Posttraumatische Belastungsstörungen. Umgang mit Betroffenen Afghanistan Heimkehrern in der Bundesrepublik Deutschland


Hausarbeit, 2013

15 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung der Arbeit

1. Einleitung

2. Der Afghanistankrieg
2.1 Deutschland im Afghanistaneinsatz

3. Posttraumatische Belastungsstörung
3.1 Definition Posttraumatische Belastungsstörung
3.2 Anzahl PTBS-Betroffene
3.2.1 Anzahl PTBS-Betroffene in der Bundeswehr

4. Behandlung PTBS-Traumatisierter
4.1 Prävention
4.2 Betreuungsmaßnahmen durch den Sozialdienst der Bundeswehr
4.3 Maßnahmen zur Betreuung von Angehörigen, Reservisten und Hinterbliebenen

5. Kritik

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Zusammenfassung der Arbeit

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Betreuung und Behandlung deutscher Soldaten die aus dem Afghanistankonflikt in die Heimat zurückkehren. Der Afghanistankonflikt ist nicht zuletzt aufgrund der gestiegenen Bedrohungslage und vermehrter Opfer seit Beginn der Operation im Fokus der Medien geblieben. Doch über die Probleme der Heimkehrer wurde lange Zeit kaum berichtet bzw. bestand hierzu auch kaum öffentliches Interesse.

Dies hat sich jedoch seit einer massiven Steigerung der an Posttraumatischen Belastungsstörungen erkrankten Soldaten schlagartig gewandelt. Doch trotz des aufgekommenen medialen Interesses fällt es immer noch schwer, sich ein genaues Bild über die Betreuung und Behandlung der Afghanistanheimkehrer zu schaffen.

Um dies zu ermöglichen wird nach einer kurzen Einleitung zuerst ein Überblick über den Afghanistankrieg und hierbei speziell über das deutsche Engagement dort geschaffen. Anschließend erfolgt eine Definition des Begriffes Posttraumatische Belastungsstörung sowie ein Überblick über die Anzahl der Betroffenen in der Bundeswehr.

Nach diesen grundlegenden Erklärungen erfolgt die Beschreibung der Behandlung PTBS-Traumatisierter in der Bundeswehr. Hierzu werden zuerst die Angebote der Prävention vorgestellt, anschließend die Betreuungsmaßnahmen durch den Sozialdienst der Bundeswehr und im folgenden die Maßnahmen zur Betreuung von Angehörigen, Reservisten und Hinterbliebenen.

Am Ende der Arbeit folgt dann eine Vorstellung der Kritiken am Behandlungskonzept der Bundeswehr, sowie ein Fazit.

Um die Arbeit lesbar und übersichtlich zu gestalten, wird im Verlauf auf eine Geschlechtsdifferenzierende Sprache verzichtet.

1. Einleitung

Die Bedrohungslage für deutsche Bundeswehrsoldaten im Afghanistaneinsatz ist in den letzten Jahren drastisch gestiegen. So sind immer häufiger Meldungen von schweren Anschlägen oder Gefechten zu hören, in die deutsche Truppen verwickelt waren. Hierbei kommt es auch immer wieder zu verletzten oder gar getöteten Soldaten.

Doch neben diesen physischen Verletzungen, kehren auch immer mehr Soldaten in die Heimat zurück, die durch die teilweise traumatisierenden Ereignisse im Einsatz dort psychisch verletzt wurden.

Die Rede ist hierbei von der Posttraumatischen Belastungsstörung. Durch die häufigen und starken Eindrücke von Leid, Verwundung und Tod gezeichnet, entwickeln etliche heimkehrenden Angehörigen der Bundeswehr diese psychische Erkrankung. Doch die geleistete Unterstützung für die Betroffenen und ihre Angehörigen bleibt strittig. So ist in den deutschen Medien immer wieder deutliche Kritik an der Art der Unterstützung für die Erkrankten zu hören.

Um aber überhaupt das Betreuungs- und Behandlungskonzept beurteilen zu können, muss im Folgenden aber zunächst einmal ein Überblick über den Konflikt, der sich in Afghanistan abspielt geschaffen werden.

2. Der Afghanistankrieg

Der momentan immer noch stattfindende Afghanistaneinsatz begann als Reaktion auf die Anschläge am 11. September 2001 in den USA. Hier wurden mittels vier koordinierter Flugzeugentführungen, Selbstmordattentate verübt, die sowohl wichtige zivile Ziele wie das World Trade Center, aber auch militärische Ziele, wie etwa das Pentagon trafen. Als Reaktion auf die Weigerung der Taliban den mutmaßlichen El-Kaida-Drahtzieher, Osama Bin Laden auszuliefern begann am 7. Oktober 2001 die Operation „Enduring Freedom“. Das Ziel dieser Operation war es, die seit 1996 herrschende Taliban-Regierung zu stürzen und die Terrororganisation al-Qaida zu bekämpfen.

Nach dem Sturz der Islamisten wurde im Januar 2004 mittels einer „Loja Dschirga“ eine neue Verfassung beschlossen worauf als Folge im Oktober 2004 bei der ersten freien Wahl Karsai zum Präsidenten gewählt wurde. Im Juli 2011 begann die Übergabe der Verantwortung an die afghanischen Sicherheitskräfte. Die sogenannte Transition soll Ende 2014 mit dem Abzug der Nato-Kampftruppen abgeschlossen sein. Danach soll nach den Willen der Afghanen weiterhin eine strategische Partnerschaft mit den USA bestehen bleiben. Auch soll der Aussöhnungskurs mit den Taliban fortgesetzt werden.

Ein weiterer bedeutender Schritt im Zusammenhang mit dem Afghanistankrieg war am 2. Mai 2011 die Tötung von Osama Bin Laden durch US-Spezialkräfte in Pakistan. (vgl. Frankfurter Rundschau 2011)

2.1 Deutschland im Afghanistaneinsatz

Die Darstellung der Geschichte des deutschen Teils des Afghanistaneinsatzes erfolgt verkürzt und auf die wichtigsten Geschehnisse beschränkt, da eine volle Ausführung dieser den Rahmen der Arbeit sprengen würde. Ebenfalls werden die einzelnen Verlängerungen des deutschen Mandats nicht erwähnt, da dieses letztmals am 31. Januar 2013 um weitere 12 Monate bis zum 28. Februar 2014 verlängert wurde.

Der Einsatz der Bundeswehr selbst begann am 2. Januar 2002, als das Vorauskommando der ISAF in Kabul eintraf. Die Grundlage hierfür bildete das am 22. Dezember erlassene Mandat für die deutsche Beteiligung am ISAF-Einsatz auf Basis der Resolution 1386 der Vereinten Nationen. Am 14. Januar beteiligten sich dann erstmals deutsche Soldaten an Patrouillen in Kabul und nahmen somit aktiv am Afghanistaneinsatz teil.

Am 6. März 2002 kommt es dann zu den ersten toten deutschen Soldaten. Bei dem Versuch Flugabwehrraketen sowjetischer Bauart zu entschärfen sterben zwei deutsche und drei dänische Soldaten, weitere werden schwer verletzt.

Kurz darauf übernimmt Deutschland die taktische Führung der multinationalen Brigade in Kabul, während Großbritannien die Führung der Gesamtoperation behält.

Am 21. Dezember 2002 kommt es dann zu den nächsten toten deutschen Soldaten in Afghanistan. Während eines Erkundungsflugs über Kabul sterben sieben Bundeswehrangehörige als ihr Hubschrauber des Typs CH-53 abstürzt.

Im Jahr 2003 wird Deutschland zusammen mit den Niederlanden zur Lead-Nation in Afghanistan, ISAF-Kommandeur wird der deutsche Generalleutnant Norbert van Heyst. Während des Jahres 2003 sterben bei verschiedenen Zwischenfällen 5 deutsche Soldaten und über 30 wurden schwer verletzt. Ebenfalls erweiterte der Deutsche Bundestag das Mandat für den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Damit wurden die Voraussetzungen für die Provincial Reconstruction Team`s (PRT), also die regionalen Wiederaufbauteams, geschaffen. Im Jahr 2005 kommt es dann wieder zu einem Zwischenfall, bei einer Munitionsexplosion in Rustaq, etwa 120 Kilometer nordöstlich von Kunduz, werden zwei Bundeswehrsoldaten getötet und drei weitere sowie mehrere Afghanen verletzt. Ebenfalls wird in diesem Jahr die Personalobergrenze der Bundeswehr auf 3.000 Soldaten aufgestockt. Ferner können von da an deutsche ISAF-Soldaten nicht nur in der Nordregion und Kabul, sondern auch in anderen Landesteilen Afghanistans eingesetzt werden.

Im Jahr 2007 sterben dann drei weitere Bundeswehrsoldaten bei einem Selbstmordanschlag im Stadtzentrum von Kunduz.

Am 1. Juli 2008 übernimmt Deutschland die Verantwortung für die Quick Reaction Force (QRF) des Regionalkommandos Nord in Afghanistan von den Norwegern. Ab diesen Zeitpunkt steigt das Risiko für gefallene und getötete deutsche Soldaten rapide an, da die QRF überall dort zum Einsatz kommt, wo Koalitionstruppen aufgrund der Lage Unterstützung benötigen. Weiterhin sterben bei Anschlägen im Jahr 2008 insgesamt 3 deutsche Soldaten.

Betrachtet man die offizielle Berichtserstattung der Bundeswehr in ihrem Internetauftritt fällt auf, dass nun im Jahr 2009 erstmals nicht mehr von getöteten, sondern von gefallenen Soldaten die Rede ist. Im selben Jahr starben in Folge von Anschlägen, Unfällen und Gefechten 4 deutsche Soldaten.

Am 26. Februar 2010 wird die Mandatsobergrenze auf 5.350 Soldaten erhöht. Davon sind 350 als flexible Reserve vorgesehen. Das Jahr 2010 zählt mit 8 gefallenen Soldaten auch zu einem der Verlustreichsten im Verlauf des Afghanistaneinsatzes. Im darauf folgenden Jahr beteiligte sich Deutschland zusätzlich mit bis zu 300 Soldaten und AWACS-Flugzeugen an der bereits bestehenden Afghanistanmission. Im Jahr 2011 fielen insgesamt 7 deutsche Soldaten.

Kurz darauf beginnt 2012 der Rückzug der deutschen Truppen aus etlichen Landesteilen. So wird etwa das Feldlager Faisabad verlassen sowie der Außenposten Hazrat-e-Sultan. (vgl. Bundeswehr 2013)

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Posttraumatische Belastungsstörungen. Umgang mit Betroffenen Afghanistan Heimkehrern in der Bundesrepublik Deutschland
Hochschule
Katholische Stiftungsfachhochschule München
Veranstaltung
Modul 2.9: Sozialpolitik und Sozialleistungssysteme - Sozialstaat Deutschland und Sozialraum Europa
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
15
Katalognummer
V339867
ISBN (eBook)
9783668296688
ISBN (Buch)
9783668296695
Dateigröße
458 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
posttraumatische, belastungsstörungen, umgang, betroffenen, afghanistan, heimkehrern, bundesrepublik, deutschland
Arbeit zitieren
Maximilian Klopf (Autor), 2013, Posttraumatische Belastungsstörungen. Umgang mit Betroffenen Afghanistan Heimkehrern in der Bundesrepublik Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339867

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