Gerade in unserer heutigen Leistungsgesellschaft, in der es neue Medien, Arbeitsverdichtung und eine starke Bürokratisierung gibt, haben die Menschen viel zu erledigen. Die gesellschaftlichen Erwartungen an den Einzelnen sind hoch, Schnelllebigkeit und Stress kommen hinzu. Die Ausgewogenheit zwischen Freizeit und Verpflichtung kann problematisch sein. Denn bei alledem gilt: Wer fleißig sein Programm erledigt, kann es weit bringen. Wer hingegen ein Ventil sucht, dem Leistungsdruck widersteht und zu Erledigendes vor sich herschiebt, der läuft Gefahr auf der Strecke zu bleiben. Warum werden manche Dinge gern verschoben und nicht sofort erledigt? Was sind die Ursachen dafür? Was sind die Auswirkungen des Verschiebens? Was kann gegen „Verschieberitis“ getan werden? Wie können Lehrkräfte diesem Problem bei Schülern begegnen? Auf diese Fragen soll in den folgenden Kapiteln eingegangen werden.
Das Wort Prokrastination, was so viel wie „Aufschieberitis“ bedeutet, kommt vom Lateinischen procrastinatio = ‚Vertagung‘. Procrastinatio setzt sich aus pro =‚für‘ und cras =‚morgen‘ zusammen. Arbeitssblockade, Aufschieben, Erregungsaufschiebung oder Handlungsaufschub: Dies alles sind Synonyme für ein Verhalten, das notwendige, aber als unangenehm empfundene Arbeiten zu verschieben, anstatt sie zu erledigen. Aufschieben gilt als schlechte Gewohnheit. Drei Kriterien zeichnen ein Verhalten als Prokrastination aus: Kontraproduktivität, mangelnde Notwendigkeit und Verzögerung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Wortherkunft und Definition
1.2. Ausgangssituation und Vorstellung des Themas
1.3. Geschichte
1.4. Relevanz des Themas
2. „Aufschiebertypen“
2.1. Der Erregungsaufschieber
2.2. Der Vermeidungsaufschieber
3. Zusammenhänge des Aufschiebens
3.1. Perfektionismus
3.2. Das „Wenn-dann-Phänomen“
3.3. Teufelskreis
3.4. Depression
3.5. Überforderung
3.6. Ablenkung
3.7. Unklare Anforderungen
3.8. Einschätzung der eigenen Fähigkeit
3.9. Kurzfristigkeit
3.9.1. Impulsivität
3.9.2. Langeweile
3.9.3. Aufgabenaversität
4. Auswirkungen des Aufschiebens
5. Bekämpfungsmethoden
5.1. Alltagshilfe
5.2. Behandlungsbedürftigkeit
6. Pädagogische Aspekte
6.1. Wie können Eltern von Anfang an vorbeugen?
6.2. Wie können Lehrer Einfluss nehmen?
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Prokrastination (Aufschieben) in seinen vielschichtigen Ursachen und Auswirkungen. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die psychologischen Hintergründe zu schaffen und sowohl alltagsorientierte als auch pädagogische Lösungsansätze aufzuzeigen, um Betroffenen sowie Lehrkräften Hilfestellungen im Umgang mit diesem Problem zu bieten.
- Psychologische Ursachen und Typologien der Prokrastination
- Zusammenhänge mit Perfektionismus, Depression und Selbstwirksamkeit
- Auswirkungen auf psychisches Wohlbefinden und Lebensführung
- Alltagspraktische Methoden zur Überwindung von Arbeitsblockaden
- Pädagogische Interventionsmöglichkeiten für Eltern und Lehrende
Auszug aus dem Buch
1.2. Ausgangssituation und Vorstellung des Themas
Post erledigen, Steuererklärung abgeben, Dinge in Haus und Garten bewerkstelligen: Die Liste der Dinge, die es zu erledigen gibt, ist lang. Auch Kinder und Jugendliche haben schon Dinge, die sie erledigen müssen: Hausaufgaben, Referate, Vokabeln, Lernen für Klassenarbeiten, Zimmer aufräumen, im Haushalt Pflichten erfüllen, ggf. mit einem Instrument üben o.ä. Mit zunehmendem Lebensalter werden die Aufgaben zahlreicher und komplexer.
