Ursachen und Folgen von Währungsspekulation


Hausarbeit, 2016

18 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzungen
1.3 Vorgehensweise

2 Definitorischer Teil und Grundlagen
2.1 Währung
2.2 Wechselkurs
2.3 Devisen
2.4 Devisenmarkt
2.5 Währungsspekulation

3 Ursachen und Instrumente der Währungsspekulation
3.1 Gewinnerzielung am Devisenmarkt
3.1.1 Devisenarbitrage
3.1.2 Devisenspekulation
3.1.2.1 Devisenkassageschäft
3.1.2.2 Devisentermingeschäft
3.1.2.3 Devisenswapgeschäft
3.1.2.4 Devisenoptionsgeschäft
3.2 Absicherung von Währungsrisiken durch Hedging
3.2.1 Absicherung durch Devisentermingeschäfte
3.2.2 Absicherung durch Devisenoptionsgeschäfte

4 Folgen von Währungsspekulation
4.1 Stabilisierende und destabilisierende Währungsspekulation
4.2 Mögliche Auswirkungen der Devisenspekulation auf Spekulanten
4.3 Entstehung von Währungskrisen
4.4 Entstehung von Spekulationsblasen

5 Fazit

III. Literaturverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

„Wenn alle Spieler auf eine angeblich todsichere Sache spekulieren, geht es fast immer schief."[1] - André Kostolany (1906-1999), Börsenspekulant

Das Zitat des US-amerikanischen Börsenspekulanten André Kostolany be­schreibt in treffender Weise das Wesen der Spekulation: Sie hat stets einen ungewissen Ausgang mit unvorhersehbaren Folgen. Das gilt insbesondere auch für die Spekulation mit Währungen bzw. Devisen.

Da es sich bei dem Devisenmarkt mit einem täglichen Umsatz von vier Billionen US-Dollar um den größten Finanzmarkt weltweit handelt[2], ist es essentiell, sich mit der Währungsspekulation zu beschäftigen.

1.1 Problemstellung

Durch die fortwährende Globalisierung der Finanzmärkte haben Kapitalmarkt­teilnehmer die Möglichkeit schnell, unkompliziert und kostengünstig ihr Kapital weltweit und jederzeit anzulegen oder sich gegen Risiken abzusichern.

Das wird zudem durch die ständige Schaffung neuer und komplexer Derivate unterstützt, aber auch verkompliziert.[3]

Derivate basieren auf der Spekulation, da man mit ihnen auf das Eintreten un­gewisser Ereignisse in der Zukunft wettet und so Gewinne erzielen oder sich gegen Risiken absichern möchte.

Diese Spekulation mit Derivaten gibt es natürlich auch auf dem Devisenmarkt. Gerade dort handeln viele verschiedene Marktteilnehmer, wie z.B. Unterneh­men, Banken, Zentralbanken und Privatpersonen und nehmen Einfluss auf Wechselkurse.[4]

Durch diese spekulativen Einflussnahmen am Devisenmarkt kann es zu negati­ven wirtschaftlichen Auswirkungen für ganze Volkswirtschaften kommen, wel­che das Land langfristig beeinflussen können.

1.2 Zielsetzungen

Aus der in Kapitel 1.1 erläuterten Problemstellung lassen sich die folgenden Zielsetzungen ableiten, welche die Ursachen und Folgen von Währungsspeku­lation verdeutlichen sollen:

1. Welchen Zweck verfolgen Kapitalmarktteilnehmer mit Währungsspekula­tion?
2. Welche Instrumente stehen den Spekulanten zur Verfügung?
3. Welche Folgen können Währungsspekulationen für Volkswirtschaften und deren Teilnehmern haben?

1.3 Vorgehensweise

Die Arbeit wurde auf Basis einer Literaturanalyse angefertigt. Aus den Zielset­zungen lässt sich die Vorgehensweise ableiten:

Zunächst werden in Kapitel 2 wichtige Begriffe für das Verständnis der Arbeit definiert, bevor in Kapitel 3 die Ursachen und Instrumente der Währungsspeku­lation dargelegt werden. In Kapitel 4 erläutert der Autor die Auswirkungen von Währungsspekulationen auf Volkswirtschaften und deren Teilnehmer.

