Im Juli 2014 beschloss der Deutsche Bundestag das Gesetz zum MiLog. Doch nach wie vor ist der Mindestlohn in Deutschland umstritten. Wie kam es dazu, dass der Mindestlohn in Deutschland eingeführt wurde, was hat sich für Unternehmen im Gastgewerbe geändert und was hat sich für die Beschäftigten in der Branche verändert?
Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, die Auswirkungen der Einführung des MiLoG auf das Gastgewerbe zu untersuchen. Dabei soll beantwortet werden, welche betriebswirtschaftlichen Auswirkungen die Einführung des Mindestlohns auf die gastronomischen Unternehmen hat. Wie nehmen die Unternehmen diese Veränderungen wahr und welchen Einfluss haben sie auf die betriebliche Arbeitsweise?
In der Bearbeitung des Themas werden im ersten und zweiten Teil Fragen zur Entstehung und zur Rechtslage des Mindestlohns, die mit der Einführung des MiLoG getroffen wurden, beantwortet.
Teil drei erläutert die Regelungen zum Mindestlohngesetz und wie das System der Mindestlöhne in Deutschland vor dem 01.01.2015 gestaltet wurde.
Teil vier beschäftigt sich mit den Aussagen zu den Beschäftigungsauswirkungen von Mindestlöhnen in der ökonomischen Theorie und Teil fünf mit den Umständen, die mit der Einführung des Mindestlohns im Gastgewerbe einhergingen und -gehen, und was sich in der Branche des Gastgewerbes verändert hat.
Inhaltsverzeichnis
A Einleitung
B Hauptteil
1. Grundlagen zum Mindestlohn
1.1 Mindestlöhne in Europa
1.2 Mindestlöhne in Deutschland
2. Die Rechtslage zum Mindestlohn
2.1 Das Tarifautonomiestärkungsgesetz
2.2 Die Effektivität der Tarifautonomie
2.3 Das Verhältnis zu bestehenden Tarifverträgen
2.4 Die Einordnung des Mindestlohns
2.5 Rechtliches Umfeld des Mindestlohnrechts
3. Regelungen zum Mindestlohngesetz
3.1 Problem der Flexibilisierung von Arbeitszeit
3.2 Festlegungen und Anpassung des Mindestlohns
3.3 Ausnahmen und Übergangsfristen zum Mindestlohn
3.4 Das System der Mindestlöhne in Deutschland vor dem 01.01.2015
4. Mindestlöhne in der ökonomischen Theorie
4.1 Das neoklassische Modell
4.2 Das Monopson
4.3 Die anormale Arbeitsangebotsfunktion
4.4 Das keynesianische Modell
5. Auswirkungen und Veränderungen im Gastgewerbe
5.1 Meinungen und Stimmungen aus der Branche
5.2 Studie des Heilbronner Institutes für angewandte Marktforschung der Hochschule Heilbronn zu den Auswirkungen auf das Gastgewerbe
5.3 Studie der SRH Hochschule Berlin am Campus Dresden zu den Auswirkungen auf das Gastgewerbe
5.4 Auswertung der Studien
C Zusammenfassung und Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen der Einführung des Mindestlohngesetzes (MiLoG) auf das Gastgewerbe in Deutschland, analysiert die Wahrnehmung der Veränderungen durch die Unternehmen und beleuchtet den Einfluss auf die betriebliche Arbeitsweise.
- Rechtliche Grundlagen und Entstehungsgeschichte des MiLoG
- Ökonomische Theorien zu Mindestlöhnen
- Betriebliche Anpassungsstrategien in Gastronomie und Hotellerie
- Herausforderungen durch die Dokumentationspflicht und Zeiterfassung
- Regionale und betriebsspezifische Unterschiede in der Branchenbelastung
Auszug aus dem Buch
2.2 Die Effektivität der Tarifautonomie
„Tarifautonomie bedeutet, dass Gewerkschaften und organisierte Arbeitgeber in Deutschland über die Lohnfindung in den Betrieben entscheiden. Sie hat sich seit dem Kriegsende bewährt: In vielen anderen europäischen Ländern, die nicht über ein so austariertes System zur Lohnfindung verfügen, wie etwa in Frankreich, ist die Streikhäufigkeit höher. In Deutschland herrscht insgesamt ein respektvoller Tonfall zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften – auch das ist in Europa keineswegs selbstverständlich. Die Tarifverhandlungen in Deutschland erbringen meist realistische Abschlüsse. In den vergangenen zehn Jahren erhöhte diese Kultur die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen erheblich.“
Dabei stellt die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns prinzipielle Fragen nach der Wirkung der Tarifautonomie. Mit der Einführung des Mindestlohns fällt der Gesetzgeber eine Aussage zu den Gestaltungsmitteln Tarifvertrag, inklusive der AVE und der Erstreckung nach dem AEntG. Er hält diese Instrumente in bestimmten Regionen und Branchen nicht mehr für auseichend bzw. inadäquat, einen angemessenen Mindestsockel bei der Entlohnung sicherzustellen, nachdem die letzten beiden Instrumente, AVE und die Erstreckung nach dem AEntG, der jüngeren Vergangenheit angehören.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Grundlagen zum Mindestlohn: Definition des Mindestlohns und historischer Abriss der Entwicklung lokaler und nationaler Regelungen.
2. Die Rechtslage zum Mindestlohn: Analyse des Einflusses der Tarifautonomie, der Rolle des Staates und der rechtlichen Einordnung des Mindestlohns in das deutsche und europäische Recht.
3. Regelungen zum Mindestlohngesetz: Detaillierte Darstellung der gesetzlichen Vorgaben, der Dokumentationspflichten und der Übergangsfristen für Unternehmen.
4. Mindestlöhne in der ökonomischen Theorie: Erläuterung neoklassischer, monopsonistischer, anormaler und keynesianischer Modelle zur Bewertung von Mindestlohneffekten.
5. Auswirkungen und Veränderungen im Gastgewerbe: Auswertung von Branchenmeinungen und empirischen Studien zu den Folgen des Mindestlohns für Unternehmen im Gastgewerbe.
Schlüsselwörter
Mindestlohn, Mindestlohngesetz, MiLoG, Gastgewerbe, Tarifautonomie, Arbeitszeitdokumentation, Personalkosten, Niedriglohnsektor, Arbeitgeberhaftung, Beschäftigungseffekte, Hotellerie, Gastronomie, Flexibilisierung, Mindestlohnkommission, Tarifverträge.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der gesetzlichen Einführung des Mindestlohns auf die Betriebe und Beschäftigten im deutschen Gastgewerbe.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die rechtlichen Hintergründe, ökonomische Theorien, die bürokratischen Anforderungen für Betriebe sowie die spezifischen Auswirkungen auf die Gastronomie und Hotellerie.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die betriebswirtschaftlichen Konsequenzen des Mindestlohns zu analysieren und zu bewerten, wie Unternehmen auf die gesetzlichen Änderungen reagieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Auswertung bestehender empirischer Studien sowie Umfrageergebnissen von Verbänden wie dem DEHOGA.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Grundlagen, rechtliche Rahmenbedingungen, gesetzliche Regelungen, ökonomische Theorie und die spezifische Analyse der Branchenauswirkungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mindestlohngesetz, Gastgewerbe, Tarifautonomie, Arbeitszeitdokumentation und betriebswirtschaftliche Anpassungsmaßnahmen geprägt.
Inwiefern beeinflusst das Gesetz die Dokumentationspflichten?
Die Dokumentationspflichten werden als eine der größten Herausforderungen wahrgenommen, da sie einen erheblichen bürokratischen Mehraufwand für die Betriebe darstellen.
Wie bewerten die Unternehmen im Gastgewerbe den Mindestlohn?
Die Mehrheit der befragten Betriebe bewertet den Mindestlohn kritisch, insbesondere aufgrund gestiegener Personalkosten und des bürokratischen Aufwands, wobei regionale Unterschiede bestehen.
- Arbeit zitieren
- Gunnar Brückner (Autor:in), 2016, Einführung des Mindestlohngesetzes. Auswirkungen auf das Gastgewerbe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344468