In den aktuellen Tageszeitungen und der Fachliteratur wird zur Zeit stark das Thema Outsourcing von Logistikdienstleistungen diskutiert. Einer der Gründe ist die politische Situation bezüglich der Ost - Erweiterung der Europäischen Union, auf die hier im Zusammenhang mit dem Artikel von Baumgarten in der FAZ genauer eingegangen wird.
Mit der Öffnung der Grenzen zu den Nachbarstaaten und der bereits vorhandenen Verlagerung von Produktionsstandorten, werden neue Beschaffungsmärkte als wesentlicher Treiber für Veränderungen der Logistiknetzwerke betrachtet. Dies bietet Logistikunternehmen eine Vielzahl von Möglichkeiten ihre G eschäftstätigkeiten in diesen neuen Märkten weiter auszubauen und sich zu etablieren. Insbesondere im Dienstleistungssektor werden sehr hohe Wachstumsraten prognostiziert, aber auch in der Industrie rechnet man mit einem Wachstum von durchschnittlich 3,8 Prozent. Für die Logistikdienstleistungsbranche ist vor allem der ansteigende Verkehr von großer Bedeutung. Man rechnet in Deutschland für den grenzüberschreitenden Straßengüterverkehr mit Wachstumsraten in Höhe von 90 Prozent und im Transitverkehr sogar mit mehr als 100 Prozent. Resultat ist ein enormer Nachfrageanstieg, der über die klassischen TUL-Prozesse (Transport, Umschlag und Lagerung) hinausgeht. Hier bieten Kooperationen zwischen Logistikdienstleistern (LDL) und osteuropäischen Partnern Chancen für neue Markterschließungen. 1 Die vorliegende Hausarbeit ergründet die Bedeutung und den tendenziellen Boom vom Outsourcing. Dabei werden vor allem die Trends und Strategien von logistischen Funktionen, sowie Chancen und Herausforderungen für die verladene Wirtschaft aus Industrie und Handel und für die Logistikdienstleister herausgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Ausgangssituation
2.1 Was ist Outsourcing?
2.2 Was sind logistische Dienstleistungen?
2.3. Klassifizierung der Logistikdienstleister
2.4 Gesetzliche Änderung
3 Warum Outsourcing von Logistikdienstleistungen?
3.1 Gründe für das Outsourcing
3.1.1 Konzentration auf die Kernkompetenzen
3.1.2 Kostendruck
3.1.3 Reduzierung des Fixkostenanteils
3.1.4 Flexibler Zugriff auf Kapazitäten und Fähigkeiten eines LDL
3.2 Entscheidungen
3.2.1 Entscheidung für Eigenleistung
3.2.2 Entscheidung für Fremdvergabe
4 Vorgehensweise beim Outsourcing von Logistikdienstleistungen
4.1 Allgemeine Vorgehensweise
4.2 Outsourcing made by FIEGE Deutschland
5 Wirtschaftliche Aspekte und Risiken
5.1 Kostenanalyse
5.2 Gründe für das Scheitern eines Outsourcingprojektes
6 Vertragsinhalte
7 Fallbeispiel: Hermes General Service (HGS)
8 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Outsourcing-Trend bei logistischen Dienstleistungen, analysiert strategische Gründe für diesen Prozess und beleuchtet die Herausforderungen sowie Risiken bei der Zusammenarbeit mit Logistikdienstleistern. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Unternehmen durch Outsourcing ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern können, ohne die Kontrolle über kritische Kernprozesse zu verlieren.
- Strategische Bedeutung von Outsourcing für logistische Kernprozesse
- Klassifizierung und Rolle von Logistikdienstleistern (LDL)
- Methodische Vorgehensweise und Vertragsgestaltung beim Outsourcing
- Wirtschaftliche Aspekte, Kostenanalyse und Risikofaktoren für das Scheitern
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Konzentration auf die Kernkompetenzen
Outsourcing von logistischen Systemen erlaubt Unternehmen, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren und damit wettbewerbsfähiger zu werden. Wenn ein Unternehmen alle Kernprozesse Best-in-Class bestreitet, besteht wenig Bedarf an Outsourcing. Da dies aber im Zuge der Globalisierung (s. Abbildung 4) immer schwieriger möglich wird, sollten unternehmenskritische Prozesse komplett oder selektiv an spezialisierte LDL verlagert werden. Eine zu hohe Leistungstiefe schwächt die Flexibilität der Unternehmen ein, da sich zu sehr auf Randbereiche konzentriert wird, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Im Unternehmen sollten nur jeweils die Prozesse verbleiben, die für das Unternehmen strategisch relevant sind, bzw. wo klare Kosten- und Wettbewerbsvorteile z.B. durch führendes Know-how vorhanden sind.
