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Männlichkeit, Identität und Gewalt im homosozialen Gefüge bei jungen Männern

Title: Männlichkeit, Identität und Gewalt im homosozialen Gefüge bei jungen Männern

Term Paper (Advanced seminar) , 2014 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Tradierte Rollenbilder des Mannes scheinen in einem Prozess der letzten Jahre und Jahrzehnte durch Varianzen geschädigt worden zu sein. Die ehemalige Vormachtstellung des männlichen Geschlechts erscheint vielen durch zahlreiche Emanzipationsbewegungen von Frauen gefährdet und geschwächt. Was ist noch Mannsein und was nicht, wodurch offenbart man Schwächen, macht man sich angreifbar oder wirkt man stark? Die Konsumgesellschaft überlädt einen jungen Mann mit enormer Diversität von Männlichkeitsidealen.

Durch gewaltige Veränderungen zwischen den Geschlechtern erscheint der junge Mann dahingehend betroffen zu sein, dass Prozesse der Indentitätssuche und Individualisierung problematischer geworden sind und Gewalthandlungen speziell als Resultat erscheinen können.

Diese Arbeit zielt darauf ab, tiefer in die Materie von Gewalthandlungen im Kontext von Geschlecht, Männlichkeit und Adoleszenz einzutauchen. Der Fokus liegt dabei auf homosozialen Gewalthandlungen im Jugendalter.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Geschlecht und Männlichkeit

2.1 Hegemoniale Männlichkeit nach Connell

2.2 Sylka Scholz und alltägliche Männlichkeit

3 Gewalt und das homosoziale Gefüge

4 Adoleszenz und die Suche nach Identität

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die komplexen Zusammenhänge zwischen Geschlechterrollen, Identitätsfindung in der Adoleszenz und dem Auftreten von Gewalt unter jungen Männern. Im Zentrum steht dabei die Frage, inwieweit Gewalt in homosozialen Strukturen als Mittel der Identitätssicherung und zur Demonstration männlicher Hegemonie dient.

  • Wandel traditioneller Männlichkeitsbilder im Kontext der Postmoderne
  • Theoretische Ansätze zur hegemonialen Männlichkeit (Connell, Scholz, Meuser)
  • Gewalt als soziales Phänomen in homosozialen Männergemeinschaften
  • Identitätsbildungsprozesse und Krisen in der Adoleszenz
  • Die Funktion von Gewalt als Hilfeschrei und zur Grenzziehung

Auszug aus dem Buch

3 Gewalt und das homosoziale Gefüge

Der Gewaltbegriff lässt sich in unterschiedlichen Kontexten auf diverse Art und Weise definieren. Versucht man Zugang zur Begrifflichkeit zu bekommen, erscheint wohl in erster Linie ein strikter Dualismus von physischer und psychischer Gewalt, der im Alltagsverständnis verankert ist. Diese zwei Kategorisierungen sind beileibe nicht das volle Ausmaß der Definitionsvielfalt des mächtigen Gewaltbegriffs, so tauchen in Wissenschaft und Forschung durchaus häufig auch die institutionelle, strukturelle oder kulturelle Gewalt auf. Verschiedenste Gewaltssphären bieten bekanntlich genügend Raum, um Lexika artige Bände zu füllen, weshalb an dieser Stelle nur die absolute Notwendigkeit in Bezug auf eine Definition des Begriffs geleistet werden soll. Generell betrachten wir unseren Gewaltbegriff absolut kontextbezogen, soll heißen, wir konzentrieren uns auf den oben aufgeführten und durchaus praktischen Dualismus, mit Schwerpunkt auf physische Gewalt. Die Betrachtung von homosozialen Männergemeinschaften offenbart ganz grundlegend gesprochen vor allem physische Gewalt, wenngleich für mein Verständnis eine Trennschärfe zwischen eben physischer und psychischer Gewalt nur auf dem Papier herrschen kann, schließlich geht mit dem Prozess des ‚jemanden Schlagens‘ auch oft seelisches Leid, mitunter reziprok strukturiert, einher.

