Michel Foucaults Machtanalytik und deren Bedeutung für das Verständnis von Rassismus


Bachelorarbeit, 2012

53 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsangabe

1. Einleitung Seite

2. Kurze Einführung in Foucaults Denken
2.1. Diskurs
2.2. Macht
2.3. Rassismus

3. Die Geschichte des Rasse-Begriffs
3.1. Das revolutionäre Potenzial des Rasse-Diskurses
3.2. Geburt des Staatsrassismus

4. Die Konstituierung des Menschen in der abendländischen Kultur

5. Gouvernementalisierung
5.1. Die Künste des Regierens
5.2. Die Souveränitätsmacht
5.3. Erste Anpassung: die Disziplin
5.4. Zweite Anpassung: die Gouvernementalität
5.5. Disziplin und Regulierung
5.6. Norm und Sexualität
5.7. Staatsrassismus und Bio-Macht

6. Aktuelle Rassismusdiskurse: Psychologisierung und Marginalisierung

7. Rassismusphänomene: Verwurzelung, positiver Rassismus und Kulturalismus

8. Ausblick: Möglichkeiten des Widerstands gegen Rassismus

9. Alphabetisches Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Mein Diskurs ist selbstverständlich der Diskurs eines Intellektuellen und funktioniert als solcher in den beste- henden Machtnetzen. Aber ein Buch ist dazu da, um Zwecken zu dienen, die von dem, der es geschrieben hat, nicht festgesetzt sind. Je mehr neue, unvorhergesehene Verwendungen möglich und wirklich sein werden, um so zufriedener werde ich sein. Alle meine Bücher […] sind, wenn Sie so wollen, kleine Werkzeugkisten. Wenn die Leute sie aufmachen wollen und diesen oder jenen Satz, diese oder jene Idee oder Analyse als Schrauben- zieher verwenden, um die Machtsysteme kurzzuschließen, zu demontieren oder zu sprengen, einschließlich vielleicht derjenigen Machtsysteme, aus denen diese meine Bücher hervorgegegangen sind - nun gut, um so besser.“1 Mikrophysik der Macht

Im Werk des französischen Theoretikers Michel Foucault nimmt die Beschäftigung mit Rassismus auf den ersten Blick eine eher untergeordnete Rolle ein: Nur in einem Buch und zwei Vorlesungen wurde von ihm das Thema explizit behandelt.2 Warum also bei der Analyse von Rassismus ausgerechnet Foucault befragen?

Rassismus ist ein etabliertes und immer wieder anschwellendes Phänomen, seine angebliche Rolle als „randständiger Rest überholter Irrationalität inmitten unserer eigentlich toleranten modernen Ge- sellschaft“3 ist jedoch ebenso etabliert. Die ständige und überdauernde Präsenz dieses 'Randphäno- mens' nicht nur in Gestalt rechtsextremer Gewalt, sondern in jeder subtilen abwertenden Geste ge- genüber dem 'Fremden' und 'Anderen' im Alltag, ist verdächtig. Es stellt sich die Frage, ob Rassis- mus nicht womöglich auf bestimmte Weise in den heutigen gesellschaftlichen Machtverhältnissen und -mechanismen verwurzelt sein könnte. Diese Analyse von Macht, ihren verschiedenen histori- schen Erscheinungsformen und Techniken, ist das zentrale Thema im Werk Foucaults. Demzufolge stellt diese Arbeit Foucaults direkte Bezüge zu Rassismus vor und sucht darüber hinaus in seinen restlichen Arbeiten nach jenen 'Werkzeugen' , die auf den Rassismus und sein Verständnis ange- wandt werden können. Die Politikwissenschaftlerin Angelika Magiros unternahm mit ihrem 1995 erschienen Buch Foucaults Beitrag zur Rassismustheorie erstmals diesen Versuch und wird dabei als wichtiger Bezugspunkt dienen.

Nach einer kurzen Einführung in Foucaults Denken (2. Kapitel) und der Vorstellung der dafür zen- tralen Begriffe Diskurs (2.1.) und Macht (2.2.) unternehmen wir einen ersten Anlauf, Rassismus mit Foucaults Diskursbegriff und kurzen Bezügen auf Stuart Hall, Étienne Balibar und Frantz Fanon zu umreißen (2.3.). Auf dieser Grundlage aufbauend beginnt in Kapitel 3 der historische Exkurs, in dem Foucault zunächst den Bedeutungswandel des Rasse-Begriffs ab dem 17. Jahrhundert aufzeigt. Dieser Wandel lässt sich im Zuge zweier fundamentaler historischer Entwicklungen, die von Fou- cault beschrieben wurden, verstehen: Zum einen tauchte mit der Aufklärung ein völlig neues Bild vom Menschen auf (4.), zum anderen unterlief die vorherrschende Machtform in Europa eine Ent- wicklung, die Foucault Gouvernementalisierung (5.) nennt. Um diese Entwicklung zu erklären, ge- hen wir auf die drei von Foucault eingeführten Machtformen Souver ä nit ä t, Disziplin und Gouver- nementalit ä t beziehungsweise Bio-Macht ein und analysieren jeweils deren Verhältnis zueinander (5.2.-5.5.). Der Norm und der Sexualität kommen dabei zentrale Rollen zu (5.6.), was uns zurück zum Rassismus und seiner gesellschaftlichen Funktion inmitten dieser drei Machtformen führt (5.7.).

