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Soziale Ungleichheiten im deutschen Schulsystem und schulentwicklungsförderliche Anregungen

Auswirkung der Bildungsinstitution Schule auf die gesellschaftliche Produktion sozialer Ungleichheit

Title: Soziale Ungleichheiten im deutschen Schulsystem und schulentwicklungsförderliche Anregungen

Term Paper , 2016 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nora Schrader (Author)

Pedagogy - School System, Educational and School Politics
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Der Zusammenhang von Schule und sozialer Ungleichheit wird in der Hausarbeit detailliert betrachtet und die Fragen analysiert, inwiefern sich die Bildungsinstitution Schule auf die gesellschaftliche Produktion sozialer Ungleichheit auswirkt und welche möglichen schulentwicklungsförderlichen Anregungen diesbezüglich in einen wissenschaftlichen Diskurs involviert werden könnten.

Die Gesellschaft ist seit jeher mit unterschiedlichen Begriffsdefinitionen beschrieben worden. Im Zuge des industriellen Fortschrittes wurde sie bereits als industrielle Gesellschaft betitelt, des Weiteren als Wissensgesellschaft benannt und einige Wissenschaftler wie zum Beispiel Türk fügen die Bezeichnung Organisationsgesellschaft hinzu. Organisationen sind zentrale Elemente der modernen Gesellschaft, mit deren Hilfe gesellschaftliche Strukturen hervorgebracht werden können. Sie bestimmen viele Bereiche des öffentlichen und des privaten Lebens. Zu den Bildungsorganisationen zählen unter anderem Universitäten oder Schulen. Letztere „produzieren Wissen und Bildungszertifikate, die ihren lernenden Mitgliedern unterschiedliche Mobilitätschancen in der Gesellschaft eröffnen“ (Lengfeld, 2015, S. 11).

Bildung erhält in der modernen Gesellschaft eine hohe Relevanz und in diesem Zusammenhang wird seit mehr als fünfzig Jahren die soziale Zusammensetzung der Bildungsinstitution beziehungsweise der Bildungsorganisation Schule analysiert und diskutiert. Gemäß Solga werden in Deutschland individuelle Erfolge im Bildungssystem unter Berücksichtigung erzielter Bildungsabschlüsse gemessen. Letztere werden zur Ermessung der Verteilung von Chancengerechtigkeit in Bezug auf eine ökonomische und soziale Teilhabe an der Gesellschaft herangezogen. Wie Ahnfeldt beschreibt, ist der Bildungserfolg in Deutschland vom sozialen Hintergrund der Eltern abhängig, was in anderen Ländern nicht so drastisch ausgeprägt ist.

Diese Leistungsunterschiede im Bildungssystem im Zusammenhang mit der sozialen Ungleichheit belegen Studien wie zum Beispiel die PISA-Studie oder Untersuchungen von Scharenberg, Gröhlich und Bos. So erzielen Lernende aus sozial schlechter gestellten Elternhäusern oftmals geringere Bildungsresultate als Schülerinnen und Schüler aus besser gestellten Herkunftsfamilien. Auch belegen die genannten Studien, dass in vielen Familien über mehrere Generationen ein ähnlicher sozioökonomischer Status bestehen bleibt und die Sozialstruktur letztendlich reproduziert wird

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen sozialer Ungleichheit in der Bildungsorganisation Schule

2.1 Güterarten nach Bourdieu (1983)

2.2 Der Zusammenhang von Bildungsorganisationen und der Verteilung von Kapital

2.3 Der Zusammenhang der Bildungsorganisation Schule und sozialer Ungleichheit

3. Empirische Erhebungen über den Zusammenhang von Lernerfolg und sozialer Ungleichheit in der Bildungsorganisation Schule

3.1 Lernerfolg und sozialer Status im Zusammenhang mit der Schul- und Klassengröße

3.2 Lernerfolg und soziale Zusammensetzung der Schule

4. Schulentwicklungsförderliche Anregungen zur Reduktion sozialer Ungleichheit in der Bildungsorganisation Schule

4.1 Leistungsdifferenzierung innerhalb einer Schule

4.1.1 Grouping

4.1.2 Tracking

4.2 Diskussion und Reflexion

5. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Bildungsinstitution Schule und der gesellschaftlichen Reproduktion sozialer Ungleichheit. Ziel ist es, strukturelle Faktoren innerhalb des Schulsystems zu identifizieren, die den Bildungserfolg beeinflussen, und schulentwicklungsförderliche Ansätze zur Reduktion dieser Ungleichheiten im wissenschaftlichen Kontext zu reflektieren.

  • Soziologische Grundlagen der Bildungsungleichheit (Kapitalbegriff nach Bourdieu).
  • Einfluss von Schulgröße, Klassengröße und sozialer Zusammensetzung auf den Lernerfolg.
  • Analyse von Leistungsdifferenzierungsmethoden wie Grouping und Tracking.
  • Diskussion über die Möglichkeiten und Grenzen der schulischen Einflussnahme auf Startchancen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Lernerfolg und sozialer Status im Zusammenhang mit der Schul- und Klassengröße

Der Einfluss der Organisationsgröße auf die Bildungschancen kann unter zwei Gesichtspunkten betrachtet werden. Zum einen ist die Anzahl der Lernenden in einer Klasse, zum anderen die Größe der Schule relevant.

Es gibt mittlerweile unzählige Studien über den Größenfaktor der Schule (Cotton, 1996; Weissleder, 1997). Die meisten empirischen Befunde treffen die Aussage, dass kleinere Schulen sich besser auf die Bildungsgleichheit auswirken können als größere. So gelten die sozialen Beziehungen unter den Lehrenden und Lernenden als persönlicher und wirken sich daher positiv auf die Lernatmosphäre und den -erfolg aus (ebd.).