Darüber hinaus finden sich in den Prozesshaftigkeiten und Änderungen der Geschlechterordnung auch diverse Wahrnehmungsausprägungen von vergeschlechtlicher Gewalt. So wurden beispielsweise politische und wissenschaftliche Debatten im Zuge der Frauenbewegung der siebziger Jahre an und aufgerissen und es fand eine Skandalisierung männlicher Gewalt im Geschlechterverhältnis statt (beispielsweise Müller 2008). Mit Verlauf der Wissenschaft prägte sich der zuvor bereits genannten Begriff der vergeschlechtlichten Gewalt, der „jede Verletzung der körperlichen oder seelischen Integrität einer Person, welche mit der Geschlechtlichkeit des Opfers und des Täters zusammenhängt und unter Ausnutzung eines Machtverhältnisses durch die strukturell stärkere Person zugefügt wird" (Hagemann-White u.a. 1997, S. 29) meint. Dies sind nur zwei Beispiele, die die Diversität der Debatten und Begriffsdeutungen rund um Gewalt verdeutlichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel tradierter Männlichkeitsbilder durch gesellschaftliche Modernisierungsprozesse und führt in die Problemstellung ein, dass junge Männer vermehrt in Unsicherheitsgefügen agieren, in denen Gewalt als identitätsstiftendes Mittel fungieren kann.

2 Geschlecht und Männlichkeit: Dieses Kapitel stellt differenztheoretische und konstruktivistische Ansätze der Geschlechterforschung gegenüber und erläutert die Konzepte der hegemonialen Männlichkeit nach Raewyn Connell sowie die Erweiterungen durch Sylka Scholz.

3 Gewalt und das homosoziale Gefüge: Hier wird der Gewaltbegriff im Kontext homosozialer Gemeinschaften analysiert und aufgezeigt, wie diese Orte der wechselseitigen Bestätigung und männlichen Selbstvergewisserung dienen, wobei auch kompetitive und gewalttätige Strukturen eine Rolle spielen.

4 Adoleszenz und die Suche nach Identität: Der Fokus liegt auf der Lebensphase der Adoleszenz als Zeitraum der Identitätssuche, wobei gesellschaftliche Rahmenbedingungen, Identitätskrisen nach Erikson und der Druck zur Bewältigung von Männlichkeitsanforderungen thematisiert werden.

5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, betont die Relevanz der Geschlechterforschung für das Verständnis von Jugendgewalt und plädiert für pädagogische Ansätze, die jungen Männern neue Wege zur Selbstfindung abseits veralteter Männlichkeitsideale eröffnen.

Schlüsselwörter

Männlichkeit, Identität, Gewalt, Adoleszenz, Geschlechterforschung, Homosozialität, Hegemonie, Identitätsfindung, Sozialisation, Maskulinität, Jugendsoziologie, Macht, Diskurs, Geschlechterrollen, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der soziologischen Untersuchung von Männlichkeit, Identitätsbildung bei jungen Männern und den Hintergründen von Gewalthandeln in homosozialen Kontexten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die zentralen Felder sind die moderne Geschlechterforschung, die Theorie der hegemonialen Männlichkeit, die Soziologie der Jugend und die Analyse von Gewaltstrukturen unter Männern.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, wie gesellschaftliche Wandlungsprozesse und Identitätsprobleme junge Männer dazu bewegen können, Gewalt als Mittel zur Bestätigung ihrer Männlichkeit einzusetzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit der soziologischen Fachliteratur und aktuellen Diskursen zur Geschlechtertheorie und Jugendsoziologie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Männlichkeitskonzepten, die Analyse von Gewalt in homosozialen Gefügen und die Untersuchung der Identitätssuche während der Adoleszenz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wesentliche Begriffe sind Männlichkeit, Hegemonie, Adoleszenz, Identität, Homosozialität und vergeschlechtlichte Gewalt.

Wie unterscheidet sich homosoziale Gewalt von heterosozialer Gewalt laut Text?

Während bei heterosozialer Gewalt (z.B. gegen Frauen) oft klare Opfer-Täter-Konstellationen bestehen, zeichnet sich homosoziale Gewalt durch eine reziproke Struktur aus, in der die Beteiligten ihre Männlichkeit in einem wettbewerbsorientierten Gefüge konstruieren.

Welche Rolle spielt die "Krise der Männlichkeit" für die Argumentation?

Der Begriff wird kritisch beleuchtet; die Arbeit argumentiert, dass nicht eine konstante Männlichkeit in eine Krise geraten ist, sondern dass sich die Geschlechterkonfigurationen stetig wandeln, was junge Männer vor neue Herausforderungen bei der Selbstdefinition stellt.

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Details

Title
Männlichkeit, Identität und Gewalt im homosozialen Gefüge bei jungen Männern
College
Dresden Technical University
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2014
Pages
24
Catalog Number
V352664
ISBN (eBook)
9783668394698
ISBN (Book)
9783668394704
Language
German
Tags
Sexualität Männer Identität Gewalt Männlichkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2014, Männlichkeit, Identität und Gewalt im homosozialen Gefüge bei jungen Männern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352664
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