Mit dieser Arbeit werden ein konkreter Ansatz des Supply Chain Risk Management (SCRM) aufgezeigt und unter anderem Lösungsansätze zur Verbesserung der Identifikation, Bewertung und Beherrschung von logistischen Misserfolgswahrscheinlichkeiten veranschaulicht.
Seit geraumer Zeit wird dem Supply Chain Management (SCM) bzw. dem Supply Network Management und seine Definition als unternehmensübergreifende Gestaltung der Geschäftsprozesse, als auch der methodischen Koordination des kompletten Wertschöpfungsnetzes von den Rohstofflieferanten bis zu den Endkunden deutlich erkennbare Beachtung geschenkt. Dies liegt nicht zuletzt an der zunehmenden Globalisierung, dem daraus resultierenden Anstieg der Kundenanforderungen und an der Verkürzung der Produktlebenszyklen. Wie bereits der griechische Philosoph Heraklit wusste, ist nichts so beständig wie der Wandel.
Auch wenn durch die enge Abstimmung zwischen Lieferanten und Kunden gewisse Risiken aus dem Wettbewerbsumfeld eingegrenzt werden können, ist ein systematisches Risikomanagement angesichts neu entstehender Risiken gerade durch die enge Zusammenarbeit der Mitglieder der Wertschöpfungsnetze für die einzelnen in der Supply Chain (SC) agierenden Unternehmen, als auch für die ganze SC unabdingbar.
Weltweit drohen Unternehmen verschiedener Größen aus unterschiedlichen Gründen Unterbrechungen in ihren Lieferketten. Demnach entstehen Umsatzverluste, Mehrkosten, Lieferverzögerungen, Transportverspätungen und Versorgungsengpässe. Deshalb sollten Unternehmen versuchen, diesen Risiken durch verschiedene Ansätze des Supply Chain Risk Managements (SCRM) entgegenzuwirken, um entscheidende Wettbewerbsvorteile zu generieren und nicht zu verlieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1. Supply Chain Management
2.2. Risikomanagement
2.3. Risikomanagement in Supply Chains
3. Einflussfaktoren auf das SC Risk Management
3.1. Ebene des Makroumfelds
3.2. Ebene der Branche
3.3. Ebene der Supply Chain
3.4. Ebene des Unternehmens
3.5. Ebene der Entscheidungsträger
4. Ansätze zur Regulierung von Supply Chain Risiken
4.1. Ursachenbezogene Steuerungsmaßnahmen
4.1.1. Risikovermeidung
4.1.2. Risikoeinschränkung
4.2. Wirkungsbezogene Steuerungsmaßnahmen
4.2.1. Risikotransferierung
4.2.2. Risikofragmentierung
4.2.3. Selbsttragung des Risikos
5. Einsatz von Big Data und RFID zur SC Risiko-Senkung
5.1. Funktionsweise
5.2. Einsatzvoraussetzungen
5.3. Kosten- und Nutzenpotenziale
5.4. Kritische Würdigung des Ansatzes
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung eines konkreten Ansatzes des Supply Chain Risk Managements (SCRM), um Lösungsstrategien für die Identifikation, Bewertung und Beherrschung logistischer Misserfolgswahrscheinlichkeiten aufzuzeigen und somit Wettbewerbsvorteile zu sichern.
- Grundlagen des Supply Chain Managements und Risikomanagements
- Identifikation relevanter Einflussfaktoren auf das Risikomanagement
- Differenzierung zwischen ursachen- und wirkungsbezogenen Steuerungsmaßnahmen
- Einsatzmöglichkeiten von Big Data und RFID zur Risikoschmälerung
- Kritische Analyse der technologischen Anforderungen und Kooperationsbereitschaft
Auszug aus dem Buch
3.1 Ebene des Makroumfelds
Die wirtschaftliche Situation, rechtliche Vorgaben und die nationale Kultur sind drei relevante Aspekte, die innerhalb der Charakteristika des Makroumfelds das SCRM beeinflussen. Mögliche Ausprägungen dieser Faktoren sind unter anderem eine schlechte, mittelmäßige oder gute Wirtschaftslage (ausgelöst durch Wirtschaftskrisen bzw. Wirtschaftsaufschwünge), bestehende, teilweise bestehende oder nicht bestehende rechtliche Vorgaben (wie z. B. gesetzliche Offenlegungspflichten für börsennotierte Unternehmen) oder eine kaum, mittel oder intensiv ausgeprägte Offenheit in der Kultur (bspw. erleichtern offene Diskussionen über Probleme ein proaktives SCRM, wohingegen das Verschweigen von Problemen in der Regel noch zu mehr Problemen zwischen den beteiligten Unternehmen führt). Somit muss sich das SCRM je nach Ausprägung der Aspekte neu ausrichten und je nach Situation ein mehr oder weniger ausgereiftes Risikomanagement angewendet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Supply Chain Managements im Kontext globaler Märkte ein und erläutert die Notwendigkeit systematischer Risikomanagementansätze zur Vermeidung von Unterbrechungen in Lieferketten.
2. Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe des SCM und des Risikomanagements definiert, wobei der Fokus auf den Besonderheiten liegt, die sich durch die Verflechtung einzelner Akteure in einer Supply Chain ergeben.
3. Einflussfaktoren auf das SC Risk Management: Dieses Kapitel systematisiert fünf verschiedene Ebenen, von makroökonomischen Rahmenbedingungen bis hin zu individuellen Entscheidungsträgern, die maßgeblich auf die Ausgestaltung von SCRM-Ansätzen wirken.
4. Ansätze zur Regulierung von Supply Chain Risiken: Es wird eine methodische Trennung zwischen ursachenbezogenen Maßnahmen, die Eintrittswahrscheinlichkeiten senken, und wirkungsbezogenen Maßnahmen, die das Schadensausmaß begrenzen, vorgenommen.
5. Einsatz von Big Data und RFID zur SC Risiko-Senkung: Der Abschnitt untersucht das technologische Potenzial von RFID und Big Data zur Echtzeit-Transparenz und Steuerung, um typische Probleme wie den Bullwhip-Effekt zu minimieren.
6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Notwendigkeit flexibler Netzwerke in einer globalisierten Wirtschaft zusammen und betont die Bedeutung passgenauer Infrastrukturen für ein erfolgreiches Risikomanagement.
Schlüsselwörter
Supply Chain Management, Risikomanagement, Risikovermeidung, Lieferketten, Big Data, RFID-Technologie, Risikotransferierung, Bullwhip-Effekt, Prozesssicherheit, Wettbewerbsvorteil, Risikobereitschaft, Transpondertechnologie, Echtzeitsteuerung, Logistikrisiken
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit behandelt die systematische Darstellung von Ansätzen des Supply Chain Risk Managements (SCRM) im Kontext moderner, global vernetzter Lieferketten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Grundlagen des SCM, die Klassifizierung von Risikoeinflussfaktoren sowie die operative Umsetzung von Steuerungsmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Aufzeichnung konkreter Ansätze zur Identifikation, Bewertung und Beherrschung von Risiken, um logistische Misserfolgswahrscheinlichkeiten zu reduzieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Konzepte (z. B. nach Böger, Klumpp et al.) nutzt, um praktische Steuerungs- und Technologielösungsansätze zu erläutern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Einflussfaktoren, die Unterscheidung zwischen ursachen- und wirkungsbezogenen Regulierungsstrategien sowie den Einsatz digitaler Technologien zur Risikominimierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere SCRM, Risikoeinschränkung, Bullwhip-Effekt, RFID-Technologie und unternehmensübergreifende Kooperation.
Wie unterscheiden sich ursachenbezogene und wirkungsbezogene Maßnahmen?
Ursachenbezogene Maßnahmen zielen darauf ab, die Eintrittswahrscheinlichkeit einer Störung zu verhindern, während wirkungsbezogene Maßnahmen die Schadenshöhe nach dem Eintreten eines Risikos begrenzen sollen.
Warum ist der Einsatz von RFID und Big Data für das Risikomanagement relevant?
Diese Technologien ermöglichen eine Echtzeit-Überwachung der Warenströme und verbessern die Datengrundlage, wodurch Informationslücken geschlossen und Prozesse präziser gesteuert werden können.
Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur bei der Risikosteuerung?
Die Unternehmenskultur beeinflusst maßgeblich die Risikobereitschaft der Entscheidungsträger und die Offenheit, mit der potenzielle Probleme kommuniziert und angegangen werden.
Was ist das Fazit zur technologischen Implementierung?
Der Erfolg hängt maßgeblich davon ab, dass alle Partner in der Supply Chain in eine kompatible Infrastruktur investieren und eine hohe Bereitschaft zum Austausch von Echtzeit-Informationen zeigen.
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- Alexander Gerster (Author), 2017, Ansätze des Supply Chain Risk Managements. Big Data und RFID zur Risikosenkung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353260