Das Motiv des Todes in Thomas Manns Novelle 'Der Tod in Venedig'


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004
26 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Biographie Thomas Manns

3 Entstehungsgeschichte der Novelle

4 Inhaltsangabe

5 Das Motiv des Todes
5.1 Der Kontrast zwischen dem Dionysischen und dem Apollinischen
5.2 Todesboten und ihre mythologischen Vorbilder
5.2.1 Der Wanderer am Münchener Nordfriedhof
5.2.2 Der Fahrkartenverkäufer
5.2.3 Der „falsche Jüngling“ auf dem Schiff
5.2.4 Der Gondolier
5.2.5 Der Gitarrist
5.2.6 Tadzio
5.3 Todessymbole und Leitmotive
5.3.1 Das Meer
5.3.2 Die Stadt Venedig
5.3.3 Das Wetter

6 Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Novelle „Der Tod in Venedig“ von Thomas Mann ist in den Jahren 1911 und 1912 entstanden und wird oft als eines seiner bedeutendsten und bekanntesten Werke aufgefasst (vgl. u.a. Große 1996, S. 5). Es ist weiterhin das erste Werk, in dem Mann mythologische Elemente verwendet.

Von Anfang an wird der Leser der Novelle mit dem Thema „Tod“ konfrontiert, denn in sehr vielen Situationen tauchen Merkmale und Motive auf, die den Tod der Hauptfigur vorausdeuten. Beispiele hierfür sind das Wetter, bestimmte Orte oder auch Personen, die den Protagonisten Gustav von Aschenbach auf seinem Weg in den Untergang begleiten. Der Leser bekommt durch diese Todesboten das Gefühl, als sei der Tod Aschenbachs unvermeidlich.

Aus diesem Grund werde ich mich in meiner Arbeit ausführlich mit dem Motiv des Todes im „Tod in Venedig“ beschäftigen.

Im Folgenden werde ich zunächst kurz die Biographie Thomas Manns darstellen und im dritten Kapitel einige autobiographische Bezüge zum „Tod in Venedig“ herstellen. Nach einer kurzen Inhaltsangabe der Novelle folgt anschließend der Hauptteil meiner Ausarbeitung, in dem ich die „Todesboten“ analysieren und ihre besonderen Merkmale interpretieren werde. Anschließend werde ich exemplarisch drei Symbole der Novelle näher beschreiben, die auf den Tod hinweisen.

Um die Betrachtung und Analyse des Themas abzuschließen, soll das Ergebnis kurz am Ende der Arbeit zusammengefasst werden.

2 Biographie Thomas Manns

Thomas Mann wurde am 6. Juni 1875 in Lübeck geboren. Sein Vater war der Lübecker Senator Johann Heinrich Mann, seine Mutter Julia, geborene da Silva-Bruhns, war brasilianisch-deutscher Herkunft. Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1891 zog die Familie Mann nach München, wo Thomas Mann 1894 als Volontär in eine Versicherungsgesellschaft eintrat. Von 1896 bis 1898 hielt er sich mit seinem Bruder Heinrich in Italien auf und von 1898 bis 1899 war er Redakteur der satirischen Zeitschrift "Simplicissimus".

1905 heiratete Thomas Mann Katharina (Katja) Pringsheim und lebte mit ihr bis 1933 in München. Das Paar bekam sechs Kinder: Erika, Klaus, Golo, Monika, Elisabeth und Michael. Im Jahr 1929 erhielt Thomas Mann für seinen Roman "Buddenbrooks" den Nobelpreis für Literatur. Von einer Vortragsreise im Jahr 1933 kehrte er nicht mehr nach Deutschland zurück, sondern lebte zunächst in Südfrankreich, danach in Küsnacht bei Zürich.

In den folgenden Jahren unternahm Thomas Mann zahlreiche Reisen, u.a. in die USA. 1936 erwarb er nach seiner offiziellen Ausbürgerung in Deutschland und der Aberkennung der Doktorwürde der Universität Bonn durch das nationalsozialistische Regime die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft, wohnte aber zunächst weiterhin in der Schweiz. 1938 ging Mann als Gastprofessor nach Princeton, New Jersey, USA. Nach einem Deutschland-Besuch im Jahr 1949 kehrte Mann 1952 nach Europa zurück und lebte zunächst in Erlenbach, seit 1954 in Kilchberg bei Zürich, wo er 1955 starb.

