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Freiheit und Unfreiheit in Goethes "Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand"

Title: Freiheit und Unfreiheit in Goethes "Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand"

Term Paper , 2016 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

Didactics for the subject German - Literature, Works
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Summary Excerpt Details

In Johann Wolfgang Goethes Drama um die historische Figur Götz von Berlichingen ist die Freiheit des Individuums innerhalb einer sich wandelnden und fordernden Gesellschaft zentral. Goethe selbst hat sich mit seinem Drama an Götz‘ Autobiographie orientiert, allerdings die Freiheit besessen, Änderungen der Handlung zum Beispiel durch Einführung zusätzlicher Personen vorzunehmen. Dem freien Reichsritter Götz, über den gesagt wird: "Er ist das Muster eines Ritters, tapfer und edel in seiner Freiheit, gelassen und treu im Unglück", tritt im Drama sein einstiger Freund und nun Gegenspieler Adelbert von Weislingen entgegen, der wiederum diesem Muster nicht so recht entsprechen will. Götz verkörpert Tugenden wie Souveränität und Unabhängigkeit, während Weislingen eher als Getriebener durch die Geschichte stolpert.

Das Drama weist allerdings einige Passagen auf, in denen diese vermeintlich klare Gegensätzlichkeit von Freiheit und Unfreiheit, personifiziert und gegenüber gestellt durch Götz und Weislingen, aufgebrochen wird. In dieser Arbeit soll der These nachgegangen werden, inwieweit Götz in seinem vehementen Streben nach Freiheit genauso unfrei ist wie Weislingen. Nach einer Einordnung des Motivs der Freiheit in die Epoche des Sturm und Drang folgt eine Ausdeutung der beiden Figuren. Anschließend soll das Gegenpaar verglichen und die Betrachtung auf den Aspekt der Verantwortung erweitert werden. Die Arbeit endet mit einem abschließenden Fazit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Motiv der Freiheit im Sturm und Drang

3 Götz, der Freiheitskämpfer

3.1 Götz als personifizierte Freiheit

3.2 Grenzen von Götz‘ Freiheit

4 Weislingen und seine (Un)freiheit

5 Freiheit und Verantwortung des Gegenpaares im Vergleich

6 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die dialektische Beziehung von Freiheit und Unfreiheit im Drama "Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand". Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, inwieweit die Titelfigur Götz in ihrem vehementen Freiheitsstreben letztlich eine ähnliche Unfreiheit erfährt wie ihr Gegenspieler Weislingen, wobei die Aspekte der persönlichen Verantwortung und der gesellschaftlichen Determinierung im Zentrum stehen.

  • Das Freiheitsverständnis innerhalb der Epoche des Sturm und Drang.
  • Die Charakterisierung von Götz von Berlichingen als personifizierte Freiheit.
  • Die Analyse der Wankelmütigkeit und Abhängigkeiten von Adelbert von Weislingen.
  • Der Vergleich der beiden Protagonisten im Hinblick auf ihre Handlungsspielräume und moralische Verantwortung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Götz als personifizierte Freiheit

Die ersten Informationen zu der Person Götz werden im Drama nicht durch ihn selbst vermittelt, sondern erfolgen durch die Beschreibung anderer, genau genommen anhand von Aussprüchen der Bauern, die ihn als rechtschaffenden Herrn bezeichnen, was auch Nägele benennt. Götz‘ guter Ruf eilt ihm voraus, worauf der Leser oder Zuschauer des Stücks von Beginn an hingewiesen wird. Die Bewunderung und Achtung für Götz‘ Rechtschaffenheit und Fairness zieht sich durch das ganze Stück, sei es vom Kaiser direkt, anderen Rittern oder dem einfachen Volk. Diese Rechtschaffenheit sorgt auch dafür, dass der Kaiser ihm im aufkommenden Konflikt Nachsicht gewährt.

Götz‘ Dasein als freier Ritter wird bereits im ersten Akt mit dem Auftreten von Bruder Martin beschrieben. Bruder Martin macht mit seiner Begeisterung für Götz und dessen Lebensweise, gerade auch in Abgrenzung zu seiner eigenen als Mönch, den Kontrast zwischen Freiheit und Unfreiheit, Ritter und Geistlicher, sehr deutlich. Beinahe romantisiert Martin die Freiheit des Ritters, worauf Götz interessanterweise eher zurückhaltend reagiert. Geradezu demütig bleibt er bei Martins Lobreden und verzichtet darauf, sich in dieser Anerkennung zu weiden. Götz‘ Freiheit besteht womöglich auch darin, dass er sich seiner Person, seiner Identität als freier Ritter, sicher ist und die Anerkennung und Bewunderung anderer nicht nötig hat. Er äußert hingegen sogar Mitgefühl für Martin und dessen Gebundenheit, die er selbst in der Form vermutlich nicht kennt: "Er dauert mich! Das Gefühl seines Standes frisst ihm das Herz."

