Unterrichtsstörungen: Ursachen von Störungen erkennen und vermeiden


Hausarbeit, 2002

17 Seiten, Note: sehr gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Potentielle Störfaktoren
2.1 Störfaktoren „Anlagen“ und „ Entwicklung“
2.2 Störfaktor „Umwelt“
2.3 Störfaktor „Soziale Umgebung“
2.4 Störfaktor „Schule“ und „Lehrer“

3. Graduelle Unterschiede von Unterrichtsstörungen
3.1 Einfache Störungen
3.2 Indirekte und direkte ernsthafte Störungen des Unterrichts
3.3 Unbehebbare Störungen
3.4 Unvermeidbare Störungen

4. Wie erreiche ich im Unterricht Disziplin?
4.1 Einfluss von organisatorischen Faktoren auf Unterricht
4.2 Autorität des Lehrers

5. Möglichkeiten zur Behebung von Unterrichtsstörungen
5.1 Pädagogische Möglichkeiten der Vorbeugung
5.1.1 Entwicklung und Pflege personaler Beziehungen: aktive pädagogische Zuwendung
5.2 Entspannung im Störungsfall
5.3 Pädagogisches Gespräch
5.4 Nonverbale Kommunikation
5.5 Aktive Entspannung

6. Schluss

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Unterrichtsstörungen“. In meiner Arbeit habe ich mich auf vier Bücher konzentriert, wobei ich mich mit 2 Büchern schwerpunktmässig beschäftigt habe. Diese beiden Bücher stammen von Karlhein Biller, Unterrichtsstörungen, Klett Verlag, Stuttgart, 1981 und Werner Reich, Wie erreiche ich im Unterricht Disziplin?, Volkseigener Verlag, Berlin, 1980. Die anderen beiden Werke von Willy Potthoff/ Antonius Wolf, Pädagogische Konflikte in der Schule, Freiburger Graphische Betriebe, 1975 und Klaus Ulich, Wenn Schüler stören, Urban & Schwarzenberg, München-Wien-Baltimore, 1980 enthalten Fallbeispiele über Störungen in der Schule, und waren somit hilfreich, um sich in die Thematik einzulesen. Im Verlauf meiner Arbeit versuche ich zu erschließen, wie Unterrichtsstörungen zu Stande kommen. Hierbei werde ich auf einzelne Punkte wie Anlage, Umwelt, Soziale Umgebung und Schule und Lehrer eingehen, um die Bedingungen für Stören in der Schule zu ergründen. Der weitere Verlauf meiner Arbeit soll zeigen, dass es einen qualitativen Unterschied beim „Stören“ gibt. Es gibt leichte Störungen, indirekte und direkte Störungen sowie unbehebbare und unvermeidbare Störungen. Um Störungen zu vermeiden, muss in der Schulklasse ein großes Maß an Disziplin vorherrschen. Wie diese Disziplin zu erreichen ist, hier ist auch nach der Autorität des Lehrers zu fragen, soll dann im Verlauf der Arbeit beantwortet werden. Ein letzter großer Themenblock soll sich mit der Frage beschäftigen, ob es Möglichkeiten zur Behebung von Unterrichtsstörungen gibt? Hierbei soll vor allem der pädagogische Aspekt in den Vordergrund gerückt werden. Aber auch alternative Dinge, wie aktive Entspannungsübungen in der Schule, soll der Text erörtern. Der Schluss soll versuchen eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und ein kurzes Fazit wiederzugeben.

2. Potentielle Störfaktoren

2.1 Störfaktoren „Anlage“ und „Entwicklung“

Zu den anlagebedingten Störursachen oder Störfaktoren zählen niedrige Intelligenz, geringe Kontaktfähigkeit, starke Impulsivität, motorische Hyperaktivität, Begabungsmangel, Konstitution von Lehrer und Schülern und Erbfaktoren.[1] Diese Informationen sind für den Lehrer hilfreich, um das Kind zu verstehen, aber beheben kann er diese anlagebedingten Störfaktoren nicht.