In diesem Zusammenhang spielen auch Kooperationen eine große Rolle. Die verstärkte Integration der Logistiksysteme von Unternehmen, Zulieferern, LDL und Kunden mit dem Ziel die Wertschöpfung zu optimieren, wird zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor in Unternehmen. Die Logistik hat hier einen hohes Einfluss- und Verbesserungspotential für den gesamten innovativ gestalteten Prozess.
Die folgende Grafik verdeutlicht die Eigenschaften einer Kernkompetenz und die daraus entstehenden Vorteile für das Unternehmen. Für die Konkurrenz sind die Kernkompetenzen schwer imitierbar, daraus ergeben sich Wettbewerbsvorteile, auf die ein Unternehmen aus Ertragsgründen nicht verzichten sollte. Innovativ sollte das Unternehmen hier führend sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das aktuelle Marktumfeld und die Relevanz des Outsourcings durch die politische Erweiterung und steigende logistische Anforderungen.
2 Ausgangssituation: Analyse des Innovations- und Kostendrucks sowie Klärung der Begriffe Outsourcing, Logistikdienstleistungen und rechtlicher Rahmenbedingungen.
3 Warum Outsourcing von Logistikdienstleistungen?: Untersuchung der strategischen Beweggründe wie Kernkompetenzfokussierung, Kostendruck und Flexibilitätsanforderungen.
4 Vorgehensweise beim Outsourcing von Logistikdienstleistungen: Darstellung des theoretischen Prozessmodells und praktische Anwendung am Beispiel der FIEGE Gruppe.
5 Wirtschaftliche Aspekte und Risiken: Detaillierte Betrachtung der Kostenstrukturen (Make or Buy) sowie Analyse häufiger Ursachen für das Scheitern von Outsourcing-Projekten.
6 Vertragsinhalte: Erläuterung der notwendigen Elemente und rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten eines Outsourcing-Vertrages ohne gesetzliche Standardvorgaben.
7 Fallbeispiel: Hermes General Service (HGS): Praxisbeispiel eines Fulfillment-Dienstleisters zur Abwicklung komplexer Kundenanforderungen im E-Business und Warehousing.
8 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Dynamik im Logistikmanagement und der Notwendigkeit einer zielgerichteten Steuerung der Partnerschaften.
Schlüsselwörter
Outsourcing, Logistikdienstleistungen, Kernkompetenz, Make-or-Buy, Supply Chain, Kostendruck, FIEGE, Hermes General Service, Vertragsmanagement, Prozessoptimierung, Wettbewerbsvorteil, Risikomanagement, Fulfillment, Arbeitnehmerübertragung, Logistiknetzwerke.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Thema Outsourcing von Logistikdienstleistungen als strategisches Instrument für Unternehmen, um sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die Definition logistischer Dienstleistungen, die strategischen Vorteile von Make-or-Buy-Entscheidungen, die praktische Vorgehensweise beim Outsourcing sowie die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen ihre Wertschöpfung durch Outsourcing optimieren und welche Faktoren für den Erfolg oder das Scheitern solcher Projekte entscheidend sind.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine theoretische Literaturanalyse mit einer ergänzenden empirischen Betrachtung anhand von Fallbeispielen (FIEGE, Hermes General Service) kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den Gründen für das Outsourcing, der methodischen Vorgehensweise zur Implementierung sowie einer detaillierten Analyse wirtschaftlicher Risiken und Vertragsinhalte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Outsourcing, Kernkompetenz, Logistikdienstleister, Supply Chain und Kosteneffizienz charakterisiert.
Was ist die Bedeutung von §613a BGB in diesem Kontext?
Die Vorschrift regelt die Rechte der Arbeitnehmer bei einem Teilbetriebsübergang, was beim Outsourcing von logistischen Prozessen eine kritische rechtliche Hürde darstellt, insbesondere bezüglich der Informationspflichten.
Warum scheitern laut der Arbeit viele Outsourcing-Projekte?
Häufige Gründe sind mangelnde Kostentransparenz, eine falsche Einschätzung der Eigenkompetenz gegenüber dem Dienstleister sowie Probleme bei der operativen Steuerung und der Qualitätssicherung.
- Arbeit zitieren
- Heike Simons (Autor:in), 2004, Outsourcing von Logistikdienstleistungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34999