Einzelne empirische Untersuchungen wie zum Beispiel die Studien von Caldas (1987) und Fowler (1995) formulieren keinen Einfluss der Schulgröße auf die Leistungen der Lernenden. Andere Erhebungen dagegen zeigen einen positiven Effekt zwischen Schulgröße und Lernerfolg. Je größer die Bildungsorganisation Schule ist, desto besser sind die individuellen Lernleistungen (Haller et. al., 1990; Ornstein, 1993). Diese Aussage kann mit der Tatsache in Verbindung stehen, dass größere Schulen über ein höheres Budget pro Kopf als kleinere Schulen verfügen. In diesem Zusammenhang können qualifizierte Lehrkräfte eingestellt und die Unterrichtsinhalte flexibel variiert werden. Des Weiteren sinken so die Kosten für organisatorische und verwaltungstechnische Bereiche (ebd.). PISA-Studien haben unter anderem in den Jahren 2000 und 2003 die gleichen Forschungsfragen analysiert. Hier wird festgestellt, dass die schulische Leistung mit steigender Anzahl der Lernenden verbessert wird (ebd.).

Erklärbar sind diese Diskrepanzen aus den Studienresultaten durch verschiedene Ansätze. Zum einen haben Lee und Smith (1997) in einer empirischen Erhebung erfasst, dass der Lernerfolg bis zu einer Anzahl von 760 Lernenden steigt, danach jedoch wieder sinkt, was mit der zunehmenden Anonymität und der fehlenden Identifikation mit der Bildungsorganisation erklärt werden könnte (Lengfeld, 2015, S. 157).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der sozialen Ungleichheit im deutschen Schulsystem ein und begründet die Relevanz der Untersuchung im Kontext der modernen Organisationsgesellschaft.

2. Grundlagen sozialer Ungleichheit in der Bildungsorganisation Schule: Es werden die theoretischen Fundamente, insbesondere der Kapitalbegriff nach Bourdieu, sowie der Zusammenhang zwischen Bildungsorganisationen und Lebenschancen erörtert.

3. Empirische Erhebungen über den Zusammenhang von Lernerfolg und sozialer Ungleichheit in der Bildungsorganisation Schule: Dieses Kapitel präsentiert Studienergebnisse zur Wirkung von Schul- und Klassengröße sowie der sozialen Zusammensetzung der Schülerschaft auf den Lernerfolg.

4. Schulentwicklungsförderliche Anregungen zur Reduktion sozialer Ungleichheit in der Bildungsorganisation Schule: Es erfolgt eine Diskussion über Maßnahmen der Leistungsdifferenzierung, namentlich Grouping und Tracking, sowie eine kritische Reflexion über deren Implementierung.

5. Zusammenfassung und Ausblick: Hier werden die zentralen Ergebnisse der Arbeit synthetisiert und ein Ausblick auf notwendige zukünftige Forschungsbedarfe gegeben.

Schlüsselwörter

Soziale Ungleichheit, Bildungsorganisation, Schule, Lernerfolg, Kapital nach Bourdieu, Schulgröße, Klassengröße, Chancengleichheit, Leistungsdifferenzierung, Grouping, Tracking, sozioökonomischer Status, Bildungsforschung, Bildungsgerechtigkeit, Schulentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Bildungsinstitution Schule bei der Produktion und Reproduktion sozialer Ungleichheit in der modernen Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind der Einfluss von Schulstrukturen (Größe, Klassenstärken), der sozioökonomische Hintergrund der Eltern und verschiedene Modelle der Leistungsdifferenzierung wie Grouping und Tracking.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Analyse der schulinternen Faktoren, die soziale Ungleichheit beeinflussen, um Anregungen für eine entwicklungsförderliche Schulpraxis zur Verbesserung der Bildungschancen abzuleiten.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse existierender empirischer Studien (u.a. PISA, diverse soziologische Untersuchungen) basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch den Kapitalbegriff, eine empirische Analyse von Leistungsfaktoren und eine Diskussion über schulorganisatorische Gestaltungsmöglichkeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Soziale Ungleichheit, Bildungsorganisation, Lernerfolg, Kapitalbegriff und Schulentwicklung.

Gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen Klassengröße und Lernerfolg?

Die Arbeit verdeutlicht, dass die Studienlage ambivalent ist: Während sehr kleine Klassen für bestimmte Lernende Vorteile bieten können, sind die Ergebnisse oft von der Qualität der Ressourcen und dem sozioökonomischen Status der Schüler abhängig.

Welche Auswirkung hat die soziale Zusammensetzung der Schule auf das Ergebnis?

Es zeigt sich, dass ein hoher Anteil an Schülern mit niedrigem sozioökonomischem Status an einer Schule für die betroffenen Kinder statistisch betrachtet oft mit geringeren Lernerfolgen einhergeht.

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Details

Title
Soziale Ungleichheiten im deutschen Schulsystem und schulentwicklungsförderliche Anregungen
Subtitle
Auswirkung der Bildungsinstitution Schule auf die gesellschaftliche Produktion sozialer Ungleichheit
College
University of Hagen
Grade
1,3
Author
Nora Schrader (Author)
Publication Year
2016
Pages
22
Catalog Number
V346408
ISBN (eBook)
9783668357334
ISBN (Book)
9783668357341
Language
German
Tags
soziale Ungleichheit Chancengerechtigkeit Bildungsorganisation Schule kulturelles Kapital Produktionsorganisation Bourdieu Grouping Tracking
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nora Schrader (Author), 2016, Soziale Ungleichheiten im deutschen Schulsystem und schulentwicklungsförderliche Anregungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/346408
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