Paarkonflikte heterosexueller Paare. Sichtweise des Mannes


Diplomarbeit, 2002

299 Seiten, Note: Sehr Gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort
1.1 Zugang zur Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit

2. Einleitung
2.1 Der Sinn von Konflikten
2.2 Erscheinungsformen
2.2.1 Intrapsychische Konflikte
2.2.2 Endogene und exogene Konflikte
2.2.3 Echte und unechte Konflikte
2.2.4 Latente und manifeste/offene Konflikte
2.2.5 Heiße und kalte Konflikte
2.3 Konfliktverlauf
2.3.1 Anfangsphase
2.3.2 Hauptphase
2.3.3 Beendigung

3. Paare - unter besonderer Berücksichtigung der Perspektive des Mannes
3.1 Allgemeines
3.1.1 Der Mythos Paar – Die Institution Paar - Rituale
3.1.2 Partnerwahl
3.1.2.1 Wahlprinzipien
3.1.2.2 Kompatibilität der Partner – Symmetrie versus Komplementarität
3.1.3 Macht
3.1.4 Geld
3.1.5 Männer
3.1.5.1 Prinzipien und Bewältigungsmuster des Mannseins
3.1.5.2 Männer und Beruf
3.1.5.3 Männer und Hausarbeit
3.1.5.4 Männer und Sexualität
3.1.5.5 Männerkrisen
3.1.5.6 Männer und Vaterschaft
3.2 Paarkonflikte
3.2.1 Konflikte, Krisen und Kollusionen
3.2.1.1 Die Kollusion – 4 Muster
3.2.1.1.1 Das narzisstische Beziehungsthema
3.2.1.1.2 Das orale Beziehungsthema
3.2.1.1.3 Das anal-sadistische Beziehungsthema
3.2.1.1.4 Das phallisch-ödipale Beziehungsthema
3.2.1.2 Phasenkonflikte
3.2.1.2.1 Aufbau und Produktionsphase
3.2.1.2.2 Die mittleren Jahre
3.2.1.2.3 Die Altersehe
3.2.1.3 Umwelten
3.2.1.3.1 Biologische Ebene
3.2.1.3.2 Ebene der Persönlichkeitsstruktur
3.2.1.3.3 Paarbeziehungsebene
3.2.1.3.3.1 Identitätskonflikte (Individuum versus Paar)
3.2.1.3.3.2 Transaktionskonflikte
3.2.1.3.3.3 Entwicklungskonflikte
3.2.1.3.3.4 Distanzkonflikte
3.2.1.3.3.5 Symmetrie versus Komplementarität
3.2.1.3.3.6 Strukturinduzierte und verhaltensinduzierte Konflikte
3.2.1.3.3.7 Institutionalisierte und nicht-institutionalisierte Konflikte
3.2.1.3.3.8 Beurteilungs-, Bewertungs- und Verteilungskonflikte
3.2.1.3.4 Ebene des sozialen Umfeldes
3.2.1.3.5 Ebene der äußeren Umwelt
3.2.1.3.6 Soziokulturelle Ebene
3.2.1.3.6.1 Rollenkonflikte
3.2.2 Lösungen
3.2.2.1 Allgemeines
3.2.2.2 Konfliktbewältigung
3.2.2.2.1 Flucht
3.2.2.2.2 Vernichtung
3.2.2.2.3 Unterordnung
3.2.2.2.4 Delegation
3.2.2.2.5 Kompromiss
3.2.2.2.6 Konsens
3.2.2.2.7 Wandel erster und zweiter Ordnung
3.2.2.3 Reaktionsmodi
3.2.2.3.1 Aggressive Bewältigungsversuche
3.2.2.3.2 Rückzugsverhalten
3.2.2.3.3 Desinteresse
3.2.2.3.4 Defensive Reaktionsmodi
3.2.2.3.4.1 Realitätsverweigerung
3.2.2.3.4.2 Flucht in den Leidensstatus
3.2.2.3.4.3 Änderungsversprechen
3.2.2.3.4.4 Duldungsstarre
3.2.2.3.4.5 Freundlichkeitsoffensive
3.2.2.3.4.6 Aus dem Feld gehen
3.2.2.3.4.7 Selbstanklage
3.2.2.3.5 Emotionalisierung
3.2.2.3.6 Flucht in die Schein-Autonomie
3.2.2.3.7 Änderungsdruck verstärken
3.2.2.3.8 Innenleben verschließen
3.2.2.3.9 Reden
3.2.2.4 Untersuchungen zu den Reaktionsformen
3.2.2.5 Wenn die Lösung zum Konflikt wird
3.2.2.6 Zusammenfassung zu Paarkonflikte

4. Hypothesen

5. Empirischer Teil – 10 Einzelfallstudien
5.1 Untersuchungsdesign - Methodik
5.1.1 Datentriangulation:
5.1.2 Methodentriangulation:
5.1.2.1 Giessen-Test (GT) und Paardiagnostik
5.1.2.2 Interviews

6. Auswertung
6.1. Paar 1
6.1.1 Auswertung des Paar-Giessen-Tests:
6.1.2 Auswertung des Interviews:
6.1.3 Zusammenfassung und Interpretation:
6.2 Paar 2
6.2.1 Auswertung des Paar-Giessen-Tests:
6.2.2 Auswertung des Interviews:
6.2.3 Zusammenfassung und Interpretation:
6.3 Paar 3
6.3.1 Auswertung des Paar-Giessen-Tests:
6.3.2 Auswertung des Interviews:
6.3.3 Zusammenfassung und Interpretation:
6.4 Paar 4
6.4.1 Auswertung des Paar-Giessen-Tests:
6.4.2 Auswertung des Interviews:
6.4.3 Zusammenfassung und Interpretation:
6.5 Paar 5
6.5.1 Auswertung des Paar-Giessen-Tests:
6.5.2 Auswertung des Interviews:
6.5.3 Zusammenfassung und Interpretation:
6.6 Paar 6
6.6.1 Auswertung des Paar-Giessen-Tests:
6.6.2 Auswertung des Interviews:
6.6.3 Zusammenfassung und Interpretation:
6.7 Paar 7
6.7.1 Auswertung des Paar-Giessen-Tests:
6.7.2 Auswertung des Interviews:
6.7.3 Zusammenfassung und Interpretation:
6.8 Paar 8
6.8.1 Auswertung des Paar-Giessen-Tests:
6.8.2 Auswertung des Interviews:
6.8.3 Zusammenfassung und Interpretation:
6.9 Paar 9
6.9.1 Auswertung des Paar-Giessen-Tests:
6.9.2 Auswertung des Interviews:
6.9.3 Zusammenfassung und Interpretation:
6.10 Paar 10
6.10.1 Auswertung des Paar-Giessen-Tests:
6.10.2 Auswertung des Interviews:
6.10.3 Zusammenfassung und Interpretation:

7. Abschließende Zusammenfassung
7.1 Zusammenfassung der Ergebnisse des Paar-Giessen-Tests:
7.2 Ergebnisse der Befragung zu den Hypothesen:
7.3 Zusammenfassung Männertypen:
7.4 Schlussfolgerungen
7.4.1 Konfliktfelder
7.4.2 Konfliktmuster
7.4.3 Verhaltensmuster

8. Literaturverzeichnis

9. Abbildungsverzeichnis

10. Anhang 1 (Ergebnisse des Paar-Giessen-Tests)
Paar 1:
Paar 2:
Paar 3:
Paar 4:
Paar 5:
Paar 6:
Paar 7:
Paar 8:
Paar 9:
Paar 10:

11. Anhang 2 (Interviews)
Paar 1:
Paar 2:
Paar 3:
Paar 4:
Paar 5:
Paar 6:
Paar 7:
Paar 8:
Paar 9:
Paar 10:

12. Anhang 3
Interviewleitfaden
VAS (Visuelle-Analog-Skala) - Befragung
VAS – Auswertungskonzept

1. Vorwort

1.1 Zugang zur Arbeit

Der Zugang zum Thema dieser Arbeit erfolgte in mehreren Schritten.

Zum einen war es das Erlebnis, dass in einem relativ kurzen Zeitraum von nur 6 Monaten drei Partnerschaften in meinem unmittelbaren Freundeskreis zerbrachen.

Zu diesen 3 Paaren hatte ich engen Kontakt, so dass ich deren Werdegang, aber auch Untergang mit bekam. Entdeckte Seitensprünge, unterschiedliche Vorstellungen von einer Partnerschaft und abgestumpfte Gefühle zueinander waren die Ursache des Scheiterns.

Andererseits kenne ich viele Paare, bei denen die Partnerschaft schon seit vielen Jahren, ja Jahrzehnten klappt, obwohl kaum ein Unterschied im Umgang miteinander, verglichen mit jenen Paaren, deren Partnerschaft gescheitert war erkennbar ist.

Gleichzeitig zu diesen Ereignissen las ich zum wiederholten Male das Buch von CLAVELL (1988): Sunzi – Die Kunst des Krieges, in dem er schreibt, dass die Einsichten Sunzis bei allen geschäftlichen Konflikten, bei Schlachten im Aufsichtsrat und im alltäglichen Kampf ums Überleben und sogar im Kampf der Geschlechter den Weg zum Sieg zeigen.

