[...] Unter Punkt zwei geht es um eine begriffliche Analyse des Globalisierungsbegriffs, wobei auch auf den Kausalzusammenhang von Ursachen und Folgen von Globalisierung eingegangen werden soll. Bei den Ursachen möchte ich die Fragen behandeln, wie und wann der Globalisierungsprozeß begann, wann er aus welchen Gründen besonders starke Schübe bekam und welche Veränderungen diese Schübe bewirkten. Bei den Folgen geht es um die „transnationale Dominanz des Geldes“ (Kaufmann 1998: Seite 7), die in einem globalen Wettbewerb neue Formen angenommen hat, woraus sich erhebliche folgen für Arbeitnehmer, Gewerkschaften und nationale Regierungen ergeben. Im Punkt drei stellt sich die Frage nach der Situation der Bundesrepublik Deutschland im globalen Wettbewerb. Der Kern, um den meine Hausarbeit aufgebaut ist, befaßt sich mit der Frage, welche Auswirkungen die voranschreitende Globalisierung auf den Wirtschaftsstandort Deutschland hat. Bei der Beantwortung dieser Frage geht es mir um neue Anforderungen des Arbeitsmarkts und um die Frage, ob deutsche Unternehmer Teile ihrer Produktion wirklich nur aus Gründen der hohen Lohn- und Lohnnebenkosten in andere Ländern verlagern oder ob es dafür noch andere Ursachen gibt. Welche Konsequenzen ergeben sich aus der Emigration deutscher Unternehmen für den Arbeitsmarkt? Neben der damit im Zusammenhang stehenden Einkommensverteilung und Beschäftigungsentwicklung ist die Lage des Wirtschaftsstandorts Deutschland am Ende des 20. Jahrhunderts zu untersuchen. Dabei geht es mir als erstes um den Zusammenhang von Lohn- und Lohnnebenkosten bzw. Produktivität und der Innovationskraft. Im nächsten Schritt geht es um die Strukturkrise des Standorts Deutschland und dessen Ursachen. Drittens möchte ich einen Blick auf den deutschen Export und die deutschen Direktinvestitionen im Ausland werfen, die ein Indiz für eine eventuelle Standortschwäche darstellen. Viertens wende ich mich dem Sozialstaat zu, für dessen Finanzierung sich in einer globalisierten Welt zunehmend Schwierigkeiten ergeben. Im Schlußteil möchte ich neben einem kurzen Resümee die Perspektiven für den Wirtschaft sstandort Deutschland aufzeigen, die sich in einer globalisierten Welt bieten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Globalisierung
2.1 Was bedeutet Globalisierung?
2.2 Ursachen für Globalisierung
2.3 Folgen von Globalisierung
3. Auswirkungen von Globalisierung auf den Wirtschaftsstandort Deutschland
3.1 Einkommens- und Beschäftigungsentwicklung in Deutschland
3.2 Die Lage des Wirtschaftsstandorts Deutschland am Ende des 20. Jahrhunderts
3.2.1 Zusammenhang von Lohn- und Lohnnebenkosten und Innovationskraft
3.2.2 Die Strukturkrise in Deutschland
3.2.3 Export und Direktinvestitionen im Ausland
3.2.4 Das Verhältnis von Standort und Sozialstaat
4. Schlußbetrachtung
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der voranschreitenden Globalisierung auf den Wirtschaftsstandort Deutschland, mit dem Ziel, die Herausforderungen für den Arbeitsmarkt sowie die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen zu analysieren.
- Begriffliche Analyse und Ursachen der Globalisierung
- Strukturelle Veränderungen und deren Folgen für die Beschäftigung
- Die Konkurrenzfähigkeit Deutschlands im globalen Vergleich
- Zusammenhang zwischen Lohnkosten, Innovation und dem Sozialstaat
- Potenziale für den Wirtschaftsstandort Deutschland in einer globalisierten Welt
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Zusammenhang von Lohn- und Lohnnebenkosten und Innovationskraft
Seit Mitte der neunziger Jahre befindet sich Deutschland in einer Konjunkturkrise. Die Arbeitgeberverbände sehen die Ursachen bei den ihrer Meinung nach zu hohen Lohn- und Lohnnebenkosten. Um Kosten zu senken, wäre es das Plausibelste, einfach die Lohnkosten zu senken. Allerdings spielen neben den Lohn- und Lohnnebenkosten noch andere Faktoren, wie z.B. Innovation, eine wichtige Rolle. Da die Produktivität pro Arbeitsstunde in Deutschland sehr hoch ist, sind hohe Löhne durchaus gerechtfertigt, womit deutlich wird, daß eine alleinige Absenkung des Lohnniveaus nicht unbedingt zur Bewältigung der Konjunkturkrise beitragen würde.
