Das Kommunikationsmodell nach Paul Watzlawick. Watzlawicks pragmatische Axiome


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2009

21 Seiten

Hendrik Kahlbach (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundbegriffe
2.1 Die menschliche Kommunikation
2.2 Therapie durch Kommunikation

3. Die pragmatischen Axiome
3.1 Das 1. Axiom: „ Man kann nicht nicht kommunizieren.“
3.2 Das 2. Axiom: „Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, derart, dass letzterer den ersteren bestimmt und daher eine Metakommunikation ist.“
3.3 Das 3. Axiom: „Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktion der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt.“
3.4 Das 4. Axiom: „ Menschliche Kommunikation bedient sich digitaler und analoger Modalitäten.“
3.5 Das 5. Axiomen: „Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär.“

4. Schlussbetrachtung

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In dieser Ausarbeitung soll ein Ereignis analysiert werden, dass jeder Mensch tagtäglich erlebt, ohne sich darüber bewusst zu sein. Es handelt sich um die allgemeine zwischenmenschliche Kommunikation und die Störfaktoren, die während einer Kommunikation auftreten können.

Im alltäglichen Leben kommunizieren oder diskutieren verschiedene Personen miteinander. Manche Gespräche enden in Streitigkeiten, obwohl es dafür keinen ersichtlichen Grund gibt. Die Lösung des Problems ist die Analyse der Kommunikation und ihrer einzelnen Elemente. Nur wenn man die Grundelemente einer Interaktion versteht, kann man richtig kommunizieren und somit einen Streit verhindern.

Paul Watzlawick stellte 1969 einige Grundregeln, pragmatische Axiomen, für eine funktionierende Kommunikation auf. Er untersuchte und analysierte die menschliche Kommunikation und ihre Störungen.

Jede Störung kann auf ein Handeln gegen diese Axiome zurückgeführt werden.

In den folgenden Kapiteln wird zunächst versucht, den Begriff Kommunikation zu definieren, der die Grundlage dieser Arbeit bildet. Im 3.Kapitel wird dann auf die einzelnen pragmatischen Axiome eingegangen. Sie werden ausführlich erläutert, außerdem wird auch auf ihre Störungen eingegangen und es werden ein paar Beispiele benannt, bevor eine abschließende Schlussfolgerung gezogen wird.

2. Grundbegriffe

2.1 Die menschliche Kommunikation

Unter der menschlichen Kommunikation versteht man eine Mitteilung zwischen mindestens zwei Menschen mit Hilfe von Mimik, Gestik, Sprache, Schrift, Bild oder Ton. Es werden verschiedene Botschaften vermittelt, was zu einem kommunikativen Handeln führt. Die Kommunikation hat zwei verschiedene Ziele. Einmal die allgemeine Intention, also die Verständigung. Auf der anderen Seite gibt es eine spezielle Intention bzw. bestimmte Interessen, die realisiert werden wollen. Durch die unterschiedlichen Ziele ergeben sich auch verschiedene Kommunikationsinteressen. Man unterscheidet hierbei zwischen der inhaltsbezogenen und der situationsbezogenen Kommunikation.

Voraussetzung für eine Kommunikation sind mindestens zwei Lebewesen die in Beziehung zu einander treten, also interagieren. Kommunikation wird damit zu einer speziellen Form der sozialen Interaktion. Als Interaktion bezeichnet man eine Aktion bzw. Reaktion von zwei Menschen. Dies wird allerdings erst möglich, wenn sie ihre Handlungen wechselseitig aufeinander richten und sich im Hinblick aufeinander kommunikativ verhalten. Allerdings kann es trotz gegenseitiger Bemühungen dennoch keine Kommunikation zustande kommen. Kommunikationswissenschaftler sprechen erst von einer Kommunikation, wenn die Ziele verwirklicht oder miteinander geteilt werden können. Anders definiert Paul Watzlawick Kommunikation. Er setzt das Verhalten mit der Kommunikation gleich, wodurch auch ein schlafender Mensch mit seiner Umwelt kommuniziert1.

Kommunikation wird als ein Verständigungsprozess verstanden, bei dem es zu einer Bedeutungsvermittlung kommt. Außerdem benötigt die Kommunikation eine bestimmt Instanz über die sie abläuft, wie zum Beispiel die Sprache. Erst die Sprache macht die Bedeutungsinhalte wahrnehmbar und verständlich.

Allerdings ist die Sprache hier als solches nicht definiert. Die Sprache wird lediglich als eine bestimmt Lautabfolge oder eine Buchstabenkombination verstanden. Lebewesen müssen ein Ausdrucksmittel besitzen, um die verschiedenen Bedeutungsinhalte zu transportieren. Dabei werden die Medien als ein solches Transportmittel verstanden. Jede Kommunikation benötigt so ein Medium, um Nachrichten zu übertragen. Ein Beispiel dafür sind die Bienen, die mit ihrem Schwänzeltanz auf die Entfernung der Nahrungsquelle aufmerksam machen. Damit wird deutlich, dass es keine unvermittelte Kommunikation gibt2. Allerdings verläuft der Kommunikationsprozess nicht ausschließlich verbal ab, sondern es gibt auch eine leibgebundenen Ausdrucksmöglichkeit durch Mimik oder Gestik. Somit läuft die sprachliche Kommunikation auf zwei Ebenen ab3. Die erste Ebene ist die gegenständliche Ebene der Kommunikation. Nach Watzlawick wird damit ein bestimmter Inhalt ausgesagt. Die zweite Ebene ist eine intersubjektive Ebene. Dabei beeinflusst die Art der Beziehung die Kommunikationspartner zueinander.

