Wie zitiert man richtig in wissenschaftlichen Arbeiten?


Ausarbeitung, 2016
12 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Wörtliches und sinngemäßes Zitieren

3. Verwendungsarten

4. Umfang eines Zitates

5. Formalia

6. Zitieren fremdsprachiger Quellen

7. Plagiate

8. Fazit

9. Literaturverzeichnis:

1. Einleitung

Beim Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten im Rahmen des Studiums, seien es Hausarbeiten oder Abschlussarbeiten, wie eine Bachelor- oder Masterarbeit, ist die Auseinandersetzung mit der richtigen Zitierweise unvermeidlich.[1] Eine korrekte Zitierweise ist erforderlich, um Geschriebenes bzw. Gedanken fremder Personen zu markieren. Da die ungekennzeichnete Verwendung fremden Gedankengutes weitreichende Folgen haben kann, wie beispielsweise das Aberkennen eines akademischen Grades, stellt das richtige Zitieren einen festen Bestandteil jeder wissenschaftlichen Arbeit dar. Als „oberste Regel korrekten Zitierens“[2] gilt, dass alle Quellen in einheitlicher Form angegeben werden müssen und sich folglich ein konsequentes Schema ausmachen lässt.

Im Folgenden wird dargestellt, was unter wörtlichen und sinngemäßen Zitaten zu verstehen ist und in welchem Rahmen Zitate verwendet werden sollen. Hierfür wird gezeigt, wie Zitate dazu beitragen können, zum einen ein Thema analytisch zu erarbeiten und zum anderen, die eigene vertretene Meinung zu unterlegen. Zudem wird erläutert, in welchem Umfang und zu welchem Anlass Zitate als sinnvoll zu erachten sind. Nachfolgend werden die Formalien aufgezeigt, die der Verfasser einer akademischen Arbeit beachten muss, gefolgt von Hinweisen, um Plagiate zu vermeiden. Im darauffolgenden Fazit werden wichtige Punkte zusammengefasst, die für ein erfolgreiches Zitieren in wissenschaftlichen Arbeiten unerlässlich sind.

2. Wörtliches und sinngemäßes Zitieren

Zu Beginn ist festzuhalten, dass zwischen zwei Hauptgruppen von Zitaten unterschieden werden muss. Zum einen sind dies wörtliche, also direkte Zitate, zum anderen sinngemäße, also indirekte Zitate.[3] Beide Arten weisen unterschiedliche Zitierspezifikationen auf, die in der gesamten Hausarbeit kontinuierlich berücksichtigt werden müssen und daher im Nachfolgenden vorgestellt werden.

Unter einem wörtlichen Zitat versteht man die wortgenaue Übernahme einer Textpassage aus einer Quelle oder einer Sekundärliteratur. Hierbei setzt man die übernommene Passage in Anführungszeichen, wobei der Beginn mit einem Ausführungszeichen unten und das Ende mit einem Anführungszeichen oben kenntlich gemacht wird.[4] Nach der Setzung des Schlusszeichens erfolgt die Nennung der Literaturangabe in der jeweils gewählten Form, der Fußnote oder dem sogenannten Harvard-Beleg, unter Nennung der exakten Seitenangabe.[5]

