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Die Einführung des Tonfilms

Titel: Die Einführung des Tonfilms

Hausarbeit , 2000 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Stefan Thiel (Autor:in)

Filmwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Einleitung

In den in dieser Arbeit geschilderten Beziehungen technischer, ökonomischer und ästhetischer Aspekte, die zu der Umstellung vom Stummfilm auf den Tonfilm führten, steht der technische
Teil in seiner Relevanz hinsichtlich der Verdeutlichung der Vorbedingungen für die Umstellung im Vordergrund. Dass der Ton wichtiger Bestandteil in der Filmvorführung ist, wusste man bereits zu Zeiten des Stummfilms und allein technische wie auch finanzielle
Hemmnisse waren von Anfang an der Grund, weswegen der Tonfilm erst verspätet vom Publikum als Unterhaltungsform akzeptiert und von den Filmschaffenden als Kunstform und wirtschaftliches Produkt angesehen wurde.(1) Die Erkenntnis, dass auch der frühe Film niemals
stumm gezeigt, sondern immer mit Tönen verbunden wurde, steht am Anfang der neueren populären Rezeptionsgeschichte von Stummfilmen. Die Arbeit soll die Anfangsbedingungen für die Einführung des Tonfilms veranschaulichen und durch die Darstellung der Umstellung
vom Stummfilm auf den Tonfilm der Beschreibung eines Medienumbruches dienen, der erstmalig das völlige Verschwinden eines Mediums zur Folge hatte und formalästhetische wie auch stoffliche Einflüsse auf unser Rezeptionsverhalten bis heute prägt. Als Basisliteratur
dient die Arbeit von Harald Jossé, Die Entstehung des Tonfilms: Beitrag zu einer faktenorientierten Mediengeschichtsschreibung.
[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Erste Experimente

1.1. Das Nadeltonverfahren

1.2. Das Lichttonverfahren

1.3. Wirtschaftlicher Einfluss auf technische Entwicklungen bis 1900

1.4. Übernahme der Tonfilmarbeit durch die Filmindustrie zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts

2. Realisierung des Tonfilms

2.1. Filmindustrie und Elektrokonzerne

2.2. Ökonomische Probleme der Filmwirtschaft bei der Umstellung des Stummfilms auf den Tonfilm

2.3. Wirtschaftliche Folgen

2.4. Soziale Folgen

3. Vorgeschichte zur Ästhetik im Tonfilm

3.1. Ästhetik des Tonfilms

3.2. Die internationalen Reaktionen auf den Tonfilm

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Medienumbruch vom Stummfilm zum Tonfilm unter Berücksichtigung der technischen, ökonomischen und ästhetischen Rahmenbedingungen. Ziel ist es, den Transformationsprozess zu beschreiben, der nicht nur neue technische Standards etablierte, sondern auch tiefgreifende soziale und künstlerische Veränderungen innerhalb der Filmindustrie nach sich zog.

  • Technische Entwicklung der Tonaufnahme (Nadel- und Lichttonverfahren)
  • Wirtschaftliche Herausforderungen und Interessen der Filmproduzenten und Elektrokonzerne
  • Auswirkungen der Tonfilmumstellung auf Arbeitsstrukturen und Filmkarrieren
  • Die ästhetische Debatte um den Verlust der Stummfilmkunst und den Einfluss des Tons
  • Internationale Diskrepanzen und Reaktionen auf den neuen technologischen Standard

Auszug aus dem Buch

2.1. Filmindustrie und Elektrokonzerne

Die Forschungsarbeit der großen Elektrokonzerne in Amerika brachte entscheidende Entwicklungen für die technische Vervollkommnung der Tonfilmsysteme. Es wurden während des Krieges vor allem auf dem Gebiet der Nachrichtenübermittlung via Funk und Kabel elektrotechnische Entwicklungen erfolgreich verwertet, so dass sowohl das Nadeltonfilmsystem als auch das Lichttonfilmsystem z.B. mit neuen Mikrofontechniken und elektrischen Verstärkern ergänzt und wesentlich verbessert werden konnten. Der Elektrokonzern Western Electric CO., eine Tochtergesellschaft des damals größten Telefonkonzerns American Telephone and Telegraph Company, forschte bereits seit 1909 an Techniken zur Übertragung von Sprache und widmete ihre Aufmerksamkeit von Anfang an auch dem Lichttonverfahren. Nachdem Western Electric noch vor Kriegsbeginn eine elektromagnetische Wiedergabeapparatur konstruierte, konnte nach dem Krieg auch eine elektrische Aufnahmevorrichtung vorgezeigt werden. Einzelne Systemkomponenten, wie z.B. Mikrofon , Lautsprecher und elektrische Verstärker wurden deutlich verbessert.

