der Fall, wurden Lohntaxen durch die Obrigkeit festgesetzt. Mit diesen Höchstlohnverordnungen sollte der Wegzug von Arbeitern und auch die Ungleichheit zwischen den Betrieben verhindert werden.[71]

Mit dem Sinken der Arbeitskräftenachfrage, sanken auch die Arbeiterlöhne wieder. Am Lohn eines ungelernten Arbeiters kann somit relativ leicht die Arbeitsmarktlage in einer Stadt oder Region analysiert werden.[72]

Das Fehlen von beruflichen Qualifikationen war einer der häufigsten Gründe für Armut. Die Menschen waren auf Aushilfsjobs als Tagelöhner oder auf die Heimarbeit angewiesen, die wiederum schlecht bezahlt und krisenanfällig waren. Nur wenigen gelang es aus dieser Armutsspirale auszubrechen, die meisten von ihnen, lebten ein Leben lang am Existenzminimum.

4.2 Gesellen

Anders als die Lohnarbeiter und Tagelöhner gehörten die Gesellen nicht auf Dauer zu der Gruppe der Armen in der spätmittelalterlichen Stadt. Die Gesellen verfügten über eine qualifizierte Ausbildung in ihrem Beruf und waren nur zeitweise der materiellen Armut ausgesetzt. Das Gesellendasein war eine Stufe in ihrer beruflichen Laufbahn, auf die schon bald der Meistertitel folgen sollte.[73]

Der Begriff „Geselle“ setzte sich erst im 15. Jahrhundert durch. Bis dahin fasste man die Lohnarbeiter der Zunftgewerbe, die ihre Lehrzeit beendet hatten, aber auch das gesamte Hauspersonal unter dem Begriff „Knechte“ zusammen.[74] Innerhalb der Bruderschaft, auf die später noch genauer eingegangen wird, nannten sich diese Knechte dann „Gesellen“ und orientierten sich damit an den Meistern ihrer Zünfte, die sich ebenfalls als „Gesellen“ bezeichneten. Die Verdrängung des Wortes „Knecht“ im handwerklichen Bereich und die Übernahme des Wortes „Gesellen“ auch außerhalb der Bruderschaft, lässt sich auf die Anerkennung der Verbände durch die Gesellschaft erklären.[75] In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts verdrängt der „Geselle“ auch in der Amtssprache den „Knecht“ und ist bis heute die Bezeichnung für einen abhängig gelernten Lohnarbeiter des Handwerks.[76]

Bis zu ihrem Meistertitel waren die Lehrlinge und Gesellen passive Mitglieder der Zunft und unterstanden somit der Zunftordnung wie auch den Weisungen des Zunftmeisters. Erst als Meister konnten sie zu einem vollberechtigten Mitglied der Zunft werden und durch ihre Selbstständigkeit zu einem gewissen Wohlstand gelangen. Die Zunft half seinen Angehörigen nicht nur in Notlagen, sondern auch in normalen Zeiten, indem sie Aufträge an diese verteilte und ihnen einen gewissen politischen Einfluss verschaffte.[77]

Die Situation der Gesellen verschärfte sich, als die Zünfte begannen, den Zugang zur Meisterwürde durch verschiedene Verordnungen zu erschweren. Die Verordnungen hatten zur Folge, dass es vielen Gesellen nicht mehr möglich war, den Meistertitel zu erwerben, wodurch sie in einen Zustand der Abhängigkeit gerieten.[78] Der Geselle wurde dauerhaft zum Facharbeiter und Lohnempfänger.[79] Die Löhne der Handwerksgesellen waren von Beruf zu Beruf sehr unterschiedlich, sicherten jedoch in den meisten Fällen den Lebensunterhalt, wodurch eine ständige primäre Armut relativ ausgeschlossen war.[80] Dennoch waren sie davor nicht gefeit. Kam es durch Missernten zu Preissteigerungen und Teuerungen, war ihre Arbeitsstelle in Gefahr, da die Menschen nun hauptsächlich Nahrung kauften und auf andere Güter verzichteten. Der Absatz der Handwerker ging aufgrund fehlender Aufträge zurück. Der Meister war dadurch gezwungen, seine Angestellten, also auch die Gesellen, zu entlassen.[81] Ein weiteres Problem in Teuerungsjahren war, dass selbst wenn es zu keiner Entlassung der Gesellen kam, ihre Löhne nun nicht mehr für den Lebensunterhalt ausreichten, da er nicht den steigenden Lebenskosten angepasst wurde.[82]