Unter einem sinngemäßen Zitat versteht man hingegen ein Zitat, dass keine wörtliche Übernahme fremden Gedankenguts aufweist. Hier wird lediglich der Inhalt einer Quelle oder Sekundärliteratur übernommen, jedoch ohne dass eine Wort für Wort Übernahme erfolgt. Somit wird eine Umformulierung des Originaltextes vorgenommen, in der die thematisierte Passage eigenständig abgeändert wird. Hier stellt sich jedoch oftmals die Frage, ob durch die Übernahme von einzelnen Wörtern oder kleineren Passagen dennoch ein sinngemäßes Zitat oder ein wörtliches Zitat vorliegt. In diverser Fachliteratur liest man hierzu, dass sinngemäße Zitate all diese sind, „in denen weniger als sieben aufeinanderfolgende Worte der Originalpassage übernommen“[6] wurden. Hierbei ist jedoch festzuhalten, dass keine gängige Regelung auszumachen ist, sodass es empfehlenswert ist, gänzlich neu, fernab der Vorlage zu formulieren, um möglichen Plagiatsanschuldigungen entgegen zu wirken. Gelingt dies nicht, da für die Erschließung des Inhalts eine gewisse Satzkonstruktion oder Wortverknüpfung beibehalten werden muss, kann ein wörtliches Zitat auch bei weniger als sieben übernommenen Wörtern als angemessen erscheinen. Bei sinngemäßen Zitaten muss, anders als bei wörtlichen Zitaten, auf das Setzen von Anführungszeichen gänzlich verzichtet werden. Hierfür ist es jedoch notwendig, im entsprechenden Verweis der Quelle oder Sekundärliteratur, zu Beginn ein sogenanntes `Vgl.´, Abkürzung für Vergleich, zu setzen.

3. Verwendungsarten

Im vorherigen Abschnitt wurden direkte und indirekte Zitate definiert, die unterschiedlich in wissenschaftlichen Arbeiten genutzt werden können. Im Nachfolgenden erfolgt nun eine Vorstellung zweier Verwendungsarten.

Zitate können so zum einen selbst zum Untersuchungsgegenstand werden. Hierfür wird zuerst eine meist längere Textpassage zitiert, auf die der Verfasser im Anschluss der Arbeit eingeht, um diese beispielsweise zu interpretieren.[7] Zum anderen können Zitate ebenfalls dazu verwendet werden, um die eigene Auffassung, beispielweise durch Berufung auf führende Wissenschaftler, zu festigen, sodass diese dazu dienen die vom Verfasser getroffenen Aussagen durch andere Meinungen zu stützen. Die Gattung der jeweiligen Arbeit ist ausschlaggebend dafür, welche Art von Zitaten ausgiebig oder sparsam verwendet werden sollten. Hat die Arbeit zum Beispiel die Analyse eines literarischen Werkes zum Gegenstand, müssen häufiger Textpassagen aus der Primärquelle zitiert werden, auf die der Verfasser der wissenschaftlichen Arbeit im Anschluss näher eingeht. Wichtig ist hierbei, dass Primärquellen grundsätzlich nach der anerkanntesten oder aktuellsten Ausgabe zitiert werden. Handelt es sich um klassische Autoren, sind darüber hinaus die Zitate in Paragraphen, Kapiteln und Versen zu erbringen. Wichtig bei der Verwendung von modernen Werken ist, dass der Verfasser die Ausgaben des jeweiligen Werkes berücksichtigt, aus denen er zitieren möchte. Gibt es davon beispielsweise mehrere, so sollte der Ersteller der Arbeit die erste oder letzte durchgesehene und korrigierte Ausgabe verwenden. Grundsätzlich muss jedoch erkennbar sein, aus welcher Ausgabe zitiert wird. Dies kann beispielsweise durch die Verwendung einer Hochzahl im Anschluss an den Verlagsort geschehen.

Wie bereits erwähnt können Zitate ebenfalls dazu dienen, eigene Auffassungen und Gedankengänge zu untermauern.[8] Im Unterschied zur ersten Verwendungsart wird hierfür oftmals Sekundärliteratur hinzugezogen. Hierbei ist vor allem zu beachten, dass auf Verweise zu anderen Autoren durch indirekte Zitate, die nur begrenzt die Aussage des eigenen Satzes wiederspiegeln, gänzlich verzichtet werden sollte, da sie einer genauen Überprüfung nicht standhalten können. Ebenfalls sollte auf wörtliche Zitate, die keine neuen Informationen enthalten, verzichtet werden. Möchte der Verfasser der wissenschaftlichen Arbeit ein wörtliches Zitat aus der Sekundärliteratur übernehmen, ist zu beachten, dass es sich hierbei nicht schon bereits um ein direktes Zitat eines anderen Autors handelt. Falls doch ist der Verfasser der Arbeit dazu verpflichtet, zu überprüfen, ob richtig zitiert worden ist.[9]

4. Umfang eines Zitates

Bezüglich des Umfangs eines Zitates lässt sich, wie bereits behandelt, die Regelung ausmachen, dass Stellen die analysiert und interpretiert werden, ausführlich zu zitieren sind.[10] Dennoch ist zu beachten, dass Zitate, die eine analytische Verwendung haben, eine halbe Seite nicht überschreiten. Es ist ratsam, Textstellen die diesem Umfang nicht genügen, in den Anhang der wissenschaftlichen Arbeit aufzunehmen und im jeweiligen Kapitel auf diese zu verweisen.

Textstellen aus Sekundärliteratur hingegen sollten, nach Umberto Eco, nur zitiert werden, „wenn sie wegen ihres Gewichts“[11] die vertretene Auffassung verstärken oder bestätigen. Möchte der Autor der Arbeit Sekundärliteratur zitieren, sollte diese neue Informationen enthalten und die vertretene Meinung aufgrund seiner Autorität absichern.[12] Überflüssige Zitate sind zu vermeiden, da dies den Anschein erwecken könnte, dass der Verfasser der Arbeit sich nicht eigenständig mit der Thematik befasst hat.[13] Des Weiteren darf ein Zitat nicht zu selbstverständlich oder zu offensichtlich sein, da es sonst nicht dabei hilft, den wissenschaftlichen Wert der Arbeit zu steigern, sondern eher den Lesefluss hemmt. Eine effektive Maßnahme ist es, anerkannte Wissenschaftler, sowie Daten aus zuverlässigen Statistiken zu bevorzugen oder aussagekräftige und bewiesene Tabellen dem Anhang beizufügen.[14] Hauptsächlich sollte zitiert werden, um Erkenntnisse zu belegen und Rückhalt für Äußerungen zu gewährleisten, die in der Arbeit getätigt wurden.[15]

[...]


[1] Vgl. Hecken, Thomas, Germanistik – Hinweise zur schriftlichen Hausarbeit https://www.uni-siegen.de/ phil/germanistik/studium/downloads/hinweise_fuer seminararbeiten.pdf, Siegen 2016 (Stand: 01. 08.2016).

[2] Deml, Sonja, Richtig zitieren, Richtig zitieren in wissenschaftlichen Arbeiten – Richtlinien für Hausarbeiten, Magisterarbeiten, Diplomarbeiten, Masterarbeiten, Bachelorarbeiten, Doktorarbeiten, Norderstedt 2012, 3.

[3] Vgl. Deml 2012, 9.

[4] Vgl. Hecken 2016.

[5] Vgl. Hecken 2016.

[6] Deml 2012, 11.

[7] Vgl. Eco, Umberto, Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt, Heidelberg10 2003, 196.

[8] Vgl. Eco 2003, 196.

[9] Vgl. Hecken 2016.

[10] Vgl. Eco 2003, 197.

[11] Eco 2003, 197.

[12] Vgl. Eco 2003, 197.

[13] Vgl. Hecken 2016.

[14] Vgl. Eco 2003, 198.

[15] Vgl. Eco 2003, 198.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Wie zitiert man richtig in wissenschaftlichen Arbeiten?
Hochschule
Universität Siegen
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
12
Katalognummer
V341469
ISBN (eBook)
9783668312647
ISBN (Buch)
9783668312654
Dateigröße
474 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
arbeiten
Arbeit zitieren
Stephan Heikamp (Autor), 2016, Wie zitiert man richtig in wissenschaftlichen Arbeiten?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341469

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