Als wichtigste Werke Thomas Manns sind zu nennen:

"Buddenbrooks" (1901), "Königliche Hoheit" (1909), „Der Tod in Venedig" (1912), "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" (1922), "Der Zauberberg" (1924), "Mario und der Zauberer" (1930), "Lotte in Weimar" (1939), "Doktor Faustus" (1947)

(vgl. Große 1996, S. 7-10 und Habicht u.a. 1988, S. 555)

3 Entstehungsgeschichte der Novelle

Die Novelle „Der Tod in Venedig“ wurde von Thomas Mann zwischen Juli 1911 und Juli 1912 geschrieben und „hat eine relativ kurze Entstehungsgeschichte im engeren Sinn und eine lange, komplizierte Vorgeschichte“ (Vaget 1990, S. 582).

Die ersten Ansätze für den „Tod in Venedig“ finden sich bereits im Jahr 1905. Ursprünglich wollte Thomas Mann in der Novelle die späte Liebe Goethes zu der deutlich jüngeren Ulrike von Levetzow in Marienbad thematisieren: Goethe machte der jungen Frau im Jahr 1823 einen Heiratsantrag, den sie jedoch ablehnte. Thomas Mann sah in diesem Ereignis eine „Tragödie der Entwürdigung des Künstlers“ (Lehnert 1965, S. 103). Um in seiner Novelle den Stil Goethes zu treffen, las Mann zu dieser Zeit täglich mehrere Seiten in den „Wahlverwandtschaften“ von Goethe.

Anfang des Jahres 1911 litt Thomas Mann unter einer Schreibhemmung, weswegen er mit seiner Arbeit nicht vorankam. In einem Brief an seinen Bruder Heinrich vom 24. März 1911 schrieb er:

Ich habe in den letzten Monaten nichts Erhebliches vor mich gebracht. Mein Unwohlsein, das sich ungewöhnlich lange hinzog und mich sehr herunterbrachte, war angeblich eine Blinddarm-Reizung, letzten Endes aber doch wohl nur Ausdruck einer momentanen Erschöpfung des Centralnervensystems. Ich habe an den Nachwehen immer noch zu tragen und arbeite kümmerlich langsam am „Hochstapler“. (Mann/Mann 1984, S. 117)

Um sich von seinen Schreibschwierigkeiten zu erholen, reiste Thomas Mann im Mai 1911 zusammen mit seiner Frau Katja und seinem Bruder Heinrich auf die Insel Brioni vor Istrien. Doch die Familie Mann war nicht zufrieden mit ihrem Urlaubsort, verließ die Insel am 26. Mai 1911 wieder und reiste per Schiff nach Venedig. Dort verbrachte sie den Rest ihrer Ferien bis zum 2. Juni 1911.

Während dieses Urlaubs hatte Thomas Mann offenbar ein sehr einschneidendes homoerotisches Erlebnis; er begegnete dem vierzehnjährigen Wladyslaw Baron Moes, dem Vorbild für Tadzio (vgl. Große 1996, S. 15). Zu dieser Zeit war Thomas Mann bereits sechs Jahre mit Katja verheiratet und zweifelte möglicherweise an seiner Ehe; denn gleichzeitig mit seiner Schreibhemmung tauchten plötzlich die jahrelang unterdrückten homoerotischen Gedanken wieder auf.

