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Effekte der Zugehörigkeit zu einer Minderheit auf Leistungsziele

Title: Effekte der Zugehörigkeit zu einer Minderheit auf Leistungsziele

Master's Thesis , 2016 , 60 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katrin Simon (Author)

Psychology - Work, Business, Organisation
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Vorliegende Arbeit soll Aufschluss darüber geben, ob die Zugehörigkeit zu einer Minderheit die verfolgten Leistungsziele signifikant beeinflusst. Minderheiten sind in dieser Arbeit Geschlechtsminderheiten in bestimmten Studienfächern. Demnach gelten Frauen in typischen Männerstudienfächern (z.B. Maschinenbau) und Männer in typischen Frauenstudienfächern (z.B. Psychologie) als Minderheiten. Durch eine Online – Befragung wurden die verfolgten Leistungsziele und zusätzlich die akademische Selbstwirksamkeit und das Zugehörigkeitsgefühl von N = 261 Studierenden erfasst. Die Ergebnisse zeigten entgegensetzt der aufgestellten Hypothese, dass Frauen in der Mehrheit signifikant mehr vermeidungsorientierte Performanzziele verfolgen als Frauen in der Minderheit. Ebenso lieferten die Ergebnisse signifikante Effekte dahingehend, dass Frauen in der Minderheit über eine niedrigere akademische Selbstwirksamkeit und ein niedrigeres Zugehörigkeitsgefühl verfügen als Frauen in der Mehrheit. Es zeigte sich zudem kein Unterschied zwischen Männern in der Minderheit und Männern in der Mehrheit hinsichtlich der verfolgten Leistungsziele, der akademischen Selbstwirksamkeit und dem Zugehörigkeitsgefühl. Mögliche Erklärungsansätze werden diskutiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer und empirischer Hintergrund

2.1 Die Achievement Goal Theorie

2.1.1 Antezedenzien der Leistungsziele

2.1.2 Konsequenzen der Leistungsziele

2.2 Herleitung der Fragestellung

2.2.1 akademische Selbstwirksamkeit

2.2.2 Zugehörigkeitsgefühl

2.2.3 Kovariaten

2.2.4 Zusammenfassung und Hypothesen

3 Methode

3.1 Stichprobe

3.2 Erhebungsinstrumente

3.2.1 Achievement Goal Questionnaire – Revised (AGQ-R)

3.2.2 Psychological Sense of School Membership – Brief (PSSM-Brief)

3.2.3 Patterns of Adaptive Learning Scales (PALS)

3.2.4 Leistung

3.3 Durchführung

4 Ergebnisse

4.1 Vorgehen bei der Datenanalyse

4.2 Ergebnisse der Frauen

4.3 Ergebnisse der Männer

5 Diskussion

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob die Zugehörigkeit zu einer Minderheit (definiert als Geschlechtsminderheit in spezifischen Studienfächern) die akademische Motivation, das Zugehörigkeitsgefühl und die Selbstwirksamkeit von Studierenden beeinflusst.

  • Einfluss des Minderheitenstatus auf Leistungsziele
  • Akademische Selbstwirksamkeit in MINT- vs. geisteswissenschaftlichen Fächern
  • Bedrohung durch Stereotype und soziale Integration
  • Rolle von Motivationstheorien wie der Achievement Goal Theorie
  • Unterschiedliche Erfahrungen von Frauen und Männern in geschlechtsuntypischen Studienfächern

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Achievement Goal Theorie

Eine der bekanntesten und einflussreichsten Motivationstheorien, welche das Verhalten in Leistungssituationen erklärt, ist die Achievement Goal Theorie. Im Allgemeinen gibt die Theorie Aufschluss darüber, wie eine Person motiviert ist und aus welchem Grund sie Leistungen erbringt (Anderman, Urdan, & Roeser, 2003). Die Forschung rund um die Leistungszielorientierung begann in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren. So entwickelte die Arbeitsgruppe um Carol S. Dweck (Diener & Dweck, 1978; Dweck & Leggett, 1988), um John G. Nicholls (Nicholls, 1978, 1984), als auch die Arbeitsgruppe um Carol Ames (Ames, 1990, 1992; Ames & Archer, 1988) jeweils theoretische Ansätze in diesem Bereich, welche im Folgenden kurz beschrieben werden.

