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Symbolischer Interaktionismus nach Blumer und Phänomenologische Soziologie nach Schütz. Ein Theorienvergleich

Title: Symbolischer Interaktionismus nach Blumer und Phänomenologische Soziologie nach Schütz. Ein Theorienvergleich

Term Paper , 2017 , 34 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Marc Liesenberg (Author)

Sociology - Basics and General
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Betrachtet man den Zustand der Soziologie als Disziplin, so zeigt sich das Problem einer heterogenen und unübersichtlichen Wissenschaft. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlichster Theorien und unterschiedlichster Methoden. Es zeichnet sich das Bild eines „[…] multiparadigmatischen Zustands der Soziologie […]“ ab. So ist es der Soziologie als Disziplin in der Vergangenheit „[…] wenig gelungen, über ihre verschiedenen Paradigmen hinweg konzeptuell weithin geteilte Beschreibungs- bzw. Erklärungsprobleme zu etablieren.“

Das Problem der diversen, heterogenen und teils divergierenden Theorie- und Methodenansätze der unterschiedlichen Schulen lässt sich in dieser Hausarbeit sicherlich nicht lösen. Dennoch möchte sich die Hausarbeit der Thematik des Theorienpluralismus annehmen und zwei Theorien der Qualitativen Forschung mittels eines Vergleichs gegenüberzustellen. Durch den Vergleich sollen Relationen zwischen verschiedenen Theorien bzw. Grundannahmen herausgestellt werden.

Als zu untersuchende Theorien sollen (1) der Symbolische Interaktionismus nach Herbert Blumer und (2) die Soziologische Phänomenologie nach Alfred Schütz miteinander verglichen werden.
Zu Beginn soll daher kurz auf das methodische Vorgehen eingegangen werden, mit dem versucht werden soll, die beiden Theorien gegenüberzustellen. In einem zweiten Schritt werden die Theorien in einem Abriss dargestellt, um in einem dritten Schritt schließlich das Verhältnis der beiden Theorienansätze zueinander herauszuarbeiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methodik / Vorgehen

3. Symbolischer Interaktionismus: Herbert Blumer

3.1. Die drei grundlegenden Prämissen des Symbolischen Interaktionismus:

3.2. Die sechs Kernvorstellungen

4. Soziologische Phänomenologie und Strukturen der Lebenswelt: Alfred Schütz

4.1. Husserl und die Schütz‘ Lebenswelt:

4.2. Wissensvorrat:

4.3. Weil und Zu- Motive:

5. Verhältnis der Theorien zueinander:

5.1. Gegenstand und Aufgabe: Was folgt „normativ“ aus den Ansätzen?

5.2. Zentrale Begrifflichkeiten:

5.2.1. „Sinn“ und „Bedeutung“:

5.2.2. „Erfahrung“ und „Bedeutung“:

5.3. Aufbau und wichtige Elemente beider Theorien: Wie ist das Verhältnis der Ansätze in Generellen?

5.3.1. Planende Elemente: „Handlungslinie“ und „Handlung“ in „Um- zu“ und „Weil“- Motiven:

5.3.2. Interpretative Elemente:

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen theoretischen Vergleich zwischen dem Symbolischen Interaktionismus nach Herbert Blumer und der Phänomenologischen Soziologie nach Alfred Schütz durchzuführen, um das Grundverhältnis dieser beiden Ansätze der qualitativen Sozialforschung zu klären. Angesichts des multiparadigmatischen Zustands der Soziologie wird untersucht, ob und wie diese Theorien als komplementär verstanden werden können.

  • Theorienvergleich als Mittel zur Ordnung des Theorienpluralismus.
  • Analyse des Symbolischen Interaktionismus (Blumer) hinsichtlich seiner Prämissen und Kernvorstellungen.
  • Untersuchung der Soziologischen Phänomenologie (Schütz) mit Fokus auf Lebenswelt und Wissensvorrat.
  • Vergleichende Betrachtung zentraler Begriffe wie "Sinn", "Bedeutung" und "Erfahrung".
  • Ermittlung der Gemeinsamkeiten und potenziellen Ergänzungsmöglichkeiten beider Ansätze.

Auszug aus dem Buch

3.2. Die sechs Kernvorstellungen

Den Prämissen gehen sechs Grundannahmen voraus, die Blumer auch als Kernvorstellungen beschreibt: (1) Die Beschaffenheit der menschlichen Gesellschaft oder des menschlichen Zusammenlebens, (2) die Beschaffenheit sozialer Interaktion, (3) die Beschaffenheit von Objekten, (4) der Mensch als handelnder Organismus, (5) die Beschaffenheit menschlichen Handelns und (6) die Verkettung von Handlungen.

1) Der ersten Kernvorstellung nach, bestehen „[…] [m]enschliche Gruppen und Gesellschaften [ ] im Grunde nur in der Handlung. […] Das Leben in jeder menschlichen Gesellschaft besteht notwendigerweise in einem fortlaufenden Prozess des Aufeinander-Abstimmens der Aktivitäten ihrer Mitglieder.“ Daraus folgt für ein wissenschaftliches Vorhaben, welches die Beschreibung und Erklärung von Gesellschaft bzw. gesellschaftlicher Phänomene in den Fokus fasst, dass dieses stets „[…] mit der Beschaffenheit sozialer Handlungen übereinstimmen [muss].“ Wissenschaftliche Betrachtung muss soziale Handlungen, als Grundelement von Gesellschaft, rekonstruieren um dem Anspruch der Empirie gerecht zu werden.

2) Die zweite Kernvorstellung, die Beschaffenheit sozialer Interaktion, besagt, dass „[…] Gesellschaften aus Individuen bestehen, die interagieren.“ Menschen müssen, in der Interaktion miteinander, „[…] darauf achtgeben, was der jeweils andere tut oder tun wird; sie sind gezwungen, ihr Handeln so auszurichten oder ihre Situation so zu handhaben, dass sie zum Rahmen der Dinge, denen sie Beachtung schenken, passen.“ Die Aktivitäten anderer werden hierbei von Blumer als „positive Faktoren“ aufgefasst, die für die eigenen Aktivitäten und die eigene Entwicklung herangezogen werden. „Handlungen anderer können die eigenen Pläne bekräftigen, sie können ihnen entgegenstehen oder sie verhindern, sie können eine Abänderung solcher Pläne erforderlich machen, und sie können einen sehr unterschiedlichen Set solcher Pläne verlangen.“ Man versucht dabei, die […] eigene Handlungsabsicht in gewisser Hinsicht mit den Handlungen anderer in Einklang zu bringen.“ Handlungen finden auf der Grundlage von Reziprozität statt: Einzelne Individuen beeinflussen sich in ihren Handlungen gegenseitig und reagieren auch stets unter Einbeziehung der „Anderen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Problematisierung des multiparadigmatischen Zustands der Soziologie und Hinführung zum Vergleich zwischen dem Symbolischen Interaktionismus und der Phänomenologischen Soziologie.

2. Methodik / Vorgehen: Erläuterung der Vergleichsmethodik nach Rainer Geshoff und Darlegung der Entscheidung für einen theoretischen Rahmen statt eines empirischen Vergleichs.

3. Symbolischer Interaktionismus: Herbert Blumer: Detaillierte Darstellung der drei Grundprämissen und sechs Kernvorstellungen, die Blumers Verständnis von sozialem Handeln und Interaktion definieren.

4. Soziologische Phänomenologie und Strukturen der Lebenswelt: Alfred Schütz: Abriss der phänomenologischen Soziologie mit Fokus auf Husserls Einfluss, das Konzept der Lebenswelt, den Wissensvorrat sowie die "Weil"- und "Um-zu"-Motive.

5. Verhältnis der Theorien zueinander: Umfassender Vergleich der Ansätze hinsichtlich ihrer Ziele, der zentralen Begriffe "Sinn", "Bedeutung" und "Erfahrung" sowie deren planender und interpretativer Elemente.

6. Schluss: Fazit über die fundamentale Rolle der Alltagswelt in beiden Theorien und die Feststellung, dass sich beide Ansätze in der theoretischen Fundierung wechselseitig ergänzen können.

Schlüsselwörter

Symbolischer Interaktionismus, Phänomenologische Soziologie, Herbert Blumer, Alfred Schütz, qualitatives Handeln, Lebenswelt, Intersubjektivität, Wissensvorrat, Theorienvergleich, Interpretationsprozess, soziale Interaktion, Sinn, Bedeutung, Handlungslinie, Typisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einem Theorienvergleich zweier bedeutender Ansätze der qualitativen Sozialforschung, nämlich dem Symbolischen Interaktionismus von Herbert Blumer und der Phänomenologischen Soziologie von Alfred Schütz.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen das Verständnis von sozialem Handeln, die Bedeutung der Alltagswelt für das Individuum sowie die Art und Weise, wie Sinn und Bedeutung durch Interaktion und Wissensvorräte konstituiert werden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Klärung des Grundverhältnisses der beiden Theorien. Die Arbeit untersucht, ob und wie diese theoretischen Ansätze trotz ihrer unterschiedlichen Schwerpunkte harmonieren oder sich wechselseitig ergänzen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird für den Vergleich verwendet?

Die Autorin oder der Autor stützt sich auf die methodischen Vorgaben von Rainer Geshoff, der Vergleichen als das "Herstellen von Relationswissen" definiert, indem Gegenstände anhand gemeinsamer Vergleichskriterien zueinander in Beziehung gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Darstellung der beiden Theorien, gefolgt von einer tiefgehenden vergleichenden Analyse. Dabei werden Kernbegriffe wie "Sinn", "Bedeutung" und "Erfahrung" in Bezug auf die jeweiligen theoretischen Grundlagen untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Intersubjektivität, Lebenswelt, Wissensvorrat, Typisierung und Interaktionsprozess, welche die theoretische Basis des Vergleichs bilden.

Inwiefern unterscheiden sich die beiden Autoren Blumer und Schütz in ihrem Ansatz?

Während Blumer den Fokus stark auf den situativen Interaktionsprozess und die Bedeutungskonstitution in der sozialen Interaktion legt, konzentriert sich Schütz stärker auf die phänomenologische Grundlegung und die Strukturierung der Lebenswelt durch individuelle Wissensvorräte.

Welches Fazit zieht die Arbeit bezüglich der Vereinbarkeit der Theorien?

Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Ansätze nicht gegenseitig ausschließen. Vielmehr ergänzen sie sich, da beide das soziale Handeln des Akteurs in der Alltagswelt als zentralen Bezugspunkt identifizieren und eine ähnliche erkenntnistheoretische Fundierung teilen.

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Details

Title
Symbolischer Interaktionismus nach Blumer und Phänomenologische Soziologie nach Schütz. Ein Theorienvergleich
College
University of Hannover
Grade
1,0
Author
Marc Liesenberg (Author)
Publication Year
2017
Pages
34
Catalog Number
V358036
ISBN (eBook)
9783668430020
ISBN (Book)
9783668430037
Language
German
Tags
symbolischer interaktionismus blumer phänomenologische soziologie schütz theorienvergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marc Liesenberg (Author), 2017, Symbolischer Interaktionismus nach Blumer und Phänomenologische Soziologie nach Schütz. Ein Theorienvergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358036
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