2.2 Störfaktor „Umwelt“

Unsere Gesellschaft wird als eine offene dargestellt und in ihr ein hohes Maß an Gleichgültigkeit gegenüber Kindern festgestellt.

Auf die Familie bezogen, gibt es noch eine ganze Reihe von Störfaktoren:

1. Die zunehmende Zahl alleinerziehender Eltern;
2. Die ehelichen Disharmonien;
3. Die Verwahrlosung;
4. Die Art und Weise der Bindungen in der Familie;
5. Die lange oder häufige kurze Trennung der Kinder von den Eltern.[2]

Diese Faktoren zu kennen, kann für den Lehrer vorteilhaft sein; soziokulturelle Kurzschlussdiagnosen[3], auch wenn diese zutreffend sind, sollte der Lehrer unterlassen. Umwelteinflüsse muss der Lehrer als gegebene Bedingungen akzeptieren.

2.3 Störfaktor „Soziale Umgebung“

Die „Mitwelt“, der mitmenschliche Bereich soll skizziert werden, bei der es um Einflüsse geht, die auf Mitwirkung von Menschen zurückzuführen ist, wie:

1. Erziehungsstil der Eltern;
2. Fehlerziehung;
3. Verhaltensstörungen der Eltern;
4. Einstellungen alter sowie junger Menschen zu Schule und Gesellschaft.[4]

Das Resultat kann sein, dass die Schule als eine feindliche Macht aufgefasst wird.

2.4 Störfaktor „Schule“ und „Lehrer“

Die Schule steuert einen wesentlichen Teil zur Verursachung von Unterrichtsstörungen bei Verantwortlich sind:

1. Die Struktur der Schule;
2. Eigentümlichkeiten von Schulen;
3. Fehlen des pädagogischen Bezuges und einer selbstverständlichen Arbeits- und Umgangsordnung;
4. Anonymität großer Schulhäuser.[5]

Die äußeren Gegebenheiten einer Unterrichtssituation enthalten oft unüberwindliche Hindernisse für pädagogische Intentionen engagierter Lehrer. Der Lehrer muss praktisch veranlagt sein, um z.B. klemmende Sonnenblenden herabzulassen, um tropfende Heizkörper zu reparieren, um eine quietschende Tür zu ölen, klemmende Schranktüren zu öffnen, um Bretter für Regale anzufertigen, da die Auftragserteilung auf dem Dienstweg nur selten erfüllt wird.[6]

Unterrichtsstörungen werden also nicht nur durch Verhaltensweisen von Schülern ausgelöst, sondern auch durch Lehrer und Schule.

3. Graduelle Unterschiede von Unterrichtsstörungen

3.1 Einfache Störungen

Einfache Störungen sind das „Vergessen“ von Hausaufgaben, keine gründliche Vorbereitung der Hausaufgaben, mangelnde Aufmerksamkeit, weil unter Umständen eine zu lange Aufmerksamkeitshaltung gefordert wurde, gegenseitiges Necken der Schüler, Albernheiten, Frechheiten, Schwätzen.

Die Störungen werden nicht bewusst initiiert, so dass Lehrer diese nicht als persönliche Beleidigungen auffassen dürfen.

3.2 Indirekte und direkte ernsthafte Störungen des Unterrichts

Diese sind sehr komplex und durch andere Störungen überlagert oder durchdrungen. Sie lassen sich in 3 Gruppen unterteilen:

1. Gestörte Beziehungen zu dem Schulhauspersonal

Das sind Racheakte (Beschädigung von Kleiderhaken, Zimmerwänden, Schränken) von Schülern am Hausmeister, da dieser gegenüber Schülern meistens sehr autoritär und gänzlich unpädagogisch auftritt.[7]

2. Störungen im normierten Bereich

Dies sind Verstöße gegen die allgemeine Schulordnung, gegen anonyme Hausordnungen und ein generelles Misstrauen gegenüber der Schule als unpersönliche Institution.

3. Störungen im außerschulischen Bereich

Das sind Überfälle auf Schüler, Belästigung von Erwachsenen, gesundheitsschädigendes Imponiergehabe von Schülern beim Umgang mit Alkohol, Nikotin oder Drogen.[8] Direkte Unterrichtsstörungen belasten das Lehrer-Schüler-Verhältnis, sie finden statt im Arbeitsbereich in Form von Faulheit, Überforderung, Strebertum und Verstöße gegen Regeln.

3.3 Unbehebbare Störrungen

Der Lehrer muss wissen, dass es Störungen gibt, die er nicht beheben kann. Die Ursachen dieser Störungen liegen vorwiegend in der Anlage der Kinder und in ihrer Um- und Mitwelt.[9] Der Lehrer braucht in diesen Fällen den Beistand von Fachkräften, z.B. Schulpsychologen oder den Beratungslehrer.

3.4 Unvermeidbare Störungen

Schüler sollten auf unvermeidbare Störungen eingestellt werden. Es lässt sich nicht vermeiden, dass der Schulalltag nach Normen strukturiert ist, die erfüllt werden müssen, dass Forderungen gestellt werden müssen, dass Lehrer Fehler machen und dass auch der Unterricht langweilig sein kann. Diese Störungen sind nicht zu beheben, deswegen sollte sich der Lehrer auf die Behebung von vermeidbaren Störungen konzentrieren.

4. Wie erreiche ich im Unterricht Disziplin?

4.1 Einfluss von organisatorischen Faktoren auf Unterricht

Nach Aussagen von Lehrern kann man sehen, dass nach gelungenen Höhepunkten im Schuljahr ein Ansteigen der Disziplin zu beobachten ist.

Dagegen wirken Unregelmäßigkeiten im Unterrichtsablauf eher disziplinsenkend.

[...]


[1] Aus Karlheinz Biller, Unterrichtsstörungen, Stuttgart: Klett Verlag, 1981 (S. 30)

[2] Karlheinz Biller, Unterrichtsstörungen, Stuttgart: Klett Verlag, 1981 (S. 31)

[3] „Seitdem deine Eltern geschieden sind, ärgerst du mich ständig “ Karlheinz Biller, Unterrichtsstörungen, Klett Verlag, Stuttgart, 1981 (S. 31)

[4] Aus Karlheinz Biller, Unterrichtsstörungen, Stuttgart: Klett Verlag, 1981 (S. 31)

[5] vgl. Bärsch/Fuss, 1973, 82-87, 89f.

[6] Karlheinz Biller, Unterrichtsstörungen, Stuttgart: Klett Verlag, 1981 (S. 33)

[7] Karlheinz Biller, Unterrichtsstörungen, Stuttgart: Klett Verlag, 1981 (S.35, 36)

[8] Karlheinz Biller, Unterrichtsstörungen, Stuttgart: Klett Verlag, 1981 (S. 35 & 36)

[9] Karlheinz Biller, Unterrichtsstörungen, Stuttgart: Klett Verlag, 1981 (S. 36)

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsstörungen: Ursachen von Störungen erkennen und vermeiden
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2002
Seiten
17
Katalognummer
V33734
ISBN (eBook)
9783638341356
Dateigröße
399 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
In dieser Arbeit geht es um den Unterricht in der Schule und dessen Probleme durch Unterrichtsstörungen. Es wird der Frage nachgegangen, welche Störungen es gibt und wie man sie beheben oder verbessern kann.
Schlagworte
Unterrichtsstörungen
Arbeit zitieren
Andreas Berkenkamp (Autor), 2002, Unterrichtsstörungen: Ursachen von Störungen erkennen und vermeiden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33734

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