Gerade in unserer heutigen Leistungsgesellschaft, in der es neue Medien, Arbeitsverdichtung und eine starke Bürokratisierung gibt, haben die Menschen viel zu erledigen. Die gesellschaftlichen Erwartungen an den Einzelnen sind hoch, Schnelllebigkeit und Stress kommen hinzu. Die Ausgewogenheit zwischen Freizeit und Verpflichtung kann problematisch sein. Denn bei alledem gilt: Wer fleißig sein Programm erledigt, kann es weit bringen. Wer hingegen ein Ventil sucht, dem Leistungsdruck widersteht und zu Erledigendes vor sich herschiebt, der läuft Gefahr auf der Strecke zu bleiben. Warum werden manche Dinge gern verschoben und nicht sofort erledigt? Was sind die Ursachen dafür? Was sind die Auswirkungen des Verschiebens? Was kann gegen „Verschieberitis“ getan werden? Wie können Lehrkräfte diesem Problem bei Schülern begegnen? Auf diese Fragen soll in den folgenden Kapiteln eingegangen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert Prokrastination als Störung der Selbststeuerung und beschreibt die Relevanz des Themas in der modernen Leistungsgesellschaft.
2. „Aufschiebertypen“: Unterscheidet zwischen dem Erregungsaufschieber, der den Druck als Anreiz sucht, und dem Vermeidungsaufschieber, der aus Angst vor Misserfolg handelt.
3. Zusammenhänge des Aufschiebens: Analysiert die vielfältigen psychologischen Faktoren wie Perfektionismus, Impulsivität und mangelnde Selbstwirksamkeit, die Prokrastination begünstigen.
4. Auswirkungen des Aufschiebens: Beleuchtet sowohl die inneren emotionalen Folgen wie Versagensängste als auch die äußeren Konsequenzen bis hin zum Abbruch von Ausbildungen oder gesundheitlichen Schäden.
5. Bekämpfungsmethoden: Stellt Strategien zur Selbsthilfe vor und erörtert, wann bei schwerer Prokrastination professionelle therapeutische Behandlung notwendig ist.
6. Pädagogische Aspekte: Entwickelt Handlungsempfehlungen für Eltern und Lehrkräfte, um präventiv ein gesundes Lern- und Leistungsverhalten bei Kindern und Auszubildenden zu fördern.
7. Fazit: Fasst das Thema als komplexes, ursachenbezogenes Phänomen zusammen und betont die Notwendigkeit von Einsicht und Training zur Verhaltensänderung.
Schlüsselwörter
Prokrastination, Aufschieben, Selbststeuerung, Perfektionismus, Leistungsgesellschaft, Arbeitsblockaden, Erregungsaufschieber, Vermeidungsaufschieber, Selbstwirksamkeit, Impulsivität, Pädagogische Psychologie, Zeitmanagement, Motivation, Verhaltensänderung, Stressbewältigung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Analyse von Prokrastination, also dem systematischen Aufschieben von anstehenden Aufgaben, und beleuchtet deren Ursachen, Folgen sowie Bewältigungsstrategien.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Aufschiebertypen, die psychologischen Ursachenzusammenhänge (z.B. Perfektionismus, Depression), die gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen sowie pädagogische Interventionsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Hintergründe von Prokrastination zu entwickeln und konkrete Hilfestellungen für den Alltag sowie für das pädagogische Umfeld abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Aufarbeitung vorhandener wissenschaftlicher Publikationen, Studien und psychologischer Konzepte zum Thema Prokrastination.
Welche Inhalte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die Differenzierung von Aufschiebertypen, die Untersuchung psychologischer Ursachenfaktoren, die Darstellung der Konsequenzen und die Ableitung von Präventions- und Bekämpfungsmethoden.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Prokrastination, Selbststeuerung, Leistungsgesellschaft, Arbeitsblockaden, Selbstwirksamkeit und Pädagogik.
Wie unterscheidet die Arbeit den Erregungs- vom Vermeidungsaufschieber?
Während der Erregungsaufschieber den Druck der nahenden Deadline benötigt, um Energie zu entwickeln und sich lebendig zu fühlen, schiebt der Vermeidungsaufschieber Aufgaben auf, um negative Gefühle und Versagensängste kurzfristig abzuwehren.
Welche Rolle spielt das pädagogische Umfeld bei der Prävention?
Das pädagogische Umfeld, insbesondere Eltern und Lehrkräfte, spielt eine entscheidende Rolle, indem durch eine wertschätzende Atmosphäre, positives Bestärken und das Einüben von Teilschritten ein stabiles Selbstwertgefühl und somit eine Barriere gegen Prokrastinationsmuster aufgebaut werden kann.
- Arbeit zitieren
- Henrike Weber (Autor:in), 2015, Prokrastination. Wie können Lehrkräfte diesem Problem bei Schülern begegnen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/354937