In Kapitel 6 verlassen wir den historischen Exkurs und wenden das bis dahin Erarbeitete auf aktuelle Rassismusdiskurse an. Dabei können wir beobachten, dass die Annahmen, rassistisches Verhalten sei ein 'Unterschichtenproblem' oder Resultat einer 'schlimmen Kindheit', nicht nur durch Foucault, sondern auch durch empirische Studien widerlegt wurden. Kapitel 7 stellt diesen Annahmen die gesellschaftliche Verankerung des Rassismus entgegen und unternimmt darüber hinaus den Versuch, auch für das Verständnis von Rassismusphänomenen wie positivem Rassismus oder Kulturalismus Werkzeuge in Foucaults Theorien zu finden. Den Abschluss der Arbeit bildet in Kapitel 8 die Beschäftigung mit der Frage, inwiefern Widerstand gegen rassistische Machtmechanismen möglich ist und welche Rolle der Sozialen Arbeit dabei zukommen kann.

2. Kurze Einführung in Foucaults Denken

Michel Foucault, geboren 1926, lehrte unter anderem Philosophie in Tunis (Tunesien) und Clermont-Ferrand (Frankreich), französische Sprache und Kultur in Uppsala (Schweden) sowie Psychologie und Philosophie in Paris (Frankreich), bevor 1970 der Lehrstuhl „Die Geschichte der Denksysteme“ am Collège de France in Paris für ihn geschaffen wurde. Diesen hatte er bis zu seinem Tod 1984 inne. Sein politisches Engagement umfasste zum Beispiel die Gründung der Gruppe zur Information ü ber Gef ä ngnisse (Groupe d'Information sur les Prisons, G.I.P.) und eine Zusammenarbeit mit der polnischen Gewerkschaftsbewegung Solidarno ść.4

Neben Les mots et les choses (deutsch Die Ordnung der Dinge), in dem Foucault die Entwicklung der Wissenschaften seit der Renaissance beschreibt und das ihm 1966 zum Durchbruch verhalf, zäh- len Surveiller et punir. La naissance de la prison (deutsch Ü berwachen und Strafen. Die Geburt des Gef ä ngnisses, 1975) und das dreiteilige Histoire de la sexualit é (deutsch Sexualit ä t und Wahrheit, 1976-1984) zu seinen bekanntesten Werken. Die darin entwickelten Theorien werden gemeinhin dem Poststrukturalismus zugerechnet; Foucault selbst sah sich in der philosophischen Tradition Immanuel Kants und bezeichnete sein Projekt als eine „kritische Geschichte des Denkens“5. Im Zentrum dieses Projekts steht dabei nicht die Aufdeckung historischer Wahrheiten, sondern viel- mehr die Analyse der „Spiele der Wahrheiten“6: die Frage, in welchen historischen Kontexten etwas als Wahrheit oder Wissen konstruiert und gesellschaftlich anerkannt wird.7

Im Zusammenhang mit dieser Konstruktion der Wirklichkeit durch Sprache prägte Foucault den Begriff des Diskurses und erweiterte das Verständnis von Macht. Diese zwei Themen sind wichtige Schlüssel zum Einstieg in das Werk Foucaults.

2.1. Diskurs

„Wir müssen uns nicht einbilden, daß8 uns die Welt ein lesbares Gesicht zuwendet, welches wir nur zu entziffern haben. Die Welt ist kein Komplize unserer Erkenntnis.“9 Die Ordnung des Diskurses Nachdem Foucault als „Historiker der Denksysteme“ an das Collége de France berufen wurde, hielt er dort am 2. Dezember 1970 seine Antrittsvorlesung, die später unter dem Namen L'ordre du dis cours (deutsch Die Ordnung des Diskurses) veröffentlicht wurde. In ihr entwirft er seinen Diskursbegriff, der für eine Annäherung an seine Arbeit zentral ist.

Der Soziologe Stuart Hall charakterisierte den Foucaultschen Diskurs als eine Gruppe von Aussa- gen, die untereinander einen Zusammenhang bilden: „Sie beziehen sich auf dasselbe Objekt, haben den gleichen Stil und unterstützen 'eine Strategie […], eine gemeinsame institutionelle [...] oder po- litische Tendenz oder ein Schema'“10. Ein Diskurs besteht somit nicht aus einer einzelnen sprachli- chen Äußerung, sondern aus mehreren Aussagen (zum Beispiel Zeitungsartikeln, Reden, wissen- schaftlichen Veröffentlichungen, Fernsehbeiträgen et cetera), die Gemeinsamkeiten aufweisen und gewissermaßen ein Ballungsgebiet auf der Landkarte der sprachlichen Äußerungen bilden. Eine Aussage wäre zum Beispiel der Begriff 'Einwandererflut', welcher einen Migrationsschub und eine Naturkatastrophe konnotativ verknüpft. Seine Verwendung unterstützt somit eine bestimmte Gruppe von Aussagen, eine bestimmte Strategie und eine bestimmte Konstruktion des Themas Migration, kurz: einen Diskurs, den man als Einwandererdiskurs bezeichnen könnte.

