Diese Hausarbeit beschäftigt sich im weitesten Sinne mit dem Thema Beobachten und Dokumentieren, konkret mit der Entwicklungstabelle von Prof. Dr. E. K. Beller und S. Beller. Zu Beginn soll der Begriff Beobachtung erklärt werden. Im weiteren Verlauf wird dann erörtert warum, was und wie in der Praxis beobachtet wird.
Um das Verfahren in einem Gesamtkontext zu sehen, stellt die Autorin ein Beobachtungssystem vor und bette die Tabelle darin ein.
Im weiteren Verlauf wird dann der Aufbau, die Funktion und die Anwendung der Entwicklungstabelle ausführlich beschrieben und auf die Erfahrungsangebote eingegangen.
Im Anschluss daran berichtet die Autorin von eigenen Erfahrungen in der Kita und wägt die Vor- und Nachteile dieses Verfahrens ab.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen der Beobachtung
2.1 Begriffsklärung
2.2 Warum beobachten wir
2.3 Was beobachten wir
2.4 Wie beobachten wir
3 Einordnung ins Beobachtungssystem
3.1 Erste Säule
3.2 Zweite Säule
3.3 Dritte Säule
4 Kuno Bellers Entwicklungstabelle
4.1 Aufbau
4.2 Funktion und Anwendung
4.3 Berechnung und Auswertung
4.3 Erfahrungsangebote
5 Resümee
5.1 Eigene Erfahrungen
5.2 Vor- und Nachteile
5.3 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren „Kuno Beller Entwicklungstabelle“ theoretisch fundiert einzuordnen, dessen praktische Anwendung im Kita-Alltag zu beschreiben und kritisch zu evaluieren. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit dem Nutzen und den Limitationen dieses Verfahrens im Hinblick auf eine individuelle Entwicklungsbegleitung von Kindern.
- Grundlagen und Notwendigkeit pädagogischer Beobachtung in Kitas
- Systematische Einordnung von Beobachtungsverfahren (3-Säulen-Modell)
- Detaillierter Aufbau und Anwendung der Kuno Beller Entwicklungstabelle
- Methodik der Datenauswertung und Erstellung individueller Entwicklungsprofile
- Praktische Umsetzung von Motivationsprinzipien für die pädagogische Förderung
Auszug aus dem Buch
4.3 Erfahrungsangebote
Auf der Basis der Auswertung der Entwicklungstabelle bzw. des individuellen Profils plant die pädagogische Fachkraft ihre Angebote zur Unterstützung und Förderung des Kindes. An Hand der Stärken und Schwächen ist zu sehen, wo die Interessen und die Fähigkeiten des Kindes liegen und welche Bereiche das Kind eher meidet.
Da Kinder nur lernen wenn sie Spaß haben, ist es wichtig das Kind zum einen da abzuholen wo es steht statt es zu überfordern und zum anderen dem Kind Angebote machen, die sich auf seine Interessen beziehen.
Nach Beller und Beller (2000) sollte die pädagogische Fachkraft bei der Ausarbeitung und Durchführung ihrer Angebote zwei Motivationsprinzipien folgen.
Das erste Motivationsprinzip besteht darin, den Bereich in dem das Kind seine Stärken hat mit dem Bereich in dem es seine Schwächen hat zu kombinieren. So kann das Kind seine Erfolgserlebnisse aus dem einen Bereich auf den anderen übertragen und/oder seine Angst vor dem Scheitern überwinden. Außerdem sieht das Kind, dass die Fachkraft weiß was es gerne tut und es darin unterstützen möchte.
„1. Motivationsprinzip: Verknüpfung von individueller „Stärke“ und „Schwäche“ (Hoch- und Tiefpunkte des Entwicklungsprofils) zur Gestaltung eines neuen Lernkontextes für das Kind, in dem es von innen, also aus sich heraus und nicht nur von außen, motoviert wird.“ (S. Beller 2008).
Beim zweiten Motivationsprinzip geht es darum, das Selbstbewusstsein des Kindes und das Vertrauen zwischen Kind und pädagogischer Fachkraft zu festigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Arbeit stellt das Thema Beobachten und Dokumentieren vor, mit Fokus auf die Entwicklungstabelle von Prof. Dr. E. K. Beller und S. Beller als zentralem Instrument.
2 Grundlagen der Beobachtung: Hier werden Definitionen geklärt und die pädagogische Notwendigkeit sowie die Art der kindlichen Beobachtung im Kita-Alltag erörtert.
3 Einordnung ins Beobachtungssystem: Das Kapitel verortet verschiedene Beobachtungsverfahren in einem dreisäuligen System, um eine ganzheitliche Perspektive auf die kindliche Entwicklung zu ermöglichen.
4 Kuno Bellers Entwicklungstabelle: Dieser Hauptteil beschreibt detailliert den Aufbau, die Anwendung, die Auswertungslogik der Items sowie die aus den Ergebnissen abgeleiteten Förderstrategien.
5 Resümee: Der Autor reflektiert seine langjährigen Erfahrungen mit dem Verfahren, diskutiert Vor- und Nachteile in der praktischen Anwendung und gibt Anregungen zur Optimierung.
Schlüsselwörter
Beobachtung, Dokumentation, Kuno Beller Entwicklungstabelle, Kita, pädagogische Fachkraft, Entwicklungsprofil, Bildungsbiografie, Sprachförderung, Motivationsprinzipien, Entwicklungsstand, Individualität, Beobachtungssystem, Selbstvertrauen, Kompetenzen, Förderplanung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Beobachtung und Dokumentation von Kindern in Kindertageseinrichtungen unter Verwendung der Kuno Beller Entwicklungstabelle.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Grundlagen des Beobachtens, die Einordnung in ein Beobachtungssystem sowie die praktische Anwendung und Auswertung von Entwicklungstabellen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Eignung und den Nutzen der Entwicklungstabelle von Kuno Beller für die pädagogische Praxis sowie für die individuelle Förderung von Kindern kritisch zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der begleitenden Dokumentation von Praxisbeispielen, um das Verfahren reflektiert darzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Einordnung ins 3-Säulen-Modell, den Aufbau des Instruments, die Auswertungslogik und die Umsetzung pädagogischer Erfahrungsangebote.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Beobachtungsverfahren, pädagogische Professionalität, Entwicklungsprofil, Stärken-Schwächen-Analyse und Förderplanung.
Wie unterscheidet sich die „Basis“ von der „Decke“ in der Anwendung?
Die Basis beschreibt den Entwicklungsbereich, in dem ein Kind alle Aufgaben sicher beherrscht, während die Decke den Punkt markiert, ab dem keine Kompetenzen mehr in diesem Bereich nachweisbar sind.
Welche Rolle spielen die Motivationsprinzipien?
Sie dienen dazu, das Kind erfolgreich zu fördern, indem Stärken mit Schwächen verknüpft werden, um das Selbstvertrauen zu stärken und eine angstfreie Lernumgebung zu schaffen.
- Arbeit zitieren
- Katrin de Beyer (Autor:in), 2014, Das Beobachtungsverfahren. Kuno Bellers Entwicklungstabelle, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337814