In Verbindung mit den genannten Erlebnissen entstand die These, dass, wenn man diese Einsichten eines chinesischen Feldherren des fünften vorchristlichen Jahrhunderts auf alle Kämpfe, sogar den Kampf der Geschlechter anwenden kann, nur der Schluss gezogen werden kann, dass damit in all diesen Beziehungen eigentlich Krieg herrscht – Krieg ist überall!

Auszugsweise werden einige der strategischen Empfehlungen Sunzi`s dargestellt und kann eine gewisse Ähnlichkeit mit den Strategien von Paaren in Partnerschaften bzw. in Konflikten festgestellt werden:

- „Jede Kriegsführung gründet auf Täuschung“ (CLAVELL, 1988, S. 24).
- „Nur wer die schrecklichen Auswirkungen eines langen Krieges kennt, vermag die überragende Bedeutung einer raschen Beendigung zu sehen“ (ebd. S. 30).
- „Wenn du den Feind und dich selbst kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten. Wenn du dich selbst kennst, doch nicht den Feind, wirst du für jeden Sieg den du erringst, eine Niederlage erleiden. Wenn du weder den Feind noch dich selbst kennst, wirst du in jeder Schlacht unterliegen“ (ebd. S. 39).
- „So sucht im Krieg der siegreiche Stratege nur dann den Kampf, wenn der Sieg bereits errungen ist, wogegen jener, der zum Untergang verurteilt ist, zuerst kämpft und danach den Sieg sucht“ (ebd. S. 45).
- „Wer also das Geschick besitzt, den Feind in Atem zu halten, baut Täuschungen auf, die den Feind zum Handeln veranlassen. Er opfert etwas, damit der Feind danach greift. Indem er Köder auslegt, hält er ihn in Bewegung“ (ebd. S. 52).
- „Du kannst sicher sein, mit deinem Angriff Erfolg zu haben, wenn du nur Orte angreifst, die unverteidigt sind“ (ebd. S. 58)
- „Du kannst die Sicherheit deiner Verteidigung erhöhen, wenn du nur Positionen hältst, die nicht angegriffen werden können“ (ebd. S. 58).
- „Der General, dessen Gegner nicht weiß, was er verteidigen soll, greift weise an; und er ist ein weiser Verteidiger, wenn sein Gegner nicht weiß, was er angreifen soll“ (ebd. S. 58).
- „So muss im Krieg gemieden werden, was stark ist, und geschlagen werden, was schwach ist“ (ebd. S. 62).
- „Übe im Krieg die Verstellung und du wirst siegen“ (ebd. S. 70).
- Ein kluger General meidet eine Armee, deren Geist geschärft ist, und er greift an, wenn die Männer nachlässig sind und an die Rückkehr denken (vgl. ebd. S. 73).
- Du darfst einen verzweifelten Gegner nicht zu hart bedrängen (vgl. ebd. S. 74).
- „Eine Stadt, die nicht gehalten werden kann, nachdem sie eingenommen wurde, oder die, wenn man sie sich selbst überlässt, keine Schwierigkeiten macht, sollte nicht angegriffen werden“ (ebd. S. 79 f).
- „Schwäche die feindlichen Anführer, indem du ihnen Schaden zufügst; mache ihnen Schwierigkeiten und halte sie ständig in Atem, täusche sie mit Verlockungen und lasse sie jeweils zu dem Ort eilen, den du bestimmst“ (ebd. S. 81).
- 5 gefährliche Fehler: Unbekümmertheit, Feigheit, empfindliches Ehrgefühl, ungezügeltes Temperament und übergroße Sorge um das Wohl der Männer (vgl. ebd. S. 82 f).
- „Wer nicht voraus denkt, sondern seine Gegner zu leicht nimmt, wird gewiss von ihnen gefangen“ (ebd. S. 87).

1.2 Aufbau der Arbeit

Die Einleitung stellt meinen persönlichen Zugang zum Thema dieser Diplomarbeit dar.

In Kapitel 2 wird der Sinn von Konflikten behandelt, die Erscheinungsformen und seine Verläufe.

Kapitel 3 befasst sich einleitend mit der Institution Paar, der Frage nach welchen Prinzipien sich Individuen zu einer Paarbeziehung zusammenschließen, weiters mit verschiedenen Aspekten einer Paarbeziehung, wie Geld, Macht, Hausarbeit, Kinder und Sexualität. Besondere Ausführungen sind den verschiedenen Aspekten des Mannseins, seiner Sozialisation, seinen Bewältigungsmustern, seinen Rollen gewidmet.

Unterkapitel 3.2 befasst sich dann mit dem eigentlichen Thema dieser Arbeit - den Paarkonflikten. Darin wird das Konzept der Kollusion dargestellt, wonach Paarkonflikte auf unbewältigten, unbewussten Grundkonflikten basieren. Weiters wird dargestellt, dass jedes Paar selbst und nicht nur deren Beteiligte eine Entwicklung durchmacht und sich die Konfliktursachen ändern – je nachdem in welche Phase der Entwicklung sich ein Paar befindet. So unterscheiden sich die Konflikte eines Paares in seiner Aufbauphase von den Konflikten einer Alterspartnerschaft. Darüber hinaus befindet sich jedes Paar in einer Umwelt, deren Einflüssen es ausgesetzt ist. Damit wird herausgearbeitet, dass es sich bei einer Paarbeziehung um ein komplexes Phänomen handelt, das sich in seiner Entwicklung und seinem Bestehen mit einer Vielzahl von Einflüssen auseinander zusetzen hat und aus diesen Einwirkungen Konfliktursachen erwachsen können.

In Kapitel 3.2.2 werden dann die Varianten von Konfliktlösungsmöglichkeiten und die verschiedenen, im Rahmen von Konfliktaustragungen möglichen Reaktionsmodi dargestellt.

Kapitel 4 stellt die aus den Vorkapiteln erarbeiteten Hypothesen dar, deren Untersuchung Grundlage der Kapitel 5, 6 und 7, dem empirischen Teil darstellt.

In Kapitel 5 wird der methodischen Zugang festgelegt, während Kapitel 6 die Untersuchung von 10 Paaren in Form von Einzelfallstudien enthält. Methodischer Zugang waren dabei der Paar-Giessen-Test zur Ermittlung der Paarstruktur und die Durchführung von Interviews mit den Männern dieser 10 Paare anhand eines Leitfadens. Dabei wird für jedes Paar gesondert eine Zusammenfassung und Interpretation der Erhebungsergebnisse dargestellt.

Kapitel 7 umfasst die abschließende Zusammenfassung, Kapitel 8 das Literaturverzeichnis, Kapitel 9 das Abbildungsverzeichnis und in Kapitel 10. sind als Anhang die Ergebnisse des Paar-Giessen-Tests, die übertragenen Interviews, der Interviewleitfaden, sowie die Basis für die graphische Aufbereitung der Antworten der Männer zu den Hypothesen dieser Arbeit beigefügt.

2. Einleitung

Der Konflikt stellt einen Forschungsgegenstand vieler Disziplinen, wie etwa der Psychologie, der Soziologie, der Betriebswirtschaft, der Volkswirtschaftslehre oder der Politologie dar. Festzustellen ist eine terminologische Vielfalt, zu der sich noch eine konzeptionelle Vielfalt gesellt.

Wie schwierig es ist den Begriff „Konflikt“ festzumachen zeigt ein Auszug aus einer bei BOSSHARD (1988) dargestellten Übersicht zur unternehmensbezogenen Konfliktforschung. Alleine diese Übersicht umfasst 39 verschiedene Definitionen:

Abbildung 1: Konfliktdefinitionen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

.“ (S. 52 ff)

Zunächst ist von einer Wortinterpretation auszugehen. So stammt der Begriff Konflikt aus dem Lateinischen. Unter „confligere“ versteht man „zusammenstoßen, kämpfen“. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff schon mehrdeutig verwendet, indem damit innerpsychische Zustände, interpersonale Verhaltens- und Zieldiskrepanzen, wie auch Auseinandersetzungen auf einer kollektiven Ebene verstanden werden. Nachdem sich die unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen mit der Erforschung von Konflikten befasst haben, variiert der Bedeutungsinhalt des Begriffes (vgl. REGNET, 2001, S. 7).

So stellt etwa aus soziologischer Sicht der Konflikt eine Kategorie von Vergesellschaftung und somit eine spezifische Form von Wechselwirkung zwischen Individuen dar. Der Konflikt erzeugt damit Gesellschaft und ist gleichzeitig in Soziales eingebunden. Der zweite Aspekt von Konflikten beleuchtet nicht die Seite des Individuums und seiner Auseinandersetzung mit anderen Individuen, sondern die der sozialen Einheit (vgl. SCHNEIDER, 1994, S. 66 f).

Aus psychologischer Sicht stellt sich die Situation nicht anders dar – eine Vielzahl von Definitionen, wobei nur beispielsweise die von LÜCKERT (1957) herangezogen werden soll, wonach ein Konflikt als Faktum des affektiv Unvereinbaren beschrieben wird (vgl. ebd. S. 493).

Gerade diese terminologische Vielzahl macht es notwendig Abgrenzungen vorzunehmen.

SCHWARZ (1990) grenzt Konflikte zu Pannen ab, indem er Pannen als etwas beschreibt, das es zu vermeiden gilt, notwendige Konflikte hingegen als etwas, was zu entwickeln und zu pflegen ist (dabei stellt sich die Frage, ob für ihn „nicht notwendige“ Konflikte mit Pannen gleichzusetzen sind). Eine Abgrenzung zwischen Konflikten und Pannen macht er dahingehend, dass er einerseits Pannen das Attribut „vermeidbar“ beifügt und andererseits als Abgrenzungskriterium die positive Sinnhaftigkeit einführt (vgl. ebd. S. 13 ff).