Doch ähnlich wie bei den großen Film-Gesellschaften wurden die Patente der Entwicklungen, die zur Vervollkommnung des Tonfilms hätten führen können, zunächst aufgekauft und dann "aufs tote Gleis geschoben". Die Elektro-Konzerne widmeten sich vorerst der Rundfunktechnik und ihrer Verbesserung in der Übertragung. Erkenntnisse aus dieser Arbeit am Radio verhalfen dem Tonfilm letztendlich aber auch zu seinen elektrotechnischen Komponenten. Der Rundfunk war für Unternehmer vorerst attraktiver als der Film, denn noch lief das Geschäft leichter und besser, solange der Film stumm blieb.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz des Themas im Kontext der Medienumbruchsgeschichte und definiert den Fokus auf die technischen, ökonomischen und ästhetischen Vorbedingungen.

1. Erste Experimente: Dieses Kapitel behandelt die frühen Versuche, den Phonographen und den Kinematographen zu koppeln, sowie die Herausforderungen bei der Entwicklung der Nadel- und Lichttonverfahren.

2. Realisierung des Tonfilms: Hier wird der Prozess beschrieben, wie Elektrokonzerne und Filmstudios trotz anfänglicher Skepsis und wirtschaftlicher Hürden den kommerziellen Durchbruch des Tonfilms in den 1920er Jahren vollzogen.

3. Vorgeschichte zur Ästhetik im Tonfilm: Das Abschlusskapitel analysiert den ästhetischen Wandel der Filmkunst und die heftige internationale Debatte zwischen Befürwortern der neuen Technik und Verfechtern der Stummfilmästhetik.

Schlüsselwörter

Tonfilm, Stummfilm, Medienumbruch, Nadeltonverfahren, Lichttonverfahren, Western Electric, Filmindustrie, Elektrokonzerne, Vitaphone, Synchronisation, Filmästhetik, Mediengeschichte, Filmproduktion, Kino, Tontechnik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert den historischen Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm und beleuchtet dabei die Wechselwirkungen zwischen technologischen Innovationen und den ökonomischen sowie ästhetischen Rahmenbedingungen der damaligen Zeit.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die technischen Entwicklungsstufen der Tonaufnahme, der Einfluss großer Elektrokonzerne, die ökonomischen Krisen der Filmwirtschaft sowie die ästhetischen Konflikte, die durch das Aufkommen des Tons im Film entstanden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Anfangsbedingungen für die Einführung des Tonfilms zu veranschaulichen und durch die Darstellung dieses Medienumbruchs aufzuzeigen, wie technologische Neuerungen bestehende Medienformen verdrängen oder grundlegend verändern.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer faktenorientierten mediengeschichtlichen Analyse, unter anderem aufbauend auf der Basisliteratur von Harald Jossé, und setzt technologische, ökonomische und ästhetische Entwicklungen in einen interdependenten Kontext.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die technische Historie der Tonfilmentwicklung, die Realisierung und wirtschaftliche Implementierung in Hollywood und Europa sowie die anschließende ästhetische Debatte und Reaktion der Filmschaffenden.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen das Nadelton- und Lichttonverfahren, das "Vitaphone"-System, der "Jazz Singer" als Wendepunkt, die Filmästhetik sowie der Begriff des Medienumbruchs.

Warum galt der Tonfilm aus der Sicht vieler europäischer Regisseure zunächst als "Monstrum"?

Viele europäische Filmemacher fürchteten den Verlust der expressiven visuellen Möglichkeiten des Stummfilms, wie Montage und Bildsprache, und sahen im Tonfilm eine "abgefilmte Theaterform", die die künstlerische Autonomie der Kamera einschränkte.

Welche Rolle spielten die Elektrokonzerne wie Western Electric bei der Tonfilmumstellung?

Diese Konzerne lieferten die notwendigen technischen Komponenten wie Mikrofone, Lautsprecher und Verstärker, kauften jedoch zunächst Patente auf, um diese "auf das tote Gleis zu schieben", solange der Rundfunk wirtschaftlich attraktiver blieb als die experimentelle Tonfilmtechnik.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Einführung des Tonfilms
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut für Theater- und Filmwissenschaften)
Note
1,3
Autor
Stefan Thiel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2000
Seiten
18
Katalognummer
V3467
ISBN (eBook)
9783638121323
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einführung Tonfilms
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefan Thiel (Autor:in), 2000, Die Einführung des Tonfilms, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3467
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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