Vor wenigen Jahren galt die Individualisierung von Produkten noch als Ausnahmeerscheinung und fand kaum Beachtung. Billigprodukte aus anonymer Massenproduktion auf der einen Seite und teure Einzelfertigung auf der anderen Seite bestimmten die Märkte.
Als Paradebeispiel hierfür dient z.B. die Automobilindustrie, die sich vor nicht allzu langer Zeit noch auf Individualisierungsmerkmale wie Farbgestaltung, Einbau einer Klimaanlage oder den Motortyp beschränkt hat. Heute kann das Fahrzeug über entsprechende Variantenkonfiguratoren im Internet zusammengestellt werden, wobei die Variationsmöglichkeiten scheinbar unbegrenzt sind.
Der Erfolg eines Unternehmens wird nicht mehr ausschließlich vom attraktiven Design und einer ansprechenden Technik der Produkte, sondern mehr und mehr auch über ihren Variantenreichtum definiert. Aber was bedeutet in diesem Zusammenhang eine Zunahme der Variationsmöglichkeiten für Unternehmen, wenn doch die Maxime auch „schneller und günstiger“ lautet?
Man denke an den Vertrieb komplexer Produkte, bei denen die Beratungsintensität mit der Zahl der Variationsmöglichkeiten exponentiell steigt; an den Verkäufer, der bereits im Planungsgespräch mit dem Kunden genau wissen muss, welche Kombinationen möglich sind und welche nicht; oder an den Lageristen im Ersatzteilverkauf, der mit detektivischem Spürsinn aus dem riesigen Angebot genau die zur Konfiguration passenden Komponenten auswählen muss.
Die Liste ließe sich noch beliebig erweitern, aber die zentrale Fragestellung lautet eindeutig: Wie lässt sich das explodierende Produktwissen erfassen und verwalten?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen der Variantenkonfiguration
2.1 Definition Variante
2.2 Definition Variantenvielfalt
2.3 Definition Variantenkonfigurator
2.3.1 Allgemein
2.3.2 Bei XXX
2.4 Voraussetzungen für den Einsatz eines Variantenkonfigurators
2.5 Anforderungen an einen Variantenkonfigurator
3 Technische Analyse der betroffenen IT Systeme
3.1 Komplexitätsbedingte Einschränkung der Untersuchungsmerkmale
3.2 SAP R/3
3.2.1 Aufbau der Konfigurationslogik
3.2.2 Modellierung
3.2.2.1 Konfigurierbare Materialien
3.2.2.2 Maximalstückliste
3.2.2.3 Merkmale und Merkmalswerte
3.2.2.4 Merkmalsklassen
3.2.2.5 Konfigurationsprofile
3.2.2.6 Beziehungswissen
3.2.2.6.1 Globales Beziehungswissen
3.2.2.6.2 Lokales Beziehungswissen
3.2.2.6.3 Vorbedingungen
3.2.2.6.4 Auswahlbedingungen
3.2.2.6.5 Prozeduren
3.2.2.6.6 Constraints
3.2.2.6.7 Actions (obsolet)
3.2.2.6.8 Variantentabellen
3.2.2.6.9 Benutzerdefinierte Funktionen
3.2.2.6.10 Variantenkonditionen
3.2.3 Konfiguration innerhalb des SAP R/3 Frontend
3.2.4 Knowledge Base
3.3 SAP CRM Internet Pricing & Configurator als zentrales Konfigurationstool
3.3.1 Funktion
3.3.2 Sales Configuration Engine (SCE)
3.3.3 Sales Pricing Engine (SPE)
3.3.4 Schnittstellenbetrachtung zu CRM bzw. R/3
3.3.5 Konfiguration innerhalb des IPC
3.3.6 Unterschiede zwischen R/3 und IPC Konfigurationslogik
3.4 SAP CRM Mobile Sales als Konfigurationstool für den Außendienst
3.4.1 Funktionen
3.4.2 Schnittstellenbetrachtung zu CRM
3.4.3 Möglichkeiten der Konfiguration innerhalb von Mobile Sales
3.5 SAP CRM Internet Sales als Konfigurationstool für den Kunden
3.5.1 Funktionen
3.5.2 Schnittstellenbetrachtung zu CRM und IPC
3.5.3 Möglichkeiten der Konfiguration innerhalb Internet Sales
4 Implementierung eines Prototyps
4.1 Rahmenbedingungen
4.2 Spezifikation des Leistungsumfanges
4.3 Datenmodellierung
4.4 Realisierung
4.4.1 Aufbau der Wissensbasis in SAP R/3
4.4.1.1 Konfiguration innerhalb von SAP R/3
4.4.1.2 Bereitstellung einer Knowledge Base
4.4.2 Verwendung der Wissensbasis innerhalb des IPC
4.4.3 Verwendung der Wissensbasis innerhalb von Internet Sales
4.4.4 Verwendung der Wissensbasis innerhalb von Mobile Sales
5 Resümee und kritische Auseinandersetzung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit zielt darauf ab, nach einer theoretischen Einführung in das Themenfeld der Variantenkonfiguration, ein Datenmodell und einen Prototyp zu entwickeln, um das explodierende Produktwissen im SAP-Umfeld effizient zu erfassen und zu verwalten. Die zentrale Forschungsfrage ist, wie die Variantenkonfiguration des SAP R/3 Systems erfolgreich in die SAP CRM Umgebung (Internet Sales und Mobile Sales) integriert werden kann, um eine konsistente Produktkonfiguration über verschiedene Vertriebskanäle hinweg zu ermöglichen.
