Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziologie - Allgemeines und Theorierichtungen

Die Relation zwischen Habitus und sozialen Feldern nach Pierre Bourdieu

Titel: Die Relation zwischen Habitus und sozialen Feldern nach Pierre Bourdieu

Hausarbeit , 2016 , 10 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Stefanie Ertl (Autor:in)

Soziologie - Allgemeines und Theorierichtungen
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Pierre Bourdieus Ansätze zur Erklärung sozialer Praxis werden in unterschiedlichsten Disziplinen und Bereichen mit großer Variationsbreite heftig debattiert, rezipiert sowie laufend weitergeführt und interpretiert und die von ihm geprägten Begriffe wie beispielsweise Habitus oder Feld in zahlreichen soziologischen Untersuchungen integriert. Seine facetten- und umfangreichen Ansätze sowie seine komplexen Ausführungen lassen es im Rahmen dieser Hausarbeit nicht zu, die gesamte Theorie mit allen spezifischen Begrifflichkeiten vorzustellen, weswegen an dieser Stelle vor allem der Habitus, das soziale Feld sowie die Generierung von Praxis im Fokus der Betrachtung liegen.

Die Hausarbeit stützt sich zum größten Teil auf das dritte (Strukturen, Habitusformen und Praktiken) und vierte (Glaube und Leib) Kapitel aus Bourdieus „Sozialer Sinn“ (1987). Ziel dieser Ausführung ist primär herauszufinden, wie Habitus und soziale Felder für die Generierung von sozialer Praxis verantwortlich sind beziehungsweise inwiefern und wie eine Wechselwirkung zwischen diesen drei Termini stattfindet oder stattfinden kann. Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen werden zu Beginn dieser Hausarbeit das Habituskonzept sowie die Feldtheorie einer intensiveren Betrachtung unterzogen und erläutert. Im nächsten Schritt werden die beiden Begrifflichkeiten Feld und Habitus einander gegenübergestellt um die Verbindungen, Wechselwirkungen sowie die Resultate dieser klar darstellen zu können. Abschließend werden die wichtigsten Aspekte und Erkenntnisse im Fazit auf den Punkt gebracht, um der Frage auf den Grund zu gehen, inwiefern beziehungsweise wie die Wechselwirkung zwischen Habitus und Feld soziale Praxis generieren kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Habitustheorie

3. Die Feldtheorie

4. Gegenüberstellung von Habitus und Feld

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die Wechselwirkungen zwischen dem Habitus und sozialen Feldern zu analysieren und zu untersuchen, inwiefern diese beiden Konzepte in ihrer Dialektik die Generierung sozialer Praxis ermöglichen und steuern.

  • Die theoretische Fundierung des Habitusbegriffs nach Pierre Bourdieu
  • Die Analyse der Feldtheorie und des darin eingebetteten praktischen Sinns
  • Die Untersuchung der Dialektik zwischen inkorporierten Dispositionen und objektiven Feldstrukturen
  • Die Darstellung der Rolle des Habitus als strukturierende und strukturierte Struktur
  • Die Synthese der Erkenntnisse zur Entstehung sozialer Praxis

Auszug aus dem Buch

Die Habitustheorie

Bourdieu kritisiert die Grenzziehung zwischen Objektivismus und Subjektivismus und versucht diese durch die Einführung des Habituskonzepts zu überwinden. Die Habitusformen sind zu verstehen als ein „[…] System dauerhafter und übertragbarer Dispositionen, als strukturierte Strukturen, die wie geschaffen sind, als strukturierende Strukturen […], d. h. als Erzeugungs- und Ordnungsgrundlagen für Praktiken und Vorstellungen [zu fungieren, SE] […]“ (Bourdieu 1987: 98 [Hervorh. d. Verf.]).

Dispositionen sind in der Theorie Bourdieus als Wahrnehmungs-, Denk-, und Handlungsschemata zu verstehen, in denen alle inkorporierten Erfahrungen, die ein Mensch im Lauf seines Lebens gemacht hat, verankert und präsent sind (vgl. ebd.: 101) und somit zum festen Bestandteil einer Person werden. Daraus lässt sich schließen, dass der Habitus nicht angeboren, sondern gesellschaftlich bedingt ist, auf Erfahrungen beruht, die wiederum die Basis dafür bilden, wie späteres Erleben wahrgenommen und beurteilt wird. Die Sichtweisen und Praktiken der Menschen hängen also von ihrem spezifischen Habitus ab, der durch die Geschichte entstanden ist.

