Der neue Mann - Männer kommen in Bewegung


Hausarbeit, 2003

16 Seiten, Note: sehr gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

Der neue Mann - Männer kommen in Bewegung
Einleitung

Wie stellt sich die traditionelle Rolle von Männern bisher dar? – Worin wird deren Männlichkeit begründet?

Die Entwicklung der Frauen – was hat sich da verändert?

Männer im Aufbruch – Ihre Möglichkeiten und Probleme

Die „Mischtypen“

Möglichkeiten und Perspektiven für Männer und Frauen

Literaturverzeichnis:

Der neue Mann - Männer kommen in Bewegung

Einleitung

Seit der französischen Revolution gibt es in Europa eine Frauenbewegung, die seitdem für Ihre Anerkennung und die Gleichstellung von Frauen und Männern kämpft. Viel ist seit dieser Zeit an der Stellung der Frau passiert und die Frauen sind auch weiterhin aktiv um Ihre Vorstellungen durchzusetzen. Im Zuge dessen haben sich die Frauen immer weiter entwickelt und sind nicht mehr unbedingt mit dem Bild einverstanden, das die Männer von Ihnen gerne hätten.

Doch wo sind in dieser Entwicklung die Männer geblieben? Die Frauen fordern eine neue Gesellschaft, in der auch die Rolle der Männer verändert ist. Somit müssen sich auch die Männer zwangsweise verändern, was seit einigen Jahren ansatzweise geschieht.

Nach vielen Jahren Frauenforschung sind jetzt auch die Männer zum Thema der Forschung geworden. Wie weit ist die „Männerbewegung“ in Deutschland fortgeschritten? Wo findet man noch Blockaden der Geschlechterdemokratie vor? Die wichtigste Frage, die sich hieraus entwickelt ist die folgende: Wie weit hat sich das Leben und die Orientierungsmuster von Männern in den letzten Jahren verändert?

Die Männerforschung verfolgt diese Fragen auch erst seit einigen Jahren, so dass die Ergebnisse zum Teil noch große Lücken aufweisen. Die hier zugrunde liegenden Ergebnisse sind eine diagnostische Erhebung des Zustands des Männerlebens aus dem Jahr 1998.

Wie stellt sich die traditionelle Rolle von Männern bisher dar? – Worin wird deren Männlichkeit begründet?

Zunächst einmal ist anzumerken, dass es eine homogene Männlichkeit nicht gibt und nie gab. Es muss von unterschiedlichen Männlichkeiten ausgegangen werden. Dennoch trifft das im Folgenden skizzierte Männerbild auf den Großteil der Männer zu, da dieses Männlichkeitsmuster zwar historisch variabel ist, in Deutschland jedoch immer weiß, heterosexuell und mit beruflichem Erfolg verbunden ist.

Man geht davon aus, dass der traditionelle Mann der Berufsmann ist. (Peter Döge[1] verwendet in diesem Zusammenhang den Begriff „Arbeitsmann“, den ich aber unpassend finde, da die familiäre Arbeit auch Arbeit ist.) Das bedeutet, dass der traditionelle Mann von seinem Beruf her geprägt ist und dass er sich auch über diesen definiert. So ist bekannt, dass Männer mit dauernder Erwerbslosigkeit in eine tiefe Identitätskrise geraten, wenn sie nicht mehr für das Einkommen in der Familie sorgen können. Sie sind auch deshalb von der Erwerbslosigkeit so stark betroffen, weil es kaum Alternativen zum Berufsmann gibt und sie nehmen aus diesem Grund auch eher eine Schwarzarbeit an, als dass sie sich mehr um die Familie kümmern.[2]

Zu den traditionellen Vorstellungen gehört es zudem, dass auch im Erwerbsleben Männer „das Sagen haben“. Wenn eine Frau ihm bei gleicher Qualifikation vorgezogen wird, dann haben nur 39% der traditionellen Männer eine positive Haltung dazu.[3] Rivalität ist eine Grundhaltung der traditionellen Männer. Sie wollen um jeden Preis die eigene identitätsunterstützende Erwerbsarbeit erhalten und sehen diese auch als Männerprivileg. Frauen und Ausländer sind hierbei nur die Reservearmee.

Der männliche Manager ist noch immer das Vorbild der traditionellen Männer. Sie sind arbeits- und leistungsorientiert und dem wird der familiäre Bereich untergeordnet. Dementsprechend herrschen in diesen Familien häufig traditionelle Formen der Arbeitsteilung vor: „Typische Topmanager sind verheiratet, kinderreicher als die Gesamtbevölkerung, sehen sich als Alleinverdiener, leben in traditionellen Familienrollen...“[4] Die Arbeits- und Lebensformen männlicher Manager gelten noch immer als Vorbild und sie legen eindeutig und versteckt die Verhaltensnormen fest, da sie in der Regel die Einstellungen vornehmen.

