Johann Amos Comenius. Ein Personenportrait


Hausarbeit, 2016

14 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Biographie des Comenius

2. Die Zeit des Comenius und die soziale Lage

3. Motivation und Theologie des Comenius

4. Comenius Verständnis von Methodik und Didaktik

5. Aktualitätsbezug und Finden von Comenius im Alltag

6. Persönliches Fazit

Literaturverzeichnis

1. Biographie des Comenius

„Trotz zahlreicher harter Schicksalsschläge verlor Johann Amos Comenius niemals seinen Glauben an die Güte des Menschen. Der tschechische Theologe, Philosoph und Pädagoge war überzeugt von der menschlichen Bildungsfähigkeit und der grenzenlosen Fassungskraft des Geistes. Comenius entwickelte die erste systematisch aufgebaute Pädagogik der Neuzeit auf der Basis der Muttersprache und entwarf das erste Bilderbuch für Kinder.“ (http://www.planet- wissen.de/gesellschaft/lernen/deutschunterricht/pwiejohanamoscomenius100.html, Julia Lohrmann)

Doch wer ist das Johann Amos Comenius überhaupt?

Am 28. März 1592 wurde er in dem kleinen Örtchen Nivnice in Tschechien Jan Amos Komenský geboren. Schon innerhalb der ersten zehn Jahre verliert er seine Eltern. Er wächst bei seiner Tante auf, unter dem Einfluss der Brüderunität, einer christlichen Bewegung, die nach dem Geist der Bergpredigt und dem Vorbild der christlichen Urgemeinden lebt.

1611 beginnt Jan Amos das Studium der Theologie und Philosophie in Heidelberg. Als er im Alter von 24 Jahren in seine Heimat zurückkehrt, wird er Lehrer und Rektor an der Lateinschule. Kurze Zeit später bekommt er zusätzlich das Amt als Pfarrer in einer Gemeinde zusätzlich.

1618 heiratet Komenský die Magdalena Vizovská. Im selben Jahr fängt der Dreißigjährige Krieg an, der fortan sein Leben bestimmen sollte. Alle Nicht-Katholiken müssen fliehen, doch Jan Amos und Magdalena halten sich versteckt. 1621 wird seine Heimatstadt komplett in Asche und Staub gelegt und die kleine Familie verliert alles. Nach der Schlacht am Weißen Berg von 1621-1628 muss er sich immer wieder an teils geheimen Orten verstecken. In der Zwischenzeit verliert der erst 30 jährige junge Mann seine Frau und seine bereits geborenen beiden Kinder an einer Seuche. Nur zwei Jahre später übernimmt der Witwer die Leitung eines Gymnasiums im Exil in Lissa. Dort heiratet er auch zum zweiten Mal, die Dorothy Cyrillová, eine Bischofstochter. Weitere zwei Jahre später nennt sich Komenský nur noch Johann Amos Comenius. Im gleichen Jahr erblickt seine erste Tochter Dorothea Christina das Licht der Welt. Anschließend wird er Bischof der Brüdergemeinde, reist nach London und Stockholm, wo er die Regierungshäuser in Bildungsfragen berät. In dieser Zeit verfasst er viele pädagogischen Schriften. 1628 wird seine zweite Tochter Elisabeth geboren. Kurze Zeit verkomplettieren noch seine dritte Tochter Susanne und sein Sohn Daniel die Familie. Doch das Familienglück hält nicht lange an. 1648 stirbt die Mutter seiner Kinder, seine geliebte Ehefrau Dorothy Cyrillová.