Kapitel 5 fasst die Arbeitsergebnisse in einem Fazit zusammen.

2 Definitorischer Teil und Grundlagen

In Kapitel 2 werden wichtige Begriffe definiert sowie Grundlagen erläutert, wel­che für das Verständnis dieser Arbeit von essentieller Bedeutung sind.

2.1 Währung

Die Geldeinheit eines Staates wird als Währung bezeichnet.[5] Diese ist im jewei­ligen Währungsraum das offiziell anerkannte Zahlungsmittel.[6] Währungen werden meist auf den Finanzmärkten und im Zahlungsverkehr durch eine international standardisierte Schreibweise, dem ISO-Code, abge­kürzt.[7] So steht z.B. „USD" für US-Dollar und „EUR" für den Euro.

2.2 Wechselkurs

Das Austauschverhältnis zwischen zwei Währungen wird als Wechselkurs be­zeichnet.[8] Der Wechselkurs ist also der Preis einer Währung, welcher durch eine andere Währung wiedergegeben wird.[9]

Der Preis einer Währungseinheit wird als Preiswechselkurs (Wert der Aus­landswährung in Inlandswährung) oder als Mengenwechselkurs (Wert der In­landswährung in Auslandswährung angegeben.[10]

Zudem unterscheidet man zwischen festen und flexiblen Wechselkussystemen. Flexible Wechselkurse entstehen durch Angebot und Nachfrage an Devisen­märkten, bei festen Wechselkursen dagegen wird ein fixer Kurs bestimmt, wel­cher nicht abhängig vom Markt ist und meist von der Zentralbank gestützt wird.[11]

2.3 Devisen

Devisen sind Buchgelder und Zahlungsansprüche in ausländischer Währung und können z.B. in Form von Bankguthaben oder Schecks existieren.[12]

2.4 Devisenmarkt

Der Devisenmarkt ist der Teil des Finanzmarktes auf denen die Marktteilneh­mer, wie z.B. Geschäftsbanken, Unternehmen oder Hedge-Fonds Fremdwäh­rungen austauschen bzw. mit diesen handeln.[13] Im Jahr 2010 verzeichnete der Devisenmarkt einen Umsatz von durchschnittlich vier Billionen US-Dollar täg­lich, was ihn zum größten aller Finanzmärkte macht.[14] Der Devisenmarkt wird in den Kassamarkt und den Terminmarkt unterteilt.[15] Die Bedeutung dieser Unterteilung wird in Kapitel 3 näher erläutert.

2.5 Währungsspekulation

Als Währungs- bzw. Devisenspekulation wird der Kauf oder Verkauf von Devi­sen bezeichnet, bei denen der Spekulant hofft, dass es zu den erwarteten Kurssteigerungen bzw. -Verlusten kommt, sodass er die Devisen gewinnbrin­gend verkaufen oder zurückkaufen kann.[16] Die Spekulation mit Währungen bzw. Devisen ist durch die Unsicherheit der Kursentwicklungen immer risikobe­haftet.[17] In dieser Arbeit werden die Begriffe Währungsspekulation und Devi­senspekulation als Synonym verwendet.

3 Ursachen und Instrumente der Währungsspekulation

Im folgenden Kapitel werden die Ursachen und Instrumente der Währungsspe­kulation erläutert. Diese teilt der Verfasser in zwei Kategorien auf: Währungs­spekulation mit dem Ziel der Gewinnerzielung und mit dem Ziel der Absiche­rung von Währungsrisiken.

3.1 Gewinnerzielung am Devisenmarkt

Man kann durch zwei Arten Gewinn durch den Handel mit Devisen realisieren, nämlich durch Arbitrage und Spekulation. Bei der Devisenarbitrage werden si­chere Kursunterschiede gewinnbringend genutzt, bei der Spekulation jedoch versucht der Spekulant durch erwartete Kursunterschiede Gewinn zu erwirt­schaften.[18]

3.1.1 Devisenarbitrage

Mit dem Begriff Arbitrage bezeichnet man allgemein ein Handelsgeschäft, bei dem der Arbitrageur von momentanen Preisdifferenzen eines Gutes an unter­schiedlichen Handelsplätzen profitiert und so risikolos und gewinnbringend handeln kann.[19] Dieses Prinzip kann man folglich auch auf den Devisenhandel übertragen. Dieses soll anhand eines Beispiels erläutert werden. Das britische Pfund wird in Frankfurt zu $1,48 und in New York zu $1,40 gehandelt. Diesen Preisunterschied versucht der Arbitrageur zu nutzen, in dem er in New York das britische Pfund günstiger einkauft und sofort in New York teuer verkauft. So kann er bei einem Einsatz von 1 Millionen US-Dollar einen Gewinn von $80000 realisieren. Da sich die Preisunterschiede jedoch wieder schnell angleichen, bleibt meist nur ein kurzer Zeitpunkt, um auf diese Weise Profit zu erzielen.[20] Deshalb brauchen die Arbitrageure auch einen hohen Kapitaleinsatz, um einen lohnenswerten Gewinn zu erhalten, der auch die Kosten des Handels decken kann, sodass aus diesem Grund meist große Geschäftsbanken im Arbitragege- schäft tätig sind.[21]

3.1.2 Devisenspekulation

Bei der Devisenspekulation wettet der Spekulant auf erwartete, aber ungewisse Kursentwicklungen, um so Gewinn aus den Kursdifferenzen zu erwirtschaften. Dazu stehen dem Spekulanten hauptsächlich vier Instrumente zur Verfügung, welche im weiteren Verlauf erklärt werden.

3.1.2.1 Devisenkassageschäft

Bei einem Devisenkassageschäft handelt es sich um einen Währungstausch, bei dem zwischen Geschäftsabschluss und -Erfüllung höchstens zwei Bankar­beitstage liegen.[22] Das heißt, dass die Geschäftspartner einen Tausch von Währungen zu einem festen Zeitpunkt innerhalb der nächsten zwei Bankar­beitstage vereinbaren. Der Käufer setzt dabei auf eine Aufwertung und der Ver­käufer auf eine Abwertung der Währung. Streng genommen gehört also auch die Arbitrage zu den Devisenkassageschäften.

Daraus kann man schließen, dass von einem Devisenkassageschäft eine ge­ringe Spekulationsgefahr ausgeht, da über einen kurzen Zeitraum spekuliert wird[23].

3.1.2.2 Devisentermingeschäft

Devisentermingeschäfte sind wie Devisenkassageschäfte vereinbarte Wäh­rungstausche zu einem festen Zeitpunkt oder in einem festen Zeitrahmen, wel­che in diesem Fall jedoch über die zwei Bankarbeitstage hinausgehen.[24] Es handelt sich also um längerfristige Spekulationen, die i.d.R. von 30 Tagen bis hin zu mehreren Monaten oder gar Jahren dauern können.[25] Der Spekulant versucht mit Devisentermingeschäften also längerfristige Trends auf dem Devisenmarkt zu erahnen und platziert entsprechend seine Wette.

Durch die langfristigen Spekulationen erhöht sich auch das Risiko des Ge­schäfts. Nach Simon (2016) sind Devisentermingeschäfte als hochspekulativ einzuordnen.[26]

3.1.2.3 Devisenswapgeschäft

Bei einem Devisenswapgeschäft werden Kassa- und Termingeschäft miteinan­der verbunden, „d.h. es werden Zahlungen und Zahlungsverpflichtungen ge­tauscht".[27] Am folgenden Beispiel wird ein Devisenswapgeschäft verdeutlicht: Partner A vereinbart mit Partner B, dass er seine Devisen sofort an Partner B verkauft und sie zu einem späteren festgelegten Zeitpunkt oder Zeitrahmen wieder zurückkauft. So wettet Partner A auf fallende Kurse und kann im Opti­malfall die Devisen günstiger zurückkaufen und damit die Differenz als Gewinn verzeichnen. Partner B wettet in diesem Beispiel auf steigende Kurse.

Wie das Devisentermingeschäft ist auch das Devisenswapgeschäft als sehr spekulativ anzusehen, da über einen längeren Zeitraum spekuliert wird.

3.1.2.4 Devisenoptionsgeschäft

Ein Devisenoptionsgeschäft ist einem Devisentermingeschäft sehr ähnlich.

Der Unterschied liegt jedoch darin, dass der Inhaber einer Option das Recht, aber nicht die Pflicht hat, die Devisen am festgelegten Zeitpunkt oder Zeitrah­men zu kaufen bzw. zu verkaufen.[28]

Für den Optionsinhaber entsteht also eine Absicherung. Diese Absicherung kostet den Inhaber der Option jedoch eine Gebühr bzw. eine Prämie, die er an den Verkäufer der Option zu entrichten hat.[29] So kann der Spekulant das hohe Risiko einer langfristigen Wette eindämmen.

3.2 Absicherung von Währungsrisiken durch Hedging

Aus Unternehmenssicht kann es beim Import- oder Exportgeschäft zu Gefahren durch Währungsrisiken kommen. Um diesen Währungsrisiken vorzubeugen, betreiben viele Unternehmen ein Währungsmanagement mit sog. Hedging- Strategien.

[...]


[1] Handelsblatt: Zitatensammlung - „Kostolany beste Börsenweisheiten“ , unter. http://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/boerse-inside/zitatensammlung-kostolanys-beste- boersenweisheiten/2705292.html, abgerufen am 10.07.2016, 15:08 Uhr.

[2] Vgl. Krugman, Obstfeld & Melitz, 2015, S. 458.

[3] Vgl. Aschinger, 2001, S. 44.

[4] Vgl. Bloss, Eil, Ernst, Fritsche & Häcker, 2009, S. 5.

[5] Vgl. Wildmann, 2015, S. 202.

[6] Vgl. Bestmann, 2007, S. 802.

[7] Vgl. Müller, 2013, S. 18.

[8] Vgl. Breuer, 2015, S. 5.

[9] Vgl. Wildmann, 2015, S. 203.

[10] Vgl. Breuer, 2015, S. 5.

[11] Vgl. Breuer, 2015, S. 9-10.

[12] Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon, 2014, S. 732.

[13] Vgl. Bloss, Eil, Ernst, Fritsche & Häcker, 2009, S. 8.

[14] Vgl. Krugman, Obstfeld & Melitz, 2015, S. 458.

[15] Vgl. Sperber & Sprink, 2012, S. 81.

[16] Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon, 2014, S. 734.

[17] Vgl. Sperber & Sprink, 2012, S. 146.

[18] Vgl. Gebauer, 2004, S. 213.

[19] Vgl. Wildmann, 2015, S. 206 oder Gebauer, 2004, S. 213.

[20] Vgl. Krugman, Obstfeld & Melitz, 2015, S. 459.

[21] Vgl. Bloss, Eil, Ernst, Fritsche & Häcker, 2009, S. 94.

[22] Vgl. Müller, 2013, S. 25.

[23] Vgl. Simon, F.: „Devisenmarkt“, unter. http://www.rechnungswesen-verstehen.de/bwl- vwl/vwl/devisenmarkt.php, abgerufen am 06.07.2016, 17:32 Uhr.

[24] Vgl. Müller, 2013, S. 25.

[25] Vgl. Krugman, Obstfeld & Melitz, 2015, S. 460.

[26] Vgl. Simon, F.: „Devisenmarkt“, unter. http://www.rechnungswesen-verstehen.de/bwl- ywl/vwl/devisenmarkt.php, abgerufen am 06.07.2016, 17:32 Uhr.

[27] Stocker, 2013, S. з2з.'

[28] Vgl. Bestmann, 2007, S. 218.

[29] Vgl. Bloss, Eil, Ernst, Fritsche & Häcker, 2009, S. 99 .

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Ursachen und Folgen von Währungsspekulation
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Veranstaltung
Wirtschaftspolitik
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
18
Katalognummer
V355952
ISBN (eBook)
9783668416642
ISBN (Buch)
9783668416659
Dateigröße
524 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Währungsspekulation, Börse, Spekulationsblasen, Währung, Devisen, Devisenspekulation, Devisenmarkt, Währungsrisiken, Währungskrisen, Wechselkurs, Devisenarbitrage
Arbeit zitieren
Yannic Grobe (Autor), 2016, Ursachen und Folgen von Währungsspekulation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355952

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