Vermeidbarkeit bedeutet, dass aus Pannen zwar Konflikte resultieren oder resultieren können, diese jedoch behebbar sind. Anders bei Konflikten. Bei diesen handelt es sich um (arg.: vermeidbar) unvermeidliche Widersprüche, die eben nicht behoben werden können und deren Auftreten nicht verhindert werden kann (vgl. KRAINZ, 1995, S. 5 in LACKNER/LACKNER, 1998, S. 334).

Für REGNET (2001) sind folgende Faktoren für Konflikte kennzeichnend:

- Interessensgegensätze, unvereinbare Handlungspläne
- Maßgebend ist das subjektive Erleben und nicht die objektive Erkenntnis
- Das Wahrnehmen eines Gegensatzes
- Setzen von Bewältigungsmaßnahmen oder geändertes Verhalten (vgl. ebd. S. 8 f).

Eine weitere Abgrenzung ist die Unterscheidung des Konfliktes von der Krise. Als Krise bezeichnet LENZ (1998) eine subjektiv als belastend wahrgenommene Veränderung, die zu einer Unterbrechung der Kontinuität des Handelns und Erlebens und einer emotionale Destabilisierung führt (vgl. ebd. S. 114).

Wichtig ist auch festzuhalten, dass es zwar einen engen Zusammenhang zwischen Krise und Konflikt gibt, diese jedoch auseinander zu halten sind. So kann ein Konflikt mit einer Krise zusammenfallen, muss es aber nicht. Eine Krise kann in einer Zweierbeziehung nach der Beendigung des Konfliktes noch andauern und dabei auch eine Vielzahl von Konflikten umfassen (vgl. ebd. S. 115 f).

GLASL (1992) führt weitere Abgrenzungen ein, indem er Unvereinbarkeiten im kognitiven Bereich (im Sinne von logischen Widersprüchen, semantischen Unterschieden oder Perzeptionsdifferenzen), im Fühlen (im Sinne von emotionalen Gegensätzen oder Ambivalenzen), im Wollen, sowie das Aufeinanderstoßen von unvereinbarem Verhalten als Interaktionen beschreibt, die nicht als sozialer Konflikt zu verstehen sind (vgl. ebd. S. 16 f).

Angesichts der mehrmals zitierten terminologischen Vielfalt stellt sich letztlich die Frage der Definitionsfähigkeit des Begriffes Konflikt.

2.1 Der Sinn von Konflikten

Die Frage nach dem Sinn von Konflikten hat insofern ihre Berechtigung, als in der Realität - soweit ich meine Erfahrung hier einbringen kann – nicht wenige Menschen dazu tendieren Konflikten aus dem Weg zu gehen. Auch Schwarz (1990) beschreibt aus seiner Erfahrung, dass es - ausgehend von einer Unterscheidung zwischen Pannen und Konflikten – besonders dort zu großen Problemen kommt, wo Pannen gepflegt und Konflikte vermieden werden (vgl. ebd. S. 13).

Er stellt weiters fest, dass man folgende, jeweils einander widersprechende (im dialektischen Sinne jedoch von einander abhängige) Dimensionen von Konflikten feststellen kann:

Abbildung 2: Der Sinn von Konflikten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zum Verdeutlichen von vorhandenen Unterschieden führt Schwarz (1990) aus, dass der Konflikt eine evolutionär-selektive Aufgabe hat, indem er Antworten auf Fragen wie: Wie unterscheide ich mich vom anderen? Wer ist besser? usw. zur Verfügung stellt. Wenn er von vorhandenen Unterschieden spricht, so beschreibt er dies dahingehend, dass die Natur den Individuen bestimmte Rollen (aufgrund von verschiedenen Aufgaben der Geschlechter) zugeteilt hat bzw. soweit diese Unterschiede reflektiert wurden, sich zu einer Rollenverteilung im Sinne einer ersten Arbeitsteilung, nämlich der zwischen Mann und Frau entwickelte. Der Sinn besteht in diesem Fall darin, vorhandene Unterschiede deutlich und nutzbar zu machen (vgl. ebd. S. 15 f).

Das Gegenteil zur Funktion des Verdeutlichens von Unterschieden, stellt das Herstellen einer Gruppeneinheit dar. Dies erfolgt praktisch auf einer nächsten Stufe, durch das Überwinden der Unterschiede, nachdem solche festgestellt wurden. Zweck dieser Art des Konfliktes ist die Angleichung aller, die Bestrafung des Andersartigen und Einordnung der Beteiligten. Das heißt, dass Konflikte dafür sorgen, dass abweichende Verhaltensweisen der Gruppe wieder angepasst werden. (vgl. ebd. S. 18 f)

Die weiteren Sinndimensionen von Konflikten, nämlich Komplexität vs. Gemeinsamkeit und Veränderung vs. Erhalt von Bestehendem beschreibt Schwarz (1990) als Differenzierung der polaren Gegensätze Selektion und Einheit (vgl. ebd. S. 20).

Danach dienen Konflikte dazu die Vielfalt und Verschiedenheit von Sach- und Personenverhalten herauszuarbeiten, ebenso wie Konflikte eben auf Grund der Komplexität des Lebens dazu dienen Übersicht und Überschaubarkeit zu gewährleisten. Weiters ist die Erkenntnis, dass die meisten Veränderungen der menschlichen Geschichte auf Konflikte zurückzuführen sind dem Aspekt, dass Konflikte wiederum auch ihre Sinnhaftigkeit im Gegenteil erfahren, nämlich die Identität durch Erhalt des Bestehenden zu sichern, gegenüberzustellen (vgl. ebd. S. 20 ff).

Angesichts der obigen Ausführungen zur Sinnhaftigkeit von Konflikten tritt immer wieder das Element des Widerspruches hervor. Alleine schon die verschiedenen Sinnaspekte sind einander widersprechende Aspekte, jedoch zu verstehen in einem dialektischen Sinne. Dadurch sind sie ein treibendes Element der Entwicklung im speziellen der Paarentwicklung (vgl. PIETSCHMANN, 1994, S. 19).

SCHWARZ (1990) beschreibt dies dahingehend, dass „der Sinn der Konflikte in der einen Funktion, als auch in ihrer gegenteiligen liegt“ (S. 19).

Dies ist jedoch nicht das Denken unserer Kultur. Unsere Kultur ist die Kultur der Naturwissenschaft mit der Vorherrschaft der Logik. Und diese Logik lässt keine Widersprüche zu. In der Logik sind Widersprüche Fehler und als solche zu eliminieren. So ist die Hierarchie (und hier nicht nur die in Organisationen, sondern auch die in Paarkonstellationen) ein Mittel um Widersprüche zu eliminieren. Der Widerspruch wird auf eine höhere Ebene verlagert (etwa im Falle eines Scheidungsverfahrens wird der Konflikt an einen Richter delegiert, der jedoch nicht am Konflikt beteiligt sein darf), wo er nicht mehr vorhanden ist und dort auch gelöst werden kann (vgl. PIETSCHMANN, 1994, S. 17).

Man könnte daher auch den Konflikt als den Versuch der Handhabung unserer an die menschliche Existenz geknüpften Grundwidersprüche verstehen.

Last but not least soll noch an eine weitere Funktion von Konflikten erinnert werden, die PESENDORFER (1993) wie folgt beschreibt: „Konflikte sind oft die einzige Art, wie man jemanden zwingen kann, einem zuzuhören. ‚Streiten muss man, bis man etwas erfährt von Dir!‘“ (S. 226).

2.2 Erscheinungsformen

2.2.1 Intrapsychische Konflikte

Intrapsychische Konflikte können in folgenden Varianten auftreten:

- Annäherungs-/Annäherungskonflikte: wenn ein Individuum vor zwei positiven, jedoch nicht gleichzeitig realisierbaren Ziele steht
- Vermeidungs-/Vermeidungskonflikte: diese liegen dann vor, wenn es sich um zwei Möglichkeiten handelt, die jede für sich beim Individuum Vermeidungstendenzen auslöst
- Annäherungs-/Vermeidungskonflikte: gekennzeichnet durch eine Ambivalenz, die daraus entsteht, dass ein positiver und ein negativer Reiz gleichzeitig auf das Individuum einwirken (vgl. DOLLARD/MILLER, 1950 in: KONECNY/LEITNER, S. 150).

In diesem Zusammenhang kann auch eine weitere Kategorie, nämlich die der verhaltensinduzierten Konflikte genannt werden, deren Grundlage die Persönlichkeitsanteile der am Konflikt Beteiligten ist (vgl. HUGO-BECKER/BECKER, 1996, S. 91).

SCHWARZ (1990) spricht von persönlichen Konflikten, die er als unabdingbare Voraussetzung einer Persönlichkeitsentwicklung ansieht. Er beschreibt sie auch als Grundkonflikte, also als Konflikte mit denen sich jeder auseinandersetzen muss um sich als Persönlichkeit zu entwickeln (vgl. ebd. S. 49).

2.2.2 Endogene und exogene Konflikte

Anschließend an die Kategorie der intrapsychischen Konflikte, also Konflikten in der Person selbst, kann zwischen inneren bzw. endogenen (oder eben intrapsychischen) Konflikten und äußeren/ exogenen Konflikten unterschieden werden (vgl. HUGO-BECKER/BECKER, 1996, S. 88 f).

Hinsichtlich der äußeren Konflikte können wiederum nachstehende Unterscheidungen getroffen werden:

2.2.3 Echte und unechte Konflikte

Von echten Konflikten spricht man, wenn diese objektive Streitpunkte zum Inhalt haben. Davon zu unterscheiden sind unechte Konflikte, bei denen unbestimmte oder wechselnde Streitpunkte zugrunde liegen und die eigentlichen Ursachen in der Persönlichkeit der involvierten Parteien liegen (vgl. REGNET, 2001, S. 18).

HUGO-BECKER/BECKER (1996) unterscheiden echte von scheinbaren Konflikten und beschreiben scheinbare Konflikte, als Missverständnisse in der Kommunikation. Sie erläutern dies anhand eines Beispieles, in dem beim Aufeinandertreffen zweier (oder mehrerer) Menschen auch zwei Lebensweisen mit unterschiedlichen Ansichten, Werten und Vorstellungen aufeinander treffen und es im Gespräch dann zu Meinungsverschiedenheiten kommen kann, ohne dass daraus ein Konflikt entsteht (vgl. ebd. S. 89).

2.2.4 Latente und manifeste/offene Konflikte

Unter latenten Konflikten werden jene Konflikte verstanden, die nicht bewusst sind, die - sei es durch Unterdrückungs- oder Abwehrmechanismen – nicht (bewusst) wahrgenommen werden. Es ist ein Konflikt, der als Konflikt im subjektiven Erleben nicht präsent ist, jedoch seitens der Beteiligten als Situation wahrgenommen wurde, die durch gegensätzliche Pläne bzw. Ziele gekennzeichnet ist (vgl. REGNET, 2001, S. 20 f).

HUGO-BECKER/BECKER (1996) sprechen in diesem Zusammenhang von schwelenden Konflikten, die dadurch gekennzeichnet sind, dass ein Konfliktpotential vorhanden ist, eine offene Auseinandersetzung jedoch nicht erfolgt (vgl. ebd. S. 91)

Der Begriff des latenten Konfliktes wird von REGNET (2001) kritisiert und sie empfiehlt in diesem Zusammenhang besser von Konfliktpotential zu sprechen. Sie begründet dies damit, dass dem latenten Konflikt, ausgehend von ihrer Definition des Konfliktbegriffes, der unter anderem die Wahrnehmung der Gegensätzlichkeit erforderlich macht, eben diese fehlt (vgl. ebd. S. 21 f)

Dem gegenüber steht der Begriff des manifesten oder offenen Konfliktes, der im Unterschied zum latenten Begriff eine wahrgenommene und sich manifestierende widersprüchliche Situation zwischen Menschen darstellt (vgl. ebd. S. 20).

2.2.5 Heiße und kalte Konflikte

GLASL (1992) unterscheidet nach den Austragungsformen der Konflikte bzw. nach dem Grad der emotionalen Beteiligung. Während bei heißen Konflikten die Beteiligten emotional stark im Konflikt verhaftet sind, indem sie ihre Ideale und ihre Begeisterung mit einbringen, zeigen die Konfliktparteien bei kalten Konflikten Desillusionierung und Frustration. Der Konflikt wird formalisiert und indirekt ausgetragen und sind die Methoden dadurch gekennzeichnet dass sie weniger offen sichtbar, versteckt und unangreifbar sind (vgl. ebd. S 70 ff).

2.3 Konfliktverlauf

GLASL (1992) unterscheidet 9 Stufen im Verlauf eines Konfliktes, LENZ (1998) unterscheidet 3 Phasen. Die folgende Darstellung stellt die Integration beider Ansätze dar:

2.3.1 Anfangsphase

Stufe 1: Diese Phase (Phase der Verhärtung) ist gekennzeichnet durch Kooperationsversuche und –bemühungen den Konflikt von beiden Seiten beizulegen. Spannungen existieren zwar, jedoch stehen die Zusammenarbeit und das gemeinsame Handeln im Vordergrund (vgl. GLASL, 1992, S. 216 ff).

Stufe 2: In dieser Phase (Phase der Debatte) erfolgt eine Polarisierung, die dann eintritt, wenn Stufe 1 nicht konstruktiv bewältigt werden konnte. Spannungen, wie auch eine egoistische Einstellung nehmen zu. Die Parteien nehmen rigorosere Haltungen ein und es kommt auch zu verbalen Konfrontationen. Schärfere Mittel zur Durchsetzung von Standpunkten werden eingesetzt (vgl. ebd. S. ss1 ff).

Stufe 3: Diese Phase (Phase der Taten statt Worte) ist gekennzeichnet durch Provokation und den Versuchen beider Seiten, eigene Ziele zu fördern und die des Gegners zu blockieren. Die Parteien haben gelernt, dass die verbale Kommunikation nicht weiter als funktional angesehen werden kann um Sachprobleme zu lösen, weshalb sich der Schwerpunkt der Auseinandersetzung auf die nonverbale Kommunikation verlagert, wobei dadurch, dass die Parteien beim Interpretieren des Verhaltens der Gegenseite auf eigene Deutungen angewiesen sind ein zusätzliches Gefahrenpotential entsteht (vgl. ebd. S. 231 ff).

Stufe 4: In dieser Phase (Phase der Sorge um Image und Koalition) beginnen beide Seiten an einer einvernehmlichen Beilegung des Konfliktes zu zweifeln und es geht nur mehr um den Sieg. Man sucht nach Koalitionen mit Außenstehenden (im Sinne einer Unterstützung) und rechtfertigt das eigene Vorgehen. Das Denken der Parteien bewegt sich in Dualitäten, die eigenen Standpunkte werden als Gegensatz zu denen der anderen Partei erlebt. Die Hauptsorge gilt der Wahrung der eigenen Reputation und dem Bemühen das eigene Selbstbild zu erhöhen, indem man sich als klüger, anständiger usw. als die Gegenseite sieht (vgl. ebd. S 238 ff).

Konflikten in Zweierbeziehungen ist eigen, dass mit jeder Unverträglichkeit von Zielen und/oder Verhaltensweisen auch eine Verletzung von Identität bzw. Identitätsansprüchen verbunden ist. Das bedeutet, dass sowohl die betreffende Situation, wie auch der Partner in eine negative Beziehung zur eigenen Identität gesetzt werden.

Jedenfalls setzt ein Konflikt in einer Zweierbeziehung die Mitwirkung beider voraus. Kommt nämlich ein Partner den gestellten Forderungen nach, entschärft er Gesprächsinhalte oder provokante Verhaltensweisen, so wird es dem konfliktsuchenden Partner kaum gelingen, einen Konflikt auszulösen. Jedoch braucht es für einen Konfliktanfang nicht immer eines Vorwandes. So können auch aus unterschiedlichen Erwartungshaltungen Konflikte beginnen (vgl. LENZ, 1998, S. 127 f).

2.3.2 Hauptphase

Nach der Anfangs- oder Eröffnungsphase tritt der Konflikt in die Haupt- oder Kampfphase ein. Ausgehend von dem zur Anfangsphase Gesagten, wonach ein auslösendes Moment für einen Konflikt die Gefahr der Beeinträchtigung der eigenen Identität ist, ist folgerichtig auszuführen, dass es in dieser Phase um die Beschädigung der Identität des anderen geht (vgl. ebd., 1998, S. 128).

Etwas allgemeiner führt dies GLASL (1992) wie folgt aus:

Stufe 5: Dies ist die Phase des Kampfes mit drohendem Gesichtsverlust. Gekämpft wird insbesondere auch unter der Gürtellinie, wobei auch Nebenkriegsschauplätze eröffnet werden. Zwischen den Konfliktparteien ist ein ganz grundlegender Vertrauensbruch eingetreten. Man erwartet von der anderen Partei grundsätzlich Negatives und erwartet jedoch gegenseitig, dass das Gegenüber den ersten Schritt zum Durchbrechen dieser Situation setzt. Dadurch verstärkt sich der Teufelskreis der Projektion und Selbstfrustration. Weiters sind die Konfliktparteien bereit, zum Wiedergewinnen ihrer sozialen Achtung und Anerkennung große Opfer zu bringen (vgl. ebd. S. 247 ff).

Stufe 6: Dies ist die Phase der Drohstrategien, in der dann ein Abgehen vom Sachproblem erfolgt und nur mehr Drohgebärden ausgetauscht werden, wobei die Drohungen später bestimmter, eindeutiger und entschlossener werden, letztlich radikale Formen annehmen. Die Diskrepanzen werden unüberbrückbar, die Einstellungen der Parteien unnachgiebig und absolut (vgl. ebd. S. 257 ff).

Stufe 7: Dies ist die Phase von begrenzten Vernichtungsschlägen. Die Parteien neigen dazu einander alles zuzutrauen, wobei sie in erster Linie nur noch die eigene Existenzsicherung vor Augen haben. Eine Lösung bei gleichzeitiger Existenz des Feindes kann sich keine der Konfliktparteien mehr vorstellen, da der Gegner nicht mehr als Träger menschlicher Würde angesehen wird. Im Vordergrund steht die Schädigungsabsicht und erscheint ein Weg zurück allen Beteiligten fast unmöglich (vgl. ebd. S 271 ff).