Laut einer McKinsey-Studie sind japanische Wettbewerbsvorteile gegenüber Europa nur zu einem Drittel auf die Löhne zurückzuführen. Die anderen zwei Drittel sind sog. Produktionsstrukturen zuzuschreiben, was bedeutet, daß Deutschland wichtige Entwicklungen schlichtweg verschlafen hat, wodurch es im globalen Wettbewerb gegenüber seinen amerikanischen und japanischen Konkurrenten ins Hintertreffen geraten ist. Das vielleicht beste Beispiel hierfür ist eine zunehmend geringe Wertschätzung der bedeutendsten Ressource in Deutschland: der Bildung. Simons und Westermann sprechen davon, daß das Land der Dichter und Denker seine Innovationskraft verliere, was sich an zurückgehenden Patentanmeldungen widerspiegele (vgl. Simons / Westermann 1994: Seite 16).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Globalisierung ein, beleuchtet die Proteste bei Wirtschaftsgipfeln und steckt die Forschungsfrage bezüglich der Auswirkungen auf Deutschland ab.
2. Globalisierung: In diesem Kapitel werden die Begriffe Internationalisierung, Globalisierung und Transnationalisierung definiert sowie deren Ursachen und Folgen für Nationalstaaten und Unternehmen dargelegt.
3. Auswirkungen von Globalisierung auf den Wirtschaftsstandort Deutschland: Hier wird detailliert auf die wirtschaftliche Lage Deutschlands eingegangen, wobei Einkommensentwicklungen, Strukturkrisen, Exportdaten und das Sozialstaat-Standort-Verhältnis untersucht werden.
4. Schlußbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Zukunftsperspektiven des Wirtschaftsstandorts Deutschland in einem globalisierten Umfeld.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Wirtschaftsstandort Deutschland, Strukturkrise, Innovationskraft, Lohnnebenkosten, Weltwirtschaft, Standortpolitik, Beschäftigungsentwicklung, Sozialstaat, Transnationalisierung, Export, Wettbewerbsfähigkeit, Bildung, Arbeitslosigkeit, Investitionen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit den ökonomischen Folgen der Globalisierung für die Bundesrepublik Deutschland und hinterfragt, inwiefern der Standort unter Druck steht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von Einkommen und Beschäftigung, der Analyse der deutschen Strukturkrise und der Belastung des Sozialstaats.
Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?
Die zentrale Frage ist, wie sich die fortschreitende Globalisierung auf Deutschland auswirkt und ob die Abwanderung von Unternehmen primär auf hohe Lohnkosten zurückzuführen ist.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?
Die Hausarbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene theoretische Ansätze und empirische Daten zu Globalisierungsprozessen zusammenführt und kritisch bewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil analysiert die wirtschaftliche Performance, exportorientierte Direktinvestitionen und die Innovationskraft im Kontext einer drohenden Strukturkrise.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Wichtige Begriffe sind Globalisierung, Wirtschaftsstandort, Strukturkrise, Lohnkosten, Sozialstaat und internationale Wettbewerbsfähigkeit.
Warum spielt die Ressource Bildung eine so große Rolle für den Standort?
Der Autor führt aus, dass der Innovationsrückstand Deutschlands teilweise auf eine Bildungsstagnation zurückzuführen ist, die den Wissensvorsprung gegenüber Konkurrenten wie Japan schmelzen lässt.
Ist die Sorge vor einer großflächigen Abwanderung der Industrie in Niedriglohnländer berechtigt?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass dies eher ein Mythos ist, da der Großteil der Investitionen weiterhin in Europa getätigt wird und die Produktionskosten nur ein Faktor von vielen sind.
- Citation du texte
- Marc Philipp (Auteur), 2001, Auswirkungen von Globalisierung auf den Wirtschaftsstandort Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34796