Prozessmanagement ist aus der Managementliteratur und auch aus dem Unternehmensalltag nicht mehr wegzudenken. Grundsätzlich existieren Prozesse in jedem Unternehmen, in jeder Abteilung und im Tätigkeitsbereich eines jeden einzelnen Mitarbeiters. In dieser Arbeit werden Prozesse und das Prozessmanagement theoretisch beleuchtet.
Dafür werden grundlegende Definitionen erklärt sowie die Ziele des Prozessmanagements und typische Vorgehensweisen und Instrumente erläutert. Auch die Bewertung und die Optimierung von Prozessen werden in diesem Zusammenhang behandelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Prozessbegriff und Prozessarten
2. Ziele des Prozessmanagements
3. Der Prozessmanagement-Lebenszyklus
4. Prozessaufnahme und -dokumentation
5. Bewertung von Prozessen
6. Optimierung von Prozessen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit vermittelt grundlegende Konzepte des Prozessmanagements, um Abläufe in Unternehmen effizienter und effektiver zu gestalten und somit den Unternehmenswert durch strategische Ausrichtung und kontinuierliche Verbesserung zu steigern.
- Definition und Kategorisierung von Geschäftsprozessen
- Analyse und Dokumentation von Prozessabläufen
- Methoden zur Leistungsbewertung und Qualitätsmessung
- Ansätze zur Prozessoptimierung und kontinuierlichen Verbesserung
- Einsatz von Prozessmanagement-Lebenszyklusmodellen
Auszug aus dem Buch
1. Prozessbegriff und Prozessarten
Prozessmanagement ist aus der Managementliteratur und auch aus dem Unternehmensalltag nicht mehr wegzudenken. Grundsätzlich existieren Prozesse in jedem Unternehmen, in jeder Abteilung und im Tätigkeitsbereich eines jeden einzelnen Mitarbeiters. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, richten Unternehmen ihre Prozesse auf die Unternehmensstrategie und die eigene Wertschöpfung aus. Für ein besseres Verständnis dieser zunehmenden Prozessorientierung in Unternehmen und das Management von Prozessen, wird zunächst der zentrale Begriff „Prozess“ definiert.
Ein Prozess ist eine zusammenhängende, sachlogische Abfolge einzelner Prozessschritte (oder „Aktivitäten“), die zur Erzeugung eines bestimmten Ergebnisses (Output) notwendig ist und damit einen Kundennutzen schafft. Prozesse können beliebig detailliert und von Hauptprozessen in Teilprozesse, Prozessschritte oder einzelne Tätigkeiten zerlegt werden. Ausgangspunkt für einen Prozess ist immer eine Kundenanforderung, wobei sowohl externe als auch interne Kunden (z. B. andere Abteilungen) gemeint sein können. Zur Erfüllung des Kundenwunsches wandelt ein Prozess Eingangsgrößen (Input) bzw. Ressourcen wie Informationen oder Materialien in Ausgangsgrößen (Output) um. Prozesse wiederholen sich meist regelmäßig und laufen sukzessiv oder teilweise parallel zu anderen Prozessen ab.
Dabei hat jeder Prozess einen definierten Start- und Endpunkt. Dieser kann wiederum Start oder Endpunkt anderer Prozesse sein, sodass Prozesse zueinander in einem Kunden- oder Lieferantenverhältnis stehen bzw. in einer Input-Output-Beziehung. Das bedeutet, das ein Prozess als Output den Input für einen nachfolgenden Prozess liefert, welcher wiederum in seiner Funktion als Kunde Anforderungen an seinen Lieferanten definiert. Die beschriebene Grundstruktur mit den Elementen und Beziehungen von Prozessen ist in Abbildung 1 dargestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Prozessbegriff und Prozessarten: Dieses Kapitel definiert den Begriff "Prozess" als sachlogische Abfolge von Aktivitäten zur Erzeugung eines Outputs und unterteilt Prozesse in Management-, Kern- und Unterstützungsprozesse.
2. Ziele des Prozessmanagements: Hier wird der systematische Ansatz zur Planung, Steuerung und Optimierung beschrieben, wobei die Steigerung von Effektivität, Effizienz und Kundenorientierung im Vordergrund steht.
3. Der Prozessmanagement-Lebenszyklus: Dieses Kapitel erläutert den zyklischen Charakter des Prozessmanagements, der sich in vier Phasen von der Identifikation über die Gestaltung und Umsetzung bis zur Überwachung gliedert.
4. Prozessaufnahme und -dokumentation: Es werden Methoden zur Informationsbeschaffung wie Interviews und Workshops vorgestellt sowie Techniken zur Visualisierung von Abläufen, wie etwa Swimlanes, erläutert.
5. Bewertung von Prozessen: Dieses Kapitel thematisiert die qualitative und quantitative Erfolgsmessung von Prozessen, inklusive der Nutzung von Reifegradmodellen wie SPICE zur Leistungsübersicht.
6. Optimierung von Prozessen: Abschließend werden Strategien wie BPR und KVP gegenübergestellt sowie Prinzipien zur Prozessverbesserung (z.B. Automatisierung, Eliminierung von Verschwendung) aufgezeigt.
Schlüsselwörter
Prozessmanagement, Geschäftsprozess, Prozessorientierung, Wertschöpfung, Prozesslebenszyklus, Prozessaufnahme, Prozessdokumentation, Prozessoptimierung, Business Process Reengineering, KVP, Prozessfähigkeit, Prozessqualität, Swimlane, Kennzahlen, Reifegradmodell
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen des modernen Prozessmanagements und dessen praktischer Anwendung in Unternehmen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Prozessarten, dem Lebenszyklus von Prozessen, Methoden der Dokumentation, Bewertungssystemen und verschiedenen Strategien zur Optimierung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis dafür zu schaffen, wie Prozesse definiert, analysiert und gezielt auf Unternehmensstrategien ausgerichtet werden können, um nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu generieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse etablierter Standards und Managementmodelle, ergänzt durch die Erläuterung gängiger Praxisinstrumente wie der 4-Schritte-Methode oder SPICE.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich entlang des Lebenszyklus eines Prozesses: von der ersten Identifikation und Aufnahme, über die Dokumentation und Messung der Prozessleistung bis hin zur systematischen Optimierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Prozessorientierung, Effizienz, Effektivität, Prozessmodellierung und kontinuierliche Verbesserung (KVP) geprägt.
Warum unterscheidet das Modell zwischen Kern-, Management- und Unterstützungsprozessen?
Diese Differenzierung nach Funktionen hilft Unternehmen, die jeweilige Wertschöpfung und strategische Bedeutung der Prozesse zu identifizieren, da Supportprozesse keine direkte Sichtbarkeit für den Kunden besitzen.
Worin besteht der wesentliche Unterschied zwischen BPR und KVP?
Während BPR (Business Process Reengineering) auf radikale, einmalige Neugestaltungen mit hohem Risiko setzt, fokussiert der KVP auf kleine, kontinuierliche und risikoarme Verbesserungen über einen langen Zeitraum.
Welche Rolle spielt die Visualisierung bei der Prozessaufnahme?
Visualisierungstechniken wie Swimlane-Diagramme oder BPMN schaffen Transparenz, decken Schwachstellen in der Schnittstellenverantwortung auf und dienen als gemeinsame Kommunikationsgrundlage für alle Beteiligten.
Was sagt das SPICE-Modell über die Reife eines Prozesses aus?
SPICE definiert verschiedene Fähigkeitsniveaus, die als Vergleichsbasis dienen, um zu messen, wie ausgereift und zielgerichtet ein Prozess bereits implementiert und gesteuert wird.
- Arbeit zitieren
- Lisa Villing (Autor:in), 2017, Grundlagen und Ziele des Prozessmanagements, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358112