2.3.3 Beendigung

Die Beendigung des Konfliktes muss, will man die Beziehung nicht der Gefahr ihrer Beendigung aussetzen noch während der Kampfphase vorbereitet werden. Dies kann eigentlich nur über eine Versöhnungshandlung erfolgen, die den Zweck hat dem Partner die Bereitschaft zur Lösung zu bekunden und negative Gefühle zur reduzieren.

Im Wesentlichen lassen sich 4 Formen der Beendigung eines Konfliktes unterscheiden:

- Kompromiss: dies bedeutet, dass die am Konflikt beteiligten Partner ihre Ansprüche reduzieren und sich auf eine gemeinsame Lösung einigen
- Sieg und Niederlage
- Trennung: eine Lösung des Konfliktes gibt es nicht, da sich eine oder beide Personen zurückziehen
- Unentschieden: der Konflikt ruht oder wird vertagt, wobei die Beteiligten den Konflikt ohne Lösung aufgeben (vgl. LENZ, 1998, S. 130).

GLASL (1992) beschreibt dies als

Stufe 8: die Phase der Zersplitterung , die durch einen Nervenkrieg, den sprunghaften Anstieg der Aggressivität, die Tendenz auch einen großen Schaden in Kauf zu nehmen, wenn nur der Schaden des Gegner größer ist, gekennzeichnet ist (vgl. ebd. S. 276 ff)

und anschließend

Stufe 9: die Phase eines gemeinsam-in-den-Abgrund-Gehens, die in die totale Vernichtung, auch unter in Kaufnahme der Selbstvernichtung führt. (vgl. ebd. S 278 f).

Der Begriff Konfliktverlauf kann aber auch so verstanden werden, dass sich im Laufe einer Ehe bzw. Partnerschaft unterschiedliche Konflikte herausbilden, die typisch sind für den jeweiligen Entwicklungsstand eines Paares. Dies bedeutet, dass einerseits der oben erwähnte idealtypische Konfliktverlauf eine unterschiedliche Ausprägung erfährt, je nachdem in welcher Entwicklungsphase sich das Paar befindet. Insoferne stellt sich der Konflikt als Prozess, somit als dynamischer Begleiter einer Beziehung dar. Andererseits hat der Konflikt auch eine statische Funktion, indem er notwendiger Bestandteil einer Partnerschaft ist und indem – wie dies GOTTMAN/LEVINSON (2000, S. 11) beschreiben - Eheprobleme Dauerthemen sind, die nie gelöst werden.

3. Paare - unter besonderer Berücksichtigung der Perspektive des Mannes

3.1 Allgemeines

Ausgehend von der Konfliktdefinition nach SCHWARZ, KRAINZ und LACKNER ist die Ausgangssituation, die Herkunft eines Konfliktes ein Widerspruch. Widersprüche lassen sich zurückführen auf die menschliche Einstellung (anthropologische Widersprüche), auf soziale Gefüge und Prozesse, auf Systemeigenheiten und auf historische Ungleichzeitigkeit (vgl. HEINTEL, 2002, unveröffentlichter Vortrag).

Was nun die existenziellen Widersprüche betrifft, so hat sich der Mensch im Laufe seines Lebens mit folgenden vier Grundunterschieden in Form von Konflikten auseinander zu setzen, die die Entwicklung der Persönlichkeit bedingen:

- Leben und Tod
- Individuum und Gruppe
- Jugend und Alter
- Männer und Frauen

(vgl. SCHWARZ, 1990, S. 51 f)

In Zusammenhang mit dieser Arbeit nimmt der Widerspruch Mann/Frau natürlich eine besondere Stellung ein. Er tritt nämlich in den unterschiedlichsten Dimensionen als Konflikt zutage. Eine Lösung ist auch nicht in Sicht – zumindest nicht im Sinne des Verzichtes auf Geschlechter (vgl. LACKNER/LACKNER, 1998, S. 335)

Es existiert eine Vielzahl an Begriffen, die zur Verfügung stehen um eine Beziehung zwischen zwei Menschen zu beschreiben, jedoch mit unterschiedlichen Bedeutungsinhalten:

- Dyade oder Paar
- Ehe: sie stellt den Prototyp persönlicher Beziehung dar. Sie ist eine rechtlich legitimierte, auf Dauer angelegte Beziehung zweier verschiedengeschlechtlicher Partner.
- Primäre Beziehung: hier lassen sich zwei Hauptgruppen unterscheiden, nämlich die Beziehung zwischen Erwachsenem und Kind, sowie die Beziehung zwischen Erwachsenen.
- Familie
- Intime Beziehung: in einer weiten Definition werden darunter neben Liebenden und Ehegatten auch Freunde und Geschwister mit einbezogen
- Liebesbeziehung bzw. romantische Beziehung: diese Begriffe werden oft nur auf den Beginn einer Beziehung bezogen, sind jedenfalls als ein kulturelles Muster zwischen Mann und Frau zu beschreiben
- Partnerschaft: darunter wird ein kulturelles Ideal für die interne Gestaltung einer Beziehung verstanden
- Geschlechterbeziehung
- Heterosexuelle oder homosexuelle Beziehung
- Zweierbeziehung: dieser Begriff stellt eine neutrale Leitkategorie dar. Er umfasst hetero- ebenso wie homosexuelle Beziehungen, ist unabhängig davon ob die Partner verheiratet sind, ob sie Kinder haben oder nicht. Der Begriff ist weiters davon unabhängig, ob sie zusammenwohnen, wie die Machtstruktur aussieht. Emotionalität oder Sexualität sind zwar wichtige Momente, ohne jedoch bestimmend zu werden (vgl. LENZ, 1998, S. 42 ff).

Das Paar als Institution ist mit verschiedenen Aspekten verbunden, wie etwa dem Mythos Paar, der Institution Paar, den verschiedenen Ritualen, den Aspekten der Macht, des Geldes, der Partnerwahl und nicht zuletzt dem Mann selbst.

3.1.1 Der Mythos Paar – Die Institution Paar - Rituale

Indem Menschen ein Paar bilden, schaffen sie ein drittes Element, das eine eigene Existenz zu führen scheint. Dies erfolgt dadurch, dass sich das Paar quasi institutionalisiert aufgrund der mystischen Überzeugung, dass sich beide durch eine Gemeinsamkeit auszeichnen, die sie von anderen unterscheidet. Selbst eine eingebildete Gemeinsamkeit reicht aus und wird für beide verbindlich. Ein Paar entsteht somit dadurch, dass sich zwei Menschen für ein Paar halten. Es entsteht durch den Mythos der Zusammengehörigkeit (vgl. NEUBURGER, 1999, S. 26 ff).

Das bedeutet, dass sich in der Paarbeziehung etwas Neues entwickelt: diese ist nicht mehr nur die Summe ihrer Teile, nämlich der Individuen, sondern gewinnt so etwas wie eine eigene Identität und entwickelt eine Eigendynamik, die allzu oft den Partnern auch entgleiten kann. Gerade diese Angstlust macht unter anderem den Reiz einer Paarbeziehung aus. Eine Paarbeziehung schließt nicht ab, oder grenzt aus, wie dies beim Individuum der Fall ist, vielmehr bricht sie Hindernisse nieder, baut Brücken und vieles mehr. Im Prinzip ist die Paarbeziehung der natürliche Feind des Individuums und umgekehrt. Doch die meisten Menschen wollen beides. Sie wollen somit den permanenten Konflikt und kämpfen ein Leben lang um die Balance. Dabei können beide oder auch nur ein Partner völlig in der Paarbeziehung aufgehen und somit ihre selbstständige Überlebensfähigkeit verlieren. Ebenso können die Individuen aber auch auf ihrer Eigenständigkeit beharren und dadurch die Beziehung zerbrechen lassen. Zum Mythos gehört aber auch, dass jede Paarkonstellation große Anteile der allerersten Paarbeziehung, nämlich der Mutter-Kind-Beziehung hat, in der Grundbegriffe und Verhaltensweisen gelernt werden (vgl. PESENDORFER, 1993, S. 209 f).

Das Weiterexistieren einer Partnerschaft ist dadurch gekennzeichnet, dass die Partner miteinander ihre eigene Welt konstruieren. Dies ist auch eine Notwendigkeit um eine Beziehung bzw. eine Partnerschaft aufrechterhalten zu können, indem verbindliche Vorstellungen über Werte, Normen, wie auch Spielregeln in den wichtigsten Bereichen, wie etwa Sexualität, Kindererziehung, Finanzen u.a. geschaffen werden. Daraus entsteht dann ein dyadisches Konstruktsystem, das die Funktion hat durch die Klärung und Festlegung gewisser Regeln des Zusammenlebens von ständigen und kräfteraubenden Auseinandersetzungen über diese Themen zu entlasten. Dabei werden die dyadischen Konstrukte in der Kommunikation zwischen den Partnern ständig überprüft, bestätigt, gesichert oder auch abgeändert (vgl. WILLI, 1991, 273 ff).

Anstelle von dyadischen Konstrukten könnte man auch von Ritualen sprechen, die es einem Paar erlauben seine Intimität zu schützen und zu verhindern, dass unterschiedliche Ansichten in zu extremer Form zu Tage treten. Durch Rituale wird vielen wichtigen Ereignissen im Leben eines Paares der passende Rahmen gegeben, wobei viele Krisen wie auch Konflikte damit beginnen, dass diese Rituale im Rahmen der Partnerschaft vernachlässigt werden (vgl. NEUBURGER, 1997, S. 39 f).