Wichtig bei der Analyse eines solchen Ensembles von Aussagen ist erstens, dass dieses immer his- torisch zu betrachten ist. Der deutsche Sprachwissenschaftler Siegfried Jäger veranschaulicht daher den foucaultschen Diskurs als einen „Fluß von Rede und Texten durch die Zeit“11. Dieser Fluss ist zudem kein geschlossenes System, sondern verändert ständig seine Form, differenziert sich, „baut auf Elementen anderer Diskurse auf und bindet sie in sein eigenes Bedeutungsnetz ein“12. Demzu- folge finden sich immer Spuren vergangener Diskurse in aktuellen Diskursen wieder. Beispielswei- se baut der Europadiskurs, der sich um die Schaffung einer europäischen Identität bemüht, auf ei- nem historischen Christentum-Diskurs auf, der das 'Wir' im europäischen Raum als in erster Linie christlich definierte.13 Beide hängen derzeit wiederum eng mit dem europäischen Antimuslimismus- diskurs zusammen, welcher 'den Islam in Europa'14 als Aushöhlung der 'christlich-jüdischen Aufklä- rung' sieht.

Zweitens ist hervorzuheben, dass Diskurse immer eng mit Macht verknüpft sind. Es gibt innerhalb des Diskurses „Positionen, von denen aus er allein einen Sinn ergibt“15, da sich die spezifischen Machtinteressen dieser Positionen in dem Diskurs wiederfinden. Trotzdem müssen die Aussagen innerhalb einer solchen diskursiven Formation nicht alle gleich sein und bloß die Interessen einer einzelnen Klasse oder Gruppe widerspiegeln. Vielmehr können sich in ein und demselben Diskurs gesellschaftliche Gruppen mit unterschiedlichen oder sogar widersprüchlichen Interessen befin- den.16 Der eben erwähnte Antimuslimismusdiskurs beinhaltet zum Beispiel sowohl Aussagen von Personen, die sich als feministisch verstehen und die Unterdrückung der Frau bei 'den Muslimen' kritisieren17, als auch von konservativen Politikern, die 'den Islam' nicht als Teil Deutschlands anerkennen, jedoch gleichzeitig ein traditionelles Familien- und Frauenbild vertreten.18 Die Inter- essen sind somit in gewisser Weise widersprüchlich, lassen aber eben auch eine gemeinsame Ten- denz erkennen: „In dem Fall, wo man in einer bestimmten Zahl von Aussagen ein ähnliches System der Streuung beschreiben könnte, in dem Fall, in dem man […] eine Regelmäßigkeit […] definieren könnte, wird man […] sagen, daß man es mit einer diskursiven Formation zu tun hat“19.

Die Verbindung mit Macht wird umso deutlicher, wenn man die Wirkung dieser Aussagen bedenkt. Der rein sprachliche Diskurs mag zwar „fast ein Nichts sein“20, indem die Aussagen ein Thema in einer bestimmten Weise konstruieren und sich sozusagen zu einer Strömung zusammenschließen, produzieren sie Wissen über etwas oder eine Gruppe von Menschen wie zum Beispiel 'die Muslime', 'die Einwanderer' et cetera. Dieses Wissen bleibt daraufhin aber nicht sprachlich, sondern tritt in soziale Praktiken ein und nimmt zum Beispiel Einfluss auf die Verabschiedung von Gesetzen, aber auch auf alltägliche Verhaltensweisen der Individuen:

„Wenn dieses Wissen in der Praxis ausgeübt wird, werden diejenigen, über die 'etwas gewußt wird', auf eine besondere Weise zum Gegenstand der Unterwerfung. Das ist immer eine Machtbeziehung [...]. Diejenigen, die den Diskurs produzieren, haben also die Macht, ihn wahr zu machen - zum Beispiel seine Geltung, seinen wissenschaftlichen Status durchzusetzen“21.

Der Diskurs bezieht sich also „auf die Produktion von Wissen durch Sprache“22, und dieses produzierte Wissen bedeutet Macht. Doch was genau versteht Foucault unter Macht?

2.2. Macht

„Man muß aufhören, die Wirkungen der Macht immer negativ zu beschreiben, als ob sie nur 'ausschließen', 'unterdrücken', 'verdrängen', 'zensieren', 'abstrahieren', 'maskieren', 'verschleiern' würde. In Wirklichkeit ist die Macht produktiv; und sie produziert Wirkliches. Sie produziert Gegenstandsbereiche und Wahrheitsrituale: das Individuum und seine Erkenntnis sind Ergebnisse dieser Produktion.“23 Ü berwachen und Strafen Foucaults Machtanalyse, die er vor allem in Wahnsinn und Gesellschaft 24, Ü berwachen und Stra- fen 25, Der Wille zum Wissen 26 und Die Sorge um sich 27 entwickelt, richtet sich, so die Frauen- und Rechtsextremismusforscherin Birgit Rommelspacher, zuallererst gegen das in den europäischen Sprachen vorherrschende Verständnis von Macht als ein Vermögen oder ein Besitz (vergleiche „po- tenz“, „power“, „pouvoir“) einiger weniger Personen, die repressiv, sanktionierend - kurz gesagt: negativ - auf die machtlose Masse einwirken, diese beherrschen und sie für ihre Interessen einset- zen.28 Dieser Repressionshypothese, die „vereinfachend zwischen den M ä chtigen und Ohnm ä chti- gen polarisiert29 [Herv. i. O.] , setzt Foucault laut Rommelspacher ein komplexes Netz von Macht- beziehungen entgegen:

„Es gibt nicht etwa nur die Mächtigen auf der einen Seite und die Machtlosen auf der anderen, da die Vielfalt der Machtquellen meist nur in Extremfällen eine solch eindeutige Zuordnung erlaubt. Selbst ein Kind kann seinen Eltern gegenüber zum Beispiel in bestimmter Hinsicht machtvoll sein. […] Natürlich haben Eltern eine übergreifende Macht, und das Kind ist weitgehend von ihnen abhängig; indem das Kind sich jedoch zum Bei- spiel weigert, den Ansprüchen der Eltern nachzukommen, kann es sie unter Druck setzen. Das gelingt ihm, weil die Eltern sich im Kind eigene Erwartungen erfüllen und weil sie bestimmten Normen genügen wollen. Daran kann das Kind sie hindern“30.

