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Philipp der IV. von Frankreich. Herrschaftsbild und Herrschaftspraxis

Title: Philipp der IV. von Frankreich. Herrschaftsbild und Herrschaftspraxis

Term Paper (Advanced seminar) , 2014 , 9 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Johannes Konrad (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Philipp IV. der Schöne gilt in vielerlei Hinsicht als ein König, der mittelalterliche Herrschaftsvorstellungen in fast archetypischer Weise verkörperte. Die Erhabenheit seines Amtes, so wie er es sah, trug er nicht nur durch demonstratives Schweigen und Fernbleiben bei öffentlichen Anlässen nach Außen, sondern auch in seinem politischen Handeln. So wird seine Herrschaft nicht nur als Machthöhepunkt des Hauses Capet angesehen, sondern gilt auch als bedeutender Schritt hin zu souveräner Staatlichkeit. Philipp IV. wurde jedoch auch vor allem in Bezug auf die Vertreibung der Juden und die Zerschlagung des Templerordens immer als ambivalente Figur gesehen.

Im Folgenden möchte ich zunächst die Stellung und das Selbstbild des Königtums zur Zeit Philipps IV. untersuchen und anschließend sein Handeln anhand von zwei Fällen veranschaulichen: Die Konfrontation mit Papst Bonifaz VIII. und die Zerschlagung des Templerordens. Dabei werde ich auf die Abfolge der Ereignisse und die Motive Philipps IV. nur verkürzt eingehen. Der Fokus soll vielmehr auf den Aktionsfeldern und Mitteln liegen, derer sich der König bediente, um so die Auswirkungen seiner Herrschaft auf die Möglichkeiten königlicher Politik in Frankreich abschätzen zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. König und Reich

2.1 Die Stellung des Königs

2.2 Herrschaftspraxis und Administration

3. Handlungsfelder und Methode königlicher Politik

3.1 Der Konflikt mit Bonifaz VIII.

3.2 Die Templerprozesse

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Herrschaftsbild und die Herrschaftspraxis von Philipp IV. von Frankreich, um aufzuzeigen, wie er die königliche Zentralgewalt durch neue politische Aktionsfelder und Instrumente nachhaltig ausbaute.

  • Sakralisierung und Selbstbild des französischen Königtums
  • Effizienzsteigerung der königlichen Administration
  • Politischer Machtkampf zwischen Philipp IV. und Papst Bonifaz VIII.
  • Instrumentalisierung von Prozessen zur Durchsetzung staatlicher Souveränität
  • Zerschlagung des Templerordens als Beispiel für den Ausbau königlicher Zugriffsmöglichkeiten

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Konflikt mit Bonifaz VIII.

Im Zuge der intensivierten Steuerpolitik Philipps war nun immer öfter auch der Klerus von Abgaben betroffen um die steigenden Kosten des Kriegs mit England zu decken. Dies stellte dem Verständnis der Zeitgenossen nach einen klaren Rechtsbruch dar und rief dementsprechend auch bald den Protest des Papstes hervor, der diese Praxis in der Bulle Clerices laicos vom 24. Februar 1296 mit der Banndrohung bedachte. Die daraufhin von Philipp verhängte Devisensperre traf die Kurie empfindlich und zeigt wie sehr der König Angelegenheiten der Reichskirche als seine ureigenen betrachtete und wirft in der effektiven Durchführung der selben auch ein Licht auf die gewachsene Zugriffsmöglichkeit der königlichen Zentralgewalt. Das Einlenken des Papstes vom 31. Juli des Folgejahres war jedoch nur von kurzer Dauer. Als Philipp IV. 1301 den unliebsamen Bischof von Pamiers, Bernard de Saisset inhaftieren und von einem königlichen Gericht verurteilen ließ, verletzte dies entscheidend die Ansprüche des Klerus auf eigene Gerichtsbarkeit. Als Konsequenz setzte Bonifaz die Bulle Clerices laicos de facto wieder in Kraft und griff den König mit dem Schreiben Asculta fili unter Betonung seine eigenen Vollmachten stark an.

Diesmal zielte der Gegenschlag des Königs auf die öffentliche Meinung. Er ließ in einem ersten Schritt eine verkürzte Fassung des Schreibens veröffentlichen, in der die päpstlichen Ansprüche provokativ zugespitzt waren und berief in einem zweiten Schritt eine Versammlung von Prälaten, Universitätsangehörigen, Adel und Bürgerschaft ein, die geleitet vom Großsiegelbewahrer Pierre Flote die Angriffe des Papstes auf die Souveränität des Königs beklagte und mit einem Treuebekenntnis der Teilnehmer zum König endete. Letztlich ist diese Zusammenkunft als Instrument öffentlich inszenierter Politik zu sehen, dem sich Philipp für seine Zwecke bediente.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Bedeutung von Philipp IV. ein und definiert den Fokus auf dessen Herrschaftsmethoden anhand der Konflikte mit dem Papsttum und den Templern.

2. König und Reich: Dieses Kapitel erläutert die sakrale Rolle des französischen Königs und beschreibt die Entwicklung einer effizienten Administration durch einen fachlich spezialisierten Beraterstab.

3. Handlungsfelder und Methode königlicher Politik: Hier werden die praktischen Strategien Philipps IV. analysiert, insbesondere wie er durch den Konflikt mit Bonifaz VIII. und die Zerschlagung des Templerordens seine politische Macht festigte.

4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Philipp IV. durch seine entschlossene Herrschaftspraxis maßgeblich zur Zentralisierung der französischen Monarchie beitrug.

Schlüsselwörter

Philipp IV., Frankreich, Kapetinger, Sakralität, Administration, Zentralisierung, Bonifaz VIII., Templerorden, Herrschaftspraxis, Souveränität, Steuerpolitik, Rechtsgeschichte, Machtpolitik, Mittelalter, Staatlichkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Regierungszeit Philipps IV. von Frankreich und analysiert, wie dieser durch gezielte politische Strategien die Macht des französischen Königtums ausbaute.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Der Fokus liegt auf der sakralen Legitimation des Königs, der Professionalisierung der Verwaltung und der Durchsetzung königlicher Interessen gegenüber kirchlichen und ritterlichen Institutionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Auswirkungen von Philipps Herrschaft auf die Möglichkeiten der königlichen Politik in Frankreich zu bewerten und den Prozess der staatlichen Zentralisierung nachzuvollziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur und zeitgenössischer Dokumente basiert.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Vordergrund?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse der Aktionsfelder Philipps IV., konkret den Konflikt mit Papst Bonifaz VIII. sowie die Vernichtung des Templerordens als Ausdruck königlicher Zugriffsmacht.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Zentralisierung, Sakralität, Herrschaftspraxis, Souveränität und die Transformation administrativer Strukturen unter den Kapetingern.

Welche Rolle spielten die Berater des Königs bei der Machtkonzentration?

Die Berater, darunter Juristen und Finanzexperten, ermöglichten es Philipp IV., effiziente neue Steuerformen wie die Kopfsteuer einzuführen und die königliche Kontrolle über das Reich zu festigen.

Warum war der Konflikt mit Papst Bonifaz VIII. für Philipp IV. so bedeutend?

Dieser Konflikt illustriert den Übergang von einer durch die Kirche dominierten Machtstruktur hin zu einer souveränen, staatlich orientierten Politik, die sich gegen päpstliche Ansprüche behauptete.

Wie lässt sich die Zerschlagung des Templerordens im Kontext der Arbeit einordnen?

Die Zerschlagung dient als Beispiel für den kalkulierenden Einsatz von Zwangsgewalt durch den Staat, um unliebsame Institutionen zu eliminieren und die eigene Machtstellung demonstrativ zu zementieren.

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Details

Title
Philipp der IV. von Frankreich. Herrschaftsbild und Herrschaftspraxis
College
University of Heidelberg  (Historisches Seminar)
Grade
2.0
Author
Johannes Konrad (Author)
Publication Year
2014
Pages
9
Catalog Number
V357264
ISBN (eBook)
9783668426016
ISBN (Book)
9783668426023
Language
German
Tags
Frankreich Monarchie Kapetinger Staatsbildung Zentralisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Konrad (Author), 2014, Philipp der IV. von Frankreich. Herrschaftsbild und Herrschaftspraxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/357264
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