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Freiheitsbegriffs ein und umreißt die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der Gegensätzlichkeit und Verflechtung der Figuren Götz und Weislingen.

2 Das Motiv der Freiheit im Sturm und Drang: Dieses Kapitel verortet das Freiheitsverständnis des Dramas im Kontext der literarischen Epoche des Sturm und Drang, die den Menschen ganzheitlich als Einheit von Vernunft und Gefühl begreift.

3 Götz, der Freiheitskämpfer: Hier wird Götz als Inbegriff ritterlicher Tugend und Unabhängigkeit dargestellt, wobei jedoch auch die Grenzen seines Freiheitsanspruchs innerhalb einer starren gesellschaftlichen Ordnung analysiert werden.

4 Weislingen und seine (Un)freiheit: Das Kapitel beleuchtet Weislingen als Gegenentwurf, der durch Wankelmütigkeit und externe Einflüsse seine eigene Freiheit verliert und sich in Abhängigkeiten begibt.

5 Freiheit und Verantwortung des Gegenpaares im Vergleich: Eine komparative Analyse, die zeigt, dass beide Figuren durch ihre Verflechtung und ihr Scheitern eng miteinander verbunden sind und an ihrem jeweiligen Freiheitsanspruch zugrunde gehen.

6 Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass für beide Protagonisten – trotz ihrer unterschiedlichen Persönlichkeitsstrukturen – das Scheitern unvermeidlich ist und Freiheit im Drama letztlich nur durch den Tod erreicht wird.

Schlüsselwörter

Freiheit, Unfreiheit, Sturm und Drang, Götz von Berlichingen, Adelbert von Weislingen, Johann Wolfgang Goethe, Rittertum, Verantwortung, Identität, Leidenschaft, Vernunft, Gesellschaftskritik, Individuum, Abhängigkeit, Tragik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Dialektik von Freiheit und Unfreiheit in Goethes Drama „Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand“ anhand der beiden gegensätzlichen Hauptfiguren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen das Freiheitsverständnis des Sturm und Drang, das ritterliche Ethos, die Auswirkungen von gesellschaftlichen Erwartungen auf das Individuum sowie die zerstörerische Kraft von Abhängigkeiten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass auch die auf Freiheit fokussierte Figur des Götz letztlich unfrei agiert und dass beide Protagonisten an ihrem Freiheitsanspruch scheitern.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär auf der Textinterpretation des Dramas unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur zu Goethe und der Epoche des Sturm und Drang basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Epocheneinordnung, die Charakterstudien von Götz und Weislingen sowie einen detaillierten Vergleich der beiden Figuren hinsichtlich ihrer Verantwortung und inneren Konflikte.

Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?

Freiheitsdrang, ritterliche Tugenden, Wankelmütigkeit, Determiniertheit, Scheitern, Verantwortung, Individuum und Idealismus.

Warum wird Weislingen im Text als "Chamäleon" bezeichnet?

Die Bezeichnung verweist auf seine ausgeprägte Wankelmütigkeit und seine Tendenz, seine politischen Standpunkte und moralischen Grundsätze je nach äußeren Einflüssen – wie etwa durch Adelheid oder den Bischof – stetig anzupassen.

Inwiefern unterscheidet sich das Ende von Götz von dem von Weislingen?

Während Götz im Kreise seiner Familie stirbt und sein Ende als Folge eines aktiven Kampfes für seine Werte erscheint, stirbt Weislingen einsam, hintergangen und durch eine hinterhältige Vergiftung, was seine durchgehende Passivität unterstreicht.

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Details

Title
Freiheit und Unfreiheit in Goethes "Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand"
College
University of Hannover
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2016
Pages
19
Catalog Number
V355805
ISBN (eBook)
9783668419179
ISBN (Book)
9783668419186
Language
German
Tags
Freiheit Goethe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2016, Freiheit und Unfreiheit in Goethes "Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355805
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