In diesem Beispiel kann das Kind seinen Einfluss auf die Eltern geltend machen, da diese sich nach der gesellschaftlichen Norm richten (müssen), die wiederum von ihnen selbst dadurch reproduziert und gestützt wird. Macht ist somit kein Eigentum, sondern äußert sich erst in Relationen, den Machtbeziehungen, die ein all umspannendes Netz bilden, in dem sich die Macht ausdifferenziert und verallgemeinert. In diesem Netz gibt es kein 'Außerhalb' der Macht - keinen Zustand, in dem man in seinem Denken und Handeln nicht in Diskurse verstrickt wäre und diese mitträgt, aber eben auch keine Macht losigkeit. Obwohl Foucault somit die traditionelle Repressionshypothese für über- holt hält31, bedeutet dies nicht, dass jeder die gleichen Chancen der Einflussnahme auf die Gescheh- nisse hätte und Machtdifferenzen geleugnet würden. Wie wir gesehen haben, können Individuen zu Objekten werden, über die Wissen produziert und somit Macht ausgeübt wird. Diese Machtverhältnisse sind aber laut Foucault eben nicht absolut und die Machtausübung deckt sich nie völlig mit den Interessen eines einzelnen Subjekts, einer 'mächtigen' Person: „Machtbeziehungen sind subjektiv gewollt und nicht-subjektive zugleich; gewollt, weil strategisches Kalkül, Absicht und Zielsetzung dahinter steht, und nicht-subjektiv, weil sie nicht aus der Wahl oder Entscheidung eines individuellen Subjekts resultieren, sondern Resultate vieler Absichten sind“32.

Hier wird der Zusammenhang zu den Diskursen ersichtlich. Sie sind letztendlich nichts anderes als das Medium der Macht, in dem verschiedene Interessen um Anerkennung als Wahrheit kämpfen, dabei verdrängen, sich aufspalten, sich zusammenschließen und neu formieren: „Verstrickt in die Verläufe der Diskurse, tun alle etwas und strengen sich erheblich an. Was dabei herauskommt, hat keiner so gewollt“33, formulierte demnach Siegfried Jäger. Die Geschichte zeigt sich so als unkontinuierliche historische Entwicklung, deren Ereignisse und temporär gültige Wahrheiten immer vor dem Hintergrund sich überlagernder Diskurse zu analysieren sind.34

2.3. Rassismus

Wenden wir nun erstmals in dieser Arbeit die gerade erarbeitete Theorie Foucaults auf den Rassismus an, um zu wissen, auf was für einen Gegenstand wir seine Machtanalytik beziehen wollen. Der Rassismusforscher Étienne Balibar stellte demnach fest, „dass es nicht 'einen' invarianten Rassismus, sondern 'mehrere' Rassismen gibt, die ein ganzes situationsabhängiges Spektrum bilden […]. Eine bestimmte rassistische Konfiguration hat keine festen Grenzen, sie ist ein Moment einer Entwicklung, das je nach seinen eigenen latenten Möglichkeiten, aber auch nach den historischen Umständen und den Kräfteverhältnissen in den Gesellschaftsformationen einen anderen Platz im Spektrum möglicher Rassismen einnehmen kann“35.

Auch Stuart Hall sieht Rassismus nicht „als allgemeines Merkmal menschlicher Gesellschaften“36.

Zwar gebe es „bestimmte allgemeine Züge des Rassismus. Aber noch bedeutsamer sind die Formen, in denen diese allgemeinen Züge durch den historisch spezifischen Kontext und die jeweilige Um- welt, in denen sie wirksam werden, modifiziert und transformiert werden“37. Rassismus zeigt sich demnach also nicht als eine Meinung einzelner Individuen, sondern vielmehr als ein Diskurs, der in vielen unterschiedlichen Formen situationsbedingt zum Ausdruck kommt. Doch was können wir als jene „allgemeine Züge des Rassismus“, von denen Hall spricht, festhalten? Nach Frantz Fanon, Vor- denker der Postcolonial Studies, ist es „der Rassist, der den Minderwertigen schafft“38. Dies betont zum einen nochmals die diskursive Gestalt des Rassismus, da er die Existenz des minderwertigen Lebens als Wahrheit behauptet, aber eben auch, dass den zuvor angesprochenen vielen Rassismen eines gemeinsam ist: die Hierarchisierung von sozialen Gruppen, zuallererst jedoch die Zuschrei- bung von Individuen zu einer sozialen Gruppe, die als 'das Andere' dem Eigenen, Bekannten und Vertrauten entgegengesetzt wird.39 Welche Kriterien diese Gruppe erfüllen muss, um als 'das Ande- re' zu gelten, wird wie bei jedem Diskurs bestimmt durch Machtverhältnisse und Interessen, die im Laufe der Geschichte variieren.