Die Zünfte begannen im 14. und 15. Jahrhundert den Zugang zur Meisterwürde zu erschweren, um damit eine Überbesetzung des Handwerks zu verhindern.[83] Ein wichtiges Kriterium, um die Meisterwürde zu erlangen, aber auch für Lehrlinge und Gesellen, war die Herkunft der Anwärter. Diese mussten „echt, recht und frei geboren“[84] sein. Dies bedeutete, dass ein Bewerber nicht unehelich geboren sein durfte und aus einer ehrlichen Familie abstammen musste. Weitere Kriterien für die Zunftaufnahme konnten sein:

1. Ein Leumundszeugnis, dass die Redlichkeit und Unbescholtenheit eines Anwärters beurkundete
2. Die Lehrzeit, die zwischen zwei und acht Jahren dauern konnte und für die der Lehrling ein Lehrgeld an den Meister zu zahlen hatte. Auf die Lehrlingszeit, welche ohne Prüfung anhand von einem Dienst- oder Lehrbrief beurkundet wurde, folgten die Gesellenwanderjahre, die jedoch nur vereinzelt ab dem 14. Jahrhundert belegbar sind und erst im 16./ 17. Jahrhundert allgemeine Verbreitung fanden.
3. Das Meisterstück, das auf eigene Kosten anzufertigen war, jedoch erst für das 14. Jahrhundert im Hanseraum belegbar ist.
4. Die Muthzeit, eine Wartezeit von 1- 3 Jahren vor der möglichen Zunftaufnahme als Meister in welcher der Anwärter als Geselle für die Zunft arbeiten musste. Auch hierfür finden sich Belege erst vereinzelt ab dem 14. Jahrhundert.
5. Das Bürgerrecht, wobei dies nicht überall und nicht zu jeder Zeit gefordert wurde.
6. Die Zunftaufnahmegebühr.
7. Das Harnischgeld, welches bedeutete, dass der Anwärter einen gewissen Betrag zu zahlen hatte, der zur allgemeinen Zunftbewaffnung diente.[85]

Die hier genannten Zugangsvoraussetzungen waren keine allgemeingültigen Bedingungen. Sie konnten je nach Region und Zeit variieren.[86]

Viele der aufgeführten Bedingungen waren aus einfachen Motiven entstanden. Die Erhöhung der Aufnahmegebühren kann in einigen Fällen auf Investitionen zurückzuführen sein, für welche die Zunft Kapital benötigte.

Die Wanderpflicht lässt sich dadurch erklären, dass der Geselle bei anderen Meistern andere Techniken erlernen sollte, die für ihn später von Nutzen sein konnten. Mit dem Meisterstück sollte der Geselle sein Können unter Beweis stellen.[87]

Die Muthzeit[88] sollte Zunft und neuen Anwärtern die Möglichkeit bieten, sich gegenseitig kennen zu lernen und vor allem der Zunft die nötige Zeit beschaffen, die sie für Nachforschungen über das eventuell neue Mitglied benötigte. Da die Zunft in Not geratenen Mitgliedern stets finanzielle Hilfe zusicherte, war der Nachweis eines Mindestvermögens die Absicherung, dass das neue Mitglied nicht von Anfang an auf die Unterstützung der Zunft angewiesen war.

