Einfluss des demographischen Wandels auf die Ernährungsgewohnheiten der erwerbstätigen Gesellschaft. Die Entwicklung von Lieferdiensten am Fallbeispiel Foodora


Bachelorarbeit, 2016

52 Seiten


Leseprobe

Inhaltverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Demographische Entwicklung in Deutschland
2.1.1 Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland
2.1.2 Demographische Entwicklung im int. Vergleich bis zum Jahre 2050
2.1.3 Folgen des demografischen Wandels
2.1.4 Entwicklung verschiedener Branchen
2.2 Allgemeine Aspekte der Ernährung
2.2.1 Begriffsklärung „Ernährung“ und „Essen“
2.2.2 Geschichte der Ernährung der Menschen
2.2.3 Der lange Weg zum Frischkochen
2.2.4 Nachhaltigkeitsdimensionen der Ernährung
2.3 Lieferdienste im Allgemeinen
2.3.1 Grundlagen von Lieferdiensten
2.3.2 Entwicklung von Lebensmittellieferdiensten
2.3.3 Voraussetzungen für Lieferdienste
2.3.4 Wachstum des Online Konsumverhaltens
2.3.5 Eine jüngere und internetaffine Bevölkerung
2.3.6 Geschäftsmodelle im Online-Lebensmittelhandel
2.3.7 Erfolgreiche Konzepte der Lebensmittel- Lieferdienste

3. Konzept von Foodora
3.1 Grundlagen des Konzeptes
3.2 Kundenbindungsprogramme von Foodora
3.3 Die Sieben Marketing P´s in Bezug auf Foodora
3.4 Finanzierung von Foodora

4. Zusammenhang von deutschen Arbeitsstrukturen mit dem Lieferdiensterfolg .
4.1 Arbeitsalltag der Grund für den Erfolg der Lieferdienste
4.2 Essen im Büro: Das neue Restaurant
4.3 Vor- und Nachteile von Lieferdiensten

5. Fazit

6. Quellenangabe

Abstract

Innerhalb dieser Bachelor-Thesis beschäftigt der Verfasser sich mit der Frage in wie weit der Demographische Wandel und die Veränderung der Arbeitsstrukturen das Ernährungsbewussten der erwerbstätigen Gesellschaft beeinflusst. Zunächst werden Grundlagen und Folgen des Demographischen Wandels erläutert und auf die Veränderten Arbeitsstrukturen eingegangen. Anschließend werden Allgemeine Themen der Ernährung Thematisiert, darunter fallen die Begriffe Ernährung und Essen sowie die Nachhaltigkeitsdimension der Ernährung. Im darauffolgenden Abschnitt befasst sich der Verfasser dieser Arbeit mit dem Thema Lieferdienst. Dort wird sich mit der Grundstruktur von Lieferdiensten befasst sowie deren Entwicklung und Chancen. Dieses Kapitel wird anhand von Foodora noch einmal praktisch erläutert. Im letzten Abschnitt wird der Zusammenhang der vorangegangen Säulen beschrieben bevor es mit dem Fazit der Arbeit Endent.

Within this bachelor thesis the author is concerned with the question how far the demographic change and changing work patterns affect the nutritional awareness of the working society. First, Principles and consequences of demographic change are explained and the change of the working structures will be discussed. Ensuing, General topics of nutrition will be discussed, this includes the terms of nutrition and food as well the sustainability dimensions of nutrition. In the following section, the author of this work deals with the issue of delivery. There will be concerned with the basic structure of delivery services, their development and opportunities. This chapter is again practically explained by Foodora. In the last section the context of the three different sections of the thesis is shown before the the work final ends with a conclusion.

II Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland

1. Einleitung

In der Bundesrepublik Deutschland ist das Thema der demographischen Entwicklung der Menschheit ein bedeutendes Objekt der modernen Forschung. In diesem Kontext liegen sowohl bevölkerungswissenschaftliche Studien über Folgen und Ursachen dieses Phänomens als auch zahlreiche verschiedenartige Analysen vor. Unter anderem war die demographische Entwicklung der Bevölkerung lange kaum ein wichtiges Thema für die Öffentlichkeit und Politik.1 In letzter Zeit sieht sich die Bundesrepublik Deutschland mit der alternden und abnehmenden Bevölkerung konfrontiert. So gilt die Veränderung von altersstrukturellen Zusammensetzungen der Bevölkerung in Deutschland als Folge des demographischen Wandels. In diesem Kontext bewirken demographische Wandlungen Veränderungen der Altersstruktur und betreffen auch die Betriebsebene. Deutsche Unternehmen müssen sich in der Zukunft nicht nur mit älteren Mitarbeitern, sondern auch mit rückläufigen Nachwuchszahlen auseinandersetzen.2

Da der demographische Wandel Auswirkungen auf alle Bereiche hat, wird der Ernährungsalltag heutzutage auch vor dem Hintergrund von entscheidenden gesellschaftlichen und demographischen Veränderungsprozessen gesehen. Das alltägliche Ernährungshandeln ist vom Wandel der Arbeitswelt, von Pluralisierung und Individualisierung von Wertorientierungen in besonderem Maß betroffen. Auf solche Weise stellt man klassische Formen der Organisation von Ernährungsgewohnheiten in Frage. Bei dem kommunikativen und sozialen Kontext des Essens handelt es sich darum, bei der Arbeit oder in der Familie zu essen. Bei der Organisation des Ernährungsalltags verlangt der gesellschaftliche und demographische Wandel der erwerbstätigen Gesellschaft ein hohes Maß an Konstruktions- und Integrationsleistungen ab.3

Der Wunsch nach einer ausgewogenen und gesunden Ernährung scheitert oft an mangelhafter Unterstützung, fehlender Zeit, mangelnden finanziellen Ressourcen und unzureichenden Angeboten. Zusätzlich hat eine Reihe von Menschen durch private und berufliche Belastungen keine Möglichkeit, sich richtig und gesund zu ernähren.4 Der Food- Lieferservice wird nahezu durch jeden Schnellimbiss angeboten.

Nach wie vor wird es im Zeitalter des World Wide Web nicht nur per Telefon bei Food- Lieferservices bestellt, sondern es werden auch immer mehr Möglichkeiten geboten, die Essensbestellung einfach und schnell online aufzugeben. Der häufigste Grund, warum auf Food-Lieferdienste zurückgegriffen wird, ist die Unlust am Herd zu stehen. Zu weiteren Motiven, dass bestellt wird, gehören die große Auswahl an verschiedenartigen Speisen, das Angebot der schmackhaften Speisen, Zeitmangel oder ein besonderer Anlass.5 Freiberufliche Tätigkeit, unregelmäßige Arbeitszeiten, Wochenend- und Schichtarbeit nehmen zu. Dabei hat der Alltag keine festgelegten Mahlzeiten und Strukturen und es wird in der modernen Arbeitswelt mehr kalt als warm gegessen. Auf solche Weise gewinnen Fast Food und Convenience Food an Bedeutung,6 weil im Internet-Zeitalter glücklicherweise niemand auf das Nahrungsmittelangebot vor Ort angewiesen ist.7 Heute gibt es eine Menge von verschiedenartigen Lieferdiensten, wie beispielsweise Foodora, Hello Fresh oder Mymüsli.

Das Start-up Foodora versteht sich als bedeutender Dienstleister für die Branche der Gastronomie. In vielen deutschen Großstädten haben die Kunden die Möglichkeit, über die spezielle Plattform bei Foodora-Restaurants zu bestellen. Zu wichtigsten Prinzipien von Foodora gehört es, die Zahlungsabwicklungen zu übernehmen und das gesunde Essen innerhalb von dreißig Minuten zuzustellen. Seit der Gründung in München hat das Foodora-Unternehmen ein rasantes Wachstum hingelegt. In der Bundesrepublik Deutschland kooperiert Foodora mit mehr als 2.000 Restaurants. In zehn europäischen Ländern hat das Unternehmen etwa 7.500 Partner international.8

Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Ernährungsgewohnheiten der erwerbstätigen Gesellschaft zu untersuchen. So wird der Einfluss der demographischen Situation auf die Entwicklung von Lieferdiensten behandelt, wobei der Fokus der Recherche auf das Fallbeispiel Foodora gelegt wird.

