Konventionelle und ökologische Landwirtschaft. Ein Vergleich


Essay, 2013

10 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Vergleich: konventionelle und ökologische Landwirtschaft

Die Bedeutung der Agrarwirtschaft nimmt angesichts wachsender Weltbevölkerung und begrenzter fossiler Energiequellen für die sichere Lebensmittelversorgung und für die Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen weiter zu.

Wie die Landwirtschaft in der Welt und in Deutschland aufgebaut ist und welche Vor- und Nachteile die ökologische und konventionelle Landwirtschaft mit sich bringen, soll in diesem Essay verdeutlicht werden und folgende These untersucht werden: Die Bedeutung der ökologischen Landwirtschaft nimmt für die Weltbevölkerung immer mehr zu und die der konventionellen Landwirtschaft immer mehr ab. Damit ist gemeint, dass die konventionelle Landwirtschaft sich negativ auf die Weltbevölkerung - insbesondere in Entwicklungsländern - auswirkt und dadurch die Bedeutung der ökologischen Landwirtschaft zunimmt.

Um ein adäquates Essay zu liefern, soll zunächst geklärt werden, was Landwirtschaft beinhaltet und welche Bedeutung diese für die Weltbevölkerung hat, indem es definiert wird sowie Zahlen und Fakten genannt werden, um eine Grundlage für die folgenden Punkte zu schaffen. Anschließend sollen die konventionelle sowie die ökologische Landwirtschaft mit ihren Vor- und Nachteilen gegeneinander abgewogen werden.

Im Anschluss wird ein Fazit folgen und Stellung zu der These genommen, welche Bedeutung die beiden Formen der Landwirtschaft haben und voraussichtlich haben werden.

Die Relevanz des Themas ist hoch, da die Landwirtschaft insbesondere in den Entwicklungsländern eine große Rolle spielt, da diese eine landwirtschaftliche Struktur haben und ein großer Teil der in den Entwicklungsländern lebenden Menschen in der Landwirtschaft tätig sind. Des Weiteren wird dieses Thema oft in den Medien genannt und es wird darüber debattiert, ob die konventionelle Landwirtschaft Folgen auf Umwelt und Gesundheit hat sowie ob ökologische Landwirtschaft ein Zukunftsmodell wäre. Diskussionen über die Auswirkungen und Alternativen sind nach wie vor aktuelle Themen.

In diesem Essay wurden hauptsächlich Onlinequellen benutzt, da diese über dieses Thema viele Zahlen und Fakten lieferten. Des Weiteren waren Seiten von seriösen Nichtregierungsorganisationen, die sich mit diesem Thema befassen, sowie Online-Zeitschriften, die viele Artikel zu diesem Thema veröffentlicht haben, eine wichtige Quelle für dieses Essay.

Was ist Landwirtschaft?

Landwirtschaft ist die zielgerichtete Herstellung pflanzlicher oder tierischer Erzeugnisse auf einer zu diesem Zweck bewirtschafteten Fläche. Der Anbau von Nutzpflanzen und Haltung von Nutztieren dient der Nahrungsmittelproduktion und der Herstellung von Rohstoffen. Der Stoffkreislauf in der Landwirtschaft kann in fünf Komponenten gegliedert werden: Saatgut, Pflanzenbau, Futtermittel, Tierhaltung und Düngung. (Vgl. Agrilexikon-Online (o.J.))

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Entwicklungsländern - 3,1 Milliarden Menschen oder 45% der Weltbevölkerung - wohnen in ländlichen Gebieten. Knapp 2,5 Milliarden Menschen in Entwicklungsländern und 2,6 Milliarden Menschen weltweit leben vorwiegend von der Landwirtschaft. Die Landwirtschaft stellt die Lebensgrundlage für 62% aller Menschen in Afrika südlich der Sahara dar. In Südasien sind 50% der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. Der Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft im Jahr 2006 betrug in Tansania 75% und in den Niederlanden 1%. (Vgl. Weltagrarbericht-Online (2012))

Steigende Kosten für Betriebsmittel bei zunehmendem Preisdruck für die Erzeugnisse zwangen viele Landwirte zur Entscheidung konventionell oder ökologisch wirtschaften. Die Gründe für diese Entwicklung sind die erhöhte Arbeitsproduktivität durch technischen Fortschritt in der Landwirtschaft, die Zunahme der Bevölkerungszahl und damit der Nachfrage nach Nahrungsmitteln sowie der Wegfall von Garantiepreisen. Seit Mitte der 1950er Jahre besteht ein Trend zur technischen Modernisierung und Vergrößerung der landwirtschaftlichen Betriebe insbesondere in Industriestaaten. So veränderte sich die Produktionsweise hin zur Spezialisierung auf wenige Produktionszweige. (Vgl. Greenpeace-Online (o.J.)

Zur Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln zu stabilen Preisen sind im Laufe der Zeit weitere Nebenziele der Agrarpolitik getreten wie die Schonung der natürlichen Ressourcen Boden, Wasser und Luft, infrastrukturelle, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Belebung der ländlichen Räume, Pflege der Kulturlandschaft und Erhalt der Artenvielfalt, Erzeugung regenerativer Energien und Verfügbarkeit von Industrie- und Energiestoffen.