2.2 Therapie durch Kommunikation

Die Überlegung ist Kommunikation als Mittel zur Behandlung von Verhaltensstörungen einzusetzen. Ein Beispiel dafür ist der Österreicher Paul Watzlawick. Mittelpunkt seiner Theorie sind die Verhaltensstörungen.

Diese sind Störungen im Bereich des zwischenmenschlichen, sozialen Verhaltens. Außerdem setzt er Kommunikation mit einem Medium, der „beobachtbaren Manifestationen menschlicher Beziehungen“ gleich.

Das bedeutet, dass Störungen im Bereich des Sozialverhaltens vergleichbar mit Kommunikationsstörungen und damit die Verhaltenstherapie einer Kommunikationstherapie gleicht.

Gegenstand der Therapie ist der pragmatische Aspekt, der Gegenstand des nächsten Kapitels sein wird. Es bedeutet, dass jede Kommunikation das Verhalten von allen Teilnehmern beeinflusst. Grund dafür ist der Rückkopplungskreis. Das ist ein zwischenmenschliches System wie die Familie oder die Ehe. „Das Verhalten jedes einzelnen Individuums das jeder anderen Person bedingt und seinerseits von dem Verhalten anderer bedingt wird.“

Dieser Prozesse sind nicht willkürlich sondern folgen bestimmten Regel, den Axiomen. Die Axiome sind die Grundregeln menschlichen Handelns.

Eine erfolgreiche Kommunikation ist die Basis für eine intakte menschliche Beziehung4. Allerdings ist das einhalten dieser Grundregeln von immenser Bedeutung. Denn durch eine gestörte Kommunikation kommt es zu einer Störung der zwischenmenschlichen Beziehung. Paul Watzlawick benennt fünf Axiome, die im weiteren Verlauf dieser Arbeit näher erläutert werden.

3. Die pragmatischen Axiome

3.1 Das 1. Axiom: „ Man kann nicht nicht kommunizieren.“

Paul Watzlawick setzt das Verhalten mit der Kommunikation gleich. Das bedeutet, dass das Verhalten einer Person in Gegenwart einer anderen Person, immer auch eine Mitteilung hat. Man kann sich also nicht nicht verhalten. Das Verhalten hat somit einen Mitteilungscharakter, wie das Schweigen oder die Worte, das Handeln oder das Nichthandeln. Dieser Mitteilungscharakter beeinflusst die anderen Menschen. Sie können nämlich nicht nicht auf diese Kommunikation reagieren. Auch das Nichtbeachten oder das Schweigen ist hierbei kein Widerspruch, da die Person auf diese Mitteilung reagiert, und zwar nonverbal5.

Ein Beispiel dafür ist ein Mann in einem vollen Wartesaal. Er starrt auf den Boden vor sich oder sitzt einfach nur mit geschlossenen Augen da. Seine Mitteilung an die Umgebung ist, dass er weder sprechen noch angesprochen werden möchte. Seine Nachbarn reagieren richtig indem sie ihn in Ruhe lassen6. Für Paul Watzlawick ist das nicht weniger ein Kommunikationsaustausch als ein angeregtes Gespräch. Allerdings entsteht hier auch das Problem durch die verschiedenen Definitionen von Kommunikation. Denn Watzlawicks Auffassung von Kommunikation entspricht nicht der allgemeinen Definition, die ich am Anfang vorgestellt habe. Paul Watzlawick definiert nicht zwischen Verhalten und Handeln, dadurch verwendet er diese beiden Wörter synonym. Für ihn ist entspricht bloßes Verhalten schon einer Kommunikation. Das bedeutet, dass ein Mensch der schläft oder regungslos dasitzt auch mit seiner Umwelt kommuniziert. Allerdings nur, wenn dies in Gegenwart einer anderen Person passiert.

[...]


1 Burkart, Roland: Kommunikationswissenschaft- Grundlagen und Problemfelder. Wien; Köln; Weimar; Böhlau, 1998; S. 16- 33

2 Kolschanski, G.W.: Kommunikative Funktion und Struktur der Sprache. Leipzig, 1985; S. 130-131.

3 Burkart, Roland: Kommunikationswissenschaft- Grundlagen und Problemfelder. Wien; Köln; Weimar, Böhlau, 1998, S. 82-32.

4 Burkart, Roland: Kommunikationswissenschaft- Grundlagen und Problemfelder. Wien; Köln; Weimar; Böhlau, 1998; S. 466-468.

5 Burkart, Roland: Kommunikationswissenschaft- Grundlagen und Problemfelder. Wien; Köln; Weimar; Böhlau, 1998; 468- 469.

6 Watzlawick, Paul; Beavin, Janet; Jackson, Don: Menschliche Kommunikation. Bern, 1993; S. 50-52.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Das Kommunikationsmodell nach Paul Watzlawick. Watzlawicks pragmatische Axiome
Autor
Jahr
2009
Seiten
21
Katalognummer
V337459
ISBN (eBook)
9783668949775
ISBN (Buch)
9783668949782
Sprache
Deutsch
Schlagworte
pragmatische, axiome, watzlawick, paul, Kommunikation, Kommunikationsstörung, menschliche Kommunikation, Störfaktoren
Arbeit zitieren
Hendrik Kahlbach (Autor), 2009, Das Kommunikationsmodell nach Paul Watzlawick. Watzlawicks pragmatische Axiome, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337459

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