Foucault als „Historiker der Denksysteme“ setzt seinen Fokus auf diese geschichtlichen Variationen. Um dem Thema Rassismus mit Foucault näher zu kommen, müssen wir demzufolge näher betrachten, wie sich dieser als Diskurs historisch entwickelt und gewandelt hat.

3. Die Geschichte des Rasse-Begriffs

Auf die Geschichte des Rassismus geht Michel Foucault in einer Vorlesung aus dem Jahr 1976 ein, die später unter dem Namen Vom Licht des Krieges zur Geburt der Geschichte 40 veröffentlicht wurde. In dieser stellt er zunächst fest, dass im 17. Jahrhundert ein Rasse-Begriff auftauchte, der eine anti-staatliche Bedeutung hatte und sich als Teil eines Diskurses gegen den souveränen Herrscher und dessen Institutionen stellte. Dies war, so Foucault, ein „Diskurs, der im Grunde dem König den Kopf abschlägt, der sich in jedem Fall des Souveräns entledigt und ihn denunziert“41. Dieser Diskurs, den wir im Folgenden als Rasse-Diskurs bezeichnen, ist nun in zweierlei Hinsicht als oppositionell, als Gegendiskurs zum Diskurs des Königs zu sehen.

3.1. Das revolutionäre Potenzial des Rasse-Diskurses

Erstens vertrat der Rasse-Diskurs ein anderes historisches Verständnis als die klassische Geschichts- schreibung des Mittelalters, die Foucault als Jupiterhistorie bezeichnet.42 Jupiter, der höchste Gott der römischen Religion, war mit Band und Blitz ausgestattet und repräsentiert laut Foucault deswe- gen am besten die Machtmechanismen der Souveränität: „binden und blenden, unterjochen durch Geltendmachen von Verpflichtungen und durch Intensivierung des Machtglanzes“43. Die Jupiterhis- torie stellte die Souveräne als Nachfahren großer Helden und Reichsgründer und demzufolge als „Inhaber eines allgemeinverbindlichen und legitimen Rechts“44 dar. So behauptete die französische Monarchie eine direkte Verwandtschaftslinie zu Francus, Sohn des Trojanischen Heerführers Hektor, die englischen Herrscher sahen sich als Nachfahren des Brutus von Troja, Sohn des Aeneas, et cetera.45 Solch eine Abstammungsgeschichte verlieh dem Souverän folgerichtig die Legitimität des Alters und der Tradition, sie ließ die momentane Herrschaft als logische Konsequenz und Re- gelmäßigkeit der Geschichte erscheinen und gleichzeitig etwas vom Ruhm der Vorfahren auf den jetzigen Souverän abfärben. Während seiner Amtszeit wurden demnach alle Handlungen und Ges- ten des Herrschers dokumentiert und so zum einen für die Nachwelt festgehalten, zum anderen be- kamen sie für die Untertanen im Hier und Jetzt so etwas wie Gesetzescharakter - der oben genannte Glanz der Macht, repräsentiert durch den 'Blitz', wurde historisch untermauert. Gleichzeitig behaup- tete die Jupiterhistorie eine geradezu schicksalhafte Verbindung und Einheit von Herrscher und Beherrschten und verstärkte so das oben erwähnte 'Band', indem sie eine Identität des Volkes mit einheitlichen Interessen postulierte.46

Diese Jupiterhistorie war ein Diskurs, der laut Foucault Herrscher vom antiken Rom bis zu den mittelalterlichen Gesellschaften legitimierte und stützte.47 Im 17. Jahrhundert nun gewann die Einheit der Nation für den Souverän zusätzlich an Bedeutung, da sich die Staaten am Beginn der Neuzeit zu zentralisieren begannen und sich Staatsapparate bildeten.48

Der oppositionelle Rasse-Diskurs richtete sich nun gegen diese Sicht der Geschichte und vertrat demgegenüber die Rassenkriegshistorie, welche den Prinzipien der Einheit, Gleichheit und Identität widersprach.49 Sie warf dem Souverän vor, die Existenz von Gruppen mit verschiedenen Interessen innerhalb des Volkes zu leugnen. Die Behauptung des im Zuge der Staatsbildung neu geschaffenen Polizeiapparates, alle inneren Konflikte beigelegt zu haben, kritisierte dieser Diskurs demzufolge.50 Die Einheit der Nation sei nur ein Schleier, der das eigentlich herrschende unterjochende Recht als Inbegriff der Gerechtigkeit tarne und somit die Herrschaft einer 'Rasse' über eine andere durchsetze.51 Foucault formulierte die Haltung des Rasse-Diskurses wie folgt:

„Diese ungerechten und partiellen Könige wollen für alle und im Namen aller gelten; sie wollen, daß man von ihrem Sieg spricht - aber sie wollen nicht, daß man weiß, daß ihr Sieg die Niederlage der anderen war, daß er unsere Niederlage war“52.

