Die Arbeit beantwortet die Frage, inwiefern der 11. September 2001 die öffentliche Meinung in der westlichen Welt in ihrer Struktur verändert hat. Es wird die Hypothese aufgestellt, dass das Zusammenfallen von medialer Durchdringung, sofortiger Verfügbarkeit der Bilder und der Existenz demokratischer Kommunikationskanäle die Veränderung der Struktur der öffentlichen Meinung begünstigt.
Um diese Hypothese zu belegen, wird in dieser Arbeit folgender Ablauf beschrieben. Zunächst wird der Begriff der öffentlichen Meinung abgegrenzt und genauer beschrieben. Dazu werden speziell die Medien und ihre veränderte Rolle betrachtet (Kapitel 2.1). Anschließend wird die Unterteilung in das „Davor“ (Kapitel 2.2) und das „Da-nach“ (Kapitel 2.4) unternommen. Um den Schnitt nachvollziehen zu können, wird außerdem die öffentliche Meinung und die Darstellung in den Medien in der Zeit „während“ des 11. Septembers betrachtet, also in den Momenten der unmittelbaren Berichterstattung (Kapitel 2.3). Um die Veränderungen nachvollziehen zu können, wird die Zeit nach dem 11. September wiederum unterteilt: in die neue Macht der Nutzer (2.4.1), die neue Macht der Bilder (2.4.2) sowie die Allgegenwärtigkeit der Medien (2.4.3). Ein zusammenfassendes Kapitel stellt den Bezug zu Nine Eleven wieder her (Kapitel 2.4.4). Im dritten Kapitel folgt der Bezug zur aktuellen Zeit. Dazu wird ein Fallbeispiel zu zweien der in Kapitel 2.4 betrachteten Bereiche gewählt und erläutert, nämlich dem Internet als schnellstes Medium der Berichterstattung (Kapitel 3.1) sowie YouTube als alternativem Nachrichtensender (Kapitel 3.2).
Der 11. September 2001 ist für alle bis kurz vor der Jahrtausendwende Geborenen ein Ereignis, das sich für immer in das Gedächtnis gebrannt hat. Die neue Qualität terroristischer Anschläge hat zu einer Zeitenwende in der Politik beigetragen, in der in die beiden Zeitabschnitte „vor dem 11. September“ und „nach dem 11. September“ unterteilt wird.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. NINE ELEVEN UND DIE ÖFFENTLICHE MEINUNG
2.1 WAS IST ÖFFENTLICHE MEINUNG?
2.2 ÖFFENTLICHE MEINUNG IN DEN MEDIEN VOR NINE ELEVEN
2.3 NINE ELEVEN – LIVE IN DEN MEDIEN
2.4 ÖFFENTLICHE MEINUNG IN DEN MEDIEN NACH NINE ELEVEN
2.4.1 Die neue Macht der Nutzer
2.4.2 Die neue Macht der Bilder
2.4.3 Die Allgegenwärtigkeit der Massenmedien
2.4.4 Die neue Qualität der öffentlichen Meinung
3. AKTUELLE BEISPIELE DER NEUEN STRUKTUR DER ÖFFENTLICHEN MEINUNG
3.1 DAS INTERNET WEIß ES ZUERST
3.2 YOUTUBE ALS ALTERNATIVER NACHRICHTENSENDER
4. FAZIT UND AUSBLICK
5. LITERATURVERZEICHNIS
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwiefern die Terroranschläge vom 11. September 2001 die Struktur der öffentlichen Meinung in der westlichen Welt nachhaltig verändert haben. Im Fokus steht die Hypothese, dass das Zusammenspiel von medialer Durchdringung, der sofortigen Verfügbarkeit von Bildern und neuen digitalen Kommunikationskanälen diese Transformation maßgeblich begünstigt hat.
- Wandel der öffentlichen Meinung durch das Internet
- Rolle der Massenmedien bei Live-Berichterstattungen
- Einfluss der "Macht der Bilder" auf die Wahrnehmung
- Bürgerjournalismus und alternative Nachrichtenquellen (YouTube, Twitter)
- Transformation von Medienrezipienten zu Medienproduzenten
Auszug aus dem Buch
2.3 Nine Eleven – Live in den Medien
„Nie zuvor in der Geschichte war ein Ereignis so häufig in Bildern und dazu erstmals in ‚realtime’ festgehalten worden wie am 11. September.“ Paul deutet damit die zwei wesentlichen Faktoren an, die Nine Eleven zu einer Medienzäsur gemacht haben: das Live-Ereignis und das Bildhafte. Beide sollen erst getrennt voneinander und anschließend in Verbindung miteinander betrachtet werden.
Bereits eine gute Minute nach dem Einschlag des ersten Flugzeuges beginnt der erste Fernsehsender in New York mit der Live-Berichterstattung mit Bildern des brennenden World Trade Centers, weitere Sender folgen nur Minuten später. So wurden die Fernsehzuschauer live Zeugen, wie das zweite Flugzeug in den zweiten Turm flog. Die Live-Berichterstattung lässt die Entfernungen auf dem Globus zusammenschrumpfen: das Attentat geschieht nicht nur in New York, sondern auch „bei uns zu Hause“.
Die Unmittelbarkeit der Ereignisse ist neu. Sie trifft aber nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Journalisten an sich, die mit dieser Situation erst einmal umgehen müssen. Sie sollen die Aufgabe erfüllen, das Geschehen zu ordnen und zu erklären – dabei trifft es sie genauso unerwartet wie alle anderen. Es kann angenommen werden, dass durch den Druck, sofort und umfassend berichten zu müssen, es vermehrt zu Falschmeldungen kommt. So überträgt Theweleit den Sachverhalt folgendermaßen: „[...] dies Metier der heißen Nadel hat viele Tücken; nichts strotzt so von Fehlern wie Fußballberichte und Filmkritiken“, zwei Bereiche, in denen es ebenfalls auf prompte Berichterstattung ankommt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Hinführung zum Thema, Darstellung der Relevanz des 11. Septembers als Zäsur und Formulierung der Forschungsfrage zur veränderten Struktur öffentlicher Meinung.
2. NINE ELEVEN UND DIE ÖFFENTLICHE MEINUNG: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff der öffentlichen Meinung und Analyse der Auswirkungen der Terroranschläge auf die mediale Berichterstattung und Nutzerbeteiligung.
3. AKTUELLE BEISPIELE DER NEUEN STRUKTUR DER ÖFFENTLICHEN MEINUNG: Konkrete Fallstudien zu Internet-Plattformen und YouTube, die den Wandel vom Konsumenten zum Produzenten von Nachrichten verdeutlichen.
4. FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenführung der Ergebnisse, Bestätigung der Hypothese zur strukturellen Veränderung und Einschätzung künftiger Entwicklungen im digitalen Medienzeitalter.
5. LITERATURVERZEICHNIS: Auflistung der verwendeten akademischen Quellen und Online-Ressourcen.
Schlüsselwörter
11. September, öffentliche Meinung, Massenmedien, Internet, Nine Eleven, Bürgerjournalismus, Mediatisierung, Bildermacht, Live-Berichterstattung, Web 2.0, Strukturwandel, soziale Medien, Journalismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie die Ereignisse des 11. Septembers 2001 als Medienereignis die Struktur der öffentlichen Meinung verändert haben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören der Einfluss der Massenmedien, die neue Rolle der Internetnutzer als Produzenten und die manipulative Macht von Bildern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob die Terroranschläge und die gleichzeitige technische Entwicklung des Internets zu einer nachhaltigen Veränderung der öffentlichen Meinungsbildung geführt haben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine theoretische Analyse auf Basis medien- und kommunikationswissenschaftlicher Literatur sowie aktueller Fallbeispiele aus dem Internet durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der öffentlichen Meinung definiert, die mediale Darstellung vor, während und nach dem 11. September verglichen sowie der Wandel durch Social Media und YouTube beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Nine Eleven", "Öffentliche Meinung", "Strukturwandel", "Bürgerjournalismus" und "Mediatisierung" geprägt.
Inwiefern hat das Internet die Rolle der Massenmedien verändert?
Durch das Internet ist der Medienrezipient zum Produzenten geworden, wodurch etablierte Medien ihren Status als alleinige Informationsinstanz verloren haben und nun mit individuellen Nutzersichten konkurrieren.
Welche Rolle spielen alternative Nachrichtensender wie YouTube?
Sie ermöglichen es Akteuren, Informationen ungefiltert und ohne etablierte journalistische Gatekeeper an eine breite Öffentlichkeit zu verbreiten, bieten aber auch Raum für Verschwörungstheorien.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2015, Der 11. September in den Medien. Die öffentliche Meinung vor, während und nach Nine Eleven, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341119