Die Bachelorarbeit setzt sich aus fünf Teilen zusammen. Zunächst werden im zweiten Kapitel Begriffe und Grundlagen der Demographie, die derzeitige demographische Lage Deutschlands, Ursachenkomplexe für den Wandel, Auswirkungen, Perspektiven und Herausforderungen der demographischen Situation dargestellt.

Unter anderem werden die Folgen des Wandels für die Erwerbsgesellschaft und auf die betriebliche Ebene beschrieben. Außerdem wird dieser Teil der Arbeit den Grundlagen von Lieferdiensten und allgemeinen Aspekten der Ernährung gewidmet. Hier sollen die wichtigsten Begriffe erläutert, geschichtliche Entwicklung der Ernährung der Menschen und der Lebensmittel-Dienste erfasst werden. Zusätzlich umfasst dieser Teil sowohl Geschäftsmodelle im Online-Lebensmittelhandel als auch erfolgreiche Konzepte der Lebensmittel-Lieferdienste.

Im dritten Abschnitt geht es sich um den Lieferdient Foodora, in dem die Grundlagen des Konzeptes, Kundenbindungsprogramme, Finanzierung und die sieben Marketing P´s in Bezug auf Foodora veröffentlicht werden. Im vierten Kapitel soll aufgezeigt werden, wie der Erfolg von Lieferdiensten von deutschen Arbeitsstrukturen abhängt. Es soll untersucht werden, welche Nachteile und Vorteile für Lieferdienste der demographische Wandel mit sich bringt. Schließlich werden alle Ergebnisse der Untersuchung im letzten Abschnitt zusammengefasst und erläutert.

2. Theoretische Grundlagen

Der Terminus „Demographie“ oder „Bevölkerungswissenschaft“ gilt als eine historische Wissenschaft, die sich mit Bevölkerungen befasst, die man nur in der Vergangenheit fassen kann.9 Anders gesagt versteht man unter dem Begriff „Demographie“ sowohl die Wissenschaft der Struktur und Entwicklung der Bevölkerung als auch der Gebiete, die geographisch anders abgegrenzt sind.10

2.1 Demographische Entwicklung in Deutschland

Im Jahre 1855 wurde „Demographie“ als wichtiges wissenschaftliches Erkenntnisobjekt von Achille Guillard eingeführt. Im Vordergrund solcher statistischen Erfassungen, die zu jener Zeit vorgenommen wurden, stand die Sterberate (Mortalität). Mit diesen Daten ließen sich Überlebenstafeln erstellen, um Leibrenten zu berechnen.11 Die Bevölkerungswissenschaft beschreibt die zahlen- und altersmäßige Gliederung der Bevölkerung, die Sterberaten, Reproduktionsrate, Wanderungsbewegungen, Lebenserwartungen und untersucht die geographische Verteilung der Bevölkerung.12

Demographische Entwicklung oder demographischer Wandel ist durch die Veränderung der Alterszusammensetzung in einer Gesellschaft, unter anderem bedingt durch Kriege, Veränderungen der Geburtenrate und ständiger Verbesserung der Gesundheitsversorgung gekennzeichnet.13 Im nachfolgenden Verlauf der Arbeit wird die demographische Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland und im internationalen Vergleich dargestellt. Unter anderem werden Auswirkungen der demographischen Entwicklung, ihre Perspektiven und Herausforderungen erläutert.

2.1.1 Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland

Drastische Veränderungen der deutschen Bevölkerungsstruktur werden durch die letzten Daten des statistischen Bundesamtes im Bereich der demographischen Entwicklung verdeutlicht.

