Die Arbeit beschäftigt sich mit der Implementierung des Emissionsrechtehandels in Deutschland. Sie beleuchtet neben dem Kyoto-Protokoll als Grundlage, das System des Emissionsrechtehandels und die Vergabepraxis von Zertifikaten in Deutschland. Darüber hinaus wird ein Ausblick auf die internationalen Entwicklungen gegeben.
Das Thema Emissionsrechtehandel ist sehr aktuell, denn die Einführung in Deutschland und der EU wird im Januar 2005 erfolgen, auf internationaler Ebene ist der Start für 2008 geplant. Ziel dieser Arbeit ist es herauszufinden, ob es möglich ist Umweltschutz in Einklang mit einer wirtschaftlichen Umsetzung zu bringen. Die Einführung vom Emissionshandel macht dies meiner Meinung nach möglich und ist auch ein gutes Beispiel für internationale Zusammenarbeit. Es demonstriert den langen Weg von globalen Verhandlungen. Das Instrument des Emissionshandels zur CO 2- Reduzierung basiert auf dem Kyoto-Protokoll. Dieses ist weltweit einmalig, da sich die Mehrheit der Länder an den Verhandlungen beteiligt haben und zu einem Ergebnis gekommen sind, das zwar kontrovers aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden muss, aber erst mal für die Länder bindend ist, welche es ratifiziert haben.
Zu Beginn der Arbeit wurde als Stichtag der 1. Juni 2004 festgelegt. Allerdings ergab sich während des Schreibens die weitreichende Veränderung, dass Russland das Protokoll ratifiziert hat und damit die notwendige Mehrheit besteht, um den Vertrag in Kraft treten zu lassen. Dieses Ereignis ist erst Ende September durch den Entschluss des russischen Präsidenten bzw. durch die Annahme des Parlamentes im Oktober eingetreten, sodass ich von anderen Tatsachen ausgehe. Die Entscheidung Russlands wird den Emissionshandel massiv beeinflussen, da das Land nun berechtig ist, mit in dieses System einzusteigen. Durch den Zusammenbruch der Sowjetunion und damit dem Untergang der Wirtschaft kam es zu erheblichen CO 2 -Einsparungen. Dieses Potential kann jetzt verkauft werden und so den Markt für Emissionszertifikate beträchtlich verändern. Es gilt diese Entwicklungen zu beobachten, um zu sehen, ob der Vertrag das gewünschte Ziel der Unterzeichner erreicht hat.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Kapitel 1- Einführung
1.1 Hintergrund: Das Kyoto-Protokoll
1.2 Aufnahme des Emissionshandels in das Vertragswerk
Kapitel 2 – Das System des Emissionsrechtehandels
2.1 Gründe für die Entscheidung zum Emissionsrechtehandel
2.2 Emissionsvermeidungskosten
2.3 Beeinflussung der Konkurrenzfähigkeit
2.4 Zertifikate
2.5 Praktische Erfahrung mit Emissionshandel
2.6. Fazit
Kapitel 3: Situation in Deutschland
3.1 Bisherige Entwicklungen in Deutschland
3.2 Chronologie der Implementierung des Emissionshandels in
Deutschland
3.3 Nationaler Allokationsplan
3.3.1 Makroplan
3.3.2 Mikroplan
3.3.3 Harmonisierung des Makro- und Mikroplans
3.4 Sanktionen bei Verstößen gegen die Meldepflicht
3.5 Marktplätze
3.6 Umgang der Firmen mit dem Emissionshandel
3.6.1 Beispiel RWE
3.6.2 Beispiel Royal Dutch/Shell Group
Kapitel 4 – Internationale Entwicklungen
4.1 Europäische Union
4.2 International
Kapitel 5 – Abschließende Anmerkungen
5.1 Probleme innerhalb der EU
5.2 Nationale Probleme
5.3 Zukünftige Entwicklungen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Einführung und Umsetzung des Emissionsrechtehandels in Deutschland vor dem Hintergrund internationaler Klimaschutzverpflichtungen, insbesondere des Kyoto-Protokolls. Ziel ist es, die ökonomische Logik hinter diesem marktwirtschaftlichen Instrument zu erläutern und zu analysieren, wie Deutschland die theoretischen Anforderungen in ein nationales System übersetzt.
- Grundlagen des Kyoto-Protokolls und die Integration des Emissionshandels.
- Ökonomische Mechanismen der Zertifikatslösung im Vergleich zu Steuern.