Denn im Ritual ist der Konflikt „aufgehoben“, im Sinne Hegels: 1. bewahrt, 2. nicht vorhanden und 3. auf einer höheren Ebene, wobei das Aufgehoben-Sein im Ritual einen nicht bewussten Zustand beschreibt (im Vergleich zu einem Erkenntnis) .

Letztlich ist die Partnerschaft auch Ort der Selbstsozialisation der Geschlechter – insbesondere natürlich auch der Männer. Die den Männern nachgesagte gering ausgeprägte Fähigkeit zur Empathie wirkt sich in einem Klammern an traditionelle Männerbilder ebenso aus, wie in einem Offenlegen der sonst diffusen Geschlechterrollen in der Partnerschaft. In Partnerschaften prallen Geschlechterunterschiede ungeschützt aufeinander. Die Partnerschaft ermöglicht es jedoch auch, dieses Verhältnis der Geschlechter zu formen, zu gestalten und auch zu transformieren (vgl. BÖHNISCH, 1994, S. 159).

Im täglichen Leben handeln wir im Allgemeinen in vertrauten Situationen auf der Basis selbstverständlicher Erwartungen. Besonders zu beachten sind daher gerade im Zusammenhang mit der Geschlechterdifferenz für Individuen typische Verhaltensweisen - Stereotype und Vorurteile.

Wir denken nicht darüber nach, warum wir etwas so und nicht anders tun, solange es funktioniert. Dies ermöglicht es auch, die Fülle von Informationen und Erwartungen zu bewältigen, die täglich auf uns einströmen. Das dahinter stehende Prinzip nennt man das Prinzip der Komplexitätsreduktion. Auch im Alltag haben wir bei Personen, die uns begegnen schnell zu entscheiden, wie wir mit ihnen adäquat umgehen wollen. Dazu nutzen wir das erwähnte Prinzip: Wir teilen Menschen in zwei Großgruppen ein und behandeln sie im Sinne eines gesellschaftlich vorgegebenen Musters.

Dieses Muster besitzt einige typische Züge:

- Wir gehen von einer unterschiedlichen Vorstellung von Frauen und Männern aus. Beide Gruppen müssen deutlich zu unterscheiden sein.
- Wir neigen zu einer schematischen Vorstellung, die die Vielfalt der Realität in ein zu grobes Raster zwängt ('Schwarz -- weiß' – Optik). Wir denken über diese Gewissheiten über „Frauen“ und „Männer“ üblicherweise nicht nach, sondern handeln auf der Basis von sog. Alltagstheorien über ‚Geschlechter‘.

Hinzu kommt, dass das Muster des ‚weiblich-männlich-Gegensatzes‘ in der sozialen Welt immer wieder aufs Neue hervorgebracht oder konstruiert wird. Blickt man in der Geschichte zurück, so ist folgendes zu bemerken: über die Jahrhunderte wandelten sich die Geschlechtsattribute, angepasst an die jeweiligen Modeströmungen, ganz erheblich. Über modischen Ausformungen hinweg geblieben ist der Versuch, eindeutig ‚weibliche‘ und eindeutig ‚männliche‘ Geschlechtsattribute zu konstruieren.

(vgl. WEST/ ZIMMERMANN, 1991, S. 13 ff).

Betrachtet man die vielen sozialen Gruppen, die man zum Beispiel in Europa oder etwa den Vereinigten Staaten findet (z.B. Griechen, Italiener, Deutsche usw.), so entsteht bei jedem Menschen ein Bild darüber, wie diese Gruppen sind oder zu sein haben. So könnte man etwa ein Bild haben, dass die Griechen ein lebenslustiges Volk sind, während die Iren gerne trinken. Genauso existieren Vorstellungen über die Geschlechter in Form von Stereotypen, indem Menschen – über die Zeit hinweg – Vorstellungen über die Charakteristiken sozialer Gruppen ihres Umfeldes entwickeln und diese Vorstellungen ihr Verhalten gegenüber den Mitgliedern dieser Gruppen beeinflussen. Sind Stereotype einmal entstanden beeinflussen sie die Wahrnehmung des Betreffenden wesentlich. Sie beeinflussen seine Aufmerksamkeit, seine Wahrnehmung, die Interpretation, das Speichern sozialer Informationen, wie auch die Beurteilung des Verhaltens anderer bzw. seines Verhaltens anderen gegenüber (vgl. STANGOR/SCHALLER, 2000, S. 64 ff).

Geschlechtsstereotype reflektieren, wie alle anderen sozialen Stereotype die Wahrnehmung eines Beobachters darüber, was Menschen in ihrem täglichen Leben machen. Wenn zum Beispiel ein Mann ständig Frauen beobachtet, die sich um (ihre) Kinder kümmern, kann als Stereotyp die Auffassung entstehen, sich um andere zu kümmern, insbesondere um Kinder, Wärme und Nahrung zu geben, wären die typischen Eigenschaften der Frau(en) (vgl. EAGLY/STEFFEN, 2000, 142).

Hinzu kommt, dass das aus Stereotypen entstandene Verhalten im Sinne einer selbsterfüllenden Prophezeiung weiterwirken kann, so dass daraus die Gefahr einer Stereotypisierungsfalle entsteht.

Aus dem Blickwinkel einer Stereotypisierungsfalle müssen auch einige der in der Folge getätigten Aussagen der verschiedenen Autoren betrachtet und reflektiert werden.

3.1.2 Partnerwahl

Folgende Überlegungen sind zur Partnerwahl anzustellen.

3.1.2.1 Wahlprinzipien

Nach STIEMERLING (2000) kann die Wahl eines Partners nach dem Sicherheitsprinzip oder dem Lustprinzip erfolgen.

Beim Vorrang des Sicherheitsprinzips dient der gewählte Partner im Wesentlichen dazu, bestehende Ängste zu beschwichtigen oder emotionale Defizite auszugleichen.

Es kann jedoch gerade bei jenen Personen, die das Sicherheitsprinzip wählen, passieren, dass, sobald diese Mangelzustände besänftigt sind und der Besänftigte seinen verbesserten Zustand als selbstverständlich hinnimmt, er den Partner nach dem Lustprinzip betrachtet. Dies bedeutet, dass er einen doppelten Wahlmodus wahrnimmt, der vielfach dazu führt, dass der Betreffende/die Betreffende ein Doppelleben führt. Erfährt der Partner von diesem Doppelleben, so neigen die Betreffenden in den meisten Fällen dazu, sich wieder der Sicherheit zuzuwenden und auf das Vergnügen zu verzichten (vgl. ebd. S 63).

3.1.2.2 Kompatibilität der Partner – Symmetrie versus Komplementarität

„Gleich und gleich gesellt sich gerne“ oder „Unterschiede ziehen sich an“?

WILLI (1991) betrachtet die Frage der Kompatibilität von Partnern aus der Sicht der den Partnern eigenen Konstruktsysteme.

Jede Person bildet ihr Konstruktsystem basierend auf ihren Lebenserfahrungen. Hier kommen vor allem die biologischen Besonderheiten von Mann und Frau zum tragen. Zu diesem persönlichen Konstruktsystem gehören auch die geschlechtsrollentypischen Erfahrungen, wie auch jene, die sich aus dem gesellschaftlichen und kulturellen Umfeld ergeben. Er stellt dabei die These auf, dass die Konstruktsysteme von Menschen mit ähnlicher Herkunft vermutlich ähnlicher sein werden, als die Konstruktsysteme von Menschen mit unterschiedlicher Herkunft.

Für die Lebensfähigkeit einer Beziehung ist es von wesentlicher Bedeutung, dass die Konstruktsysteme der Partner kompatibel sind. Die Partner können sich auch nur im Bereich kompatibler Systeme miteinander verständigen, wobei zu berücksichtigen ist, dass die Kompatibilität dieser Systeme von Natur aus beschränkt ist. Dies bedeutet, dass die Partner manche Themen sehr gut und andere überhaupt nicht besprechen können (vgl. ebd. S. 229 ff).

Da wir aber nie wissen, was wirklich ist, müssen wir laufend überprüfen, wie die Wahrnehmung unserer Umwelt zu den weiteren Erfahrungen unserer Umwelt passt. Wenn diese Erfahrungen nicht mehr entsprechen, müssen wir unsere Konstruktionen anpassen. Dies gilt auch in einer Partnerschaft. Keiner der Partner kann wissen wie der andere ist (vgl. WILLI, 2002, S. 20f).

Dies erinnert sehr an das Konzept der doppelten Kontingenz, nach welchem zwei psychische Systeme aufeinander treffen und sich dabei wie „Black Boxes“ verhalten. Jede bestimmt ihr eigenes Verhalten durch selbstreferentielle Operationen, wobei nur eines sichtbar wird: ihre Reaktion. Dadurch, dass jede black box dies der anderen unterstellt, bleiben sie füreinander undurchsichtig. Oder anders gesagt: das Problem der doppelten Kontingenz besteht im Einlassen auf eine wechselseitige Zufälligkeit, wobei der Sinnhorizont der jeweils anderen Person für die eine Person undurchsichtig bleibt (vgl. LUHMANN, 1984, S. 156).

