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Die Zeit in Goethes "Römischen Elegien" und seiner "Marienbader Elegie" im Vergleich

Und ihre Bedeutung für den künstlerischen Schaffensprozess

Titel: Die Zeit in Goethes "Römischen Elegien" und seiner "Marienbader Elegie" im Vergleich

Bachelorarbeit , 2016 , 45 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Nadine Fischer (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Rahmen meiner Bachelorarbeit möchte ich die Frage beantworten, wie Goethe mit der Verwendung von Zeit in den Römischen Elegien im Vergleich zur Marienbader Elegie spielt und wie sich diese auf die dichterische Produktion innerhalb der Elegien auswirkt.

In beiden Werken inszeniert sich das lyrische Ich als Künstler, der die Elegien gewissermaßen geschaffen hat. Deshalb ist, wenn ich im Folgenden vom Dichter spreche, nicht Johann Wolfgang von Goethe als Dichter der Elegien gemeint, sondern vom lyrischen Ich, nicht nur als Dichter in den Elegien, sondern auch als ‚Schöpfer‘ derselben die Rede. Die verschachtelte Sprechsituation der Römischen Elegien beispielsweise, die im Folgenden eingehend betrachtet werden soll, ist sehr hilfreich, um die in der Forschung viel diskutierten Zeitsprünge in der Marienbader Elegie nachvollziehen zu können. Das Verhältnis von Sprechsituation und besprochener Situation in beiden Werken liefert hierbei, besonders im Hinblick auf die Zeit, weitere spannende Einsichten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Zeit und ihre Bedeutung für den künstlerischen Schaffensprozess in den Römischen Elegien

2.1. Erste Römische Elegie: Dichtung als nachträgliche Vergegenwärtigung des Vergangenen

2.2. Fünfte Römische Elegie: Das Ideal dichterisch produktiver Zeiteinteilung

2.3. Elfte Römische Elegie: Dichtung als Opfergabe im Zeichen der Ewigkeit

2.4. Dreizehnte Römische Elegie: Zeitraub durch Amor und die von ihm propagierte erotische Liebeserfüllung

2.5. Fünfzehnte Römische Elegie: Dichtung als Zeitvertreib bis zur sinnlichen Liebeserfüllung

2.6. Zwanzigste Römische Elegie: Dichtung als Mitte zwischen Geheimnis und Offenbarung

2.7. Motto: Die Römischen Elegien als Denkmal der Lust

3. Die Zeit und ihre Bedeutung für den künstlerischen Schaffensprozess in der Marienbader Elegie

3.1. Elegie: Dichtung als wiederholte Vergegenwärtigung vergangenen Glücks

3.2. Motto: Das Verstummen als Kehrseite der Pandora-Gabe

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, wie Johann Wolfgang von Goethe in den Römischen Elegien im Vergleich zur Marienbader Elegie das Element der Zeit einsetzt und in welcher Weise sich diese Zeitthematik auf den dichterischen Schaffensprozess des lyrischen Ichs auswirkt.

  • Vergleichende Analyse der Zeitstruktur in zwei zentralen Gedichtzyklen Goethes.
  • Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Liebeserfüllung, erotischer Leidenschaft und dichterischer Inspiration.
  • Analyse der Sprechsituation als Ausdruck eines retrospektiven Schaffensprozesses.
  • Erforschung der Spannung zwischen Vergänglichkeit und dem Wunsch nach ewiger künstlerischer Dauer.
  • Beleuchtung des Gegensatzes zwischen dem Menschen als Liebendem und dem Dichter als Schöpfer.