Die Anzahl der jährlich neugeborenen Kinder reicht seit vier Jahrzehnten nicht aus, um die Generation der Eltern völlig zu ersetzen. Das bedeutet, dass heute mehr Menschen sterben, als Kinder geboren werden.14

Die demographische Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland ist sowohl durch die Lebenserwartung, die kontinuierlich steigt, als auch durch Geburtenzahlen, die dauerhaft niedrig sind, gekennzeichnet. Die Gesamtzahl der deutschen Bevölkerung nimmt seit dem Jahr 2003 ab. Bereits seit Jahrzehnten übersteigt die Zahl der Sterbefälle die Zahl der Geburten. In diesem Kontext verschiebt sich die Bevölkerungsstruktur zwischen den Altersgruppen, weil sich der Altersaufbau verändert. Dabei verzeichnet man einen wachsenden Anteil von älteren Menschen und einen sinkenden Anteil von jüngeren Personen. Die Wissenschaftler stellen fest, dass die demographische Alterung langfristig verläuft und sich weiter fortsetzen wird.15

Schon lange weicht die derzeitige Bevölkerungsstruktur in der Bundesrepublik von der Form der traditionellen Bevölkerungspyramide ab. Bei der klassischen idealen Pyramide der Bevölkerungsstruktur (1910) verringert sich die die quantitative Stärke von Altersgruppen von Jüngsten und Ältesten kontinuierlich. Die Jahrgänge, die zahlreich besetzt wurden, werden bis zum Jahr 2060 nach oben verschoben und werden von numerisch kleineren Jahrgängen ersetzt.16

Im Wesentlichen ist die demographische Entwicklung der deutschen Bevölkerung durch nachfolgende Entwicklungsschritte gekennzeichnet:

- Entwicklung der Geburtenrate. Heute gehört Deutschland zu den Ländern mit einer schnellen Alterung und einem niedrigen Geburtenniveau, weil die Zahl der Bevölkerung von knapp 82,4 auf 81,8 Mio. Menschen in den vergangenen zehn Jahren gesunken ist. Seit etwa 40 Jahren liegt das Geburtenniveau etwa um ein Drittel unter dem Niveau zur Erhaltung der Bevölkerungszahl.17 Der Anteil von älteren Menschen steigt, weil die Generation von Kindern wesentlich kleiner als die Generation der Eltern ist.18

- Entwicklung der Lebenserwartung. Da die Lebenserwartung kontinuierlich zunimmt, wird dadurch die weitere Verschiebung der Alterszusammensetzung der deutschen Bevölkerung zugunsten der älteren Menschen bewirkt. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Frauen betrug im Jahre 1960 noch 72,4, von Männern-66,9 Jahre. Im Jahre 2010 betrug die Lebenserwartung von neugeborenen Kindern bei Mädchen 82,6 und bei Jungen 77,5 Jahre.19

- Migration. In den letzten Jahrzenten ist die deutsche Bevölkerung ethisch heterogener geworden. Das bedeutet, dass 16,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund im Jahre 2012 hierzulande lebten. Heutzutage verfügen rund 40 Prozent der gesamten Bevölkerung Deutschlands über einen Migrationshintergrund. Der Trend setzt sich kontinuierlich weiter fort.20

Wie es bereits erwähnt wurde, ging die Bevölkerungszahl in der Bundesrepublik kontinuierlich zurück (Abb. 1). Im Jahre 2014 ist die Zahl der Bevölkerung das vierte Jahr in Folge gestiegen. Demgemäß lebten am Jahresende in Deutschland etwa 81,1 Mio. Menschen. Der hohe positive Wanderungssaldo von 470.000 Menschen ist ein Grund dafür. Unter anderem wurde die Zahl der deutschen Bevölkerung sofort nach dem „Zensus 2011“ korrigiert.21

