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'Mé on est très bien ici, nan ?' Analyse eines französischsprachigen Chatverlaufs

Title: 'Mé on est très bien ici, nan ?' Analyse eines französischsprachigen Chatverlaufs

Seminar Paper , 2016 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Hanna Roider (Author)

French Studies - Linguistics
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Die Chat-Kommunikation kann weder eindeutig einem schriftlichen Dokument, noch einem mündlichen Gespräch zugeordnet werden, sondern stellt vielmehr eine Mischform dar.

Die Differenzierung nach Koch/Oesterreicher in mediale und konzeptionelle Schriftlichkeit bzw. Mündlichkeit hilft dabei, den Chat genauer zu verorten. Medial meint hier das Medium, über welches Sprache vermittelt wird. Konzeptionell hingegen bezeichnet den Duktus oder die Modalität der sprachlichen Äußerung. In medialer Hinsicht kann der Chat eindeutig der Schriftlichkeit zugeordnet werden, da die Teilnehmer ihre Beiträge eintippen und nicht aussprechen. Konzeptionell ist die Chat-Kommunikation eher am Nähe-/ Mündlichkeitspol anzusiedeln. So kann der Chat als schriftlich konstituierter Diskurs oder vereinfacht gesagt als getipptes Gespräch bezeichnet werden.

Auf einer Skala, die die Synchronie der Konversation beschreibt, ist der Chat eher mittig anzusiedeln. Im Gegensatz zum absolut synchronen face-to-face-Gespräch, das interaktiv und simultan verläuft, aber auch im Vergleich zur asynchronen Kommunikation durch schriftliche Textdokumente, die wie beispielsweise in Zeitungsartikeln zeitlich zerdehnt stattfindet, ist der Chat erneut eine Mischform und kann deshalb als quasi-synchron bezeich-net werden. Die Teilnehmer befinden sich in räumlicher Distanz zueinander, unterhalten sich wegen der zeitlichen Nähe aber interaktiv, obwohl sie schriftlich kommunizieren. Dadurch werden Produktions- und Äußerungsakt einer Aussage jedoch getrennt, wobei der Produktionsakt vom Chatpartner nicht einsehbar ist. Die Teilnehmer tauschen untereinander also bereits fertige Äußerungsprodukte aus, deren Entstehungsvorgang vom Partner nicht nachvollzogen werden kann.

Durch die Schnelllebigkeit im Zeitalter des Internets verändern sich die Kommunikationsformen und so auch die Möglichkeiten der Chat-Kommunikation ständig. Nahezu alle sozialen Netzwerke, wie zum Beispiel Facebook, Skype oder WhatsApp, bieten die Möglichkeit mit einzelnen Personen oder in der Gruppe zu kommunizieren. In den genannten Beispielen kennen sich die Gesprächspartner meistens.

Der Analyse dieser Arbeit liegt allerdings eine andere Form von Chat zugrunde, der Plauderchat, in dem sich mehrere Teilnehmer, die sich nicht persönlich kennen, unter Pseudonymen über beliebige Themen unterhalten. Dieser Chatverlauf wird hier mit den Kriterien der Gesprächsanalyse untersucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Vorstellung des Materials

2 Analyse der Kommunikationssituation

2.1 Soziale Voraussetzungen

2.2 Setting und Situation

2.2.1 Ort und Zeit

2.2.2 Personen und soziale Rollen

2.2.3 Intentionen

2.3 Sprachbezogene Merkmale

2.3.1 Einzelsprachen

2.3.2 Soziale Stile

2.4 Gesprächsziel

2.4.1 Funktion und Ziel

2.4.2 Teilziele

3 Konversationsanalyse

3.1 Makroebene

3.1.1 Gespräch zwischen cricri59 und pimpim

3.1.2 Gespräch zwischen loveurpourmaloveuse und sarah59

3.1.3 Gespräch zwischen bichon und louloutte62

3.1.4 Gespräch zwischen audreyy und bichon

3.2 Mittlere Ebene

3.2.1 Gesprächsschritt (turn)

3.2.2 Sprecherwechsel (turn-taking)

3.2.3 Sequenzierung

3.2.4 Sprechakt/Hörverstehensakt

3.2.5 Gliederungssignale, Turn-taking-Signale

3.2.6 Back-channel-behaviour

3.3 Mikroebene

3.3.1 Syntax und Grammatik

3.3.2 Auffälligkeiten in der Rechtschreibung

3.3.3 Ausdruck von Emotionen

4 Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Kommunikationsstruktur eines französischsprachigen Plauderchats, um festzustellen, inwieweit linguistische Analysekriterien für mündliche Gespräche auf diese computervermittelte Kommunikationsform anwendbar sind. Dabei wird analysiert, wie trotz räumlicher Distanz und Asynchronität interaktive Gesprächsverläufe entstehen.