- Grundlagen und Definition der Variantenkonfiguration im SAP-Umfeld
- Technische Analyse der IT-Systemlandschaft (SAP R/3, SAP CRM IPC, Mobile Sales)
- Methodik der Modellierung von konfigurierbaren Materialien und Wissensbasen
- Realisierung eines Prototyps zur Beschlagauflösung
- Integration und Bereitstellung der Wissensbasis in verschiedenen CRM-Szenarien
Auszug aus dem Buch
3.2.2.6.6 Constraints
Constraints sind vor allem für hochinteraktive und komplexe Konfigurationsaufgaben vorgesehen, in denen Abhängigkeiten zwischen den Merkmalen mehrerer Objekte berücksichtigt werden müssen. Speziell im Zusammenhang mit einer mehrstufigen Konfiguration, bei der Zusammenhänge auf den verschiedenen Ebenen der Konfiguration berücksichtigt werden müssen, kommen constraintbasierte Ansätze zum Einsatz.
Constraints sind dementsprechend Restriktionen der Auswahlmöglichkeiten einer Konfiguration. Durch Constraints werden bestimmte Varianten explizit ausgeschlossen. Im Vergleich zu den bisher genannten Arten von Beziehungswissen dienen Constraints im Normalfall nicht einer expliziten Aktion (wenn-dann), sondern der Überprüfung eines Teilausschnittes der Gesamtkonfiguration. Constraints drücken ungerichtete Beziehungen zwischen verschiedenen Konfigurationsobjekten aus und werden in einem Constraints - Netz zusammengefasst. Der constraintbasierte Ansatz innerhalb der R/3 Variantenkonfiguration weist folgende Charakteristika auf:
- Constraints können Beziehungen zwischen völlig unterschiedlichen Objekten und deren Merkmalen ausdrücken.
- Für Constraints wird angegeben, welche Beziehungen erfüllt sein müssen, damit die Konfiguration konsistent ist.
- Constraints werden nicht einzelnen Objekten zugeordnet, sondern in Constraints – Netzen zusammengefasst und dem konfigurierbaren Material im Konfigurationsprofil zugeordnet.
- Innerhalb der Constraints werden Objekte über ihre Klassenzugehörigkeit angesprochen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Stellt das Problem des zunehmenden Produktwissens und der wachsenden Variantenvielfalt dar, welche eine effiziente, EDV-gestützte Variantenkonfiguration in SAP-Systemen erforderlich macht.
2 Grundlagen der Variantenkonfiguration: Definiert zentrale Begriffe wie Variante, Variantenvielfalt und den Variantenkonfigurator sowie die Anforderungen und Voraussetzungen für deren Implementierung.
3 Technische Analyse der betroffenen IT Systeme: Untersucht die technischen Komponenten der SAP R/3 Variantenkonfiguration, den SAP CRM Internet Pricing & Configurator (IPC) sowie die spezifischen Einsatzmöglichkeiten in Mobile Sales und Internet Sales.
4 Implementierung eines Prototyps: Beschreibt die praktische Umsetzung des Datenmodells, den Aufbau der Wissensbasis in SAP R/3 und die Integration in die CRM-Szenarien zur Beschlagauflösung.
5 Resümee und kritische Auseinandersetzung: Reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und betont die Bedeutung einer CRM-konformen Modellierung für den Unternehmenserfolg bei komplexen Produktkonfigurationen.
Schlüsselwörter
Variantenkonfiguration, SAP R/3, SAP CRM, Produktwissen, Konfigurationsprofil, Wissensbasis, Stückliste, Merkmale, Beziehungswissen, Constraints, Prozeduren, Internet Pricing & Configurator, Mobile Sales, Internet Sales, Modellierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit behandelt die Konzeption und den prototypischen Aufbau einer Variantenkonfiguration innerhalb der SAP CRM-Umgebung, basierend auf dem führenden SAP R/3-System.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Modellierung von Produktwissen, der technischen Anbindung von Konfigurations-Tools (IPC) und der systemübergreifenden Konsistenz zwischen ERP und CRM.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Grundlagen für einen Prototyp zu schaffen, der eine konsistente Produktkonfiguration sowohl im R/3-Backend als auch in den CRM-Frontends Mobile Sales und Internet Sales ermöglicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer systemtheoretischen Analyse der SAP-Architektur sowie einem praxisorientierten Modellierungsansatz zur Abbildung von Produktdaten und Regelwerken.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die SAP-Komponenten (SCE, SPE), erläutert das Beziehungswissen (Constraints, Vorbedingungen) und beschreibt den Aufbau einer Wissensbasis für die Konfiguration komplexer Beschlagsysteme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Variantenkonfiguration, SAP R/3, SAP CRM, Wissensbasis, Konfigurationsprofil, Constraints und Prozessintegration.
Wie unterscheidet sich die Konfigurationslogik zwischen SAP R/3 und dem IPC?
Die Unterschiede liegen primär in der Datenhaltung (ABAP vs. Java-basiertes Modell), der Unterstützung von Konfigurationsprofilen und der Art und Weise, wie Stücklisten aufgelöst und Merkmale validiert werden.
Warum ist eine CRM-konforme Modellierung für den Prototyp so wichtig?
Eine CRM-konforme Modellierung stellt sicher, dass die im R/3 entwickelten Regeln und Strukturen in den webbasierten oder offline-fähigen CRM-Umgebungen korrekt verarbeitet werden können, ohne die technische Konsistenz zu gefährden.
- Citar trabajo
- Marco Stötzel (Autor), 2004, Konzeption und prototypische Umsetzung einer Variantenkonfiguration im SAP CRM Umfeld, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34645