Nur ein Jahr nach dem schweren Verlust, verliebte Comenius sich neu und heiratete zum dritten Mal, die liebevolle Johanna Gajusova. Mit neu geschöpfter Kraft reformiert er das Schulwesen in Siebenbürgen und verfasst neue Schulbücher. 1556 verliert Comenius wieder sein ganzes Hab und Gut nach einem Brand, unter anderem eine große Bibliothek mit Schriften aus den letzten 40 Jahren, auch ein Wörterbuch über die böhmische Sprache verbrennt. Er flieh nach Amsterdam, dort hat er endlich einen Zufluchtsort gefunden, an dem er sich wohl fühlt. Bis ans Ende seines Lebens widmet er sich dort mit ganzer Kraft seinen didaktischen Schriften. Am 15. November 1670 stirbt der große Pädagoge, der trotz harter Rückschläge niemals resignierte und nie die Hoffnung auf eine bessere Welt und neue, friedfertige Menschen aufgab (vgl. Goßmann/Schröer 1992, S.13-18)

2. Die Zeit des Comenius und die soziale Lage

Comenius lebte zwischen der Renaissance und der Aufklärung. Durch die Entwicklung der ersten systematisch aufgebauten Didaktik kann man ihn als Vorreitung der Aufklärung und Schulbildung bezeichnen.

Comenius lebte zur Zeit des Dreißigjährigem Krieges. Ein Krieg aus Glaubenskonflikten und klassischem Staatenkonflikt. Ganz Europa wurde verwüstet, die Menschen und Regierungen durch die Glaubenskämpfe entzweit. Das Wichtigste für Johann Amos war, dass die Jugend gut gebildet und erzogen ist, um somit den Krieg zu beenden. Das Schulsystem war zu dieser Zeit sehr schlecht. Wenn es auf den Dörfern überhaupt Schulen gab, waren diese häufig unorganisiert und chaotisch. Der Unterricht war oftmals so schlecht, dass er nicht einmal ansatzweise auf das Leben vorbereitete. Die Schulen in der Stadt waren hingegen nur von Latein geprägt, nicht stark von der deutschen Sprache und Schrift. Die Lehrer waren oftmals selbst schlecht ausgebildet. Die Schüler wurden z.B. unterrichtet in Erdkunde, Sozialordnung, ein bisschen Wirtschaft, Naturkunde, Industrie und Handwerk. Geistig benachteiligten Schülern wurde gar keine Chance zur Bildung gegeben. Den Schlagstock einzusetzen war üblich. Auch die Schulräume waren kaum mit dem Nötigsten ausgestattet. Es gab zum Beispiel kaum Lehrbücher beziehungsweise Lehrmittel, auch Methodik und Didaktik gab es nicht wirklich.

Die Kontrolle des Erlernten erfolgte ausschließlich durch das individuelle Aufsagen des Inhalts oder durch das Aufsagen des Gelernten im Klassenverband. Zu dieser Zeit gab es keinen einheitlichen Zeitplan, keine feste Ordnung und kein Pensum für die Schüler. Die Obrigkeit kümmerte sich nur in Einzelfällen um die Bildung. Eine unglaubliche Erfindung zur Zeit von Comenius war der Buchdruck. Mit diesem konnte er schnell und viele seiner Werke schnell zugänglich machen. Somit konnte ein einheitliches Lernpensum für die Schüler festgeschrieben und an viele Schulen verteilt werden.

Durch seinen Einsatz für eine allgemeine Bildung erwarb sich Johann Amos Comenius den Ehrentitel ‚Lehrer der Völker’. Mit seinen Schriften erreichte er Menschen in vielen Teilen der Welt (vgl. Laugczems 03.05.2016).

3. Motivation und Theologie des Comenius

Es stellt sich im Hinblick auf die Person des Comenius die Frage nach seinen Beweggründen zum Verfassen seiner Werke. Bezüglich der Motivation des Johann Amos Comenius, die ihn dazu veranlasst hat seine didaktischen Werke zu verfassen, ist zu sagen, dass seine Didaktik im Kontext seiner Biografie und historischen Situation verstanden werden muss.

Wie es der vorliegenden Biografie bezüglich des Johann Amos Comenius zu entnehmen ist, war sein Leben fest mit dem lange andauernden Krieg verbunden. Comenius hat den Dreißigjährigen Krieg von Anfang bis Ende miterlebt, er wurde Zeitzeuge dieses konfessionellen bzw. territorialen Krieges und auch von dessen Konsequenzen. Die Verwüstungen, die dieser Krieg mit sich brachte haben auch ihn nicht verschont. Mehrfach wurde sein Besitz, darunter auch für ihn sehr bedeutende Schriften zerstört. Comenius Handeln und auch die Motivation zum Schreiben seiner Werke, lassen sich unter anderem darauf zurückführen, dass er durch die persönliche Erfahrung von Gewalt, Leid und Krieg, die Notwendigkeit Erkannte, die Menschen zu erziehen und zu bilden.

