In der ersten Phase des Recruitings und der Auswahl geeigneter Bewerberin oder Bewerber für den Ausbildungsplatz zum Notfallsanitäter / Notfallsanitäterin ist das Erstellen eines Anforderungsprofils Teil strukturierter Vorgehensweise.
In dieser Arbeit werden Anforderungskriterien der Vorauswahl, spezielle, fachliche und soziale Skills, sowie
Persönlichkeitsmerkmale erläutert und bewertet. Ein Abgleich mit gesetzlichen Anforderungen und Stand der wissenschaftlichen Praxis in der Eignungsdiagnostik wird vorgenommen. Um den Ausbildenden direkt in die nächste Phase der Bewerberauswahl überleiten zu können, werden mögliche eignungsdiagnostische Verfahren zu den einzelnen Anforderungen genannt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Überblick
2 Methodik beim Vorgehen in der Bewerberauswahl
2.1 Erste Phase der Bewerberauswahl: Grundlage schaffen
2.2 Zweite Phase der Bewerberauswahl: Informationen vermitteln
2.3 Dritte Phase der Bewerberauswahl: Selektieren
2.4 Vierte Phase der Bewerberauswahl: Realitätstest zur Vermeidung von Frühfluktuation
2.5 Aufgabenverteilung im föderalen System einzelner Bundesländer
3 Ziele
4 Das Anforderungsprofil
4.1 Mindest- Höchst- Negativprofile
4.2 Branchenübergreifende Grundkategorien des Anforderungsprofiles für Ausbildungsplätze
4.3 Zugangsvoraussetzungen, Vorbildung und sachlicher Vorgaben
4.3.1 Gesetzlich abhängige Faktoren
4.3.2 Anforderungen Kompatibilität des Bewerbers zu organisatorischen Belangen als in/out Kriterien
4.3.3 Anforderungen Kompatibilität des Bewerbers zu organisatorischen Belangen als bewertbare Kriterien
4.3.4 Anforderungen zum psychologischen Leistungsmerkmal Sprachverständnis
4.3.5 Anforderungen zum Leistungsmerkmal mathematisches Verständnis
4.4 Anforderungen an und durch Spezial und Fachkenntnisse
4.5 Anforderungen an soziale Skills
4.6 Anforderungen an Persönlichkeitsmerkmale
5 Durchführungshilfen Anforderungsprofil
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, Praxisanleitern und in den Auswahlprozess involvierten Personen einen strukturierten Handlungsvorschlag zur Gestaltung eines Anforderungsprofils für die Ausbildung zum Notfallsanitäter an die Hand zu geben, um so die Qualität der Bewerberauswahl zu erhöhen und Fehleinschätzungen zu minimieren.
- Strukturierung des Auswahlprozesses in vier Phasen
- Rechtliche Grundlagen und deren Einfluss auf Anforderungsprofile
- Kategorisierung von Anforderungen (Mindest-, Höchst- und Negativprofile)
- Eignungsdiagnostische Bewertungsmethoden für Fach- und soziale Kompetenzen
- Integration von Persönlichkeitsmerkmalen in den Auswahlprozess
Auszug aus dem Buch
4.1 Mindest- Höchst- Negativprofile
Für ein, den Ausbildungsgang Notfallsanitäter betreffendes, funktionales Anforderungsprofil, empfiehlt der Verfasser eine Zusammenfassung der von Prof. Dr. Weuster definierten Profiltypen (Weuster, 2004, 2012 S.38 f.) in einem Anforderungsprofil:
Mindestprofil.
In ihm werden nach Weuster die „unverzichtbaren Musskriterien“ oder „Knock-out Kriterien“ definiert, die ein Bewerber erfüllen muss, um in die Auswahl zu gelangen. Die qualitativen Anforderungen des Mindestprofils werden zwangsläufig dem Verhältnis »Angebot-Nachfrage« angepasst. Kann mit hoher Bewerberzahl gerechnet werden, so kann das Mindestprofil nach oben korrigiert werden.
Höchstprofil:
Dieses beschreibt die Grenzen zu Überqualifikation. Prof. Weuster gibt zu bedenken, dass „Überkönnen“ ein „Unterwollen“ erzeugen kann, und der überdurchschnittlich qualifizierte Bewerber nicht unbedingt der geeignetste ist (vgl.ebd., S.39). Auf den Ausbildungsgang Notfallsanitäter bezogen scheint es dem Verfasser sogar angeraten, Bildungsprofile, welche über die Zugangsvoraussetzungen gemäß NotSanG hinausgehen, regelhaft auf die Existenz eines Studienwunsches bereits zum Bewerbungszeitpunkt zu hinterfragen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Überblick: Das Kapitel führt in das Berufsfeld des Notfallsanitäters ein und verdeutlicht die Notwendigkeit einer strukturierten Bewerberauswahl vor dem Hintergrund hoher Ausbildungskosten und demografischer Entwicklungen.
2 Methodik beim Vorgehen in der Bewerberauswahl: Es werden vier Phasen definiert, die von der Profilerstellung über die Information und Selektion bis hin zum Realitätstest reichen, um eine zielführende Personalauswahl zu gewährleisten.
3 Ziele: Hier wird der Zweck der Arbeit als Praxisanleitung dargelegt, die insbesondere Praxisanleitern helfen soll, trotz begrenzter Ressourcen ein valides Auswahlverfahren zu etablieren.
4 Das Anforderungsprofil: Dieses zentrale Kapitel behandelt detailliert die Erstellung von Mindest-, Höchst- und Negativprofilen, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die Kategorisierung von fachlichen, sozialen und persönlichen Anforderungen.
5 Durchführungshilfen Anforderungsprofil: Das Kapitel bietet praktische Vorlagen und Matrizen für die Anwendung der in Kapitel 4 entwickelten Kriterien in der Personalauswahl.
6 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass ein systematisches Anforderungsprofil trotz der Notwendigkeit für empathische Einschätzungen unerlässlich für die langfristige Fachkräftesicherung im Rettungsdienst ist.
Schlüsselwörter
Notfallsanitäter, Anforderungsprofil, Bewerberauswahl, Eignungsdiagnostik, Praxisanleiter, NotSanG, Personalauswahl, Ausbildung, soziale Skills, Persönlichkeitsmerkmale, Auswahlverfahren, Fachkompetenz, Personalführung, Berufsqualifikation, Rettungsdienst.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Erstellung eines strukturierten Anforderungsprofils als Grundlage für die Rekrutierung und Auswahl von Auszubildenden im Berufsfeld Notfallsanitäter.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Zu den zentralen Themen gehören die Methodik der Bewerberauswahl, rechtliche Rahmenbedingungen wie das NotSanG und das AGG, sowie die Definition von fachlichen und persönlichen Anforderungskriterien.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Ziel ist es, Praxisanleitern und Verantwortlichen eine praxistaugliche Anleitung zur Verfügung zu stellen, um eine zielgerichtete und qualifizierte Auswahl von Auszubildenden zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf die Analyse aktueller fachwissenschaftlicher Literatur, rechtlicher Bestimmungen sowie auf die langjährige praktische Erfahrung des Verfassers im Personalmanagement.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodischen Phasen des Auswahlprozesses, die detaillierte Definition von Anforderungsprofilen sowie die praktische Umsetzung durch Bewertungshilfen und Matrizen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Notfallsanitäter, Anforderungsprofil, Bewerberauswahl, Eignungsdiagnostik und Praxisanleitung.
Wie geht der Autor mit dem Thema "Jugendliche Bewerber" um?
Der Autor diskutiert die Herausforderungen bei der Einstellung von Jugendlichen unter Berücksichtigung des Jugendarbeitsschutzgesetzes und schlägt spezifische Anpassungen der Anforderungswerte vor.
Welche Bedeutung haben rechtliche Anforderungen im Auswahlprozess?
Rechtliche Vorgaben wie das NotSanG und das AGG bilden das Fundament. Der Autor betont, dass eine strukturierte Dokumentation notwendig ist, um Diskriminierungsvorwürfe zu vermeiden und rechtssicher zu agieren.
- Arbeit zitieren
- Andreas Hübner (Autor:in), 2016, Anforderungsprofil im einstellungsdiagnostisch orientierten Rekrutierungs- und Auswahlverfahren zum Ausbildungsplatz des Berufsfeldes Notfallsanitäter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339968