Der gesellschaftlichen Homogenität setzte dieser Diskurs einen „Rassenkrieg“53 entgegen: einen brodelnden Konflikt zweier verschiedener Gruppen, zweier 'Rassen', von denen die eine die andere unterworfen habe und dies historisch legitimiere. Laut Foucault handelte es sich somit um den ers- ten politischen Diskurs, der auf einen sozialen Antagonismus, eine Spaltung innerhalb der Gesell- schaft, hinwies.54

Zweitens richtete sich diese neue Haltung gegen die Tradition des philosophisch-juridischen Dis- kurses im Abendland. Dieser besagt, dass die JuristIn und PhilosophIn idealerweise eine Position außerhalb der Konfliktparteien einnehmen müsse, um neutral und allgemeingültig urteilen zu kön- nen.55 Die JuristIn beziehungsweise PhilosophIn sei somit eine „Person des Friedens und des Waf- fenstillstandes“56 und diese „perspektivlose Perspektive“57 ermächtige sie zur rationalen Urteilsbil- dung und zur Erkenntnis allgemeiner Wahrheit. Kritik könne zwar auch von ihr geübt werden, aller- dings nie aus subjektiver Sicht, sondern nach objektiven Kriterien der Ideale und allgemeingültigen Prinzipien.58

Der Rasse-Diskurs ist nun laut Foucault der erste der Geschichte, der die Möglichkeit der Neutralität ausschließt und jeden in den Kampf innerhalb der Gesellschaft miteinbezieht.59 Es gebe demnach kein neutrales Subjekt, kein Außerhalb des Konflikts, da dieser Kampf alle betreffe und jeder „unvermeidlicherweise der Gegner von jemandem“60 sei. Das Individuum suche und finde zwar innerhalb dieser Konflikte Wahrheit, diese sei jedoch nie allgemein und objektiv, sondern diene vielmehr als eine Waffe im Kampf gegen den politischen Gegner.61 In diesem Kampf gehe es nicht um das Streben nach absolutem Frieden, da Kämpfe keine Abweichungen von idealen Prinzipien und der Regelmäßigkeit der Historie darstellten. Vielmehr sei Geschichte selbst „ein Feld ewiger Auflösung in Mechanismen und Ereignisse der Gewalt, der Macht, der Grausamkeit“62.

Akteure dieses Rasse-Diskurses waren zum Beispiel Kleinbürger, Puritaner und Leveller im revolutionären England des 17. Jahrhunderts, die sich als Sachsen verstanden und gegen die sechs Jahrhunderte währende Herrschaft der Normannen aufbegehrten. In Frankreich warf die untergehende Aristokratie dem König vor, sich mit dem gallo-romanischen Bürgertum gegen die sich als fränkisch begreifende adelige Oberschicht zu verbünden.63 Hier wird nun deutlich, dass die Protagonisten dieses Diskurses die 'Rasse' nicht im heutigen, biologischen Sinne verstanden haben. Vielmehr nahmen sie Bezug auf eine historisch gewachsene Gruppe von Menschen, die eine gemeinsame Sprache, Kultur oder geographische Herkunft verband.64

3.2. Geburt des Staatsrassismus

Diesem Aufbegehren gegen die Jupiterhistorie und den philosophisch-juridischen Diskurs spricht Foucault durchaus ein revolutionäres Potenzial zu, das sich jedoch erst in der Mitte des 19. Jahrhun- dert vollends entfaltete.65 Im Zuge der Industrialisierung übertrug der Rasse-Diskurs sein Verständ- nis von gesellschaftlichen Kämpfen von der gemeinsamen Kultur einer 'Rasse' auf die gemeinsame soziale Position einer 'Klasse'. Der Rassenkampf wurde somit zum Klassenkampf und richtete sich im Interesse des sich formierenden Proletariats mit einem revolutionären Schub gegen die relativ junge Vormachtstellung der Bourgeoisie.66

In dieser Bedrängnis bildete sich als Antwort des bürgerlichen Staates ein Phänomen, das Foucault Staatsrassismus 67 nennt: eine Recodierung des Rasse-Diskurses im biologischen und medizinischen Sinn mit der Absicht der Stärkung und Legitimierung des Staates.68 Dies beinhaltete auch eine Neuerfindung des Rasse-Begriffs, der sich fundamental von dem des Rasse-Diskurses unterschied. Wie schon gezeigt, versuchte dieser historisch zu begründen, warum über eine 'Rasse' Macht ausgeübt werden konnte beziehungsweise die eine Rasse gegenüber einer anderen privilegiert war. Der Begriff bekam also erst dann seinen eigentlichen Sinn, wenn er gegen andere Gruppen abgegrenzt wurde, und konnte somit nur im Kontext zweier 'Rassen' eine Bedeutung haben. Deshalb nannte Foucault den Rasse-Diskurs auch Rassen im Plural.69

Der im 19. Jahrhundert neu auftauchende Staatsrassismus begründete die Gemeinsamkeit einer 'Rasse' nun nicht mehr in der Geschichte, sondern im biologischen Erbe, in der Gesundheit und der Norm.70 Das 'Andere' war fortan nicht mehr der politische Gegenpart gleichen Ranges, sondern wur- de pathologisiert und als Abweichung von der Norm fokussiert: ein Krankheitserreger, der das bio- logische Erbe degeneriere und die Gesundheit des Staatskörpers angreife - und trotzdem laut Ma- giros nicht völlig anders sei: „Der Andere ist für den Rassisten ein Gleicher - kein gleicher Glei- cher, sondern ein anomaler Gleicher“71, da er immerhin hervorgebracht und miternährt wurde von der 'Rasse', „die die wahre und die einzige ist“72. Die Rassen im Plural wurden somit im Staatsras- sismus ersetzt durch die Rasse im Singular, die „Verzweifachung ein und derselben Rasse in eine Über- und eine Unterrasse“73, zwischen denen nun ein neuer Kampf ausgetragen wurde: kein histo- rischer Krieg, sondern der Kampf um das Leben, das survival of the fittest.74

Die Spaltung mitten durch die Gesellschaft, auf die im Rasse-Diskurs noch hingewiesen wurde, ver- lagerte sich nun an die Ränder einer biologischen Einheit des Volkes.75

[...]


1 Vgl. Michel Foucault: Mikrophysik der Macht. Über Strafjustiz, Psychiatrie und Medizin. Berlin 1976, S. 53. Im Folgenden zitiert als: Foucault 1976

2 Und zwar in dem 1976 erschienenen Buch La volont é de savoir (deutsch Der Wille zum Wissen) und zwei Vorlesungen desselben Jahres, die später unter den Namen Vom Licht des Krieges zur Geburt der Geschichte und Leben machen und sterben lassen. Die Geburt des Rassismus übersetzt und veröffentlicht wurden. Vgl. Angelika Magiros: Foucaults Beitrag zur Rassismustheorie. Hamburg/Berlin 1995, S. 9. Im Folgenden zitiert als: Magiros 1995

3 Vgl. Angelika Magiros: Foucaults Werkzeuge für eine Analyse der Fremdenfeindlichkeit: Mein fiebriges „Foucault — warum nicht?“ In: Brigitte Kerchner, Silke Schneider (Hrsg): Foucault: Diskursanalyse der Politik. Eine Einführung. Wiesbaden 2006, S. 334. Im Folgenden zitiert als: Magiros 2006

4 Vgl. Reinhard Müller: Biographie Michel Foucault. In: 50 Klassiker der Soziologie. Internetlexikon der Universität Graz. http://agso.uni-graz.at/lexikon/klassiker/foucault/14bio.htm (abgerufen am 2. Mai 2012)

5 Vgl. „Foucault“. Artikel im Dictionnaire des philosophes unter dem Pseudonym Maurice Florence publiziert. In: Daniel Defert, Francois Ewald (Hrsg.): Dits et Ecrits. Schriften. Band IV. Frankfurt am Main 2001f., S. 631-636

6 Ebenda

7 Ebenda

8 Die Verwendung des „ß“ nach kurzen Vokalen war vor der Rechtschreibreform von 1996 korrekt und wird im weiteren Verlauf dieser Arbeit zugunsten der Lesbarkeit nicht als Rechtschreibfehler gekennzeichnet.

9 Vgl. Michel Foucault: Die Ordnung des Diskurses. Frankfurt am Main 1993, S. 34. Im Folgenden zitiert als: Foucault 1993

10 Vgl. Mark Cousins, Athar Hussain: Michel Foucault. London 1984, S. 84f., zitiert nach: Stuart Hall: Der Westen und der Rest: Diskurs und Macht. In: Rassismus und kulturelle Identität. Ausgewählte Schriften 2. Hamburg 1994, S. 150. Im Folgenden zitiert als: Hall 1994

11 Vgl. Siegfried Jäger: Kritische Diskursanalyse. Eine Einführung. Duisburg 1993, S. 153

12 Vgl. Hall 1994, S. 151

13 Ebenda

14 Wenn von 'den Muslimen' und 'dem Islam' die Rede ist, verwende ich (einfache) Anführungszeichen, da es sich dabei um die homogene Darstellung eines im Grunde sehr komplexen Themas, nämlich des Islams, handelt. Die Vereinfachung im Grunde differenzierter Sachverhalte ist laut Hall ein weiteres wichtiges Merkmal von Diskursen. Vgl. Hall 1994, S. 142

15 Ebenda, S. 151

16 Ebenda, S. 153

17 Zum Beispiel die deutsche Feministin Alice Schwarzer und die von ihr herausgegebene Zeitschrift Emma, die wiederholt antimuslimisch-rassistische Artikel veröffentlichte: „Eine Frau ruft einen Notarzt. Der ist Moslem. Ihr fast tödliches Pech.“ Vgl. o.V.: Die Visite. In: EMMA Juli/August 1993, S. 45

18 Zum Beispiel der deutsche Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), der immer wieder 'den Staat' und 'die Muslime' begrifflich gegenüberstellt: „Dass aber der Islam zu Deutschland gehört, ist eine Tatsache, die sich auch aus der Historie nirgends belegen lässt.“ Vgl. Thomas Vitzthum: „Islam gehört nicht zu Deutschland“. WELT online, 3.3.2011. http://www.welt.de/politik/deutschland/article12693337/Islam-gehoert-nicht-zu-Deutschland.html (eingesehen am 2. Mai 2012)

19 Vgl. Michel Foucault: Die Ordnung des Diskurses. Frankfurt am Main 1992, S. 58

20 Vgl. Foucault 1993, S. 11

21 Vgl. Hall 1994, S. 154

22 Ebenda, S. 150

23 Vgl. Michel Foucault: Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses. Frankfurt am Main 1998, S. 250. Im Folgenden zitiert als: Foucault 1998

24 Vgl. Michel Foucault: Wahnsinn und Gesellschaft. Eine Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft. Frankfurt am Main 1969

25 Vgl. Foucault 1998

26 Vgl. Sexualität und Wahrheit I. Der Wille zum Wissen. Frankfurt am Main 1983. Im Folgenden zitiert als: Foucault 1983

27 Vgl. Sexualität und Wahrheit III. Die Sorge um sich. Frankfurt am Main 1986

28 Vgl. Birgit Rommelspacher: Dominanzkultur. Texte zu Fremdheit und Macht. Berlin 1995, S. 24. Im Folgenden zitiert als: Rommelspacher 1995

29 Ebenda, S. 26

30 Ebenda

31 Dies gilt sowohl gedanklich als auch zeitlich: Wie wir später sehen werden, kam die vormoderne Machtform der Souver ä nit ä t einer in erster Linie negativen/repressiven Macht sehr nahe.