Auszug aus dem Buch

2.2. Fünfte Römische Elegie: Das Ideal dichterisch produktiver Zeiteinteilung

Die Inspiration, die das lyrische Ich in der Ersten Römischen Elegie noch vermisst, aber bereits für seine Zukunft antizipiert hat, erfüllt es nun in der Fünften Römischen Elegie: „Froh empfind ich mich nun auf klassischem Boden begeistert; | Vor- und Mitwelt spricht lauter und reizender mir.“ (DK, S. 109, V. 1-2) Mit der Vorwelt und den „Werke[n] der Alten“ (DK, S. 109, V. 3) ist hier die Antike gemeint, deren Ideal das lyrische Ich wieder aufleben lassen möchte und die es nun auch verstehen kann. Endlich wird zu ihm gesprochen, die antike Literatur bietet dem lyrischen Ich in intellektueller Hinsicht Inspiration. Doch die Werke seiner antiken Vorbilder studiert der Sprecher im Gedicht nur tagsüber, nachts hingegen widmet es sich ganz im Sinne Amors der erotischen Liebesüberfüllung. Dieser Unterschied, den das lyrische Ich in seiner Zeiteinteilung macht, wird insbesondere durch das verseinleitende antithetische „Aber“ betont: „Aber die Nächte hindurch hält Amor mich anders beschäftigt“ (DK, S. 109, V. 5). Die Antithese „Werd ich auch halb nur gelehrt, bin ich doch doppelt beglückt“ (DK, S. 109, V. 6) verdeutlicht, dass der Sprecher im Gedicht aus der erotischen Liebeserfüllung mindestens genauso viel Freude ziehen kann, wie aus dem Studium. „Die Pointe besteht aber darin, daß diese Antithesen bei genauerem Hinsehen gar keine Antithesen sind: Die »Werke der Alten« und das Liebesverhältnis mit Faustine sind nur zwei einander ergänzende Aspekte ein und desselben Bildungserlebnisses“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung formuliert das Erkenntnisinteresse an der Zeitgestaltung in Goethes Elegien und führt in das methodische Strukturmodell der Untersuchung ein.

2. Die Zeit und ihre Bedeutung für den künstlerischen Schaffensprozess in den Römischen Elegien: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Elegien des Zyklus und zeigt auf, wie das lyrische Ich durch eine gezielte Zeitverschachtelung Dichtung als retrospektiven Akt der Vergegenwärtigung inszeniert.

3. Die Zeit und ihre Bedeutung für den künstlerischen Schaffensprozess in der Marienbader Elegie: Hier wird untersucht, wie die Marienbader Elegie das Scheitern dichterischer Produktion unter dem Druck einer schmerzlichen Gegenwart darstellt und das Verstummen als Gegenseite der künstlerischen Gabe thematisiert.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass die Distanz zur Geliebten in beiden Werken die essenzielle Voraussetzung für den künstlerischen Schaffensprozess bleibt.

Schlüsselwörter

Goethe, Römische Elegien, Marienbader Elegie, Zeitthematik, dichterischer Schaffensprozess, lyrisches Ich, Liebeserfüllung, Vergänglichkeit, Ewigkeit, Sprechsituation, Inspiration, Pandora-Gabe, Amor, Muse, Poetologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht vergleichend die Bedeutung der Zeitgestaltung in Goethes Römischen Elegien und der Marienbader Elegie und deren spezifischen Einfluss auf die dichterische Produktion.

Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?

Im Fokus stehen die Begriffe Zeit, Distanz, Liebe und Dichtung sowie deren Verschränkung in Goethes späten und klassischen Elegien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu zeigen, dass das lyrische Ich die Distanz zur Geliebten benötigt, um das Erlebte retrospektiv in Dichtung zu überführen und so den eigenen Schaffensprozess zu reflektieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine interpretatorische Analyse lyrischer Texte unter Einbeziehung literaturwissenschaftlicher Theorien zum lyrischen Sprechen und zur Zeitthematik.

Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Einzelanalyse der Römischen Elegien und einen anschließenden Vergleich mit der Marienbader Elegie, wobei die Zeitstruktur jeweils als Schlüssel zur Poetologie dient.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?

Neben dem zentralen Begriff der Zeit sind dies vor allem „Vergegenwärtigung“, „Distanz“, „ewiger Augenblick“ und die „Konkurrenz von Amor und Muse“.

Wie unterscheidet sich die Zeitwahrnehmung in den Römischen Elegien von der Marienbader Elegie?

Während in den Römischen Elegien der ewige Augenblick in einer produktiven Distanz zur Liebe steht, ist er in der Marienbader Elegie vergangen und führt den Dichter in eine schmerzvolle, unproduktive Sprachlosigkeit.

Welche besondere Rolle spielen die „Mottos“ der Elegien?

Die Mottos fungieren als selbstreflexive Kommentare, die den Leser auf die Distanz zwischen dem glücklichen vergangenen Erlebnis und dem nachgelagerten poetischen Akt hinweisen.

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Zeit in Goethes "Römischen Elegien" und seiner "Marienbader Elegie" im Vergleich
Untertitel
Und ihre Bedeutung für den künstlerischen Schaffensprozess
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,3
Autor
Nadine Fischer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
45
Katalognummer
V358956
ISBN (eBook)
9783668433533
ISBN (Buch)
9783668433540
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Goethe Elegien Marienbad Römisch Kunst Inspiration Liebe Zeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nadine Fischer (Autor:in), 2016, Die Zeit in Goethes "Römischen Elegien" und seiner "Marienbader Elegie" im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358956
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  45  Seiten
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