In einer Untersuchung befragte WILLI (2002) 450 Männer und Frauen um herauszufinden, inwieweit die Vorwürfe des Partners gerechtfertigt sind, oder als Projektionen eigener Probleme gesehen werden. Dabei werfen Männer ihren Frauen im Hinblick auf die Häuslichkeit vor, zu kontrollierend zu sein, zu festhaltend, keine Initiative zu haben, nichts aus ihrem Leben zu machen, zu viel Nähe zu wollen. Im Hinblick auf die Erziehung des Mannes werfen Männer Frauen vor zu belehrend zu sein, zu rechthaberisch, zu pedantisch, zu nörgelnd, den Mann nicht zu akzeptieren, wie er sei. Im Hinblick auf die emotionale Offenheit werfen Männer Frauen vor zu emotional, impulsiv und zu vereinnahmend zu sein, zu viel zu reden, zu fordernd und zu unstrukturiert zu sein (vgl. ebd. S. 22).

Die wesentliche Aussage ist jedoch die, dass die Partner einander nicht übertriebene, projektiv verzerrte Vorwürfe vorwerfen, sondern in dem was sie einander vorwerfen offensichtlich ein hohes Maß an Kompetenz aufweisen. Die Untersuchung ergab nämlich, dass 90 Prozent der Antwortenden der Meinung waren, dass die Vorwürfe stimmen und weiters, dass die Befragten zu 80 Prozent glauben, dass das Vorgeworfene auch erfüllbar wäre. Trotzdem scheint es sehr schwierig zu sein, sein Verhalten zu ändern.

Folgende Gründe kommen dafür in Betracht:

- Den Vorwurf zu beachten bedeutet dem Partner Überlegenheit zuzugestehen und damit die Machtbalance der Partnerschaft zu stören.
- Mangel an Respekt vor der Verantwortlichkeit des Partners, entstehend aus dem Eindruck, der Partner maße sich an zu wissen, wie man sein müsse, weshalb man sich gegen die Fremdbestimmung wehrt.
- Gegenseitige Neutralisation der Vorwürfe, da der Vorwurf als Rechtfertigung des eigenen Fehlverhaltens genützt wird (vgl. ebd. S. 24)

Bei Männern war dabei auffällig, dass sie oft resignierend sind. Sie befürchten, es der Frau nie recht machen zu können. Manche Männer gefallen sich aber auch in der Position Schläge einstecken zu können, ohne die Miene zu verziehen. Sie sind dabei voller Schuldgefühle und glauben, sich nicht wehren zu dürfen. Im Falle, dass sie sich wehren, erfolgt dies mit brutalen Mitteln, da ihnen das Vertrauen in den Wert einer verbalen Auseinandersetzung fehlt. Dies deshalb, da sie der Frau größere Kompetenz im Ausdiskutieren von Problemen zuschreiben (vgl. ebd. S. 24f).

Dies passt auch mit den Feststellungen zusammen, die JELLOUSCHEK (2001) in Bezug auf die Unterschiede zwischen Männern und Frauen trifft. Unterschiede in der Kommunikation, die häufig zu Verständigungsproblemen und somit zu Konflikten führen (können).

Männer zeichnen sich dadurch aus, dass es ihnen um die Sache geht. Das bedeutet, dass sich Männer gerne um eine Aufgabe, ein Ziel mit der Frau zusammentun. Die Beziehung bekommt für sie dadurch erst Lebendigkeit, läuft aber quasi im Hintergrund mit. Dementsprechend können Männer auch beispielsweise stundenlang im Wald joggen, ohne ein Wort zu sprechen, oder aber ganze Abende lang mit Sachdiskussionen verbringen. Männer verstehen oft die Gespräche der Frauen nicht, da es in diesen Gesprächen um Beziehung(en) geht und sie deklarieren solche Gespräche auch als inhaltsleer.

Ein anderer Aspekt ist der, dass es Männern um Problemlösungen geht. Zuhören fällt ihnen schwer, während aber Frauen dieses Zuhören erwarten. Sie neigen dazu Gespräche von Frauen eher abzustoppen, um möglichst schnell das Problem einer Lösung zuzuführen.

Hinzukommt, dass für Männer Wettbewerb und Konkurrenz auch in Beziehungen eine große Rolle spielen. Sie empfinden es als stimulierend zeigen zu können, wozu sie fähig sind. Dies drückt sich auch in der Konversation aus, in der Männer dazu tendieren eine Position zu vertreten, sie zu verteidigen und zu zeigen, dass es sich um die richtige oder bessere Position handelt. Es geht ihnen weniger darum das Gemeinsame zu suchen, sondern sie neigen eher dazu Unterschiede und Gegensätze zu verwischen, solange man sich nur gut versteht.

Soweit es um Beziehungen geht, tun sich Männer schwer ihre Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken, ja wahrzunehmen. Wenn sie diese wahrnehmen, so sind sie nur eingeschränkt dazu in der Lage, diese in Sprache, Mimik oder Gestik zu übersetzen (vgl. ebd. S. 27 ff).

Auf die schon erwähnte Stereotypisierungsfalle sei hier verwiesen!

3.1.3 Macht

Macht in Zweierbeziehungen kann auf unterschiedlichen Grundlagen beruhen. Es kann sich um Zwangsmacht, Belohnungsmacht, Expertenmacht, legitime Macht oder Informationsmacht handeln. Bei Macht im Allgemeinen, der Zwangsmacht im Besonderen, muss jedoch vorausgeschickt werden, dass physische Gewalt nur eine und nicht die einzige Ausprägung ist. Stellt man sich die Frage, ob es typisch weibliche oder männliche Formen der Machtausübung gibt, so wird man zunächst vermuten, dass Männer eher die Zwangsmacht oder Expertenmacht heranziehen und Frauen eher auf die Informationsmacht zurückgreifen. In verschiedenen Studien konnten diese Vermutungen in Bezug auf direkte Formen des Aushandelns nicht bestätigt werden, jedoch berichten Männer mehr über indirekte Formen, wie Manipulation oder betteln (vgl. LENZ, 1998, S. 102 ff).

Darüber hinaus weisen Dyaden bestimmte gewaltbegünstigende Voraussetzungen auf, die sowohl für verheiratete, wie auch für unverheiratete Paare gelten. Zu erwähnen wären unter anderem die größere Risikozeit, die stärkere Involviertheit in die Beziehung, Geschlechterunterschiede, die Konflikte provozieren, Rollen und Verantwortlichkeitsverteilung nach Geschlechtern und nicht nach Interessen, wie auch ein größeres Wissen über den Partner, über dessen Verletzlichkeit und Ängste (vgl. LANER & THOMPSON, 1982, in ZWENGER, 1994, S. 72).

Hinsichtlich der Geschlechtsunterschiede beim Einsatz von Gewalt fasst ZWENGER (1994) verschiedene, zu diesem Thema durchgeführte Untersuchungen dahingehend zusammen, dass nicht eindeutig feststellbar ist, ob Männer oder Frauen häufiger als Täter auftreten, jedoch sehr wohl eindeutig feststellbar ist, dass sich mehr Frauen als Opfer von Gewalthandlungen fühlen (vgl. ebd. S. 84).

Wie sich jedoch Paare streiten hängt ganz von der Struktur ihrer Beziehung ab. So kann die Machtverteilung zwischen den Partnern symmetrisch oder asymmetrisch sein. Als symmetrisch kann eine Beziehung dann bezeichnet werden, wenn sich beide Partner stark und gleichberechtigt fühlen und auch das Geben und Nehmen als ausgeglichen und gerecht wahrgenommen wird. Asymmetrie hingegen liegt dann vor, wenn ein ausgeprägtes Machtgefälle besteht oder für einen Partner die Beziehung einen höheren Stellenwert hat.

Damit ist dann aber eine unterschiedliche Streitkultur verbunden, da in symmetrischen Beziehungen konstruktive in asymmetrischen Beziehungen häufiger destruktive Mittel, wie etwa verbale Attacken, das Vorenthalten wichtiger Information oder unter Umständen sogar physische Gewalt zum Einsatz kommen. In asymmetrische Machtverhältnisse kann der Streit aber nicht nur für den schwächeren Partner eine Bedrohung darstellen, sondern auch für den stärkeren.

Zu ergänzen ist jedenfalls, dass keine geschlechtsspezifischen Unterschiede festgestellt werden können. Eine konstruktive oder destruktive Austragung eines Konfliktes ist nicht eine Frage des Geschlechtes, sondern der Machtverteilung.

3.1.4 Geld

Geld kann in jeder Partnerschaft Anstoß zu Konflikten sein. Auch hier sind die unterschiedlichen Zugänge von Männern und Frauen die Hauptursache.

So sehen Männer beispielsweise in der Geldanlage einerseits eine Möglichkeit etwas zu gewinnen, andererseits erkennen sie auch die damit verbundenen Gefahren. Frauen sehen nur die Gefahren.

Männer setzen bei Geldanlagen auf Rendite, Steuervorteile und Wertzuwachs, Frauen schaffen Rücklagen für Notfälle, den Sicherheitsaspekt im Auge behaltend.

Männer nehmen Zahlen und Bilanzen als Gradmesser für Erfolg und setzten Geldwert mit Selbstwert gleich. Frauen sehen das eigene Leben und den beruflichen Erfolg als verschiedene Dinge an. Jedenfalls messen sie ihre Tätigkeit nicht mit Geld.