- Aufbau und Funktion des Nationalen Allokationsplans (NAP) in Deutschland.
- Internationale Harmonisierung und die Rolle der EU bei der Umsetzung.
- Herausforderungen und Praxisbeispiele aus der Energiewirtschaft.
Auszug aus dem Buch
2.4 Zertifikate
Um die insgesamt zulässige Umweltbelastung für einen bestimmten Bereich, hier also die zulässigen Emissionen von CO2, in einer Region und im einem bestimmten Zeitraum zunächst festlegen und dann handeln und aufteilen zu können, ist derzeit ein auf Zertifikaten beruhendes Abgabensystem geplant. Ein Zertifikat stellt damit das Recht dar, eine bestimmte Menge an Umweltbelastungen nutzen zu dürfen. Zertifikate sind also eine Mengenlösung.
Im Gegensatz dazu sind Abgaben und Steuern eine Preislösung. Der Unterschied liegt darin, dass Preislösungen einen Schadstoffpreis festlegen und es bei dem Unternehmen liegt, zu entscheiden, wie viel sie von dem „Recht“ kaufen wollen. Bei Zertifikaten wird demgegenüber eine gesamte Schadstoffshöchstgrenze festgelegt und aufgeteilt, der Preis für den Produktionsfaktor „Schadstoff“ wird auf dem Markt gebildet.
Der Vorteil der am Zertifikathandel beteiligten Unternehmen besteht darin, die Entscheidungsfreiheit zu besitzen, ob es lieber Schadstoffe vermeiden oder Zertifikate kaufen will.
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1- Einführung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Kontext des Kyoto-Protokolls und die Entwicklung des Emissionshandels als internationales Instrument zur Treibhausgasreduktion.
Kapitel 2 – Das System des Emissionsrechtehandels: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Zertifikathandels, die Vermeidungskosten und die unterschiedlichen Ausgabemethoden (Grandfathering vs. Versteigerung) analysiert.
Kapitel 3: Situation in Deutschland: Dieses Kapitel beschreibt detailliert die nationale Umsetzung, den Aufbau des Allokationsplans, die Rolle der DEHST sowie praktische Beispiele wie RWE und Shell.
Kapitel 4 – Internationale Entwicklungen: Fokus auf der Vorreiterrolle der Europäischen Union, der Harmonisierung der Allokationspläne und der Einbindung weiterer flexibler Mechanismen.
Kapitel 5 – Abschließende Anmerkungen: Eine kritische Reflexion über die nationalen und europäischen Probleme bei der Implementierung sowie einen Ausblick auf künftige Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Emissionsrechtehandel, Kyoto-Protokoll, Zertifikate, Treibhausgase, Nationaler Allokationsplan, CO2-Emissionen, Kosteneffizienz, Grandfathering, Energiewirtschaft, Umweltpolitik, EU-Richtlinie, Klimaschutz, Emissionsvermeidung, Umweltbundesamt, Marktmechanismen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Einführung des Emissionsrechtehandels als marktwirtschaftliches Instrument zur CO2-Reduzierung, eingebettet in die Anforderungen des Kyoto-Protokolls.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen des Emissionshandels, die regulatorische Umsetzung in Deutschland, die Rolle der EU und die Reaktionen der Industrie ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ökologische Ziele durch marktwirtschaftliche Anreize erreicht werden können und welche Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung in Deutschland entstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literatur- und Analysearbeit, die auf Basis aktueller Gesetzesentwürfe, Wirtschaftsberichte und ökonomischer Theoriebeispiele argumentiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die ökonomische Systematik des Emissionshandels, die spezifische Situation in Deutschland mit ihren Allokationsplänen sowie einen Vergleich internationaler Entwicklungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Emissionshandel, Kyoto-Protokoll, Allokationsplan, Zertifikate und Kosteneffizienz geprägt.
Warum spielt der Streit zwischen RWE und EnBW eine Rolle?
Dieser Konflikt illustriert die nationalen Schwierigkeiten bei der fairen Verteilung von Emissionsrechten und die Benachteiligung von Unternehmen, die auf Kernenergie setzen.
Welche Rolle spielt das "Grandfathering" in der deutschen Umsetzung?
Das Grandfathering ist eine Methode zur Erstzuteilung von Zertifikaten basierend auf historischen Emissionen, die im Kontext der deutschen Industrie diskutiert wird.
- Arbeit zitieren
- Anika Bohland (Autor:in), 2004, Emissionsrechtehandel in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34787