Abbildung 1 Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland22

a) Anteil der alleinlebenden Menschen in der Bundesrepublik Deutschland

Im Jahr 2011 gab es 15,9 Millionen alleinlebende Menschen. In diesem Kontext waren 53% von alleinlebenden Menschen Frauen, was etwa 8,5 Millionen betrug, und 47 % Männer (etwa 7,4 Millionen). Im Jahre 2011 lebte fast die Hälfte der deutschen Bevölkerung in einer Familie als alleinerziehendes Elternteil mit einem Kind, als Lebensgemeinschaft oder als Ehepaar zusammen. Zusätzlich lebten 29% der Bevölkerung in einer Paargemeinschaft ohne Kinder (zum Befragungszeitpunkt). 2% der Bevölkerung wohnten in einem Mehrpersonenhaushalt. Dabei hatten diese 2% kein Lebenspartner/-in und keine eigenen Kinder.23

b) Anteil der 65-jährigen Menschen in der Bundesrepublik Deutschland

Im Jahre 2009 lebten in Deutschland etwa 82 Millionen Menschen. Rund 17 Millionen waren dabei 65 Jahre oder älter. Davon waren 43% Männer und 57% Frauen. Eine höhere Lebenserwartung der Frauen verursacht dabei ein solches riesiges Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern. Eine weitere Ursache des Ungleichgewichts ist die Auswirkung des Zweiten Weltkrieges, weil viele Männer der Rentnergeneration frühzeitig im Krieg gestorben sind. In den vergangenen Jahren hat sich das prozentuale Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern durch die vom Krieg weniger betroffene Generation stetig verringert. Unter anderem hatte jede fünfte Person das Rentenalter bereits erreicht. Heutzutage ist die deutsche Bevölkerung eine der ältesten in der Europäischen Union.24

c) Prognosen der deutschen Bevölkerung

Nach Prognosen wird die Bevölkerungszahl Deutschlands bis zum Jahre 2060 zurückgehen, wobei der Anteil des älteren Menschen weiter steigen wird. So wird die Bevölkerung künftig in der Gesamtheit erheblich altern und in der Zahl deutlich schrumpfen. Bis 2030 wird die Bevölkerungszahl in solchen Stadtstaaten wie Berlin, Bremen und Hamburg sowie im Freistaat Bayern voraussichtlich zunehmen. Sowohl für das Saarland als auch für die ostdeutschen Länder erwartet man große Verluste an Bevölkerung.

Man stellt fest, dass die deutsche Bevölkerung um 5,7 % bis zum Jahre 2030 abnehmen wird. Diese Zahl entspricht einem Rückgang von fünf Millionen Einwohnern. Diese Veränderungen werden durch die immer weiter steigende Alterung der Gesellschaft verursacht, weil 21% im Jahre 2009 der Einwohner mindestens 65 Jahre alt waren und im Jahre 2030 etwa 29% der deutschen Bevölkerung mindestens 65 Jahre alt sein werden. Man vermutet, dass es zu einer Erhöhung von 17 auf 22 Millionen Menschen, die 65 und älter sind, kommen wird.25

2.1.2 Demographische Entwicklung im int. Vergleich bis zum Jahre 2050

Bei der Bevölkerungsentwicklung im internationalen Vergleich zeigt sich kein einheitlicher Befund. Etwa ab dem Jahr 2020 dürfte das Wachstum der Bevölkerung in der Europäischen Union rückläufig sein. Was andere Teile der Welt angeht, erwartet man bis zum Jahr 2050 eine Erhöhung der Bevölkerungszahl, insbesondere in Asien und Lateinamerika.

a) Entwicklung der Bevölkerungszahl im internationalen Vergleich

In Entwicklungs- und Schwellenländern nimmt die Einwohneranzahl wesentlich schneller als in den hoch industrialisierten Volkswirtschaften zu. Auf solche Weise wird die Bevölkerung dieser Länder in der Zukunft einen größeren Anteil an der gesamten Bevölkerung der Welt ausmachen.26

Für die Vereinigten Staaten, Kanada, Frankreich und das Vereinigte Königreich ist eine weiter steigende Bevölkerungszahl zu erwarten. In solchen Ländern wie Japan, Italien und Deutschland zeichnet sich bereits heutzutage ein rückläufiger Trend ab. Unter anderem wird sich zukünftig die Größe der Bevölkerung zwischen Frankreich, den Vereinigten Staaten und zwischen Deutschland spürbar angleichen. In Chile, Südafrika, Indonesien und Indien, die zu den Schwellenländern gehören, wird die Bevölkerungszahl bis zum Jahre 2050 erheblich zunehmen. Für Brasilien und Chile erwartet man einen weiteren Bevölkerungsanstieg, der bis zum Anfang der 2030er-2040er Jahre einen Höhepunkt erreichen wird.27

b) Alterung der Bevölkerung im internationalen Vergleich

Im internationalen Vergleich entwickelt sich die Alterung der Bevölkerung unterschiedlich. Zwischen 1950 und 2010 erhöhte sich der Altenquotient als Alterungsmaß in den Ländern Nord- und Lateinamerikas und in Asien leicht. In diesem Zeitraum blieb der Altenquotient in Afrika konstant. In der Europäischen Union hat die zunehmende Alterung der Bevölkerung die Erhöhung vom Altenquotient zur Folge. In den nächsten Jahrgängen wird sich der Altersstrukturwandel weiter beschleunigen. Bis zum Jahre 2030 erwartet man eine ähnliche Entwicklung der Bevölkerung für Nordamerika. In diesem Kontext dürfte der Altenquotient bei 40 liegen.

Heutzutage weisen einige Teile Lateinamerikas und Asiens eine relativ junge Struktur der Bevölkerung auf. Das bedeutet, dass die demographischen Umwälzungen der Altersstruktur noch bevorstehen. In Russland, Brasilien und China aus der Reihe der Schwellenländer zeigt sich in der Zukunft die stärkste Bevölkerungsalterung.28

c) Geburtenratenentwicklung im internationalen Vergleich

Die neuen mittel- und osteuropäischen Mitgliedstaaten wie Polen, Litauen, Tschechische Republik, Slowenien, Ungarn, Lettland, Slowakei, Italien und Griechenland hatten im Jahre 2005 niedrigere zusammengefasste Geburtenziffern als die Bundesrepublik Deutschland. Bereits seit dreißig Jahren gilt Deutschland als das Land mit dem niedrigsten Geburtenniveau, das etwa 1,4 Kinder je Frau beträgt. Nach Angaben der Vereinten Nationen ist die Geburtenhäufigkeit im weltweiten Vergleich unterschiedlich hoch. Heutzutage leben rund 43% der weltlichen Bevölkerung in 65 Staaten, in denen die Frauen weniger als zwei Kinder zur Welt bringen. Zu diesen Staaten gehören europäische Länder, Japan und China. Die Geburtenhäufigkeit in den Vereinigten Staaten ist heute sehr stabil und liegt dabei bei 2 Kindern je Frau. Rund 57 % der Weltbevölkerung leben heute in weiteren 127 Staaten, in denen die Geburtenhäufigkeit deutlich höher ist. In 35 Staaten von diesen 127 haben die Frauen fünf und mehr Kinder. Afghanistan und neun afrikanische Länder gehören zu den Staaten, bei denen die Frauen die höchste Kinderzahl der Welt haben.29

d) Die Lebenserwartung im internationalen Vergleich

In den G7-Ländern hat die Lebenserwartung deutlich zugenommen, was durch die geringere Sterblichkeitsrate im Kindesalter, bei der Geburt und im jüngeren Alter vor allem im 20. Jahrhundert verursacht wurde. Auf solche Weise ist die Lebenserwartung der 65-Jährigen gestiegen. In den Jahren 1960- 2006 nahm die Lebenserwartung bei Männern um fünf Jahre und bei Frauen um sechs Jahre zu. Japan besitzt die höchste Lebenserwartung ab 65 und sie beträgt bei Männern 19 Jahre und bei Frauen 23 Jahre. In Deutschland weist die Lebenserwartung bei Frauen 21 und bei Männern 17 Jahren nach dem 65. Lebensjahr auf.30