32 Vgl. Rommelspacher 1995, S. 25

33 Vgl. Siegfried Jäger: Kritische Diskursanalyse. Eine Einführung. Zweite, überarbeitete und erweiterte Ausgabe, Duisburg 1999, 217f.

34 Laut Foucault besteht der Diskursanalytiker stets darauf, „alles zu zerschlagen, was die Geschichte als eine geduldige und kontinuierliche Bewegung erscheinen läßt, deren Gang durch und durch vernünftig sei […]“. Vgl. Foucault 1993, S. 88

35 Vgl. Étienne Balibar: Rassismus und Nationalismus. In: Étienne Balibar, Emmanuel Wallerstein: Rasse, Klasse, Nation. Ambivalente Identitäten. Hamburg 1998, S. 52

36 Vgl. Stuart Hall: „Rasse“, Artikulation und Gesellschaften mit struktureller Dominante. In: Stuart Hall: Rassismus und kulturelle Identität, Ausgewählte Schriften 2, Hamburg 1994, S. 127

37 Vgl. Stuart Hall: Rassismus als ideologischer Diskurs. In: Das Argument, 1989, Nr. 178, S. 85

38 Vgl. Frantz Fanon: Schwarze Haut, weiße Masken. Frankfurt am Main 1985, S. 68

39 Vgl. Iman Attia: Die „westliche Kultur“ und ihr Anderes. Zur Dekonstruktion von Orientalismus und antimuslimischem Rassismus. Bielefeld 2009, S. 45

40 Michel Foucault: Vom Licht des Krieges zur Geburt der Geschichte. Berlin 1986. Im Folgenden zitiert als: Foucault 1986

41 Ebenda, S. 24

42 Ebenda, S. 31

43 Ebenda

44 Vgl. Magiros 1995, S. 19

45 Vgl. Foucault 1986, S. 42

46 Vgl. Magiros 1995, S. 19

47 Ebenda, S. 26

48 Vgl. Angelika Magiros: Foucaults Beitrag zur Sozialen Arbeit gegen Rassismus. In: Roland Anhorn, Frank Bettinger, Johannes Stehr (Hrsg.): Foucaults Machtanalytik und Soziale Arbeit: Eine kritische Einführung und Bestandsaufnahme. Wiesbaden 2007, S. 110. Im Folgenden zitiert als: Magiros 2007

49 Vgl. Magiros 1995, S. 20

50 Vgl. Magiros 2007, S. 110

51 Vgl. Magiros 1995, S. 20

53 Vgl. Magiros 1995, S. 21

52 Vgl. Foucault 1986, S. 38

54 Vgl. Magiros 2007, S. 111

55 Vgl. Magiros 1995, S. 21

56 Vgl. Foucault 1986, S. 16

57 Vgl. Magiros 1995, S. 21

58 Ebenda, S. 22

59 Ebenda

60 Vgl. Foucault 1986, S. 12

61 Vgl. Magiros 1995, S. 22

62 Vgl. Foucault 1986, S. 19

63 Vgl. Magiros 2007, S. 111

64 Vgl. Magiros 1995, S. 24

65 Vgl. Foucault 1986, S. 47f.

66 Vgl. Magiros 1995, S. 23

67 Der Begriff ist missverständlich: Staatsrassismus meint nicht einen Rassismus, der ausschließlich vom Staatsapparat ausgeübt wird, sondern der sich auf den Staatskörper als zu erhaltende Größe bezieht.

68 Vgl. Foucault 1986, S. 49 und Magiros 1995, S. 27

69 Vgl. Magiros 1995, S. 24

70 Ebenda

71 Ebenda, S. 31

72 Vgl. Foucault 1986, S. 26

73 Ebenda

74 Ebenda, S. 49f.

75 Vgl. Magiros 2007, S. 111

Ende der Leseprobe aus 53 Seiten

Details

Titel
Michel Foucaults Machtanalytik und deren Bedeutung für das Verständnis von Rassismus
Hochschule
Alice-Salomon Hochschule Berlin
Veranstaltung
Kritische Soziale Arbeit. im Kontext von Migration/Flucht, Antisemitismus & Rassismus
Note
1,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
53
Katalognummer
V353132
ISBN (eBook)
9783668392267
ISBN (Buch)
9783668392274
Dateigröße
671 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Florian Boss hat sich in seiner BA Arbeit nicht nur mit einem interessanten und sozialpolitisch wichtigen Thema beschäftigt, sondern dieses auch theoretisch profund bearbeitet. In der Literatur finden sich heute diverse Zugänge zum Phänomen des Rassismus. Florian Boss hat sich in die Foucault’sche Perspektive eingearbeitet, diese aber auch in Zusammenhang mit anderen Ansätzen gebracht (etwa Balibar oder Rommelspacher). (verantwortlicher Professor)
Schlagworte
Michel Foucault, Rassismus, Macht
Arbeit zitieren
Florian Boss (Autor), 2012, Michel Foucaults Machtanalytik und deren Bedeutung für das Verständnis von Rassismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353132

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