In den Familien ist der traditionelle Mann nur partiell anwesend. Da er das Haupt der Familie ist und für den Unterhalt sorgt, übernimmt die Frau die meisten Arbeiten. Nur die männerspezifischen Familienaktivitäten werden von den traditionellen Männern übernommen. Hierzu zählen Reparaturen und die Wäsche des Autos. Auch die Beschäftigung mit den Kindern übernimmt der traditionelle Mann teilweise. Er geht mit ihnen spazieren oder auf Schulfeste, spielt mit ihnen und bringt sie ins Bett[5]. Aber alle diese Aktivitäten werden zu den repräsentativen aktiv-sauberen gezählt. Die pflegerisch-schmutzigen Aktivitäten bleiben der Frau überlassen (bügeln, putzen, die Kinder waschen, etc.). Von Interesse ist dabei, dass Frauen in traditionellen Milieus die Hausarbeit von Männern als Einmischung in ihre Kompetenzen empfinden.

Viele traditionelle Männer sind unfähig zu lieben und Leid zu empfinden[6]. 86% erweisen sich als emotional schwach entwickelt. Vielen ist der Zugang zu ihrer Innenwelt erschwert, sie können ihre Gefühle nicht ausreichend ausdrücken. Beziehungsarbeit ist Frauensache. In Zusammenhang damit steht auch die höhere Gewaltbereitschaft bei traditionellen Männern.

Männliche Identität konstituiert sich aus der Abgrenzung und Entgegensetzung von Weiblichkeit[7]. Somit ist die Negation des Weiblichen der einzige Anhaltspunkt für Männlichkeit. Alle traditionell weiblichen Eigenschaften werden prinzipiell abgelehnt und die dazu gegensätzlichen Eigenschaften angenommen.

Der traditionelle Mann muss sich ständig als Mann beweisen und das äußert sich u.a. auch in der Beziehung zu seinem eigenen Körper. Infolge riskanteren Verhaltens sind mehr Männer als Frauen von Unfällen betroffen und sie gehen mit ihrer Gesundheit auch sorgloser um. Ein insgesamt schlechterer Gesundheitszustand und eine allgemein kürzere Lebenserwartung resultiert daraus.

[...]


[1] Vgl. Döge, Peter: Geschlechterdemokratie als Männlichkeitskritik. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, 2000/B 31-32, S. 21

[2] Vgl. Döge, Peter: Geschlechterdemokratie als Männlichkeitskritik. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, 2000/B 31-32, S. 22

[3] Vgl. Zulehner, Paul/Volz, Rainer (1998): Männer im Aufbruch. Wie Deutschlands Männer sich selbst und wie Frauen sie sehen. Ein Forschungsbericht. Herausgegeben von der Männerarbeit der Ev. Kirche Deutschlands sowie der Gemeinschaft der Katholischen Männer Deutschlands, Ostfildern: Schwabenverlag

[4] Vgl. Streich, Richard (1994): Managerleben. Im Spannungsfeld von Arbeit, Freizeit und Familie. München: Beck

[5] Vgl. Zulehner, Paul/Volz, Rainer (1998): Männer im Aufbruch. Wie Deutschlands Männer sich selbst und wie Frauen sie sehen. Ein Forschungsbericht. Herausgegeben von der Männerarbeit der Ev. Kirche Deutschlands sowie der Gemeinschaft der Katholischen Männer Deutschlands, Ostfildern: Schwabenverlag

[6] Vgl. Zulehner, Paul (1998): Müssen Männer Helden sein? Neue Wege der Selbstentwicklung. Wien. Tyrolia

[7] Vgl. Döge, Peter: Geschlechterdemokratie als Männlichkeitskritik. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, 2000/B 31-32, S. 19

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Der neue Mann - Männer kommen in Bewegung
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Politik/Politologie)
Veranstaltung
Geschlechterverhältnis in Familie und Erwerbsleben
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2003
Seiten
16
Katalognummer
V36002
ISBN (eBook)
9783638357562
Dateigröße
517 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mann, Männer, Bewegung, Geschlechterverhältnis, Familie, Erwerbsleben
Arbeit zitieren
Dominique Becker (Autor), 2003, Der neue Mann - Männer kommen in Bewegung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36002

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