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Ungewollte Kinderlosigkeit. Gesellschaftliche Einflüsse, Bewältigungsversuche und Dominanz der Medizin

Title: Ungewollte Kinderlosigkeit. Gesellschaftliche Einflüsse, Bewältigungsversuche und Dominanz der Medizin

Term Paper (Advanced seminar) , 2014 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Tobias Kantorski (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Seit den 1970er Jahren besteht die Möglichkeit reproduktive Maßnahmen in Anspruch zu nehmen, um eine ungewollte Kinderlosigkeit zu vermeiden. Inzwischen gelten sie als medizinische Standartverfahren. 2012 wurden in Deutschland 1,9% aller Geburten durch die assistierende Reproduktionsmedizin ermöglicht. Eine Behandlung ist jedoch nicht erfolgssicher sondern äußerst vage. Trotzdem versprechen sich viele Paare beim Ausbleiben der Schwangerschaft große Hoffnungen an die Fortpflanzungsmedizin. Wenn jedoch das Vorhaben endgültig ausbleibt, hat dies Auswirkungen auf alle Lebensbereiche. Eine ganze Zukunftsperspektive zerbricht daran.

Besteht ein Verhältnis zwischen Bezugspersonen/-gruppen mit dessen normativen/ sozialen Erwartungen und der Entscheidung, assistierende Reproduktion oder im Falle einer Behinderung eine gesetzlich legale Abtreibung in Anspruch zu nehmen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Die Fokussierung auf die Kinderwunschbehandlung - Der generelle Einfluss sozialer Bezugspersonen

2.2 Die Dominanz der Medizin - Der Einfluss der Ärzte

2.3 Die Pränataldiagnostik - Auswirkungen auf die Akzeptanz von Behinderung

3 Reflexion (der Literatur von Monika Fränznick und Brigitte Sorg)

4. Literaturverzeichnis

4.1 Anhang

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die soziologischen und gesellschaftlichen Einflüsse auf ungewollt kinderlose Paare, wobei ein besonderer Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen persönlichem Kinderwunsch, dem Druck durch soziale Bezugsgruppen und der Dominanz der Reproduktionsmedizin liegt.

  • Gesellschaftliche Erwartungshaltungen an die Rolle der Frau und Mutter.
  • Die Macht der medizinischen Institutionen bei der Behandlung von Unfruchtbarkeit.
  • Die Auswirkungen der Pränataldiagnostik auf die gesellschaftliche Akzeptanz von Behinderungen.
  • Soziale Konflikte im Umfeld betroffener Paare und Bewältigungsstrategien.
  • Die kritische Reflexion der Literatur von Fränznick und Sorg.

Auszug aus dem Buch

Die Dominanz der Medizin - Der Einfluss der Ärzte

Eine bedeutsame Bezugsgruppe stellt auch der Arzt mit dessen medizinischen Rat dar. Er ist eine Autoritätsperson. Seine Diagnosen werden als endgültig angesehen (vgl. Fränznick/ Wieners 1996, S. 111). Bei ihm begeben sich die Frauen in eine Sterilitätsbehandlung. Verhäuft wird aber vorzugsweise die vielversprechendere Definition der Kinderwunschbehandlung gebraucht. Diese weckt bei speziellen Patientinnen Hoffnungen, wo eigentlich keine sein können. Es suggeriert eine adäquate Lösung der Probleme (vgl. Fränznick/ Wieners 1996, S. 19). Der Mediziner Dr. Peter Kemeter gibt aber an, dass seit der Behandlung „[…] mehr Bedürfnisse geweckt worden sein, als gestillt werden konnten“ (Fränznick/ Wieners 1996, S. 21). Die Paare können zu Beginn des Reproduktionsverfahrens die Gefahren somit nicht fachgemäß einschätzen (vgl. Fränznick/ Wieners 1996, S. 21).

Doch trotz offener Fragen stieg die Nachfrage nach einer ICSI Behandlung von 1994- 1998 um mehr als 300%. Dadurch entsteht eine Dominanz der Medizin, welche einen Dienstleistungscharakter entwickelt. In Deutschland wurde ein dichtes Netz der Schwangerschaftsversorgung geschaffen. Jenes ist auch in den gesetzlichen Mutterschaftsrichtlinien verankert. Es wird demnach politisch befürwortet. Jedoch gibt es bei mehreren Untersuchungen unausbleiblich mehr Abweichungen. Viele Personen werden unnötig als Risikoschwangere eingeschätzt, weswegen gesellschaftliche Bezugspersonen die Nutzung der Reproduktionsmedizin aufgrund des Status „Risiko“ als Notwendigkeit und Pflicht der werdenden Mutter ansehen. Nebenwirkungen oder die Anzahl der Versuche werden gemeinhin nicht bedacht (vgl. Fränznick/ Sorg 2002, S. 77).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ungewollter Kinderlosigkeit ein und stellt die Forschungsfrage zur Rolle sozialer Erwartungen bei reproduktionsmedizinischen Entscheidungen.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert den Einfluss von Bezugsgruppen, die Dominanz der medizinischen Akteure und die ethischen sowie sozialen Konsequenzen der Pränataldiagnostik.

