Ein wichtiger Bestandteil im Bereich Corporate Social Responsibility (CSR) stellt das Thema der nachhaltigen Unternehmensführung dar. Für den Begriff der Nachhaltigkeit, im ökonomischen Sinne, gibt es bis dato keine allgemein anerkannte Definition, welche den Begriff klar abgrenzt. In einem Bericht der „Weltkommission für Umwelt und Entwicklung“ (WCED) der Vereinten Nationen, aus dem Jahre 1987, wurde jedoch der Versuch unternommen, den Begriff zumindest grob zu umreißen. Hiernach geht es bei der unternehmerischen Nachhaltigkeit vor allem darum, die zukünftigen Generationen, hinsichtlich der Lebensqualität, nicht schlechter zu stellen als gegenwärtige Generationen. Ziel ist es, laut diesem Bericht, also eine Gerechtigkeit zwischen den Generationen zu gewährleisten.
Durch ein stetig wachsendes öffentliches Interesse an genau diesem Thema wird es für Unternehmen immer wichtiger, eine nachhaltige Ausrichtung ihres Unternehmens auch nachweisen zu können. Hierbei bietet eine fundierte Nachhaltigkeitsberichterstattung die wohl beste Möglichkeit diesem Interesse nachzukommen.
Die folgende Ausarbeitung gliedert sich im Wesentlichen in zwei große Blöcke. In dem ersten Block werden vor allem allgemeine theoretische Grundlagen, zum Thema der Nachhal-tigkeitsberichterstattung bei Unternehmen, vermittelt. Hierbei werden zunächst die Ursachen und die Gründe für eine Nachhaltigkeitsberichterstattung aufgezeigt. Anschließend werden die Leitlinien der „Global Reporting Initiative“ (GRI) definiert und ausführlich erläutert.
Der zweite Block beschäftigt sich im Wesentlichen mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung der Linde Group. Hierfür wird als Erstes das Unternehmen Linde in einem kurzen Überblick vorgestellt, um dann anschließend den Nachhaltigkeitsbericht der Unternehmung aus dem Jahre 2013 kritisch zu durchleuchten. Hierbei soll vor allem die Leitfrage geklärt werden, ob die Linde Group, wie von ihr selbst angegeben, die strengen Standards der GRI auch wirklich einhält. Abschließend folgt eine Zusammenfassung der Ausarbeitung, in der die wesentlichen Ergebnisse präsentiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen
2.1 Zielgruppen einer Nachhaltigkeitsberichterstattung
2.2 Ursachen und Motive für eine Nachhaltigkeitsberichterstattung
2.3 Die Global Reporting Initiative (GRI)
2.3.1 GRI im Überblick
2.3.2 Die GRI- Leitlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung
3. Nachhaltigkeitsbericht der Linde Group
3.1 Das Unternehmen Linde im Überblick
3.2 Linde Group und CSR
3.3 Beurteilung des Nachhaltigkeitsberichts von 2013
3.3.1 Allgemeine Standardangaben
3.3.2 Spezielle Standardangaben
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Qualität und Konformität des Nachhaltigkeitsberichts 2013 der Linde Group im Hinblick auf die internationalen Standards der Global Reporting Initiative (GRI). Ziel ist es zu analysieren, inwieweit das Unternehmen die geforderten Indikatoren erfüllt und wie transparent Linde mit Lücken in der Berichterstattung umgeht.
- Theoretische Grundlagen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung
- Funktionsweise und Anforderungen der GRI-Leitlinien
- Unternehmensprofil und CSR-Strategie der Linde Group
- Kritische Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts 2013
- Bewertung der Berichtsqualität mittels GRI-Index
Auszug aus dem Buch
2.1 Zielgruppen einer Nachhaltigkeitsberichterstattung
Die Hauptzielgruppen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung eines Unternehmens finden sich vor allem unter den so genannten „Stakeholdern“ wieder. Hierbei benutzte das Stanford Research Institute bereits 1963, zum wohl ersten Mal, den Begriff des Stakeholder, zu Deutsch Anspruchsgruppe. Dieser Begriff stellt in erster Linie den Gegenpol zu dem Begriff des „Shareholder“, zu Deutsch Anteilseigner, dar. Mit Anteilseignern sind die Eigenkapitalgeber eines Unternehmens gemeint, in den meisten Fällen also die Aktionäre, die aus verschiedensten Gründen an einem Unternehmen partizipieren möchten. Unter dem Überbegriff des Stakeholders verbergen sich die verschiedensten unternehmensinternen, als auch unternehmensexternen Anspruchsgruppen. Zu den unternehmensinternen Anspruchsgruppen zählen insbesondere die Mitarbeiter, aber auch die Eigentümer selbst. Zu den unternehmensexternen Anspruchsgruppen gehören zum Beispiel die Lieferanten, die Kunden, die Gläubiger, aber auch der Staat. All diese Anspruchsgruppen können ein hohes Interesse an der Nachhaltigkeitsberichterstattung von einem Unternehmen haben. Welche Anspruchsgruppen ein Interesse an dem Bericht haben, kann von Branche zu Branche und von Unternehmen zu Unternehmen stark variieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Es wird die Relevanz nachhaltiger Unternehmensführung für die heutige Wirtschaft aufgezeigt und das Ziel formuliert, den Nachhaltigkeitsbericht der Linde Group kritisch zu prüfen.
2. Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Hintergründe, Stakeholder-Interessen, Beweggründe für Unternehmen sowie die Struktur und Funktion der GRI-Leitlinien.
3. Nachhaltigkeitsbericht der Linde Group: Linde wird als Unternehmen porträtiert und sein CSR-Engagement sowie der Nachhaltigkeitsbericht 2013 werden anhand der GRI-Standards detailliert analysiert und bewertet.
4. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass Linde zwar enorme Anstrengungen im CSR-Bereich unternimmt, bei der Anwendung der GRI-Indikatoren jedoch spezifische Lücken aufweist, die teils begründet werden konnten.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeitsberichterstattung, Corporate Social Responsibility, Linde Group, Global Reporting Initiative, GRI, Stakeholder, Nachhaltigkeit, Berichtsqualität, G4-Leitlinien, Standardangaben, Leistungsindikatoren, Umweltengagement, Unternehmensführung, CSR-Fallstudien, Transparenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Nachhaltigkeitsberichterstattung eines global agierenden Unternehmens im Kontext internationaler Standards.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die theoretischen Motive für CSR, die Erläuterung der GRI-Leitlinien und die praktische Anwendung dieser auf den Konzern Linde.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die kritische Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts 2013 der Linde Group, um festzustellen, inwieweit die vorgegebenen GRI-Standards eingehalten werden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine deskriptive Theorieanalyse kombiniert mit einer kritischen Inhaltsanalyse der offiziellen Berichterstattung von Linde durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Detaillierung der GRI-Standardangaben und deren Abgleich mit dem tatsächlichen Inhalt des Linde-Nachhaltigkeitsberichts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Nachhaltigkeitsberichterstattung, GRI, Stakeholder, Linde Group, CSR und Leistungsindikatoren.
Wie wurde die hohe Auszeichnung für den Bericht von Linde vergeben?
Linde erhielt die Note „A+“, was auf eine vollständige GRI-Indikatorenabdeckung und eine externe Prüfung durch die KPMG AG zurückzuführen ist.
Welche Lücken wurden bei der Berichterstattung identifiziert?
Insbesondere im Bereich der speziellen ökologischen und gesellschaftlichen Leistungsindikatoren gab es Lücken, beispielsweise bei Kennzahlen zu Ureinwohnern oder spezifischen Umweltdaten.
- Quote paper
- Steven Braun (Author), 2014, Nachhaltigkeitsberichterstattung am Beispiel von Linde, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339180