  • Analyse der externen Kommunikationssituation (Setting, Teilnehmer, Intentionen)
  • Strukturelle Untersuchung des Chatverlaufs mittels gesprächslinguistischer Kategorien
  • Evaluierung der Anwendbarkeit klassischer Analysemethoden auf Chat-Kommunikation
  • Untersuchung von Phänomenen wie Turn-Taking, Sequenzierung und Ökonomie der Sprache
  • Erforschung der Ausdrucksweisen von Emotionen in einem textbasierten Medium

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Sprecherwechsel (turn-taking)

Aufgrund der räumlichen Trennung und der Vielzahl an Teilnehmern sind die meisten Beiträge an den entsprechenden Kommunikationspartner adressiert, diese Sprechersignale dienen der Orientierung und beugen Missverständnissen vor (vgl. Schönfeldt 2001: 40). In diesen Fällen erfolgt der Sprecherwechsel (turn-taking) demnach durch Fremdzuweisung. Die Unterscheidung des Sprecherwechsels in Selbst- und Fremdzuweisung (vgl. Brinker/Sager 2010: 61) ist im Chat jedoch nicht eindeutig definierbar. Eine Voraussetzung für das turn-taking ist, dass ein Partner redet; der andere schweigt währenddessen und wartet den passenden Moment ab, um das Wort zu ergreifen. Im Chat ist dies jedoch nicht wahrnehmbar, es gibt ein gleiches Rederecht für alle Beteiligten (vgl. Storrer 2001b: 12). So können mehrere Gespräche gleichzeitig und unabhängig voneinander stattfinden, weshalb im Gesamtchat keine Organisation erkennbar ist. Innerhalb der einzelnen Gesprächsstränge hingegen findet ein regelmäßiger Wechsel von Rede- und Gegenrede statt. (vgl. Schönfeldt 2001: 50)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung und Vorstellung des Materials: Dieses Kapitel verortet Chat-Kommunikation theoretisch als Mischform zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit und führt in das analysierte Chat-Protokoll ein.

2 Analyse der Kommunikationssituation: Hier werden die Rahmenbedingungen wie Ort, Zeit, soziale Rollen der Pseudonyme sowie die Gesprächsziele der Chat-Teilnehmer deskriptiv erfasst.

3 Konversationsanalyse: Das Hauptkapitel untersucht den Chatverlauf auf Makro-, mittlerer und Mikroebene, insbesondere unter Aspekten wie Turn-Taking, Sequenzierung und sprachlicher Ökonomie.

4 Fazit: Die Arbeit resümiert, dass klassische Kriterien der Gesprächsanalyse weitgehend auf Chats anwendbar sind, wobei das Medium spezifische Anpassungen in der Ausdrucksweise erfordert.

Schlüsselwörter

Gesprächslinguistik, Chat-Kommunikation, Plauderchat, Konversationsanalyse, Turn-Taking, Mediale Schriftlichkeit, Konzeptionelle Mündlichkeit, Ökonomie der Sprache, Soziale Rollen, Pseudonymität, Sequenzierung, Emoticons, Sprachliche Ökonomie, Digitale Kommunikation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die sprachliche Struktur und die Kommunikationsabläufe eines französischen Chat-Protokolls aus dem Jahr 2005 unter gesprächslinguistischen Gesichtspunkten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die Kommunikationssituation, die Organisation von Gesprächssträngen (Makroebene), die Dynamik des Sprecherwechsels (Mittlere Ebene) sowie Besonderheiten der Syntax und Rechtschreibung (Mikroebene).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beschreibung der Kommunikationssituation und die Prüfung, ob Analysekriterien, die ursprünglich für mündliche Gespräche entwickelt wurden, auf die computervermittelte Chat-Kommunikation übertragen werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf etablierte Ansätze der linguistischen Gesprächsanalyse, primär basierend auf den Werken von Brinker/Sager sowie Henne/Rehbock.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Makro-Analyse der Gesprächsstränge, eine mittlere Ebene zur Untersuchung von Turn-Taking und Sequenzierung sowie eine Mikro-Analyse sprachlicher Phänomene wie Rechtschreibbesonderheiten und Emotionsausdrücke.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gesprächslinguistik, Konzeptionelle Mündlichkeit, Ökonomie der Sprache, Turn-Taking und computervermittelte Kommunikation definiert.

Warum spielt die Anonymität der Chat-Teilnehmer eine so wichtige Rolle?

Da die Teilnehmer keine persönlichen Identitäten preisgeben, erfolgt die Interaktion rein über Pseudonyme, was direkte soziale Sanktionen erschwert und das Verhalten im Chat, etwa durch unverbindlichen Smalltalk, maßgeblich beeinflusst.

Wie unterscheidet sich die Chat-Kommunikation laut der Autorin von einem Face-to-Face-Gespräch?

Die Autorin betont vor allem die Asynchronität zwischen Produktionsakt und Äußerungsakt sowie das Fehlen prosodischer Mittel (wie Tonhöhe oder Lautstärke), die durch graphische Mittel wie Smileys oder Emoticons kompensiert werden müssen.

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Details

Title
'Mé on est très bien ici, nan ?' Analyse eines französischsprachigen Chatverlaufs
College
University of Passau
Course
Proseminar Gesprächslinguistik
Grade
1,0
Author
Hanna Roider (Author)
Publication Year
2016
Pages
22
Catalog Number
V342837
ISBN (eBook)
9783668336841
ISBN (Book)
9783668336858
Language
German
Tags
analyse chatverlaufs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hanna Roider (Author), 2016, 'Mé on est très bien ici, nan ?' Analyse eines französischsprachigen Chatverlaufs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342837
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