Dem Habitus wird somit eine Doppelfunktion zugesprochen: er generiert soziale Praxis, indem er Verhaltensgrundlagen für Praktiken und Vorstellungen bereitstellt, also den Rahmen möglicher Praktiken für bestimmte Individuen oder Gruppen absteckt; stellt aber zugleich auch die erzeugte, strukturierte Praxis dar, da er von den erworbenen Existenzbedingungen geprägt wird (vgl. Jäger 2004: 175). Bourdieu spricht in diesem Zusammenhang von modus operandi, also von der strukturierenden Struktur und opus operatum, der strukturierten Struktur des Habitus und somit wird die Praxis zum Ort der Dialektik von opus operatum und modus operandi, d.h. von objektivierten und inkorporierten Ergebnissen der historischen Praxis (vgl. Bourdieu 1987: 98).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung Bourdieus für die moderne Soziologie ein und definiert den Fokus auf die Begriffe Habitus, Feld und die Generierung von Praxis.

2. Die Habitustheorie: Dieses Kapitel erläutert den Habitus als System von Dispositionen, das sowohl als strukturierende als auch als strukturierte Struktur soziale Praktiken hervorbringt.

3. Die Feldtheorie: Das Kapitel beschreibt soziale Felder als künstliche Konstruktionen, die durch spezifische Regeln und den praktischen Sinn der Akteure (Illusio) geprägt sind.

4. Gegenüberstellung von Habitus und Feld: Hier wird das Zusammenspiel analysiert, bei dem die objektiven Strukturen des Feldes und der inkorporierte Habitus gemeinsam die soziale Praxis determinieren.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass soziale Praxis aus der Dialektik zwischen internen Habitusstrukturen und externen Feldstrukturen resultiert und weist auf die Bedeutung dieser Theorie für aktuelle Debatten hin.

Schlüsselwörter

Pierre Bourdieu, Habitus, Soziale Felder, Praxistheorie, Dispositionen, Modus operandi, Opus operatum, Soziale Praxis, Doxa, Illusio, Praktischer Sinn, Sozialwissenschaft, Strukturierung, Inkorporierung, Feldtheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Theorie Pierre Bourdieus, insbesondere mit dem Verhältnis zwischen dem Habitus des Einzelnen und den sozialen Feldern, in denen er sich bewegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Definition und Funktionsweise des Habitus, das Konzept der sozialen Felder sowie die Frage, wie diese Konzepte gemeinsam soziale Praxis generieren.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Wechselwirkungen zwischen dem internen Habitus und den externen Feldstrukturen zu verdeutlichen, um zu verstehen, wie soziale Ordnung und Praxis entstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die sich primär auf Bourdieus Werk „Sozialer Sinn“ (1987) stützt, um die Konzepte Habitus und Feld einander gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung von Habitus und Feld, gefolgt von einer dialektischen Gegenüberstellung, die zeigt, wie beide Begriffe ineinandergreifen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Habitus, Feld, Dispositionen, soziale Praxis und Dialektik charakterisiert.

Was ist mit der „Doppelfunktion“ des Habitus gemeint?

Der Habitus fungiert zum einen als strukturierende Struktur (Generierung von Praxis) und zum anderen als strukturierte Struktur (Resultat vergangener Erfahrungen und Lebensbedingungen).

Warum spielt der „praktische Sinn“ eine wichtige Rolle in der Feldtheorie?

Der praktische Sinn (oder „Sinn für das Spiel“) ermöglicht es Akteuren, sich in einem Feld zurechtzufinden und dessen Regeln unhinterfragt als sinnvoll zu akzeptieren, was die Integration in soziale Felder erst ermöglicht.

Kann der Habitus durch die Gegenwart verändert werden?

Der Habitus ist zwar geschichtlich geprägt, aber er ist anpassungsfähig; äußere Kräfte der Gegenwart haben jedoch nur insofern Einfluss, wie es der bestehende Habitus und seine Dispositionen erlauben.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Relation zwischen Habitus und sozialen Feldern nach Pierre Bourdieu
Note
1,0
Autor
Stefanie Ertl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
10
Katalognummer
V346325
ISBN (eBook)
9783668357075
ISBN (Buch)
9783668357082
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bourdieu Habitus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefanie Ertl (Autor:in), 2016, Die Relation zwischen Habitus und sozialen Feldern nach Pierre Bourdieu, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/346325
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  10  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum