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Die Ritter Kalogrenant und Keie als Vertreter des ritterlichen Tugendsystems im "Iwein"

Title: Die Ritter Kalogrenant und Keie als Vertreter des ritterlichen Tugendsystems im "Iwein"

Intermediate Examination Paper , 2003 , 29 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nina Meyer (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Einleitung

Der um 1200 entstandene „Iwein“- Roman ist einer der zentralen Texte der mittelalterlichen Literatur und ist neben dem „Erec“ der früheste deutsche Artusroman. Die „Iwein“-Forschung weist mehrere Schwerpunkte auf, wobei jedoch das Verhältnis der Nebenfiguren der Artusritter Kâlogrenant und Keie zur Artusgesellschaft nur nebenbei beleuchtet wird.1 Die Untersuchung dessen scheint jedoch nicht unwichtig. So lässt die Lektüre des „Iwein“- Romans Zweifel an der legitimen Zugehörigkeit der Ritter zur Elite des Artushofes aufkommen. Da der „Iwein“ als erster Text gilt, bei dem die Idealität des Artushofes in Frage gestellt wurde2, stellt sich u.a. die Frage ob die Kâlogrenant und Keie-Darstellung dazu beiträgt.

Ziel dieser Hausarbeit ist es, zunächst das Verhältnis der Artusritter Kâlogrenant und Keie zur Artusgesellschaft zu durchleuchten und dabei zu klären, ob die Zugehörigkeit der beiden Ritter zur Artusgesellschaft eine Legitimierung erfährt und daraufhin mögliche Funktionen sowie Interpretationen der Kâlogrenant und Keie-Darstellung vorzustellen. Hierzu werde ich in Kapitel 2 zunächst mithilfe des „Iwein“-Prologs in Grundzügen das ritterliche Tugendsystem der Artusgesellschaft darlegen, wobei ich dessen Bestehen voraussetze und im Umfang meiner Hausarbeit nicht diskutieren werde. Dies dient als Grundlage, um in Kapitel 3 die Bewertung Kâlogrenants und Keies als legitime oder nichtlegitime Artusritter vorzunehmen. Auf der Basis meiner Ergebnisse werde ich im darauf folgenden Kapitel mögliche Funktionen und Interpretationen der beiden Ritter-Darstellungen aufzeigen. Im letzten Kapitel werde ich ein allgemeines Fazit ziehen. In erster Linie gründet diese Hausarbeit auf die Ausführungen Ottfried Ehrismanns in „Ehre und Mut, Âventiure und Minne, hö fische Wortgeschichten aus dem Mittelalter“. Für weitere verwendete Literatur verweise ich auf das Literaturverzeichnis.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Artusgesellschaft und das ritterliche Tugendsystem

2.1 künec Artûs der guote

2.1.1 Begriffsbestimmung

2.1.1.1 êre

2.1.1.2 âventiure – die ritterliche Bewährung

3. Kâlogrenant und Keie und die Artusgesellschaft

3.1 Der Artusritter Kâlogrenant

3.1.1 Die ritterliche Bewährung Kâlogrenants?

3.1.1.1 Der Weg zur Quelle

3.1.1.2 Die Quelle

3.1.2 Die Bewertung Kâlogrenants

3.2 Der Truchsess Keie

3.2.1 Die Streitrede

3.2.2 Der Zug zum Brunnen: Keie vs. Gawein

3.2.3 Der Kampf gegen Iwein

3.2.4 Die Entführung Ginovers

3.2.5 Die Duldung Keies am Artushof

4. Funktion und Interpretation der Figurendarstellung Kâlogrenants und Keies

4.1 Keie als ‚Tugendwächter’

4.2 Die erzählerische Funktion der Kâlogrenant und Keie-Darstellung

4.3 Artuskritik

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis der Artusritter Kâlogrenant und Keie zur Artusgesellschaft im „Iwein“-Roman und geht der Frage nach, ob ihre Zugehörigkeit als Artusritter legitimiert ist oder ob ihre Darstellung eine Artuskritik impliziert.

  • Analyse des ritterlichen Tugendsystems anhand des Iwein-Prologs.
  • Untersuchung der ritterlichen Bewährung Kâlogrenants und der Rolle von Keie als Truchsess.
  • Interpretation der negativen Figurendarstellung als Warnung oder Ausdruck von Artuskritik.
  • Beleuchtung der erzählerischen Funktion dieser Nebenfiguren für den Romanverlauf.
  • Erörterung der Duldung Keies trotz seiner unritterlichen Verhaltensweisen am Hof.

Auszug aus dem Buch

3.1.1.1 Der Weg zur Quelle

Kâlogrenant erfüllt mit seiner Suche nach âventiure, die sich in drei Etappen einteilen lässt, gewâfent nâch gewonheit (V. 262) zunächst einen kardinalen Grundsatz der Ritterlichkeit. Er reitet in den Wald von Breziljan, in eine Märchenwelt, in der Raum und Zeit aufgehoben erscheinen und die „[...] eigens für die Bewährung des Ritters geschaffen und präpariert[...]“ ist. Gleichzeitig realisiert sich in ihr eine außerhalb seines eigenen Ichs liegende Macht, denn ez geschach (V. 259) Kalogrenant, dass er nâch âventiuren reit (V. 261), wie es für die ritterliche Bewährung charakteristisch ist.

Den Pfad, den Kâlogrenant im Wald von Breziljan einschlägt, erweist sich als schmal und von Dornen und Dickicht verwachsen, so dass er berichtet, dass er /[...] sô grôze arbeit / nie von ungeverte erleit/ (V. 271 f.). Demnach scheint seine âventiure, die „hohe Schule des Leidens“, einen ‚charakteristischen’ Anfang zu nehmen. Kâlogrenant gelangt auf seinem Weg zunächst zu einer Burg, auf der er durch den Burgherrn und seiner Tochter, deren Schönheit und Tugend ihn gefangen nimmt, höfischen Regeln folgend, äußerst gastlich empfangen wird. Hier entfaltet sich, N. Sieverding zufolge, ein Ort der Minneidylle, die den Ritter durch die Minnebindung an die Tochter zu privatem, persönlichen Glück (sælde) führen könnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit stellt die Bedeutung der Nebenfiguren Kâlogrenant und Keie für das Verständnis der Idealität des Artushofes im Iwein-Roman dar.

2. Die Artusgesellschaft und das ritterliche Tugendsystem: Dieses Kapitel definiert die höfischen Werte wie êre, sælde und güete, die als Grundlage für die ritterliche Existenz dienen.

3. Kâlogrenant und Keie und die Artusgesellschaft: Eine detaillierte Analyse der Bewährungsritte und Verhaltensweisen der beiden Ritter, die deren Legitimität als Artusritter in Frage stellt.

4. Funktion und Interpretation der Figurendarstellung Kâlogrenants und Keies: Untersucht die erzählerischen und kritischen Funktionen der beiden Ritter, insbesondere im Kontext einer potenziellen Artuskritik.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Kâlogrenant und Keie die Ideale des Artushofes durch ihr Verhalten in Zweifel ziehen.

Schlüsselwörter

Iwein, Artusroman, Kâlogrenant, Keie, Rittertum, Artushof, Tugendsystem, êre, âventiure, Artuskritik, Mittelalter, Höfische Dichtung, Tugend, Bewährung, Mittelalterliche Literatur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle der Artusritter Kâlogrenant und Keie im „Iwein“-Roman und hinterfragt deren Legitimität als vorbildliche Vertreter der höfischen Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das ritterliche Tugendsystem, die Definition von âventiure, der Ehrbegriff (êre) und die kritische Auseinandersetzung mit der Idealität des Artushofes.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, ob Kâlogrenant und Keie als legitime Artusritter gelten können und inwiefern ihre negative Darstellung als Artuskritik des Dichters zu interpretieren ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?

Die Arbeit basiert auf einer philologischen Textanalyse, gestützt durch die Auswertung der Fachliteratur (u.a. Ottfried Ehrismann) und die Interpretation zentraler Textstellen des Iwein-Romans.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsbestimmung ritterlicher Tugenden und eine detaillierte Untersuchung der Figuren Kâlogrenant und Keie anhand ihrer Taten und Reden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Schlüsselbegriffe sind vor allem Iwein, Artusgesellschaft, êre, âventiure, Artuskritik und höfische Tugendlehre.

Warum wird die ritterliche Bewährung Kâlogrenants kritisch gesehen?

Kâlogrenants Bewährung wird kritisch betrachtet, da er Angst zeigt, seine âventiure-Definition auf ein bloßes „Haudegentum“ reduziert und bei der Niederlage gegen Ascalon unritterliche Züge offenbart.

Welche Rolle spielt Keie als Truchsess innerhalb der Artusgesellschaft?

Keie agiert als ambivalente Figur: Einerseits ist er als Truchsess eine Vertrauensperson des Königs, andererseits wird er durch sein unritterliches Verhalten und seine Spottreden als Kontrast- und Störfaktor sowie als „Gedächtnis der Gesellschaft“ dargestellt.

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Details

Title
Die Ritter Kalogrenant und Keie als Vertreter des ritterlichen Tugendsystems im "Iwein"
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Grade
1,0
Author
Nina Meyer (Author)
Publication Year
2003
Pages
29
Catalog Number
V34112
ISBN (eBook)
9783638344241
Language
German
Tags
Ritter Kalogrenant Keie Vertreter Tugendsystems Iwein
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nina Meyer (Author), 2003, Die Ritter Kalogrenant und Keie als Vertreter des ritterlichen Tugendsystems im "Iwein", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34112
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