Obwohl diese Erklärungsversuche durchaus schlüssig erscheinen, dienten die verschiedenen Aufnahmebedingungen doch meist nur dazu, die Konkurrenz so gering wie möglich zu halten, indem die Aufnahme von neuen jungen Meistern in die Länge gezogen wurde. Nur gelegentlich schritt der Stadtrat gegen solche Zugangsbestimmungen ein, und auch nur dann, wenn es von Seiten der Gesellen zu vermehrten Protesten kam. Dann zwang der Rat die Zunft zu einer niedrigeren Aufnahmegebühr und bestand darauf, dass auf den Nachweis der ehelichen Geburt, des Bürgerrechts oder des Meisterstückes verzichtet werden sollte.[89] Dies geschah auch, wenn die Stadt sich vergrößern wollte und somit neue Bürger und Arbeiter erwünscht waren.[90]

Die Aufnahmebedingungen der Zünfte bildeten für viele Gesellen eine unüberwindbare Barriere. Den Gesellen, die nicht aus reichen Familien stammten und somit auf die kargen Ersparnisse, die sie während ihrer Dienstjahre zusammen getragen hatten, angewiesen waren, fiel der Schritt in die Selbstständigkeit aufgrund der hohen Aufnahmegebühren und anderer Kosten besonders schwer.[91] Eine weitere Hürde zur Selbstständigkeit waren die „Zunftschließungen“, die ab dem Spätmittelalter einsetzten. Dies bedeutete, dass die Zahl der Meister auf eine bestimmte Anzahl festgelegt wurde und nicht überschritten werden durfte. Neue Meister wurden erst wieder in die Zunft aufgenommen, wenn eine Stelle, zum Beispiel durch Tod eines Meisters, frei wurde. Gab es für diese freigewordene Stelle mehrere Bewerber, hatte ein in der Zunft geborener Meistersohn meist Vorrang.[92]

Für diejenigen, die nicht in die Zunft aufgenommenen wurden, war die einzigste Aufstiegsmöglichkeit, die Heirat mit einer Meistertochter oder -witwe. Durch die Hochzeit sanken die Kosten für Bürger- und Zunftrecht oder wurden sogar ganz erlassen. Ebenso ging bei der Hochzeit mit einer Witwe, die Werkstatt in den Besitz des neuen Ehemannes über.[93]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bauhandwerker verlassen den Bauplatz eines zahlungsunfähigen Baumeisters. Holzschnitt aus Sebastian Brant, Das Narrenschiff, Paris 1497[94]

Die erschwerten Zugangsbedingungen sowie die gravierende Ungleichheit, die zwischen Gesellen und Meistern hinsichtlich materieller und gesellschaftlicher Position bestand, führte dazu, dass sich die Gesellen ab Mitte des 14. Jahrhunderts in Bruderschaften oder Gesellenvereinigungen zusammenschlossen und somit die politisch aktivste Gruppe unter den Armen bildete. Die Bruderschaft, welche an erster Stelle ein religiöses Interesse wahrnahm, sollte auch dabei helfen, Lohnansprüche und verbesserte Arbeitsbedingungen gegenüber den Meistern durchzusetzen.

Die Bruderschaften waren von den zünftigen Lebensformen geprägt. Dies wirkte sich vor allem auch im sozialen Bereich aus.[95] Da im Krankheitsfalle die Meister, in deren Haus die Gesellen meist lebten und arbeiteten, nur selten für den kranken Gesellen sorgten, waren diese auf die bruderschaftliche Hilfe angewiesen.[96] Über die Bruderschaftskasse wurde Gesellen geholfen, die krank geworden oder in Not geraten waren, indem man ihnen ein kurzfristiges Darlehen gewährte oder Betten in städtischen Spitälern kaufte. In vielen deutschen Städten hatten sich Bruderschaften in Spitäler eingekauft und verfügten teilweise sogar über ganze Kammern für ihre Mitglieder. Die Betten in Spitälern waren vor allem für kranke und pflegebedürftige Gesellen gedacht. Diejenigen, die keiner Pflege bedurften, erhielten durch die Bruderschaft materielle Unterstützung.[97] Diese Unterstützung war eine Art zinsloses Darlehen, was bis zu einer bestimmten Summe auf „sin fromkeit und erberkeit[98] vergeben wurde. Reichte das Darlehen nicht aus, wurde ein weiteres, jedoch nur gegen Pfand, vergeben.[99] In einer Verordnung der Freiburger Huf- und Kupferschmiede von 1481 heißt es dazu:

