Ziel dieser Hausarbeit ist es, die Stellung des Genitivattributs in der deutschen Syntax zu verdeutlichen. Der Begriff Attribut leitet sich von dem lateinischen Verb attribuere ab, welches mit „zuteilen“ oder „als Eigenschaft beilegen“ übersetzt wird. Attribute sind keine selbstständigen Satzglieder, sondern Beifügungen, die abgesehen von dem Prädikat jedes Satzglied erweitern können und von diesem abhängig sind. Sie sind somit nicht spitzenstellungsfähig und ebenfalls in fast allen Fällen alleine nicht frei verschiebbar, sondern nur mit dem Gliedteil, auf das sie sich beziehen. Daher werden sie in vielen Grammatiken als „Stellungsglied“ oder „sekundäres Satzglied“ bezeichnet.
Wolfgang Boettcher verweist darauf, dass nach seiner Auffassung der Begriff „Beifügung“, gemessen an den Möglichkeiten des Ausbaus eines Satzes durch das Attribut, zu unbedeutend klingen würde. Da Nominalgruppen als Attribute zu anderen Nominalgruppen hinzutreten können, können sie einen Satz in seiner Komplexität erheblich steigern. Zudem können diese Attribute wiederum Attribute mit sich führen. Boettcher nennt als Alternative die Begriffe „Gliedteil“ oder „Satzglied-Teil“, den Begriff „Konstituente“ hält er für zu unspezifisch.
Syntaktisch gelten alle Erweiterungen zu einem Nomen als Attribute, semantisch nur die Satzgliedteile, „die sich auf ein prädikatives Verhältnis zurückführen lassen“. Nach dieser Einleitung und einem allgemeinen Überblick über das Attribut in Teil II dieser Hausarbeit bezieht sich Teil III auf das Genitivattribut und seine Unterarten. Dabei werden sowohl die allgemeinen als auch die zusätzlich von Gerhard Helbig und Joachim Buscha definierten Attributarten benannt.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Allgemeines über das Attribut
1. Die Attributarten
2. Das Attribut als Satzglied 2.Ordnung
3. Die Bezugswörter des Attributs
4. Die Stellung des Attributs
III. Das Genitivattribut
1. Die verschiedenen Genitivattributarten
2. Außerdem bei Helbig/Buscha aufgeführt
IV. Abschließende Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht die Stellung und Funktion des Genitivattributs innerhalb der deutschen Syntax. Dabei wird aufgezeigt, wie Attribute allgemein definiert werden, welche Besonderheiten das Genitivattribut aufweist und wie sich dieses durch seine Rekursivität und semantische Vielfalt in den Satzbau einfügt.
- Definition und Klassifizierung von Attributen im Satzgefüge
- Stellungsmöglichkeiten von Attributen (Vorfeld vs. Nachfeld)
- Die Rolle des Genitivattributs als Ausdruck von Besitzverhältnissen
- Rekursivität bei Genitivattribut-Konstruktionen
- Semantische Subklassen des Genitivattributs gemäß verschiedener Grammatiken
Auszug aus dem Buch
III. Das Genitivattribut
Eisenberg schreibt über das Genitivattribut: „Das Attribut ist die Domäne des Genitivs. Während seine Bedeutung als Objektkasus zurückgegangen ist, kann von einem Funktionsverlust als Attribut trotz der Konkurrenz präpositionaler Attribute nicht die Rede sein“24.
Auch Wolfgang Boettcher und Matthias Granzdow-Emden bestätigen, dass Genitivattributkonstruktion vermieden und vermehrt auf Präpositionalattribute ausgewichen wird25. Grandow-Emden weist darauf hin, dass vielen Kindern und Jugendlichen das Genitivattribut aus dem Sprachgebrauch nicht bekannt ist26.
An Unklarheiten, welches das Bezugssubstantiv des Genitivattributs ist, kann dies sicherlich nicht liegen, da es sich nahezu immer auf das nächststehende Substantiv bezieht.
Potentiell kann jedes Substantiv Genitivattribute an sich binden und diese aufgrund seiner syntaktischen Eigenschaften regieren. Dies nennt man die kategorische Rektion27. Somit ist das Attribut dem regierenden Substantiv, das den Kern der Attributkonstruktion ausmacht, nebengeordnet.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff Attribut als nicht-selbstständiges Satzglied und legt das Ziel fest, die spezifische Stellung des Genitivattributs in der deutschen Syntax zu beleuchten.
II. Allgemeines über das Attribut: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene Attributarten, deren Einordnung als Satzglied 2. Ordnung sowie deren Bezugswörter und Stellungsmöglichkeiten im Satz.
III. Das Genitivattribut: Hier wird das Genitivattribut als besonderer Fall analysiert, wobei auf seine Rekursivität, Kasusbesonderheiten und die vielfältigen semantischen Subklassen eingegangen wird.
IV. Abschließende Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass das Genitivattribut trotz syntaktischer Komplexität unverzichtbar ist und durch seine differente Unterteilung ein breites Spektrum in der Syntax abdeckt.
Schlüsselwörter
Genitivattribut, Deutsche Syntax, Attributarten, Satzglied 2. Ordnung, Rekursivität, Nominalgruppe, Helbig/Buscha, Kasusreduktion, Possessiv, Subjektiv, Objektiv, Sprachgebrauch, Kategorische Rektion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung des Genitivattributs und dessen syntaktischer Einbettung im Deutschen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die allgemeine Attributdefinition, die Stellung im Satz sowie eine detaillierte Differenzierung verschiedener Genitivunterarten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Stellung des Genitivattributs innerhalb der deutschen Syntax zu verdeutlichen und dessen syntaktische Eigenschaften zu erläutern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse verschiedener bekannter deutscher Grammatiken und linguistischer Standardwerke.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in allgemeine Charakteristika von Attributen und eine spezifische Untersuchung des Genitivattributs inklusive seiner Unterarten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Genitivattribut, Syntax, Attributarten, Rekursivität und Nominalgruppe.
Was versteht man unter der "kategorischen Rektion"?
Die kategorische Rektion beschreibt die Eigenschaft eines Substantivs, Genitivattribute an sich zu binden und diese syntaktisch zu regieren.
Warum ist das Genitivattribut laut Boettcher ein "sensibler Kasus"?
Er bezeichnet ihn so, da er bei Attributen an spezifische syntaktische Bedingungen gebunden ist und im heutigen Sprachgebrauch teilweise durch Dativ-Konstruktionen ersetzt wird.
Was bedeutet "Rekursivität" in Bezug auf Genitivattribute?
Rekursivität bedeutet, dass eine Nominalgruppe theoretisch unbegrenzt weitere Genitivattribute an sich binden kann, wodurch sehr komplexe Satzstrukturen entstehen.
Wie unterscheidet sich der sächsische Genitiv in der Stellung?
Im Gegensatz zu den meisten anderen Attributen, die im Nachfeld stehen, kann der "sächsische Genitiv" bei artikellosen Eigennamen im Vorfeld stehen.
- Arbeit zitieren
- Katharina Kremer (Autor:in), 2016, Das Genitivattribut in der deutschen Syntax, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338864