Frauen macht finanzielle Unabhängigkeit Angst, da sie befürchten, sich von ihrer Umwelt zu isolieren und alleine zu bleiben. Im Übrigen ist das Streben nach Macht, Einfluss, Erfolg und Geld bei Frauen nach wie vor ein großes Tabu – zumindest für Frauen mit einem klassischen Rollenverständnis (vgl. UNVERZAGT, 1999, S. 36 f).

3.1.5 Männer

Wenn man sich die Entstehung eines Paares ansieht, weiters die verschiedenen Phasen, die ein Paar durchläuft und auch die damit verbundenen Probleme betrachtet, so darf bei einer Betrachtung der Konflikte aus männlicher Sicht nicht darauf vergessen werden, dass jeder Mann einen Werdegang aufzuweisen hat, der in die Beziehung hineinwirkt.

3.1.5.1 Prinzipien und Bewältigungsmuster des Mannseins

Im Spannungsverhältnis zwischen männlicher Autonomie und mehr oder weniger klaren gesellschaftlichen Anforderungen an den Mann bzw. das Mannsein, können folgende Charakteristika männlicher Lebensbewältigung unterschieden werden:

- Externalisierung: darunter ist die für Männer typische Außenorientierung, das bedeutet das Nach-Außen-Verlagern von Wahrnehmung und Handlung zu verstehen. Damit ist auch ein Mangel an Verbindung zu sich verbunden (vgl. BÖHNISCH, 1994, S. 129).

Diesbezüglich stellt sich natürlich gleich die Frage nach der Beziehungs- und Gruppenfähigkeit oder –unfähigkeit von Männern. Zumindest zum eigenen Geschlecht scheint diese Fähigkeit laut KRAINZ (1996) durchaus gegeben sein. Hinweis dafür ist die Organisation als Männerbund, die ihrerseits auf der männlichen Jagdbande beruht und ihre Weiterentwicklung unter der Bedingung der Sesshaftigkeit darstellt. Das Verdrängen der Männer aus der Einheit mit der Mutter und der daraus resultierenden Verwahrlosung wurde durch den Zusammenschluss mit anderen Männern, zumindest teilweise wider aufgefangen. Dieser Zusammenschluss ist als (narzisstische) Kompensation für die den Männern nicht zur Verfügung stehende Fruchtbarkeit zu verstehen. (vgl. ebd. S. 260 ff).

Zur Beziehungsfähigkeit von Männern (BÖHNISCH ,1994, S. 129 spricht von einer Beziehungs-Unfähigkeit) führt KRAINZ (1996) aus, dass Männer oft die größte Abwehr dagegen haben, sich in Beziehungen einzulassen, da sie dies als freiheitsberaubend erleben und sie sich zu viel verpflichten (vgl. ebd. S. 282).

Dies scheint die oben angesprochene Externalisierung als Konsequenz aus der Bindungs- und Beziehungsangst zum anderen Geschlecht - wohlgemerkt nur zu diesem - zu bestätigen.

- Gewalt: körperliche Gewalt ist dabei allerdings nur ein Aspekt, denn dieses Prinzip beinhaltet auch den Stärke- und Konkurrenzzwang von Männern untereinander. Daraus resultiert die Selbstdefinition durch Leistung und die Unterdrückung der eigenen Emotionalität.
- Benutzung: dieses Prinzip beschreibt den Umgang der Männer mit der Welt, wenn zum Beispiel ein Handtuch benutzt und in die Ecke geworfen wird, damit es von der Frau weggeräumt wird, oder eine Frau für die sexuelle Befriedigung gebraucht wird, ohne sie jedoch als ernstzunehmende Partnerin in Betracht zu ziehen.
- Stummheit: gemeint ist damit, dass Männer nicht von sich selbst reden. Es ist die Sprachlosigkeit sich selbst, Frauen und anderen Männern gegenüber. Dies rührt daher, dass, wie bei der Externalität schon angedeutet, das Innen wenig oder nichts zählt.
- Alleinsein: Der Mann genügt sich selbst! Dies ist auch ein notwendiges Mittel im Konkurrenzkampf. Jedoch wird unter diesen Umständen Eigenständigkeit zum Zwang und die Folge ist die Angst vor dem Verlassenwerden. Wie in einem Teufelskreis bewirkt diese Angst, dass das Ideal des Alleinseins verstärkt und ritualisiert wird – etwa mit dem Motorrad alleine unterwegs zu sein.
- Körperferne: Dieses Prinzip äußert sich mehrfach. Einerseits in der Funktionalisierung und Technisierung des eigenen, wie auch des weiblichen Körpers und andererseits in der Vermeidung von Körperlichkeit anderen Männern gegenüber, um dadurch nicht den Verdacht der Homosexualität aufkommen zu lassen.
- Rationalität: Ebenso im Zusammenhang mit der Externalisierung und somit Betonung der äußeren und gleichzeitig Abwertung der emotionalen und selbstbezogenen Bereiche, steht die Tendenz den Verstand, die Logik und die Wissenschaftlichkeit in den Vordergrund zu stellen.
- Kontrolle: Sich selbst, andere Menschen und die Umwelt unter Kontrolle zu halten ist für Männer erforderlich, um die stets gefährdete innere Balance aufrecht zu erhalten (vgl. BÖHNISCH, 1994, S. 129 ff).

Ergänzend zu diesen Ausführungen merkt FELSNER (1999) an, dass in vielen Untersuchungen, in denen es darum ging Verhalten, Gedanken und Gefühle anderer Personen oder auch des Partners vorherzusagen, Frauen keine besseren Ergebnisse erzielten als Männer. Wenn sich Geschlechtsunterschiede finden, dann beziehen sie sich in den meisten Fällen auf die subjektive Einschätzung: Frauen werden für verständnisvoller gehalten als Männer und sie halten sich auch selbst dafür. Ganz offensichtlich sind hier die Einflüsse von Umwelt, sozialer Rolle und Geschlechtsstereotyp stärker als die tatsächlichen natürlichen Geschlechtsunterschiede (vgl. ebd., S. 23)

BÖHNISCH (1994) unterscheidet 3 Typen an Bewältigungsmustern:

Der restriktive Typus des Mannseins flüchtet sich in traditionelle Rollenbilder.

Der kreative und gestaltende Typus versucht neue Rollenbilder zu entwerfen, strebt einen partnerschaftlichen Umgang und die Gleichberechtigung der Geschlechter an. Es handelt sich dabei um einen Typus, der in der Mittelschicht vertreten ist, wo die Berufswelt Geschlechterparitäten, zumindest tendenziell zulässt.

Dann gibt es noch einen Typus, der durch ein Pendeln zwischen traditionellen Rollen und neuen Rollenbildern gekennzeichnet ist (vgl. ebd., S. 127 f).

Ergänzt wird diese idealtypische Darstellung von VOLZ, ZULEHNER (1999) noch um den pragmatischen Mann, der traditionelle Elemente akzeptiert, aber gleichzeitig versucht neue Rollenelemente zu integrieren.

Zusammenfassend können daher folgende Männertypen mit den ihnen eigenen Persönlichkeitsmerkmalen unterschieden werden:

1. Der traditionelle Mann: Er ist gekennzeichnet durch starken Egoismus und Autoritarismus. Er sieht sich als Ernährer der Familie, dessen Frau nicht zu arbeiten braucht. Ihre Aufgabe ist es sich um Heim, Herd und Kinder zu kümmern. Entscheidungen trifft seiner Meinung nach er.
2. Der neue Mann: Auch bei ihm sind Autoritarismus, Egoismus und Solidarität stark ausgeprägt. Trotzdem ist er das klare Gegenteil zum traditionellen Mann. Er ist der Meinung, dass Mann und Frau gleichermaßen die Existenz der Familie sichern sollten. Er hält seine Beteiligung an der Erziehung für eine persönliche Bereicherung und hat kein Problem damit, seine Gefühle zu zeigen.
3. Der pragmatische Mann: Die Solidarität ist bei ihm am schwächsten ausgebildet. Er akzeptiert traditionelle Elemente, versucht jedoch gleichzeitig neue Rollen zu integrieren. Er hält berufstätige Frauen für eine positive Entwicklung und ist der Auffassung, dass sich Männer ebenso um Haushalt und Kinder zu kümmern hätten. Er glaubt jedoch nach wie vor, dass Frauen Kinder besser erziehen können als Männer und dass Männer Befriedigung vor allem aus der Arbeit beziehen.
4. Der unsichere Mann: Er ist gekennzeichnet durch geringen Autarkismus und erreicht bei ihm die Solidarität einen mittleren Wert. Er akzeptiert weder die traditionelle Männerrolle, noch kommt er mit der neuen zurecht. Statistisch gesehen handelt es sich um die größte Gruppe. (vgl. ebd. S. 23).

[...]

Ende der Leseprobe aus 299 Seiten

Details

Titel
Paarkonflikte heterosexueller Paare. Sichtweise des Mannes
Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt  (Fakultät für Kulturwissenschaften)
Note
Sehr Gut
Autor
Jahr
2002
Seiten
299
Katalognummer
V343788
ISBN (eBook)
9783668339873
ISBN (Buch)
9783668339880
Dateigröße
1403 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
inkl. 107 Seiten Anhang!
Schlagworte
paarkonflikte, paare, sichtweise, mannes
Arbeit zitieren
Wolfgang Posch (Autor), 2002, Paarkonflikte heterosexueller Paare. Sichtweise des Mannes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343788

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Paarkonflikte heterosexueller Paare. Sichtweise des Mannes



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden