Ziel dieser Arbeit ist es, strukturierte Produkte und im speziellen Capped Bonus-Zertifikate hinsichtlich ihrer Funktionsweise, ihres Aufbaus und ihrer Preisbildung zu analysieren. Der Fokus liegt hierbei vor allem auf der Strukturierung und Bewertung dieser Produkte.
Diese Bachelorarbeit ist in vier Kapitel unterteilt. Im Anschluss an die Einleitung wird im zweiten Kapitel zunächst die grundlegende Funktionsweise von Bonus-Zertifikaten dargestellt. Hierbei wird zudem ein Überblick über die wesentlichen Varianten von Bonus-Zertifikaten gegeben. Das dritte Kapitel beschäftigt sich ausführlich mit Capped Bonus-Zertifikaten. Die Funktionsweise der Zertifikate wird zunächst erläutert und von der klassischen Variante abgegrenzt. Anschließend werden Capped Bonus-Zertifikate sowie ihre einzelnen Bestandteile detailliert analysiert und bewertet. Der letzte Teil umfasst eine empirische Studie, in der einige Capped Bonus-Zertifikate exemplarisch bewertet werden. Im vierten Kapitel werden die Erkenntnisse und Ergebnisse dieser Arbeit abschließend zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Bonus-Zertifikate – Die Grundlagen
2.1 Allgemein
2.2 Funktionsweise
2.3 Varianten von Bonus-Zertifikaten
3 Capped Bonus-Zertifikate
3.1 Funktionsweise und Abgrenzung
3.2 Chancen und Risiken aus Anlegersicht
3.3 Konstruktion und Duplikation
3.3.1 Zero Strike Call
3.3.2 Down-and-Out Put
3.3.3 Short Call
3.3.4 Capped Bonus-Zertifikat
3.4 Bewertung
3.4.1 Zero Strike Call
3.4.2 Down-and-Out Put
3.4.3 Short Call
3.4.4 Capped Bonus-Zertifikat
3.5 Empirische Studie
4 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die detaillierte Analyse von strukturierten Produkten, mit einem spezifischen Fokus auf Capped Bonus-Zertifikate. Es wird untersucht, wie diese Produkte aufgebaut sind, welche Mechanismen ihrer Preisbildung zugrunde liegen und wie sie in der Praxis bewertet werden können.
- Grundlegende Funktionsweise von klassischen und Capped Bonus-Zertifikaten.
- Konstruktion von Zertifikaten mittels Duplikationsportfolios aus derivativen Finanzinstrumenten.
- Analyse von Chancen, Risiken und Renditeprofilen für Anleger.
- Bewertungsmethoden unter Verwendung modifizierter Black-Scholes-Merton-Formeln.
- Empirische Überprüfung der Preisbildung anhand ausgewählter Marktbeispiele.
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Zero Strike Call
Die Partizipation am Kursverlauf des Basiswertes wird durch den Kauf (Long-Position) eines Zero Strike Calls gewährleistet. Hierbei handelt es sich um eine europäische Plain Vanilla Call Option, deren Basispreis (engl. Strike Price) null beträgt. Die Option liegt demnach tief im Geld. Der Unterscheid zum Basiswert selbst besteht in der Berücksichtigung des Dividendenanspruchs. Der Wert des Zero Strike Calls entspricht dem des Basiswertes vermindert um den Barwert der während der Laufzeit erwarteten Dividenden. Ein Zero Strike Call, dem eine Aktie als Basiswert zugrunde liegt, entspricht also im Prinzip einer Aktie ohne Dividendenanspruch und ohne Stimmrecht. Aufgrund dieses Dividendenabschlags ist der Zero Strike Call auch immer günstiger als der Basiswert selbst. Der Abschlag zum Kurs des Basiswertes vergrößert sich hierbei mit steigenden Dividendenerwartungen und zunehmender Laufzeit. Denn mit zunehmender Laufzeit steigt auch die Zahl der Dividendentermine und damit die Höhe der potenziellen Dividendenausschüttungen. Zur Konstruktion von Capped Bonus-Zertifikaten sind Basiswerte, die hohe Dividendenrenditen aufweisen, daher besonders geeignet. Denn je höher die Dividende, desto günstiger der Zero Strike Call. Die Ausschüttungen des Basiswertes werden vom Emittenten zur Finanzierung der Bonuskomponenten genutzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Herausforderungen der Anleger in einem Niedrigzinsumfeld und führt in die Bedeutung strukturierter Produkte als Anlagealternative ein.
2 Bonus-Zertifikate – Die Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die rechtliche Einordnung, die Funktionsweise und die wesentlichen Varianten klassischer Bonus-Zertifikate.
3 Capped Bonus-Zertifikate: Hier wird der Fokus auf die spezifischen Merkmale der Capped-Variante gelegt, inklusive der Konstruktion mittels Optionen und den mathematischen Modellen zur Bewertung.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zur Komplexität und Preisbildung der Produkte zusammen und kritisiert die Intransparenz seitens der Emittenten.
Schlüsselwörter
Capped Bonus-Zertifikate, Strukturierte Produkte, Derivate, Bonus-Zertifikate, Barriere, Bonuslevel, Cap, Duplikationsportfolio, Black-Scholes-Merton, Optionsprämie, Volatilität, Dividendenrendite, Risikomanagement, Zertifikatebewertung, Finanzmathematik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Strukturierung und der theoretischen sowie praktischen Bewertung von Capped Bonus-Zertifikaten.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen sind die Funktionsweise von Bonus-Zertifikaten, die Zerlegung dieser Produkte in einzelne Optionskomponenten sowie deren mathematische Preisbildung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Funktionsweise und den komplexen Aufbau dieser Finanzprodukte zu analysieren und zu prüfen, ob die am Markt gestellten Kurse mit dem theoretisch berechneten Wert übereinstimmen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit verwendet das Prinzip des Duplikationsportfolios und wendet die modifizierte Black-Scholes-Merton-Formel zur Bewertung der enthaltenen Optionskomponenten an.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den Grundlagen der Capped Bonus-Zertifikate deren Konstruktion durch Zero Strike Calls, Down-and-Out Puts und Short Calls detailliert beschrieben und bewertet.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Capped Bonus-Zertifikate, Duplikationsportfolio, Barrier-Optionen und die Bewertungsparameter wie Volatilität und Dividendenrendite.
Wie unterscheidet sich ein Capped Bonus-Zertifikat von einem klassischen Bonus-Zertifikat?
Der Hauptunterschied liegt im "Cap", einer Obergrenze für die Rückzahlung, wodurch die Partizipation an Kursgewinnen über dem Bonuslevel begrenzt ist, was jedoch durch attraktivere Bonuskomponenten kompensiert wird.
Warum ist die Dividendenrendite des Basiswertes für das Zertifikat relevant?
Die erwarteten Dividenden mindern den Preis der Komponenten und werden von Emittenten aktiv zur Finanzierung des Bonuszahlungsanspruchs genutzt.
Welche Gründe nennt der Autor für Abweichungen zwischen Theorie und Marktkurs?
Die Gründe liegen in einer gewissen Intransparenz der Emittenten, unterschiedlichen Annahmen zu Parametern wie dem risikolosen Zinssatz oder der impliziten Volatilität sowie der Tatsache, dass Dividendenschätzungen prognosebasiert sind.
- Arbeit zitieren
- Kevin Kober (Autor:in), 2016, Strukturierung und Bewertung von Capped Bonus-Zertifikaten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/350501