Diese homoerotische Begebenheit und weitere Reiseereignisse wie z.B. der eilige Aufbruch von Brioni nach Venedig veranlassten Mann, den geplanten Entwurf über Goethe und Ulrike von Levetzow aufzugeben und bildeten die Grundlage für die Novelle:

Ganz ebenso ist im „Tod in Venedig“ nichts erfunden: Der Wanderer am Münchener Nordfriedhof, das düstere Polesaner Schiff, der greise Geck, der verdächtige Gondolier, Tadzio und die Seinen, die durch Gepäckverwechslung mißglückte Abreise, die Cholera, der ehrliche Clerc im Reisebureau, der bösartige Bänkelsänger oder was sonst anzuführen wäre – alles war gegeben, war eigentlich nur einzustellen und erwies dabei aufs verwunderlichste seine kompositionelle Deutungsfähigkeit. (Mann 1930, S. 546)

Die Todesboten, die in der Novelle beschrieben werden, sind also real und Thomas Mann wirklich in Venedig begegnet. Sie wurden von Mann als Symbole erfasst und als Symbole in die Novelle eingebaut.

Ein weiteres biographisches Element, das Thomas Mann in seine Novelle aufgenommen hat, ist die Bekanntschaft mit dem Komponisten Gustav Mahler, den er für einen sehr bedeutenden Mann hielt. Seiner Frau Katja sagte er, er habe bei einem Gespräch mit Mahler wohl zum ersten Mal in seinem Leben das Gefühl gehabt, „mit einem wirklich großen Mann zusammen zu kommen“ (Mendelssohn 1975, S. 855). Am 18. Mai ereichte Mann im Urlaub auf der Insel Brioni die Nachricht vom Tod Gustav Mahlers, der ihn sehr berührte und dazu bewegte, die Presse aufmerksam zu studieren. Mahlers in den Zeitungen beschriebenes „fürstliches Sterben“ veranlasste Thomas Mann, der Figur Gustav von Aschenbach die Züge Gustav Mahlers zu geben (vgl. Große 1996, S. 15).

Auch der Ausbruch der Cholera ist kein erfundenes Motiv, sondern wurde von Thomas Mann tatsächlich miterlebt, als er im Sommer 1905 zusammen mit seiner Frau in Zoppot an der Ostsee Ferien machte. Im nahe gelegenen Danzig brach zu dieser Zeit die Cholera aus, was die Familie Mann zu einem vorzeitigen Abbruch des Urlaubs veranlasste (vgl. Vaget 1990, S. 585).

Dadurch, dass ein Großteil der Personen und Ereignisse der Novelle durch persönliche Erlebnisse und Erfahrungen Thomas Manns bereits vorgegeben waren, ging die Niederschrift des Textes der Novelle „zwar mühevoll, doch vergleichsweise rasch und ohne größere Unterbrechungen vonstatten“ (Vaget 1990, S. 583).

4 Inhaltsangabe

Gustav von Aschenbach, ein erfolgreicher in München wohnender Schriftsteller, ist erschöpft von seiner jahrelangen, ununterbrochenen Arbeit. Seit seiner Jugend fühlt er sich zur Leistung verpflichtet, „Durchhalten“ (TiV, S. 21) ist sein Arbeitsprinzip.

Weil ihn eine innere Unruhe nicht zu seinem üblichen Mittagsschlaf kommen lässt, begibt er sich an einem Tag Anfang Mai auf einen Spaziergang durch München. Dabei bemerkt er am Nördlichen Friedhof einen merkwürdig aussehenden Fremden, der in ihm die Reiselust weckt. Zwei Wochen nach dieser Begegnung tritt Aschenbach seine Reise an. Sie führt ihn zunächst nach Triest, einen Tag später nach Pola. Bald aber merkt er, dass er noch nicht am Ort seiner Bestimmung angekommen ist und entschließt sich, nach Venedig überzusetzen. Auf dem Schiff fällt Aschenbach ein „falscher Jüngling“ auf, ein jung geschminkter Greis, der ihm eigentümlich und schauerlich vorkommt. In Venedig angekommen, trifft

Aschenbach mit dem Gondolier auf eine weitere befremdliche Gestalt.

In seinem Hotel fällt Aschenbach am Abend der vierzehnjährige Tadzio durch seine vollkommene Schönheit auf. Am nächsten Morgen beobachtet der Schriftsteller den Jungen beim Frühstück und verbringt den Rest des Tages in Venedig. Die Witterung, die ungesunde Schwüle und der Scirocco bewirken eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes und Aschenbach beschließt, aus Venedig abzureisen. Am nächsten Morgen verlässt er sein Hotel, muss am Bahnhof jedoch feststellen, dass sein Gepäck fehlgeleitet wurde und entscheidet sich deshalb, ins Hotel zurückzukehren. Dort erkennt Aschenbach, dass er über diesen Verlauf froh ist, da ihm der Abschied von Tadzio sehr schwer gefallen wäre.

Die folgenden Tage verbringt Aschenbach in ständiger Nähe des Jungen. Als dieser jedoch eines Abends nicht zum Abendessen erscheint, macht sich der Schriftsteller große Sorgen und trifft schließlich vor dem Hoteleingang auf Tadzio, der ihn deutlich anlächelt. Aschenbach flieht in die Dunkelheit des Hotelparks und gesteht sich dort selbst ein, dass aus dem ästhetischen Vergnügen, welches er beim Anblick Tadzios zuvor empfunden hatte, Liebe geworden ist.

In der vierten Woche seines Aufenthalts bemerkt Aschenbach verschiedene Anzeichen für den Ausbruch der indischen Cholera in Venedig, der den Gästen jedoch verschwiegen wird, um den Venezianern nicht das Geschäft zu verderben. Der Schriftsteller ist zufrieden mit der Geheimhaltung dieser Information, denn er sorgt sich, dass Tadzios Familie von der Seuche erfahren und abreisen könnte. Inzwischen wartet Aschenbach nicht mehr auf zufällige Begegnungen mit Tadzio, sondern stellt ihm eindeutig nach.

Eines Abends spielen und singen Straßensänger für die Hotelgäste; von dem Gitarristen der Gruppe, der am Ende der Veranstaltung in Hohngelächter ausbricht, geht ein penetranter Karbolgeruch aus, den scheinbar nur Aschenbach wahrnimmt.

Am folgenden Tag erfährt Aschenbach endlich die Wahrheit über die Seuche, beschließt aber, in Venedig zu bleiben und Tadzios Familie nicht zu warnen.

In der folgenden Nacht träumt Aschenbach vom Einzug des Gottes Dionysos. Aus Sorge, Tadzio nicht zu gefallen, lässt sich der Schriftsteller am nächsten Tag beim Friseur durch Haarfarbe, Creme und Schminke verjüngen.

Als Aschenbach eines Tages Tadzio durch die Straßen Venedigs folgt, kauft und isst er überreife, weiche Erdbeeren, die ihn mit der Cholera infizieren.

Einige Tage später geht Aschenbach zum Strand, obwohl ihm nicht wohl ist. Er sieht, wie Tadzio ins Meer geht und es scheint ihm, als würde der Junge ihm zuwinken und auffordern, ihm zu folgen. In diesem Augenblick stirbt Aschenbach. „Und noch desselben Tages empfing eine respektvoll erschütterte Welt die Nachricht von seinem Tode.“ (TiV, S. 139)

5 Das Motiv des Todes

„Der Terminus ‚Leitmotiv’ wurde in der Musikwissenschaft zur Bezeichnung für eine bestimmte Form von Wagners Kompositionstechnik geprägt.“ (Häfele 1992, S. 69) In seiner Verehrung für den Komponisten Richard Wagner zieht Thomas Mann Parallelen von dessen Musik zu seiner Novelle: er verwendet literarische Leitmotive, Motive also, die sich durch das gesamte Werk ziehen und einer Situation, Gefühlslage, Person oder Gegenstand zugeordnet sind. Durch das mehrfache Auftreten im Werk wirken Leitmotive gliedern und können Zusammenhänge vorausdeuten oder rückverweisend hervorheben.

Im „Tod in Venedig“ ist das hervorstechendste Leitmotiv die Reihe der Leitfiguren, die Aschenbachs Weg in den Tod begleiten. Dem Leser wird von Anfang an Aschenbachs Weg in den Tod bzw. den Untergang symbolisiert, während Aschenbach selbst diese Bedeutung bis zuletzt nicht erkennt. Doch auch weitere Leitmotive wie z.B. das Wetter oder das Meer haben eine Symbolfunktion in der Novelle.