Comenius Motivation war es somit Gewalt und Leid zu minimieren bzw. zu verhindern. Krieg war also - als besondere Situation - für Comenius Anlass zum Handeln. Comenius hat aufgrund des Krieges das obligatorisches Eingreifen der Pädagogik als friedensstiftende Kraft verstanden. Aufgrund seiner Kriegserfahrungen hielt Comenius das Eingreifen der Pädagogik für obligatorisch und sah darin eine friedensstiftende Kraft.

Bevor die Werke des Comenius veröffentlicht wurden, gab es selbstverständlich schon Lehrer, die Unterricht gegeben haben. Mit diesem Unterricht, bzw. mit dieser Pädagogik war Comenius jedoch nicht einverstanden. Er empfand die Pädagogik seiner Zeit als katastrophal, diese Auffassung war ebenfalls Auslöser für seine Didaktik. Es war also auf keinen Fall so, dass Comenius aus ‚heiterem Himmel’ auf die Idee kam eine eigene Didaktik und Methodik zu entwickeln.

Die Erfindung des Buchdrucks kann als weiterer Motivationsgrund sowie als historischer Verbündeter von Comenius verstanden werden. Der Buchdruck war schließlich die mechanische Voraussetzung dafür, dass Comenius Intention, nämlich Bücher jedem Menschen zugänglich zu machen und diese in der Pädagogik als Schulbücher zu vereinheitlichen, überhaupt erst realisiert werden konnte. Comenius war sich der Bedeutung des Buchdrucks zweifelsohne bewusst, denn diese Erfindung ließ ihn hoffen, dass seine Forderungen in der Praxis durchführbar wurden.

Bei näherer Betrachtung der Werke des Johann Amos Comenius wird deutlich, dass seine theologische Sichtweise entscheidend für das Verständnis und für die Motivation bezüglich seiner Didaktik ist. Bezüglich des Selbstverständnisses des Comenius ist zu sagen, dass er sich selbst als Werkzeug Gottes verstand. Comenius bezeichnet sich selbst als theologischen Pädagogen. Er äußerte sich sinngemäß, was er für die Jugend geschrieben habe, habe er nicht als Pädagoge sondern als Theologe geschrieben.

Wenn man Comenius Pädagogik betrachtet, so fällt auf, dass sie stark mit seinen persönlichen theologischen Überzeugungen verbunden ist. Er ging davon aus, dass das Reich Gottes - die Basileia, das verkündigte Friedensreich - bereits kurz bevor steht. Es ist somit kein Wunder, dass seine Didaktik dieses Friedensreich anstrebt, ihm gewissermaßen entgegen gehen möchte. Comenius versucht diesem Friedensreich durch ein einheitliches und universelles Bildungssystem entgegen zu gehen. Comenius formuliert es so, dass „[...] dieses Leben, da es anderswohin zielt, nicht eigentlich ein Leben genannt werden kann, sondern nur ein Vorspiel zum wahren und ewigwährenden Leben [...]“ (Comenius 1992, S. 25).

[...]

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Details

Titel
Johann Amos Comenius. Ein Personenportrait
Hochschule
Hochschule Hannover
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
14
Katalognummer
V341883
ISBN (eBook)
9783668318212
ISBN (Buch)
9783668318229
Dateigröße
429 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Johann Amos Comenius, Portrait, Biographie
Arbeit zitieren
Jonas Brookmann (Autor), 2016, Johann Amos Comenius. Ein Personenportrait, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341883

Kommentare

  • Marina Kupczyk am 29.10.2016

    Der Autor hat einen sehr guten Schreibstil und alle wichtigen Aspekte wurden genannt. Ich kann diese Arbeit nur weiterempfehlen.

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