„[...] begäb sich ouch, dz ein gesell unnder unns obgenanntten beiden hanndtwercken zu armut unnd krannckheit kemme unnddz er nit wercken möchte, dem sol man, ob er das begertt unnd nottürfftig ist, uff sin fromkeit unnd erberkeit uß der bruderschafft büchsen lihen 5 s. d., unnd wann er so lan krannck wäre, dz er die vertzarten unnd sin notturfft witter hilff ervordert, dem sol man uff sine pfannd lyhen, wz die ungevarlich werdt sind unnd im die vor verschunung eins gantzen jars mit verkouffen.“[100]

Obwohl die Bruderschaftskasse eine große Hilfe für in Not geratene Gesellen sein konnte, war sie nur eine Unterstützung für kurze Zeit. Wer auf Dauer auf die Hilfe durch die Bruderschaft angewiesen war und über kein eigenes Vermögen verfügte, war früher oder später dazu gezwungen betteln zu gehen.[101] Dies kam vor allem in allgemeinen Krisenzeiten sehr häufig vor, da die Bruderschaft nicht für alle Arbeitslosen und arm gewordenen Mitglieder sorgen konnte.

Gesellen dürfen nicht prinzipiell zu der armen Stadtbevölkerung gezählt werden. Durch die verschiedenen hier genannten Gründe waren sie jedoch besonders im Spätmittelalter von Armut bedroht und wurden deshalb auch an dieser Stelle aufgeführt.

[...]


[1] Vgl. Pandel, Hans- Jürgen: Armut in der Geschichte, IN: Geschichte lernen Heft 78 (2000) S. 11- 17 hier S. 12.

[2] Geschichtliche Grundbegriffe / Band 7 (Stuttgart: Klett , 1992) S. 549.

[3] Mollat, Michael: Die Armen im Mittelalter (München: Beck, 1987/2) S. 64- 66.

[4] Läsker, Kristina: Armut nimmt zu in Deutschland, in: Süddeutsche Zeitung, 19.11.2003 http://renate.muenster.bei.t-online.de/renate/zeitungsartikel/sueddeutschenov03.htm 14.09.2003

[5] Ebd.

[6] Ebd.

[7] http://www.mfjfg.nrw.de/sozialberichte/empirische_messung/ 15.07.2004

[8] Vgl. Schäfers, Bernhard/ Zapf, Wolfgang: Handwörterbuch der Gesellschaft Deutschlands (Opladen: Leske und Budricht, 2001) S. 36.

[9] In dieser Arbeit wird „absolute Armut“ synonym für „Bedürftigkeit“ oder „tertiäre Armut“ verwendet

[10] Meyers Taschenlexikon Bd. 2 (Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: B. I. Taschenbuchverlag, 1995/5) S. 127

[11] Ebd.

[12] Meyers Taschenlexikon Bd. 2 (Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: B. I. Taschenbuchverlag, 1995/5) S. 127

[13] Vgl. Strang, Heinz: Erscheinungsformen der Sozialhilfebedürftigkeit- Beitrag zur Geschichte, Theorie und empirische Analyse der Armut (Stuttgart: Ferdinand Enke, 1970) S. 2.

[14] Vgl. Isemann, Eberhard: Die deutsche Stadt im Mittelalter (Stuttgart: Ulmer, 1988) S. 245.

[15] Strang, Heinz: Erscheinungsformen der Sozialhilfebedürftigkeit- Beitrag zur Geschichte, Theorie und empirische Analyse der Armut (Stuttgart: Ferdinand Enke, 1970) S. 2.

