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Die Salbungsablehnung Heinrichs I.

Title: Die Salbungsablehnung Heinrichs I.

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.A. Ellen Stickel (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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König Heinrich I. war ein erfolgreicher Mann. Er war der erste Sachse auf dem ostfränkischen Thron, er fügte seinem Reich zahlreiche Ländereien hinzu und sein Sohn wurde der erste Kaiser, der nach Karl wieder das Prädikat "groß" tragen durfte. Doch in die Geschichte eingegangen ist Heinrich schließlich als der König, der bei seiner Erhebung die kirchliche Weihe abgelehnt hat. Die Zurückweisung der Salbung begegnet uns in der Geschichte des Mittelalters nur dieses eine Mal. Mit Recht sind die Gründe für Heinrichs Verhalten also seit Jahrhunderten umstritten. Im Zusammenhang mit der Diskussion über die Sonderrolle Heinrichs sind einige grundsätzliche Fragen zu klären: Welche Rolle spielte die Salbung bei den Königserhebungen im Mittelalter? Warum war sie überhaupt so wichtig? Und welche Vorstellungen verbanden die Zeitgenossen im 10. Jahrhundert mit einem gesalbten Herrscher? Und erörtert man die Herrschaftslegitimation Heinrichs I., muss auch über die Kriterien des Geblütsrechts und des eng damit verbundenen Königsheils diskutiert werden. Das Hauptproblem bleibt jedoch nach wie vor die Frage, warum Heinrich auf die Salbung verzichtet hat - die Ablehung blieb schließlich nicht folgenlos, der König musste bei Reputation und Herrschaftsgewalt herbe Einbußen hinnehmen. Hatte er sich also konkrete Vorteile versprochen oder war er vielleicht durch widrige Umstände dazu gezwungen? Dies soll in dieser Arbeit anhand der Quellen erörtert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1) EINLEITUNG

2) DIE SALBUNGSABLEHNUNG HEINRICHS I.

A) Die Vorgänge zu Fritzlar bei Heinrichs Königserhebung

B) Fehlende zeitgenössische Quellen und Reaktionen späterer Historiographen

C) Die Salbung

a) Die Salbung als Bestandteil von Königserhebungen vor 919

b) Die Bedeutung der Salbung im west- und ostfränkischen Raum

D) Herrschaftslegitimation

E) Die Folgen der Salbungsablehnung für Heinrich I.

F) Mögliche Gründe für die Ablehnung in der Forschungsdiskussion

3) RESÜMEE

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Signifikanz der Salbungsablehnung Heinrichs I. bei seiner Königserhebung im Jahr 919 und analysiert die verschiedenen Erklärungsansätze der geschichtswissenschaftlichen Forschung zu diesem einzigartigen Vorgang.

  • Analyse der Quellenlage und der historiographischen Bewertung der Salbungsablehnung.
  • Untersuchung der Bedeutung der Salbung als Instrument der Herrschaftslegitimation im Frühmittelalter.
  • Bewertung der machtpolitischen Konsequenzen für Heinrich I. durch den Verzicht auf die kirchliche Weihe.
  • Diskussion der Forschungsmeinungen zu den Motiven des sächsischen Herzogs im Kontext der ottonischen Zeit.

Auszug aus dem Buch

Die Salbung als Bestandteil von Königserhebungen vor 919

Schon in vorbiblischer Zeit war im Vorderen Orient die Salbung als Mittel der Herrschaftslegitimation bekannt. Der Brauch wurde vom Volk Israel übernommen. Auch bei den Westgoten wurden die Herrscher seit König Wamba (672) in fast ununterbrochener Reihe gesalbt.

Vorbild für die gotischen Königsweihen war wohl vor allem die Salbung Sauls durch den Propheten Samuel im Alten Testament, durch die Saul zum ersten König Israels wurde. Wegen seines Ungehorsams wurde Saul jedoch wieder verworfen und David folgte ihm nach – ebenfalls legitimiert durch die Salbung. Aus dem Akt der Salbung leitete sich demnach das Recht des Propheten ab, den König zu verwerfen.

Dieser sich auch in späteren Jahrhunderten fortsetzende Anspruch der Geistlichkeit sollte für die Herrscher des Mittelalters zum Teil schwerwiegende Folgen haben. So im Jahr 751 für die merowingischen Schattenkönige: Der fränkische Hausmeier und faktische Herrscher Pippin richtete die Anfrage an Papst Zacharias, ob es gut sei, dass die fränkischen Könige ohne königliche Macht regierten. Der Papst antwortete, es sei besser, der Inhaber der Gewalt heiße König, als derjenige, der keine Gewalt besäße. Nach dieser berühmt gewordenen Aussage setzte Pippin den letzten König der Merowingerdynastie ab, ließ sich in Soissons zum König wählen und von den dortigen Bischöfen salben.

Zusammenfassung der Kapitel

1) EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet den historischen Kontext der Königserhebung Heinrichs I. und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Gründen für dessen einmaligen Verzicht auf die kirchliche Salbung.

2) DIE SALBUNGSABLEHNUNG HEINRICHS I.: Dieses Kapitel analysiert die konkreten Ereignisse in Fritzlar, die Quellenlage und die Rolle der Salbung im Vergleich zu den west- und ostfränkischen Traditionen sowie die daraus resultierenden machtpolitischen Folgen und die kontroversen Forschungsmeinungen.

3) RESÜMEE: Das Resümee fasst die Erkenntnisse zusammen und schlussfolgert, dass die Ablehnung der Salbung eine strategische Entscheidung Heinrichs I. war, um seine Machtbasis gegenüber den Stammesherzögen zu sichern, wobei er die Rahmenbedingungen seiner Zeit geschickt nutzte.

Schlüsselwörter

Heinrich I., Salbungsablehnung, Herrschaftslegitimation, Königsheil, Widukind von Corvey, Ostfrankenreich, Ottonen, Königsweihe, Stammesherzöge, Frühmittelalter, Machtpolitik, Kirchenhoheit, Geblütsrecht, Carl Erdmann, Mittelalterliche Historiographie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das historisch einmalige Phänomen, dass König Heinrich I. bei seiner Erhebung im Jahr 919 auf die übliche kirchliche Salbung verzichtete.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die früh- und hochmittelalterliche Herrschaftslegitimation, die Bedeutung der kirchlichen Salbung sowie das Machtgefüge zwischen dem ostfränkischen Königtum, dem Adel und der Kirche.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Beweggründe Heinrichs I. für diesen Verzicht sowie die Folgen dieser Entscheidung anhand der widersprüchlichen Quellenlage und der Forschungsdiskussion kritisch zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Quellenanalyse, die zeitgenössische Berichte wie die von Widukind von Corvey sowie die moderne Forschungsdiskussion des 20. Jahrhunderts heranzieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Vorgänge in Fritzlar, die sakrale Rolle der Salbung, die Folgen für die Reputation und Macht des Königs sowie die verschiedenen Thesen der Forschung zum Motiv des Verzichts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Heinrich I., Salbungsablehnung, Herrschaftslegitimation, Königsheil, Ottonen und Mittelalterliche Historiographie.

Warum ist die Quellenlage zur Salbungsablehnung so schwierig?

Da keine zeitgenössischen Berichte unmittelbar aus dem Jahr 919 stammen, sind Historiker auf spätere, oft durch die ottonische Tradition oder klerikale Interessen gefärbte Überlieferungen angewiesen.

Welche Rolle spielten die Stammesherzöge bei der Entscheidung Heinrichs?

Die Forschung legt nahe, dass Heinrich durch den Verzicht auf die kirchliche Überhöhung den Herzögen entgegenkam, um deren Unterstützung zu gewinnen und seine Herrschaft als primus inter pares zu festigen.

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Details

Title
Die Salbungsablehnung Heinrichs I.
College
LMU Munich
Course
Hauptseminar: Untersuchungen zur Geschichte Heinrichs I.
Grade
1,0
Author
M.A. Ellen Stickel (Author)
Publication Year
2004
Pages
22
Catalog Number
V34920
ISBN (eBook)
9783638349987
ISBN (Book)
9783640869893
Language
German
Tags
Salbungsablehnung Heinrichs Hauptseminar Untersuchungen Geschichte Heinrichs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Ellen Stickel (Author), 2004, Die Salbungsablehnung Heinrichs I., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34920
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