2.1 Die Fokussierung auf die Kinderwunschbehandlung - Der generelle Einfluss sozialer Bezugspersonen: Dieses Kapitel thematisiert den gesellschaftlichen Druck auf die Mutterrolle und wie das soziale Umfeld den Leidensdruck kinderloser Paare verstärkt.

2.2 Die Dominanz der Medizin - Der Einfluss der Ärzte: Hier wird die Autorität des Arztes und die zunehmende Kommerzialisierung bzw. medizinische Standardisierung des Kinderwunsches kritisch hinterfragt.

2.3 Die Pränataldiagnostik - Auswirkungen auf die Akzeptanz von Behinderung: Dieses Kapitel untersucht, wie medizinische Diagnoseverfahren die gesellschaftliche Wahrnehmung und Akzeptanz von Behinderungen negativ beeinflussen können.

3 Reflexion (der Literatur von Monika Fränznick und Brigitte Sorg): Die Autorinnen des Seminartextes werden in Bezug auf ihre Parteilichkeit und die Grenzen ihrer Argumentation hinsichtlich alternativer Lebensmodelle kritisch betrachtet.

4. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur zur Untermauerung der soziologischen Analyse.

4.1 Anhang: Ergänzende Informationen und Quellen zu den im Text genannten Statistiken und Beratungsstellen.

Schlüsselwörter

Ungewollte Kinderlosigkeit, Reproduktionsmedizin, Pränataldiagnostik, Mutterschaftsideal, Medizinsoziologie, Leidensdruck, soziale Bezugsgruppen, IVF, ICSI, Behindertenakzeptanz, Kinderwunschbehandlung, gesellschaftliche Normen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die soziologischen Hintergründe von ungewollter Kinderlosigkeit und untersucht, wie gesellschaftliche Erwartungen und der Einfluss der Reproduktionsmedizin das Handeln betroffener Paare prägen.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zu den Schwerpunkten gehören der soziale Druck durch Freunde und Familie, die autoritäre Rolle der Ärzteschaft in der Reproduktionsmedizin sowie die ethischen Fragen zur Pränataldiagnostik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen dem individuellen Kinderwunsch und dem gesellschaftlichen sowie medizinischen Zwang zur Normalisierung zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, insbesondere der kritischen Reflexion der Werke von Fränznick und Sorg sowie weiterer sozialwissenschaftlicher Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von sozialen Bezugspersonen, der Dominanz medizinischer Institutionen und der gesellschaftlichen Akzeptanz von Behinderungen durch Diagnosetechniken.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Reproduktionsmedizin, gesellschaftliche Normen, Mutterschaftsideal, Leidensdruck und medizinische Dominanz charakterisiert.

Warum wird die Rolle der Ärzte als dominant bezeichnet?

Die Arbeit argumentiert, dass Ärzte durch ihre Autorität und die medizinische Definition von Kinderlosigkeit als "Problem" die Handlungsoptionen der Frauen einschränken und einen psychischen Kreislauf der Behandlung erzeugen.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Pränataldiagnostik?

Die Pränataldiagnostik wird kritisch gesehen, da sie nicht nur Ängste schürt, sondern auch zu einer gesellschaftlichen Abwertung von Behinderungen führt, indem diese als vermeidbares Selbstverschulden wahrgenommen werden.

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Details

Title
Ungewollte Kinderlosigkeit. Gesellschaftliche Einflüsse, Bewältigungsversuche und Dominanz der Medizin
College
University of Hildesheim  (Soziologie)
Course
Gleichheit und Differenz: Zum Diskurs von Lebens- und Familienformen im Wandel
Grade
1,0
Author
Tobias Kantorski (Author)
Publication Year
2014
Pages
17
Catalog Number
V341480
ISBN (eBook)
9783668312197
ISBN (Book)
9783668312203
Language
German
Tags
ungewollte kinderlosigkeit gesellschaftliche einflüsse bewältigungsversuche dominanz medizin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Kantorski (Author), 2014, Ungewollte Kinderlosigkeit. Gesellschaftliche Einflüsse, Bewältigungsversuche und Dominanz der Medizin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341480
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