[16] Vgl. Sachße, Christoph; Tennstedt, Florian: Geschichte der Armenfürsorge in Deutschland- Vom Spätmittelalter bis zum 1. Weltkrieg (Stuttgart: W. Kohlhammer, 1980) S. 27

[17] Vgl. Fischer, Thomas: Städtische Armut und Armenfürsorge im 15. und 16. Jahrhundert (Göttingen: Otto Schwarz, 1979) S. 20.

[18] Vgl. Isemann, Eberhard: Die deutsche Stadt im Spätmittelalter (Stuttgart: Ulmer, 1988) S. 261- 262.

[19] Vgl. Fischer, Thomas: Städtische Armut und Armenfürsorge im 15. und 16. Jahrhundert (Göttingen: Otto Schwarz, 1979) S. 25.

[20] Vgl. Fischer, Thomas: Städtische Armut und Armenfürsorge im 15. und 16. Jahrhundert (Göttingen: Otto Schwarz, 1979) S. 32.

[21] Strang, Heinz: Erscheinungsformen der Sozialhilfebedürftigkeit- Beitrag zur Geschichte, Theorie und empirische Analyse der Armut (Stuttgart: Ferdinand Enke, 1970) S. 68.

[22] Vgl. Sachße, Christoph; Tennstedt, Florian: Geschichte der Armenfürsorge in Deutschland- Vom Spätmittelalter bis zum 1. Weltkrieg (Stuttgart: W. Kohlhammer, 1980) S. 27.

[23] Vgl. Isenmann, Eberhard: Die deutsche Stadt im Spätmittelalter (Stuttgart: Ulmer , 1988) S. 262.

[24] Vgl. Schubert, Ernst: Gauner, Dirnen und Gelichter in deutschen Städten des Mittelalters IN: Meckseper, Cord/ Schraut, Elisabeth: Mentalität und Alltag im Spätmittelalter (Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1991/2) S. 100- 101.

[25] Vgl. Kirchgässner, Berhard: Probleme quantitativer Erfassung städtischer Unterschichten im Stätmittelalter, besonders in den Reichstädten Konstanz und Esslingen IN: Maschke, Erich/ Sydow, Jügen: Gesellschaftliche Unterschichten in den südwestdeutschen Städten (Stuttgart: Kohlhammer, 1967) S. 77.

[26] Johannes Geiler von Kaysersberg: Die zwölf Früchte des heiligen Geistes abgedruckt IN: Sachße, Christoph; Tennstedt, Florian: Geschichte der Armenfürsorge in Deutschland- Vom Spätmittelalter bis zum 1. Weltkrieg (Stuttgart: W. Kohlhammer, 1980) S. 57.

[27] Vgl. Kapitel 2.1 Definition Armut- absolute Armut

[28] Vgl. Fischer, Thomas: Städtische Armut und Armenfürsorge im 15. und 16. Jahrhundert (Göttingen: Otto Schwarz, 1979) S. 42.

[29] Vgl. Waas, Adolf: Der Mensch im deutschen Mittelalter (Graz, Köln: Böhlaus, 1964) S. 213

[30] Vgl. Endres, Rudolf: Das Armenproblem im Zeitalter des Absolutismus IN: Jahresbuch für Fränkische Landesforschung Bd. 34/ 35 (1969), S.1003- 1021 hier S. 1003.

[31] Vgl. Maschke, Erich: Die Unterschichten der mittelalterlichen Städte Deutschlands IN: Maschke, Erich/ Sydow, Jügen: Gesellschaftliche Unterschichten in den südwestdeutschen Städten (Stuttgart: Kohlhammer, 1967) S. 8.

[32] Vgl. Meyers Taschenlexikon Bd. 1 (Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: B. I. Taschenbuchverlag, 1995/5) S. 214.

[33] Vgl. Meyers Taschenlexikon Bd. 3 (Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: B. I. Taschenbuchverlag, 1995/5) S. 46.

[34] Vgl. Scherpner, Hans: Theorie der Fürsorge (Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1962) S. 26.

[35] Vgl. Jütte, Robert: Obrigkeitliche Armenfürsorge in deutschen Reichsstädten der frühen Neuzeit: städtisches Armenwesen in Frankfurt am Main und Köln (Köln : Böhlau, 1984) (Kölner historische Abhandlungen; 31) S. 24.

[36] Vgl. Scherpner, Hans: Theorie der Fürsorge (Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1962) S. 26.

[37] Vgl. ebd. S. 28.

[38] Vgl. ebd. S. 26.

[39] Vgl. Jütte, Robert: Obrigkeitliche Armenfürsorge in deutschen Reichsstädten der frühen Neuzeit: städtisches Armenwesen in Frankfurt am Main und Köln (Köln : Böhlau, 1984) (dt.) (Kölner historische Abhandlungen; 31) S. 24.

[40] Vgl. Scherpner, Hans: Theorie der Fürsorge (Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1962) S. 28.

[41] Vgl. www.univie.ac.at/igl.geschichte/scheutz 13.07.2004 16.52 Uhr

[42] Vgl. Hippel, Wolfgang: Armut, Unterschichte, Randgruppen in der frühen Neuzeit (München: Oldenburg, 1995) S. 45.

[43] Auf die Entstehung und Organisation der Anstalten wird im Kapitel 6.1 näher eingegangen.

[44] Vgl. Goldberg, Martha: Das Armen- und Krankenwesen des mittelalterlichen Strassburg (Freiburg, Univ., Diss., 1909) ( Strassburg, 1909) S. 67.

[45] Vgl. Maschke, Erich: Die Unterschichten der mittelalterlichen Städte Deutschlands IN Maschke, Erich/ Sydow, Jügen: Gesellschaftliche Unterschichten in den südwestdeutschen Städten (Stuttgart: Kohlhammer, 1967) S. 8.

[46] Vgl. ebd. S. 55-56.

[47] Vgl. Ebd. S. 56.

[48] Vgl. Goldberg, Martha: Das Armen- und Krankenwesen des mittelalterlichen Strassburg ( Strassburg, 1909) S. 67.

[49] Vgl. ebd. S. 68.

[50] Vgl. Bedal, Albrecht: Armenpflege in Württembergs Vergangenheit : das Hirten- und Armenhaus Hößlinsülz (Kataloge und Begleitbücher des Hohenloher Freilandmuseums ; 6) (Schwäbisch Hall : Mahl, 1989) S. 11.

[51] Vgl. Isenmann, Eberhard: Die deutsche Stadt im Spätmittelalter (Stuttgart: Ulmer, 1988) S. 18.

[52] Vgl. Sachße, Christoph und Tennstedt, Florian: Geschichte der Armenfürsorge in Deutschland- Vom Spätmittelalter bis zu 1. WK (Stuttgart: Kohlhammer, 1980) S. 29.

[53] Vgl. Kapitel 6.2- 6.5

[54] Hägermann, Dieter: Das Mittelalter- Die Welt der Bauer, Bürger, Ritter und Mönche (München: Bertelsmann, 2001) S. 83.

[55] Vgl. Isenmann, Eberhard: Die deutsche Stadt im Spätmittelalter (Stuttgart: Ulmer, 1988) S. 254 f.

[56] Fischer, Thomas: Städtische Armut und Armenfürsorge im 15. und 16. Jahrhundert (Göttingen: Otto Schwarz, 1979) S. 67.

[57] Vgl. ebd.

[58] Vgl. ebd. S. 60.

[59] Verleger: Person oder Gesellschaft, die einem Arbeiter Geld- oder Sachkredite für die Produktion eines bestimmten Warentyps gewährt, welcher der Verleger nach Produktionsende zu einem vorher abgesprochenen Preis an sich nimmt und mit Gewinn weiterverkauft. Vgl: Isenmann, Eberhard: Die deutsche Stadt im Spätmittelalter (Stuttgart: Ulmer , 1988) S. 353.

[60] Vgl. Hippel, Wolfgang: Armut, Unterschichte, Randgruppen in der frühen Neuzeit (München: Oldenburg, 1995) S. 26.

[61] Vgl. Fischer, Thomas: Städtische Armut und Armenfürsorge im 15. und 16. Jahrhundert (Göttingen: Otto Schwarz, 1979) S. 69.

[62] http://www.holzkircher.de/magazin/webenindergeschi2.htm 9. Juli 2004

[63] Vgl. Isenmann, Eberhard: Die deutsche Stadt im Spätmittelalter (Stuttgart: Ulmer , 1988) S. 261.

[64] Vgl. Fischer, Thomas: Städtische Armut und Armenfürsorge im 15. und 16. Jahrhundert (Göttingen: Otto Schwarz, 1979) S. 83- 85.

[65] Vgl. Maschke, Erich: Die Unterschichten der mittelalterlichen Städte Deutschlands IN Maschke, Erich/ Sydow, Jügen: Gesellschaftliche Unterschichten in den südwestdeutschen Städten (Stuttgart: Kohlhammer, 1967) S. 64.

[66] Vgl. Groebner, Valentin: Ökonomie ohne Haus- Zum Wirtschaften armer Leute in Nürnberg am Ende des 15. Jahrhunderts (Göttingen: Vandenhoeck/ Ruprecht, 1993) S. 120.

[67] Vgl. Maschke, Erich: Die Unterschichten der mittelalterlichen Städte Deutschlands IN: Gesellschaftliche Unterschichten in den südwestdeutschen Städten (Stuttgart: Kohlhammer, 1967) S. 26.

[68] Vgl. Tucher Endres zitiert in: Maschke, Erich: Die Unterschichten der mittelalterlichen Städte Deutschlands IN: Gesellschaftliche Unterschichten in den südwestdeutschen Städten (Stuttgart: Kohlhammer, 1967) S. 59.

[69] Hägermann, Dieter: Das Mittelalter- Die Welt der Bauer, Bürger, Ritter und Mönche (München: Bertelsmann, 2001) S. 228.

[70] Vgl. Schineköper, Berent: Bemerkungen zum Problem städtischer Unterschichten aus Freiburger Sicht IN: Gesellschaftliche Unterschichten in den südwestdeutschen Städten (Stuttgart, 1967) S. 134- 149, hier S. 142.

[71] Vgl. Abel, Wilhelm: Die Wüstungen des ausgehenden Mittelalters (Stuttgart: Gustav Fischer, 1976/3) S. 107f.

[72] Vgl. Abel, Wilhelm: Die Wüstungen des ausgehenden Mittelalters (Stuttgart: Gustav Fischer, 1976/3) S. 107.

[73] Vgl. Fischer, Thomas: Städtische Armut und Armenfürsorge im 15. und 16. Jahrhundert (Göttingen: Otto Schwarz, 1979) S. 85f.

[74] Vgl. Maschke, Erich: Die Unterschichten der mittelalterlichen Städte Deutschlands IN: Gesellschaftliche Unterschichten in den südwestdeutschen Städten (Stuttgart: Kohlhammer, 1967) S. 28.

[75] Vgl. ebd. S. 44f.

[76] Vgl. ebd. S. 46f.

[77] Vgl. Isenmann, Eberhard: Die deutsche Stadt im Spätmittelalter (Stuttgart: Ulmer , 1988) S. 311.

[78] Vgl. Fischer, Thomas: Städtische Armut und Armenfürsorge im 15. und 16. Jahrhundert (Göttingen: Otto Schwarz, 1979) S. 85f.

[79] Vgl. Lütge, Robert: Deutsche sozial- und wirtschaftsgeschichte- Ein Überblick (Berlin: Springer, 1952) S. 183.

[80] Vgl. Fischer, Thomas: Städtische Armut und Armenfürsorge im 15. und 16. Jahrhundert (Göttingen: Otto Schwarz, 1979) S. 85f.

[81] Vgl. Hippel, Wolfgang: Armut, Unterschichte, Randgruppen in der frühen Neuzeit (München: Oldenburg, 1995) S. 9.

[82] Vgl. Abel, Wilhelm: Die Wüstungen des ausgehenden Mittelalters (Stuttgart: Gustav Fischer, 1976/3) S. 113.

[83] Vgl. Maschke, Erich: Die Unterschichten der mittelalterlichen Städte Deutschlands IN: Gesellschaftliche Unterschichten in den südwestdeutschen Städten (Stuttgart: Kohlhammer, 1967) S. 15.

[84] Ebd. S. 14.

[85] Vgl. Isenmann, Eberhard: Die deutsche Stadt im Spätmittelalter (Stuttgart: Ulmer , 1988) S. 311f.

[86] Vgl. Engel, Evamaria: Die deutsche Stadt des Mittelalters (München: Beck, 1993) S. 230.

[87] Vgl. Isenmann, Eberhard: Die deutsche Stadt im Spätmittelalter (Stuttgart: Ulmer , 1988) S. 321f.

[88] Muthzeit: Zeitraum in dem ein Zunftmeisteranwärter nach seinem Aufnahmeantrag (Mutung) nicht Meister werden durfte sondern als Geselle arbeiten musste. Es war ihm verboten, eine Nebenbeschäftigung anzunehmen. Vgl. http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~cd2/drw/a/M128.htm 14.09.2004

[89] Vgl. Isenmann, Eberhard: Die deutsche Stadt im Spätmittelalter (Stuttgart: Ulmer, 1988) S. 313.

[90] Vgl. Maschke, Erich: Die Unterschichten der mittelalterlichen Städte Deutschlands IN: Gesellschaftliche Unterschichten in den südwestdeutschen Städten (Stuttgart: Kohlhammer, 1967) S. 37.

[91] Vgl. ebd.

[92] Vgl. ebd.

[93] Vgl. ebd. S. 41.

[94] Engel, Evamaria: Die deutsche Stadt des Mittelalters (München: Beck, 1993) S. 233.

[95] Vgl. Fischer, Thomas: Städtische Armut und Armenfürsorge im 15. und 16. Jahrhundert (Göttingen: Otto Schwarz, 1979) S. 85f.

[96] Vgl. Maschke, Erich: Die Unterschichten der mittelalterlichen Städte Deutschlands IN: Gesellschaftliche Unterschichten in den südwestdeutschen Städten (Stuttgart: Kohlhammer, 1967) S. 67.

[97] Vgl. Fischer, Thomas: Städtische Armut und Armenfürsorge im 15. und 16. Jahrhundert (Göttingen: Otto Schwarz, 1979) S. 86f.

[98] Fischer, Thomas: Städtische Armut und Armenfürsorge im 15. und 16. Jahrhundert (Göttingen: Otto Schwarz, 1979) S. 87.

[99] Vgl. Fischer, Thomas: Städtische Armut und Armenfürsorge im 15. und 16. Jahrhundert (Göttingen: Otto Schwarz, 1979) S. 87.

[100] StA Freiburg Vie-ß Schmiedzunft, 1481 Feb 22: Ordnung der huff- unnd kupfferschmidt zitiert in: Fischer, Thomas: Städtische Armut und Armenfürsorge im 15. und 16. Jahrhundert (Göttingen: Otto Schwarz, 1979) S. 87.

[101] Vgl. Fischer, Thomas: Städtische Armut und Armenfürsorge im 15. und 16. Jahrhundert (Göttingen: Otto Schwarz, 1979) S. 88.

Ende der Leseprobe aus 131 Seiten

Details

Titel
Bettler, Arme und Armut in der deutschen Stadt des späten Mittelalters
Hochschule
Pädagogische Hochschule Karlsruhe  (Geschichte)
Note
2
Autor
Jahr
2004
Seiten
131
Katalognummer
V33711
ISBN (eBook)
9783638341196
Dateigröße
1471 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Zulassungsarbeit besteht aus einem Sachwissenschaftsteil und einem didaktischen Teil für die Hauptschule.
Schlagworte
Bettler, Arme, Armut, Stadt, Mittelalters
Arbeit zitieren
Michaela Benz-Riede (Autor), 2004, Bettler, Arme und Armut in der deutschen Stadt des späten Mittelalters, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33711

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