In der folgenden schriftlichen Ausarbeitung soll es insbesondere um die Sprachkompetenz bei Kindern im Kindergartenalter gehen. Die Sprache dient nicht nur als Mittel zur Verständigung, sondern bietet auch die Grundlage für das menschliche Bewusstsein und das Speichern von Erinnerungen und Erfahrungen. Demnach ist die Feststellung des Sprachstands und die darauf folgende Förderung eine besonders wichtige Aufgabe im Elementar- und Primarbereich.
Zudem soll auf einen bestimmten Sprachtest, den Delfin 4 Test, eingegangen werden, welcher nach diverser Kritik eingestellt worden ist. Im Zuge dieser schriftlichen Ausarbeitung soll auch darauf eingegangen werden, ob der Sprachtest seinen Zweck zur Sprachstands Feststellung erfüllen kann, wenn Eltern, Kinder und Testleiter von bestimmten Aufgaben innerhalb des Tests abgeneigt sind und kein Verständnis für die Durchführung zeigen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Entstehung des Delfin 4 Tests
Darstellung und Aufbau des Tests
Analyse der Morpho-Syntax Ebene
Sprachwissenschaftliche Fundierung der Morpho-Syntax Ebene
Kritik an Fantasiewörtern
Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch den Sprachtest "Delfin 4", insbesondere im Hinblick auf dessen Konzeption des Aufgabenbereichs Morpho-Syntax sowie die Akzeptanz und Umsetzbarkeit des Nachsprechens von Fantasiewörtern in der pädagogischen Praxis.
- Entwicklung und Zielsetzung des Delfin 4 Tests in Nordrhein-Westfalen
- Struktureller Aufbau und methodische Vorgehensweise des Testverfahrens
- Sprachwissenschaftliche Fundierung der Morpho-Syntax Ebene
- Analyse der Diskrepanz zwischen wissenschaftlichem Anspruch und praktischer Akzeptanz
- Diskussion über Motivationsprobleme und Störfaktoren bei der Testdurchführung
Auszug aus dem Buch
Kritik an Fantasiewörtern
Der Test wurde viel kritisiert und insbesondere das Nachsprechen von Fantasiewörtern ist auf großes Unverständnis seitens der Eltern gestoßen. Obwohl der Test gegenwärtig nicht mehr durchgeführt wird, findet man auf diversen Online Plattformen Beiträge von Eltern, die die zeitgenössische Stimmung gegen den Test einfangen. „Kindern ist der Test an manchen Stellen viel zu blöd, z.B., wenn sie als Papagei Fantasiewörter […] nachsprechen müssen“ („clausine“ 2011). Auch Zeitungsartikel aus der Zeit, in der der Test durchgeführt wurde, weisen kritisch auf das nachsprechen von Fantasiewörtern hin: „seit Donnerstag machen in Iserlohns Kindergärten wieder merkwürdige Fantasie-Wörter die Runde“ (Tiemann 2008). Diese Beiträge sollen den Unmut und das Unverständnis gegen den Aspekt der Kunst- oder Fantasiewörter exemplarisch darstellen.
Lilian Fried weist in der Konzeption des Tests darauf hin, dass es bei dieser Aufgabenstellung zu Motivationsproblemen kommen kann und äußert dies wie folgt:
„Da aus der einschlägigen Forschung bekannt ist, dass Dreijährige aufgrund mangelnder linguistischer Bewusstheit nur bedingt dazu zu bewegen sind, etwas nachzusprechen, wurde die Anweisung in der Aufgabe so umgestaltet, dass die Kinder aufgefordert wurden, der auf dem Spielplan abgebildeten Giraffe einen Namen zu geben. Dies sollte dazu beitragen, die hohe Quote von Kindern, die laut Berichten in der Literatur bei diesem Aufgabentyp die Mitarbeit verweigern, zu senken.“ (Fried 2007b, S.18)
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Der Autor reflektiert seine Erfahrungen im Anerkennungsjahr und leitet zur Bedeutung der Sprachstandsfeststellung bei Kindern im Elementarbereich über.
Entstehung des Delfin 4 Tests: Es wird die historische Genese des Tests als diagnostisches Instrument in Nordrhein-Westfalen sowie der fachwissenschaftliche Kontext durch Lilian Fried beleuchtet.
Darstellung und Aufbau des Tests: Dieses Kapitel beschreibt das spielerische Testdesign des "Besuch im Zoo" und die Zielsetzung der Gruppentestung.
Analyse der Morpho-Syntax Ebene: Die Autorin untersucht die methodischen Kriterien zur Erfassung grammatischer Kompetenzen anhand spezifischer Handlungsanweisungen.
Sprachwissenschaftliche Fundierung der Morpho-Syntax Ebene: Hier werden die Phasen des Spracherwerbs nach Gisela Szagun als theoretische Basis für die Anforderungen des Delfin 4 herangezogen.
Kritik an Fantasiewörtern: Das Kapitel widmet sich der öffentlichen und elterlichen Kritik an der Methode des Nachsprechens semantikloser Wörter sowie den daraus resultierenden Motivationsproblemen.
Fazit: Abschließend wird konstatiert, dass der Test theoretisch legitimiert, jedoch aufgrund mangelnder Authentizität in der Praxis nur schwer umsetzbar ist.
Schlüsselwörter
Delfin 4, Sprachstandserhebung, Elementarbereich, Morpho-Syntax, Spracherwerb, Fantasiewörter, Sprachkompetenz, Diagnose, Didaktik, Bildungsstandards, Sprachförderung, Reliabilität, Validität, Kindertagesstätte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert kritisch den Sprachtest Delfin 4, der in Nordrhein-Westfalen eingesetzt wurde, um Sprachkenntnisse von vierjährigen Kindern zu überprüfen.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der morphosyntaktischen Analyse des Tests, der theoretischen sprachwissenschaftlichen Fundierung und der Auseinandersetzung mit den Schwierigkeiten bei der Erhebungsmethode der Fantasiewörter.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu evaluieren, ob der Delfin 4 Test seinen Zweck der Sprachstandsfeststellung erfüllen kann, insbesondere angesichts der Widerstände von Kindern, Eltern und pädagogischen Fachkräften.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse von Fachliteratur, Testmanualen und der Auswertung öffentlicher Kritiken basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Test-Entstehung, die detaillierte Analyse der Morpho-Syntax, die Einbettung in Spracherwerbstheorien sowie eine Diskussion zur Kritik an der Praxisnähe der Aufgaben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit fokussiert auf Begriffe wie Sprachstandserhebung, Delfin 4, grammatische Kompetenz, phonologische Bewusstheit und praktische Implementierung von standardisierten Sprachtests.
Warum wurde das Nachsprechen von Fantasiewörtern so stark kritisiert?
Kritiker bemängelten die fehlende Sinnhaftigkeit für die Kinder, was zu Motivationsverlust, Schamgefühlen und einer Verzerrung der Testergebnisse führte.
Welches Fazit zieht der Autor zur praktischen Anwendung?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Test wissenschaftlich zwar fundiert ist, die methodische Aufbereitung jedoch Mängel aufweist, die eine zuverlässige Durchführung im Kindergartenalltag erschweren.
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- Patrick Dreyer (Author), 2016, Sprachkompetenz bei Kindern im Kindergarten. Kritik an den Kunstwörtern im Delfin 4 Test, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352619