Einführung in den Buddhismus. Welche Bedeutung hat das Nirvana für die Buddhisten und welche zentrale Rolle spielt das Karma?


Hausarbeit, 2015

15 Seiten, Note: 1,3

Jessica Bahnhof (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Buddha
2.1 Die Bedeutung des Buddha nach buddhistischem Verständnis
2.2 Legende des historischen Buddha

3. Grundlagen der buddhistischen Lehre
3.1 Die vier edlen Wahrheiten
3.2 Der edle achtfache Pfad

4. Das Nirvana - Die buddhistische Erlösungsdarstellung

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einführung

Der Buddhismus ist mit seinen über 360 Millionen Anhängern weltweit eins der ältesten und weit verbreitesten religiösen Phänomene.1 Somit nimmt er nach dem Christentum, Islam und Hinduismus den vierten Platz, gemessen an der Zahl der Gläubigen, ein. Seinen Ursprung hat er in Indien und ist heute in mehr als 80 Ländern verbreitet, überwiegend in Süd- und Ostasien, genauer in China, Japan, Sri Lanka, Vietnam, Burma, Kambodscha und Tibet. 1

Doch die Frage, ob es sich bei dem Buddhismus um eine Religion, eine Wissenschaft oder Philosophie handelt, werde ich unberücksichtigt lassen, denn je nach Blickwinkel kann er unter anderem auch ein Meditationssystem oder ein Lebensweg sein.2 Jeder Versuch den Buddhismus zu bestimmen, setzt Entscheidungen und Urteile voraus, die individuell und historisch bedingt sind und sich im stetigen Wandel befinden. Diese Diskussion würde allerdings den Rahmen dieser Seminararbeit sprengen und trotzdem zu keinem kompromisslosen Ergebnis führen. Vielmehr werde ich mich auf die Lehre und das Leben des historischen Buddha Siddharta Gautama konzentrieren und mich mit dem Nirvana, der buddhistischen Erlösungsvorstellung, auseinandersetzen. Welche Bedeutung hat das Nirvana für die Buddhisten und welche zentrale Rolle das Karma spielt. Im Folgenden werde ich mich mit dem Buddhismus, seiner Entstehungsgeschichte und seiner Lehre befassen. Dabei werde ich zunächst auf das Leben des Buddha als historisches Wesen eingehen und mich anschließend mit seiner Lehre beschäftigen. Ausgehend von den Grundlagen der buddhistischen Lehre werde ich mich den Vier edlen Wahrheiten und dem Edlen achtfachen Pfad widmen, der die Basis der buddhistischen Praxis und Lehre darstellt.

Bevor ich mich explizit mit der Bedeutung des Nirvana beschäftige, müssen einige elementare Begrifflichkeiten genau definiert sowie ein einheitliches Verständnis vom Buddhismus herausgearbeitet werden.

Im Laufe der Zeit haben sich zahlreiche Schulen und Richtungen des Buddhismus‘ entwickelt, die sich in ihrer Lehrtradition und ihren Ansichten stark unterscheiden. Die zwei wesentlichen großen Entwicklungen werden Hinayana Buddhismus („Kleines Fahrzeug“) und Mahayana Buddhismus („Großes Fahrzeug“) genannt.3 Bei den elementaren Schriften, auf welche sich der Buddhismus beruft, handelt es sich um den Pali-Kanon, sowie den Sanskrit-Texten des frühen Buddhismus und den Sanskrit­Texten des Mahayana Buddhismus. Der Pali-Kanon gilt als älteste erhaltene Sammlung der Fehrreden des Buddhas. Sie gilt laut dem deutschen Theologen und Zen-Fehrer, Professor Michael von Brück, als die Textsammlung, welche von fast allen Buddhisten als verbindlich anerkannt wird. Jedoch sind die ureigenen Worte des Buddha im Kanon nicht oder nur vereinzelt zu finden und lassen den Raum für Interpretationen offen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass zwischen seinen Reden und der Verschriftlichung etwa 300 Jahre lagen.4

2. Der Buddha

2.1 Die Bedeutung des Buddha nach buddhistischem Verständnis

Das Bild des historischen Buddha, Siddharta Gautama, hat sich im Faufe der Jahre ziemlich gewandelt und wird auch heute noch in den verschiedenen Schulen des Buddhismus unterschiedlich wahrgenommen. Nach dem westlichen Verständnis wird „Buddha“ zugleich als Name einer historischen Person und als Bezeichnung eines Wesens, welches zur Erlösung aus dem Kreis der Existenzen gelangt ist, verstanden. Neben dem historischen Buddha gibt es noch eine Vielzahl an weiteren Buddha, es handelt sich demnach nicht um ein einmaliges Wesen, sondern um ein wiederkehrendes Phänomen. Dennoch verkünden alle die gleiche Fehre und es gab schon lange vor Siddharta Gautama andere tathagatas („so Gegangene“).5

2.2 Legende des historischen Buddha

In der religionswissenschaftlichen und religiösen Literatur ist der historische Buddha unter verschiedenen Namen bekannt. Der Begriff des Buddha bezieht sich auf das Erwachtsein beziehungsweise Erleuchtetsein. Sein historischer Name lautet Siddharta Gautama („der das Ziel erreicht hat“) und er gehörte zum Geschlecht der Shakyas, weshalb er auch Buddha Shakyamuni („ der Weise aus dem Geschlecht der Shakyas“) genannt wurde.6 Seinen Anhängern war er als Bhagavat („Erhabener, Herr“) vertraut, nannte sich selbst aber Tathagata („Der Vollendete“).7

Es ranken sich viele Legenden um den historischen Buddha. Sein Leben wurde im Laufe der Zeit immer wieder, wie es auch bei anderen Religionsstiftern der Lall ist, neu ausgeschmückt und neu erfunden. Daher ist es heute nicht mehr eindeutig nachvollziehbar, was den damaligen Lakten angehört oder hinzugedichtet wurde. Der historisch korrekte Lebenslauf des Buddha ist ohnehin zweitrangig, denn der Lebensweg des Siddharta Gautama ist für die Anhänger des Buddhismus von Bedeutung.

Das Geburtsjahr des historischen Buddha ist umstritten. Er wurde wahrscheinlich im 6. Jahrhundert v. Chr. in Lumbini, im Nordwesten Indiens, als Sohn des Landadligen Shuddhodana geboren.8 Seine Geburt wird im Jahr 566 v. Chr., manchmal auch 543 v. Chr. datiert, ist aber nicht mit Sicherheit zu bestimmen. In seiner Jugend lebte er unbeschwert und verschwenderisch, denn seine Eltern boten ihm ein sorgenfreies Leben in materiellem Überfluss. Außerdem soll er eine umfassende geistige, wie musische und körperliche Ausbildung genossen haben. Er wurde im Alter von sechzehn Jahren von seinem Vater vermählt und seine Lrau gebar ihm nach dreizehn Jahren einen Sohn.9

Doch die weltlichen Vergnügungen ließen Siddharta unbefriedigt und er geriet in eine Krise, in welcher er den Sinn des Lebens anzweifelte.

[...]


1 Vgl. Michaels, Axel (2011): Buddha. Leben, Lehre, Legende. München: Verlag C. H. Beck. S. 7

2 Vgl. Von Brück, Michael (2007): Einführung in den Buddhismus. Frankfurt am Main, Leipzig: Verlag der Weltreligionen. S. 4

3 Vgl. Hutter, Manfred (2001): Das ewige Rad. Religion und Kultur des Buddhismus. Graz, Wien, Köln: Verlag Styria. S.51

4 Vgl. Brück 2007, 42f

5 Vgl. Görgens, Manfred/Frank Rainer Scheck (2009): Buddhismus. Ein Schnellkurs.3 Köln: DuMont Literatur undKunstVerlag. S. 14

6 Vgl. Zago, Marcello (1984): Der Buddhismus. Geistlicher Inhalt, Geschichte, Religiöses Leben. Aschaffenburg: Paul Pattloch Verlag. S.31

7 Vgl. Michaels 2011,20

8 Ebd.,23

9 Ebd., 29ff

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Einführung in den Buddhismus. Welche Bedeutung hat das Nirvana für die Buddhisten und welche zentrale Rolle spielt das Karma?
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Kulturwissenschaft)
Veranstaltung
Theorie der Religionen
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
15
Katalognummer
V345210
ISBN (eBook)
9783668348493
ISBN (Buch)
9783668348509
Dateigröße
611 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Buddhismus
Arbeit zitieren
Jessica Bahnhof (Autor), 2015, Einführung in den Buddhismus. Welche Bedeutung hat das Nirvana für die Buddhisten und welche zentrale Rolle spielt das Karma?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345210

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