e) Der Wanderungssaldo im internationalen Vergleich

In den G7-Ländern ist das Wanderungssaldo unterschiedlich. Zum klassischen Zuwanderungsland gehört Kanada, das von einem positiven Wanderungssaldo gekennzeichnet ist. Unter anderem schwankt dieser und ist auf je 1.000 Einwohner normiert. Nach Kanada erreichte die Bundesrepublik Deutschland den zweithöchsten durchschnittlichen Wanderungssaldo mit 3,6 Nettozuwanderern je 1 000 Einwohner. Ein Wanderungssaldo von 2,9- 1,9 Zuwanderern je 1 000 Einwohner ist für Frankreich und die Vereinigten Staaten kennzeichnend. In den Jahren 2001 bis 2008 betrug der Wanderungssaldo in Italien 7,0 je 1 000 Einwohner, was durch die Zuwanderung aus Asien, Afrika und aus dem ehemaligen Jugoslawien verursacht wurde. Erst seit Anfang der 1990er Jahre ist auch der Wanderungssaldo im Vereinigten Königreich positiv und beträgt 0,7 je 1 000 Einwohner. Der Wanderungssaldo in Japan beträgt durchschnittlich 0,1 je 1 000 Einwohner.31

[...]


1 Vgl. Mrozek, 2009, S. 12

2 Vgl. Krutmann, 2013, S. 6

3 Vgl. Stieß, et al., 2005, S. 5

4 Vgl. Stieß, et al., 2005, S. 6

5 Vgl. Marketagent.com, 2015, S. 1

6 Vgl. KPMG, 2013, S. 18

7 Vgl. Wolking, 2016, S. 1

8 Vgl. Zacharakis, 2016, S. 1

9 Vgl. Busch, et al., 2013, S. 33

10 Vgl. Krüger, 2006, S. 16

11 Vgl. Krüger, 2006, S. 16

12 Vgl. Schlottmann, et al., 2015, S. 113

13 Vgl. Krüger, 2006, S. 24

14 Vgl. Statistische Ämter des Bundes und der Länder, 2011, S. 5

15 Vgl. Pansegrau, 2015, S. 6

16 Vgl. Huß, 2013, S. 22

17 Vgl. Yavuz, 2013, S. 15

18 Vgl. Yavuz, 2013, S. 15

19 Vgl. Yavuz, 2013, S. 17

20 Vgl. Hackenberg, 2015, S. 63

21 Vgl. BMWI, 2015, S. 1

22 Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, 2015, S. 1 10

23 Vgl. Statistisches Bundesamt, 2012, S. 7

24 Vgl. Statistisches Bundesamt, 2011, S. 7

25 Vgl. Voß, 2015, S. 21

26 Vgl. Vornholz, 2015

27 Vgl. Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Statistisches Bundesamt, 2011, S. 17

28 Vgl. Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Statistisches Bundesamt, 2011, S. 17

29 Vgl. Statistisches Bundesamt, 2007, S. 22

30 Vgl. Vornholz, 2015

31 Vgl. Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Statistisches Bundesamt, 2011, S. 21

Ende der Leseprobe aus 52 Seiten

Details

Titel
Einfluss des demographischen Wandels auf die Ernährungsgewohnheiten der erwerbstätigen Gesellschaft. Die Entwicklung von Lieferdiensten am Fallbeispiel Foodora
Hochschule
Hochschule Fresenius Idstein
Autor
Jahr
2016
Seiten
52
Katalognummer
V343545
ISBN (eBook)
9783668356191
ISBN (Buch)
9783668356207
Dateigröße
949 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einfluss, wandels, ernährungsgewohnheiten, gesellschaft, entwicklung, lieferdiensten, fallbeispiel, foodora
Arbeit zitieren
Dennis May (Autor), 2016, Einfluss des demographischen Wandels auf die Ernährungsgewohnheiten der erwerbstätigen Gesellschaft. Die Entwicklung von Lieferdiensten am Fallbeispiel Foodora, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343545

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