Funktionell gesehen haben Leitmotive die Hauptaufgabe, die Zeit aufzuheben, da durch die ständige Wiederkehr der Motive Vergangenheit und Zukunft vermischt werden.

„Die ständige Wiederkehr von Motiven hat nämlich eine eigentümliche Konsequenz: der einzelne Vorfall, die einzelne Gestalt lösen sich aus ihrer Einmaligkeit und ihrer zeitlichen Bindung. Neues erweist sich für den Leser als längst Vertrautes, und Zukunft und Vergangenheit vermischen sich. So ist etwa durch die leitmotivische Todessymbolik der Tod von Anfang an im Handlungsablauf präsent. (...) Wie im „Zauberberg“ hat auch im ‚Tod in Venedig’ das Leitmotiv die Funktion, die Zeit aufzuheben und dem Geschehen über den einmaligen Vorgang hinausreichenden Charakter zu verleihen.“ (Häfele 1992, S. 70)

5.1 Der Kontrast zwischen dem Dionysischen und dem Apollinischen

Die häufigen Anspielungen auf den Kontrast zwischen den Göttern Apollon und Dionysos sind in der Novelle sehr bedeutsam. Dionysos, der Gott des Weines und der Ekstase, steht für den Rausch, das Chaos, das Übermenschliche und den Irrationalismus. Er befindet sich im Konflikt mit Apollon, dem Hauptgott der prophetischen Weissagung, der Künste und der Musik, der hier das Fleißige, den Rationalismus und die Erkenntnis darstellt.

Die „Todesboten“ weisen auf den Tod Aschenbachs deutlich hin – Dierks (1972, S. 20) fasst sie als Gegenkräfte des Apollinischen und als Sendboten des Dionysos auf. Es gibt aber auch noch einige andere Figuren, die das Ende der Novelle unausweichlich voraussagen. Der Tiger, der leitmotivisch zum Beispiel im ersten und fünften Kapitel auftaucht, ist ein Symbol des Dionysischen; er stellt den Rausch, die Irrationalität, die Gefühle und die Neigung zur Unordnung dar (vgl. Bahr 1991, S. 15f). Auch die Cholera, die in Venedig ausbricht, ist ein Zeichen des Dionysischen, des Monströsen und der Ausschweifung; sie ist fremd, denn sie kommt aus Indien, berichtet der englische Botschafter, aus der "von Menschen gemiedenen Urwelt- und Inselwildnis, in deren Bambusdickichten der Tiger kauert," (TiV, S. 119) und sie bringt das Chaos mit sich. Weiterhin gilt Indien als die Heimat des Dionysos (vgl. Bahr 1991, S. 15). In Kontrast zu diesen Figuren des Dionysos stehen die apollinischen Merkmale in Figuren wie der Familie Tadzios, die ordentlich, aufrecht und anständig ist, sowie zunächst auch in Aschenbach selbst. Im zweiten Kapitel wird Aschenbach nämlich als sehr selbstbeherrscht, diszipliniert und pflichtbewusst beschrieben.

Im 5. Kapitel kommt es zum „Kampf“ zwischen dem Dionysischen und dem Apollinischen in Aschenbach. „Dennoch fehlte es nicht an Augenblicken des Innehaltens und der halben Besinnung. Auf welchen Wegen! dachte er dann mit Bestürzung. Auf welchen Wegen!“ (TiV, S., 105) Aschenbach weiß selbst, dass er seine Liebe zu Tadzio unterdrücken muss, da sie ihn ins Verderben führt. Jedoch gelingt es ihm nicht, sich von Tadzio loszureißen und somit gibt Aschenbach sich selbst völlig ins Dionysische auf.

[...]

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Das Motiv des Todes in Thomas Manns Novelle 'Der Tod in Venedig'
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
Note
1,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
26
Katalognummer
V35419
ISBN (eBook)
9783638353380
ISBN (Buch)
9783656722496
Dateigröße
566 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Motiv, Todes, Thomas, Manns, Novelle, Venedig
Arbeit zitieren
Jessica Schulze (Autor), 2004, Das Motiv des Todes in Thomas Manns Novelle 'Der Tod in Venedig', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35419

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