Der Ansatz der Arbeitsgruppe um Carol Dweck entwickelte sich aufgrund der Untersuchung der erlernten Hilflosigkeit bei Kindern in Lern- und Leistungssituationen (Diener & Dweck, 1978). In mehreren Studien konnte an einer Reihe von Kindern zwei unterschiedliche Verhaltensmuster nach einem Misserfolg beobachtet werden. Manche Kinder zeigten ein bewältigungsorientiertes Verhaltensmuster, was sich durch das Suchen von herausfordernden Aufgaben, Ausdauer bei auftretenden Problemen und positiven Emotionen kennzeichnete. Im Vergleich dazu reagierten manche Kinder nach einem Misserfolg mit einem hilflosen Verhaltensmuster, welches durch Aufgabenvermeidung und frühzeitigem Aufgeben gekennzeichnet war. Als Erklärung für die Entstehung dieser unterschiedlichen Verhaltensmuster gehen Dweck und Leggett (1988) davon aus, dass verschiedene Ziele das Verhalten in Leistungssituationen bestimmen. Es wurde ein dichotomes Modell postuliert, welches zwischen Lernzielen (engl.: learning goals) und Leistungszielen (engl.: performance goals) unterscheidet. Lernziele sind durch eine Kompetenzerweiterung gekennzeichnet. Ziel ist es demnach die eigene Kompetenz zu steigern, neue Fähigkeiten zu erlernen und bereits vorhandene Fähigkeiten zu verbessern.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Leistungsmotivationsforschung und Definition der zentralen Fragestellung bezüglich der Achievement Goal Theorie.

2 Theoretischer und empirischer Hintergrund: Detaillierte Herleitung der theoretischen Grundlagen, inklusive der Definition von Minderheiten im akademischen Kontext, Selbstwirksamkeit und Zugehörigkeitsgefühl.

3 Methode: Beschreibung der Stichprobenzusammensetzung, der verwendeten psychologischen Erhebungsinstrumente und der Durchführung der Online-Befragung.

4 Ergebnisse: Präsentation der statistischen Daten zur Überprüfung der aufgestellten Hypothesen, getrennt nach Ergebnissen für Frauen und Männer.

5 Diskussion: Interpretation der Befunde im Kontext der bestehenden Forschung, Analyse der Limitierungen der Studie sowie Ausblick auf zukünftige Forschungsthemen.

Schlüsselwörter

Minderheit, Leistungsziele, Achievement Goal Theorie, akademische Selbstwirksamkeit, Zugehörigkeitsgefühl, Geschlechterstereotype, MINT-Studienfächer, Motivationsforschung, Studierende, Lernstrategien, Leistungsmotivation, Bedrohung durch Stereotype, soziale Isolation, Tokenstatus, psychologische Grundbedürfnisse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Einfluss der Zugehörigkeit zu einer Minderheit auf die Leistungsziele, die akademische Selbstwirksamkeit und das Zugehörigkeitsgefühl von Studierenden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Achievement Goal Theorie, die psychologische Situation von Geschlechtsminderheiten in bestimmten Studienfächern (z.B. Frauen in MINT-Fächern) sowie die soziale Integration an Universitäten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob sich Studierende, die einer Minderheit in ihrem Fach angehören, in ihrer motivationalen Ausrichtung und ihrer akademischen Selbstwahrnehmung von der Mehrheit unterscheiden.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewendet?

Die Autorin führte eine Online-Befragung mit N = 261 Studierenden durch und analysierte die Daten mittels multivariater Kovarianzanalysen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Leistungsziel-Modelle und eine empirische Prüfung von Hypothesen, wobei insbesondere Geschlechterunterschiede und der Effekt der Fachdomäne im Fokus stehen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Minderheit, Leistungsziele, akademische Selbstwirksamkeit, Zugehörigkeitsgefühl und Geschlechterstereotype beschreiben.

Welches überraschende Ergebnis ergab die Analyse bei Frauen?

Überraschenderweise zeigten Frauen in der Mehrheit (Frauen in Frauenstudienfächern) höhere vermeidungsorientierte Performanzziele als Frauen in der Minderheit, was den theoretischen Erwartungen widersprach.

Wie unterscheidet sich die Situation von Männern in Frauenstudienfächern?

Die Analyse ergab keine signifikanten Unterschiede zwischen Männern in der Minderheit und Männern in der Mehrheit bezüglich der untersuchten Variablen, was mit dem Konzept des "Glass Escalator" korrespondiert.

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Details

Title
Effekte der Zugehörigkeit zu einer Minderheit auf Leistungsziele
College
RWTH Aachen University  (Personal- und Organisationspsychologie)
Grade
1,3
Author
Katrin Simon (Author)
Publication Year
2016
Pages
60
Catalog Number
V344479
ISBN (eBook)
9783668344419
ISBN (Book)
9783668344426
Language
German
Tags
Lernmotivation Minderheiten Zugehörigkeitsgefühl Sense of Belonging akademische Selbstwirksamkeit vermeidungsziele annäherungsziele Lernziele Performanzziele achievement goal theorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Simon (Author), 2016, Effekte der Zugehörigkeit zu einer Minderheit auf Leistungsziele, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344479
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