Was ist konventionelle Landwirtschaft?

Der Begriff konventionelle Landwirtschaft wird oft als Gegensatz zur ökologischen Landwirtschaft benutzt. Im Vergleich zum ökologischen Landbau gibt es keine festen Richtlinien, die die Betriebe befolgen müssen. Als zentraler Begriff gilt die „gute fachliche Praxis“, die besagt, dass z.B. die Anwendung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln nur in Übereinstimmung mit geltendem Recht erfolgen darf. In Deutschland wirtschaften etwa 92,7% (2010) aller Landwirte auf herkömmliche Weise. (Vgl. Agrilexikon-Online (o.J))

In der konventionellen Landwirtschaft können im Pflanzenbau Kunstdünger und chemische Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, womit mögliche Ernteerträge weitestgehend erreicht werden. Die Futtermittel müssen nicht selbst erzeugt werden, sondern können als Kraftfutter zugekauft werden. Das Vieh wird durch Spezialisierung bei der Zucht und Mast zunehmend in Großbetrieben gehalten. Die so entstehenden Überschüsse an Gülle müssen über den Nährstoffbedarf des Bodens hinaus auf die Felder ausgebracht werden, teilweise müssen für die Gülle-Entsorgung weitere Flächen angepachtet werden.

In den Ländern des Südens erhält die einheimische Landwirtschaft meist keine Unterstützung durch den eigenen Staat und sieht sich einem Wettbewerb mit der hochproduktiven und oftmals von staatlichen Subventionen geförderten konventionellen Landwirtschaft ausgesetzt. Daher müssen die Bauern des Südens, wenn sie ihr Produkt zum gleichen Preis wie die industrielle Landwirtschaft anbieten wollen, deutlich niedrigere Gewinne in Kauf nehmen.

Wer für den Export produziert, ist in besonderem Maß betroffen. Aber auch Bauern, die ihre Produkte lokal vermarkten, sind von dem ungleichen Wettbewerb betroffen, da viele aus dem Norden importierte Produkte auch auf lokalen Märkten erhältlich sind.

Deswegen ist die Produktion großflächig und großräumig angelegt, um den Weltmarkt versorgen zu können. Vor allem in Entwicklungsländern betreiben zahlreiche Unternehmen konventionelle Landwirtschaft, um beispielsweise Baumwolle, Kaffee, Kakao, Tee, Zuckerrohr, Kautschuk und Bananen ernten und vertreiben zu können. In den letzten Jahren ist die Bedeutung der Gentechnik größerer geworden. Durch die sogenannte Genmanipulation landwirtschaftlicher Produkte sollen sowohl die Kapazität als auch die Schädlingsresistenz vergrößert werden.

Die in der Öffentlichkeit diskutierten Futtermittel-, Eier- und Fleischskandale oder die BSE-Krise sind das Ergebnis der zunehmenden landwirtschaftlichen Betriebsgrößen sowie der Konzentration auf Betriebsmittelanbieter- als auch Produktabnehmerseite.

Folgen sind die Belastung der Umweltfaktoren Boden, Wasser und Luft; Verdichtung des Bodens durch schwere Maschinen, die Überdüngung des Bodens schadet den Gewässern und den Ackerrandgebieten, die viele Pflanzenarten und auch Tiere beherbergen; die Anfälligkeit der Nutzpflanzen gegenüber Krankheiten und Schädlingen, die Verringerung der Artenvielfalt (Enstehung von Monokulturen), die Belastung von pflanzlichen und tierischen Produkten mit wertmindernden Inhaltsstoffen durch Pestizide, Pestizidvergiftungen bei Landwirten, gesteigerter Energieverbrauch und damit CO2-Emissionen. Durch die Mechanisierung des Ackerbaus fallen nicht nur Arbeitsplätze weg, auch kleinere Landwirtschaftsbetriebe müssen weichen. Außerdem werden z.B. Hecken und der Lebensraum vieler Tierarten vernichtet. Die Massentierhaltung bedeutet die unfreiwillige Zufuhr von Antibiotika und anderen Medikamenten für den Verbraucher.

Die Belastung der Umwelt, der Einsatz von Chemikalien, das Verschwinden von Tier- und Pflanzenarten, der Gebrauch an viel Energie und vielen Rohstoffen sowie die Schließung vieler kleineren und mittleren Betriebe sind negative Auswirkungen.

Auf der anderen Seite ist der Ertrag höher; die Menge, die pro Fläche erwirtschaftet wird, ist größer; die Produkte der konventionellen Landwirtschaft sind viel günstiger als z. B. Bio- Produkte.

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Konventionelle und ökologische Landwirtschaft. Ein Vergleich
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Südliches Afrika“
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
10
Katalognummer
V341275
ISBN (eBook)
9783668308039
ISBN (Buch)
9783668308046
Dateigröße
472 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
vergleich, landwirtschaft
Arbeit zitieren
Mehmet Mutlu Atci (Autor:in), 2013, Konventionelle und ökologische Landwirtschaft. Ein Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341275

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Konventionelle und ökologische Landwirtschaft. Ein Vergleich



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden