Das Nirvana – ein Begriff, von dem wohl jeder gewöhnliche Mitteleuropäer bereits etwas gehört hat. Auch, dass das Nirvana mit dem Buddhismus in Zusammenhang steht, dürfte nicht unbekannt sein. Doch was genau hat es mit diesem Begriff aus buddhistischer Sicht auf sich? Dies soll die grundlegende Frage sein, die innerhalb dieses verschriftlichten Referats geklärt werden soll.
Hierzu wird zunächst einmal eine allgemeine Übersicht über das buddhistische Welt- und Menschenbild vorgestellt werden, um das Thema des Nirvanas in den Gesamtkontext der buddhistischen Lehre einordnen zu können. Im Anschluss soll beschrieben werden, wie nach buddhistischer Vorstellung der Weg eines Lebewesens hin zum Nirvana verläuft, wodurch bereits auch schon eine Vorstellung vermittelt werden kann, worum es sich bei dem Begriff eigentlich handelt. Genauer wird dies dann im dritten Gliederungspunkt erläutert, in welchem das Konzept des Nirvanas als solches vorgestellt wird. Eine zusammenfassende Schlussbetrachtung soll diese schriftliche Ausarbeitung abschließen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Überblick zum buddhistischen Welt- und Menschenbild
2 Der Weg zum Nirvana
3 Das Konzept Nirvana
Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die buddhistische Vorstellung vom Nirvana, eingebettet in das komplexe Welt- und Menschenbild des Buddhismus, um eine klare Einordnung und Definition dieses oft missverstandenen Konzepts zu ermöglichen.
- Grundlagen des buddhistischen Welt- und Menschenbildes
- Die Vier Edlen Wahrheiten und der Edle Achtfache Pfad
- Das Konzept des Nirvana als Ende des Leidens
- Die Bedeutung von Negativformulierungen in der buddhistischen Lehre
- Die historische und interkulturelle Rezeption des Nirvana-Begriffs
Auszug aus dem Buch
3 Das Konzept Nirvana
„Es gibt, ihr Mönche, einen Bereich, wo weder Festes noch Flüssiges ist, weder Hitze noch Bewegung, weder diese Welt noch jene Welt, weder Sonne noch Mond. Das, ihr Mönche, nenne ich weder ein Kommen, noch ein Gehen, noch ein Stillestehen, weder ein Geborenwerden noch ein Sterben. Es ist ohne jede Grundlage, ohne Entwicklung, ohne Stützpunkt: das eben ist das Ende des Leidens.“ (Pali-Kanon, Udana 8, 3)
Dieses besagte Ende des Leidens wird in der Sprache des Sanskrit Nirvana oder Nirwana genannt und in der Sprache des Pali als Nibbana bezeichnet. Wörtliche Übersetzungen sind „Erlöschen“, „Verlöschen“ oder „Abkühlen“. Doch was genau erlischt? Es handelt sich um ein Erlöschen des Durstes, auf welchen innerhalb dieser Ausarbeitung bereits im vorigen Unterpunkt ausführlicher eingegangen wurde.
Am ehesten lässt sich das Nirvana demnach als ein Zustand oder als eine existenzielle Qualität einordnen. Versucht man, genauer auf diesen Zustand einzugehen, so ließe er sich am besten als einen tiefen Frieden und ein Zur-Ruhe-Kommen umschreiben. Eine genaue Definition dessen gestaltet sich aber als schwierig. Paradoxerweise lässt sich in diesem Fall mit negativen Formulierungen, also was etwas nicht ist, besser beschreiben, worum es geht. Dies wird in der buddhistischen Tradition oft so gehandhabt. Geht man nun so vor, dass man negative Formulierungen verwendet, kann man sagen, dass das Nirvana nicht gesehen, nicht gedacht und nicht beschrieben werden kann. Es ist nicht manifest und nicht bedingt; dementsprechend ist es absolut und unbedingt. Auch im Pali-Kanon werden diesbezüglich ebensolche Formulierungen genutzt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie das Nirvana aus buddhistischer Sicht zu verstehen ist, und skizziert den Aufbau der Arbeit von den Grundlagen bis zur Schlussbetrachtung.
1 Überblick zum buddhistischen Welt- und Menschenbild: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Ziele des Buddhismus, die Drei Juwelen sowie wichtige Lehrinhalte wie die Vier Edlen Wahrheiten und das Rad des Lebens.
2 Der Weg zum Nirvana: Hier wird der Prozess der Befreiung vom Leiden durch das Verständnis der Vier Edlen Wahrheiten und die Praxis des Edlen Achtfachen Pfades beschrieben.
3 Das Konzept Nirvana: Dieses Kapitel widmet sich der inhaltlichen Bestimmung des Nirvana als Ende des Leidens und diskutiert die Herausforderungen einer Definition sowie die Bedeutung der Negativformulierungen.
Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst zusammen, dass das Nirvana aufgrund seiner Unbedingtheit und der Komplexität der buddhistischen Lehre schwierig zu definieren ist und oft über die Umschreibung dessen, was es nicht ist, erschlossen wird.
Schlüsselwörter
Buddhismus, Nirvana, Nibbana, Leiden, Vier Edle Wahrheiten, Edler Achtfacher Pfad, Buddha, Skandhas, Samsara, Durst, Erlösung, Parinirvana, Arhat, Philosophie, Weltbild
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der buddhistischen Vorstellung vom Nirvana und versucht, dieses zentrale, aber oft schwer greifbare Konzept im Kontext des buddhistischen Welt- und Menschenbildes zu erläutern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die grundlegenden Lehrinhalte des Buddhismus, den Weg zur Erlösung vom Leiden sowie die spezifische Definition und Bedeutung des Nirvana.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, dem Leser ein grundlegendes Verständnis für das Nirvana zu vermitteln, wobei insbesondere die Schwierigkeiten der Definition und die spezifische buddhistische Terminologie beleuchtet werden.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Es handelt sich um eine systematische, deskriptive Aufarbeitung, die auf der Analyse buddhistischer Lehrtexte, insbesondere des Pali-Kanons, und weiterführender religionswissenschaftlicher Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen Überblick über das buddhistische Weltbild, die Darlegung des Weges zum Nirvana durch die Vier Edlen Wahrheiten und eine tiefere Untersuchung des Konzepts Nirvana selbst.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Nirvana, Leiden, Befreiung, Edler Achtfacher Pfad und buddhistische Lehre charakterisiert.
Warum wird das Nirvana oft nur negativ definiert?
In der buddhistischen Tradition wird das Nirvana als etwas Absolutes und Unbedingtes verstanden, das sich dem sprachlichen Zugriff entzieht; daher beschreibt man eher, was es nicht ist (z. B. nicht bedingt, nicht manifest), um sich dem Kern des Konzepts anzunähern.
Was ist der Unterschied zwischen dem vortodlichen Nirvana und dem Parinirvana?
Das vortodliche Nirvana beschreibt den Zustand eines Heiligen (Arhat) zu Lebzeiten, während das Parinirvana das vollständige Nirvana nach dem Tod bezeichnet, bei dem die Auflösung der Daseinsgruppen vollständig erfolgt.
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- Konrad Altmann (Author), 2016, Die buddhistische Vorstellung vom Nirvana, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341903